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September 2021 - coolibri

COOLINARISCH Erst Burger

COOLINARISCH Erst Burger mitPommes, dann Nürburgring, Brands Hatchoderlieber Imola?Gastronomie trifft modernste Auto-Rennsimulationinder eSportsLounge Essen. Und die Siege feiert man in der Rooftop-Bar. Pulled Pork Burger:nachdem Rennen genießen oder schon vorher? Fotos: Michael Alisch Burger, Bar und Boliden Aufden ersten Blick landen Besucher:innennachder Aufzugfahrtineinem klassischenamerikanischenDiner:coole Lampen,Theke,lässige Karten aufdem Tisch. Doch hier sitzen auch MenscheningroßenMaschinen hinterdem Lenkrad,vor sich drei Bildschirme,und siekommenmächtig ins Schwitzen. Das Essenscheint hier zunächstnicht im Vordergrundzustehen. Doch es gibtein klassischesBurger-Angebotund Steaks dergehobenenLiga. E-Racing wirdhierbetrieben,eineschnell wachsende Sportart im digitalen Raum.Hiertreffen sich eSportler:innen undfahreninzertifiziertenSimulatorenonline Rennen gegeneinander. Eigentlich istesegal, wo dergut 50.000 Euro teure Simulator steht. In Essenist es halt dieneue Rooftop-Bar im obersten Stockwerkdes frisch gebauten ADAC-Gebäudes. Es istkeinreinesZeitvertreib-Vergnügen, denn dernaturgetreue,will sagen, technikgetreue Rüttel-Rittüber dieTop-Pistender Welt istnicht ganz billig. 30 Euro kostet diehalbe Stunde,55Eurodie ganze. Weresrichtig machenwill, muss schalten,lenken,überholen,als steuere manwirklich genaudas Fahrzeug,das mansichausgesucht 22 hat. PS,Andruck,Drift, alles seirealistischsimuliert, sagt SebastianSareika,der dieBar mitseinemBruderbetreibt. WeralsoimRahmen eines Junggesellenabschiedseinfachmal testen will,wie es sich anfühlt,angetrunkeneinen GrandPrix aufeinem 600-PS-Bolidenvon Ferrari zu fahren, missbraucht einechtesSportgerät derGegenwart. HataberSpaß. Das Konzeptder Küche isteinfach: Klassische amerikanischeKüche,also Burger undBier, gutund frisch hergestelltund serviert.Die Rooftop-Terrasse bietet einennicht alltäglichen urbanen Blicküberdie EssenerCity. Ausblickund Küche lohnen denBesuch,auch ohne sportivesLenk- und Bremsprogramm.Flagship-Burgerist „Der Essener“ mit200-Gramm-Rinder-Patty, Cheddar, eingelegterGurke, geschmelzten Zwiebeln,Tomateund hausgemachter Burgersauce(16,90 Euro). Auch dieSteaks entsprechen hohen Standards. Natürlich dürfen aufdem Dachdie Cocktails nichtfehlen, auch dasfrisch Gezapfte vonder Essener PrivatbrauereiStauder schmeckthier oben.Die Barhältfür Grand-Prix-Heldenauch Champagner vor. tt eSportsLounge, Nordhofstraße2, 45127Essen,www.esports-loungeessen.de

COOLINARISCH Das ältesteWirtshaus in Kaiserswerth. Foto: Zum Einhorn Einfach fabelhaft Sie ist das ältesteWirtshaus in Kaiserswerthund eine InstitutionimDüsseldorferNorden–seit fast 300 Jahrenversorgtdie Gaststätte ZumEinhorn hungrigEinkehrendemit Speisund Trank. Dassoll auch in Zukunftsobleiben. DerneuePächter MaxMarkiewicz setzt auf behutsame Modernisierung,ohne denCharakter des ehrwürdigen Hauses zu verändern. MaxMarkiewiczkennt dasEinhornwie seineWestentasche. In 30 Jahren haterabgesehen vonder Küche so ziemlich allePostenbespielt, dieineinerGastronomie anfallen,zuletzt dendes Betriebsleiters. Dasserder Nachfolger desvorherigenPächterswerdenwürde,der im letztenHerbst in denRuhestand ging, standbereits seit längeremfest; es warauch der ausdrücklicheWunschder EigentümerfamilieFamilieAmand. Zunächst aber kamder zweite Lockdown,der für umfangreiche Renovierungsmaßnahmen des1734erbauten, denkmalgeschütztenGebäudes genutztwurde.Zum Umbaugehörte auch dieNeugestaltung undEingrenzungder Terrasse aufdem Kaiserswerther Markt –Gäste,Service,Fußgängerund Radfahrerkommensichnun nichtmehrindie Quere. Anfang Juni konnte dieWiedereröffnunggefeiertwerden. Als neuerHausherr möchteMax Markiewiczseine eigenen Ideenverwirklichen –weniger Kneipe,mehrRestaurant. Warder Gastraum zuvor relativ dunkel „wie im IrishPub“, istnun alles hell undfreundlich. Derriesige Tresenwurde verkleinert,die Spielautomaten „haben hier nichts zu suchen“ undflogenraus. Kupferlampen hängenüberden blankgescheuerten Tischenund an denWändenhistorischeAufnahmenvon Kaiserswerth,welchedie Gästebeigesteuert haben.Geblieben istdas Stammpublikum,das längst„eine kleine Familie“ geworden ist. So wiePetra,die nach eigenen Angabenseit1982imEinhornverkehrt undesihre„zweite Heimat“nennt. Upgedated wurde auch dieKüche,die noch immerbürgerlich,aberjetzt aufeinem höheren Niveau kocht. Alleskommt frisch aufden Tisch, dasGemüsewirdschonendimneuenDampfgarerzubereitet. Bekanntist das Haus fürseine stattlichen Schnitzel,die nach wievor im Angebotsind, danebenSpeckpfannkuchen, Sauer- undSenfrostbratenals weitereKlassikersowie Flammkuchen,bunte Salateoderein Lachssteak vomGrill mit Kapern undZitronen-Dillsauce.Von montagsbis freitags offeriertdie Mittagskartetäglichdreiwechselnde Gerichte –solange derVorratreicht. Unddann gibtesnochdie Saisonkarte, diebei unseremBesuch ganz im Zeichender jungen Heringe stand: Matjes,etwagebratenzum Sommerwirsing,mit Äpfeln undZwiebeln, an Dillschmand oder ganz klassischmit rotenZwiebeln, Speckböhnchen undfeinenBratkartoffeln–eine wahre Delikatesse. Pastaund Desserts sind ebenfalls Saisonartikel, beispielsweiseSpaghettini in Basilikum-Sahnesauce oder Fettuccine mitgebratenenGarnelensowie als Nachspeise Schoko-Soufflé „auf einemVanillespiegelfeingarniert“.Freuendarfman sich schon jetzt aufdie bayrischenWochen,die traditionell nach demEnde derWiesn in Münchenstattfinden. Da selbigeindiesemJahr ausfällt, istfür dieGourmet-Gaudider Oktober anberaumt:Innen wieaußen wirddas Haus blau-weißgeschmückt und dieKüche serviert deftigeSchmankerlwie Spanferkel,Haxen,Obazda, Leberknödel,Weißwürste,Nürnberger, Leberkäseund Brezeln. Bayreuther Hellkommt übrigens ganzjährig aus demFassund vonden Düsseldorfer Hausbrauereienfließtjetztstatt SchlüsselAlt Uerige insGlas –hierim Norden derStadt eine echteRarität. BK ZumEinhorn,Kaiserswerther Markt26, Düsseldorf, 0211-4080280; Küche täglich 12–22 Uhr; zumeinhorn-kaiserswerth.de 23

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