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Vest im Leben 2

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R E P O R T A G E V e r

R E P O R T A G E V e r w u n s c h e n e O r t e Dunst über der Hohen Mark Foto: Moritz Spilker aufweist, steht im Widerspruch zu den sonstigen Formen der Findlinge. Über viele Jahrhunderte hinweg lag der Stein etwa 120 Meter südlich der Stelle, an der er heute liegt. Diese befand sicham höchsten Punkt des Weges. Eine solche Position entsprach der Bedeutung, die einer Opferstätte zukam. Auch über die Hügelgräber in der Haard kann Sonderkamp viel berichten. Unsere Vorfahren in der Bronze- und frühen Eisenzeit haben ihre Angehörigen oftmals in Grabhügeln bestattet und ihnen zum Teil Grabbeigaben wie Steinbeile, Feuersteindolche und Gefäße dazu gelegt. Diese zwei bis drei Meter hohen Hügel sind beständiger und haltbarer als Steinpaläste und Tempel, die Erdbeben zum Opfer gefallen sind. Diese Werke der Natur haben die zerstörerischen Kräfte der Natur überdauert. Die ältesten Grabmonumente stammen aus der Zeit 2000 v. Chr. Hünengräber, die in der Nähe von Heiden zu besichtigen sind, sind frühgeschichtliche Gräber, in denen die Grabkammern aus Findlingen gebaut und die mit Erde zugeschüttet wurden, so dass Ein Hünengrab im tiefen Wald der Fotos: Ulrich Nickel Anschein entstand, Hünen hätten diese Steine angeschleppt. Wer aufmerksam in der Nähe von Mutter Wehner zu einer Wanderung aufbricht, stößt auf eine Zeche, die es nie gegeben hat. Dieser Bunker, dessen Eingang durch ein Gittertor verschlossen ist, wurde im Zweiten Weltkrieg als Scheinzeche hergerichtet. So wie der russische Fürst Grigori Potemkin einst Attrappen von Dörfern aufstellen ließ, um Zarin Katharina II zu imponieren, als sie die neu eroberte Krim besuchte, so handelte es sich bei der Scheinzeche um eine raffinierte Täuschung. Das nördliche Ruhrgebiet mit seinen Industrieanlagen und Zechen war im Zweiten Weltkrieg immer wieder Ziel alliierter Bombenangriffe. Die falsche Zeche, die mit Spiegeln und Scheinwerfern versehen war, sollte das Bombengeschwader vor nächtlichen Angriffen auf das Bergwerk Ewald-Fortsetzung in Oer-Erkenschwick ablenken. Während das echte Bergwerk vor Angriffen abgedunkelt wurde, war die Scheinzeche angeleuchtet, aber dennoch so raffiniert abgedunkelt, dass der Eindruck einer echten Zeche entstand. In der Haard gingen zahlreiche Bom- Der Eingang zur Scheinzeche In 3 einfachen Schritten zur schlanken Figur! Zirkeltraining 30 Minuten Erfolgskonzept · Gesunde Ernährung Vereinbaren Sie ein Probetraining. Wir freuen uns auf Sie! Josefstraße 18 · D-45699 Herten Telefon +49 23 66 88 71 71 fitundvital-herten@gmx.de · www.fitundvital-herten.de 16

R E P O R T A G E ben nieder. Die kleine Besatzung der Scheinzeche konnte sich bei Fliegeralarm in den Bunker zurückziehen. In einer Londoner Ausstellung feierten die Engländer seinerzeit das Bombardement der Zeche, obwohl sie nur Haard-Bäume trafen. Dieses Potemkinsche Bergwerk hat seine Aufgabe mehr als erfüllt. Kurze Zeit nutzte ein Erkenschwicker den Bunker als Funkstation. Er wurde entdeckt und hochgenommen. Sogar Liebespaare schätzen diesen Ort. Die Hoffnung von Natuschützern, dass der Bunker als Fledermausquartier von den kleinen Flattertieren genutzt wird, hat sich leider nicht erfüllt. In der Haard wurde 15 Jahre lang Steinkohle abgebaut. Die drei Haard- Schächte waren nicht das erste Bergbau-Projekt der Haard. 1858 beantragte der Goldarbeiter Jos. Harnischmacher in der Nähe des Farnbergs die Abbaurechte für ein Braunkohlevorkommen, das er mitten in der Haard entdeckt hatte. Das Flöz hatte eine Mächtigkeit von etwa 73 cm. Die Braunkohle lag unter einer Tonschicht, die bereits von einer Töpferei ausgebeutet wurde, der Potthütte. Diese kleine Abbaustätte trug den Namen „Braunkohlen-Bergwerk-Wald II“. Das Besondere: Es handelte sich um das nördlichste Vorkommen dieses Energieträgers überhaupt. Das verfallene Stollenmundloch richteten Auszubildende des Bergwerks Haard wieder her. Hinter das Gittertor stellten sie eine Statue der Heiligen Barbara auf, die auch Schutzpranonin der Bergleute ist. Wo einst Nike lauerte Während des Kalten Krieges befand sich auf der Kuppel des Stimberges eine Radarstation, die den gesamten Luftraum über dem Ruhrgebiet überwachte. Im Falle eines gegnerischen Luftangriffs konnten von hier aus die Nike-Raketen gezündet werden, die zwei Kilometer entfernt in der Haard lauerten. Sie konnten sogar mit Atomsprengköpfen bestückt werden. Früher wurde aus Gruben am Stimberg Sandstein gebrochen, aus dem viele Kirchen und Gebäude gebaut worden. Die Stadtmauer von Recklinghausen besteht aus diesem Sandtein. Im Naturschutzgebiet Stimberghöhe weiter unten fallen sofort die Quarzitbänke ins Auge, die aus sogenanntem Rasen-Eisen-Stein bestehen. Sie enthalten Eisenerz. Daraus könnte der Ortsname Oer abgeleitet worden sein. Mitten in der Haard begeistert das Naturschutzgebiet Brinksknapp seine Besucher. Zwergtaucher, Graugänse und Bläßhühner brüten hier. Wer von Flaesheim zum Ausflugslokal Mutter Wehner wandert, passiert den sogenannten Römerbrunnen. Fachleute datieren das Alter dieses Brunnens auf die Zeit der Karolinger um 850 n. Chr, so dass er nicht aus der Römerzeit stammen kann. Die Brunnenverschalung besteht aus einem ausgehöhlten Eichenstamm. In der Haard und Hohen Mark lassen sich naturkundliche, historische, archäologische und geologische Entdeckungen machen. Der Verein Hohe Mark Touristmus ist dafür der richtige Ansprechpartner. Hotel - Restaurant Zur Rauschenburg Ihr Gastgeber an der Lippe Bes. Familie Tenkhoff Lehmhegge 22 59399 Olfen Tel.: (0 23 63) 3 19 11 Fax.: (0 23 63) 3 14 85 www.hotel-zur-rauschenburg.de kontakt@hotel-zur-rauschenburg.de Einkauf ist Vertrauenssache. MÜHLENPRODUKTE | NATURKOST FRISCHWAREN | TIERNAHRUNG PFLANZENPFLEGE | GARTENBEDARF über Fachmarkt: Westring 2-4 45659 Recklinghausen Telefon (0 23 61) 2 32 31 Online Shop: www.pauls-muehle.de Infos: www.hohe-mark-tourismus.de Rolf Sonderkamp: Tel. 02363/7334060, E-Mail: rolf.sonderkamp@gmx.com Christof und Hendrik Paul mit Team freuen sich auf Sie. Der Steig in der Westruper Heide 17

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