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September 2019 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

THEATER R E G I O N

THEATER R E G I O N „Der kleine Prinzund dieKrähe“ im Jungen SchauspielDüsseldorf Hunger auf Theater Foto: Thomas Rabsch Die neue Spielzeit 19/20 im Überblick: 2020wirddas Schauspielhaus Düsseldorf 50,das FFT feiert 20-jährigesJubiläum –das bedeutet reichlichPartystoff. In den Theatern derRegion geht es aber vorallem weiter darum, sich mitder GesellschaftimAllgemeinen undSpeziellenauseinanderzusetzen.KeinZufall ist es daher,dass Jugendstückesoeine großeRolle spielen. Außerdem behandeln die Bühnender Region vermehrtdie Nahrungsaufnahme –als Religionoderunter Berücksichtigungder Geschlechterfrage. Als dasDüsseldorferSchauspielhaus 1970 mit „Dantons Tod“ eröffnete, gabesdraußen studentischeProteste: „Bürger in dasSchauspielhaus –schmeißtdie fetten Bonzen raus“, riefen dieDemonstranten.Wennjetztwiederein neuer Abschnitt derGeschichtedes Theaters mit„Dantons Tod“ eröffnet wird, wirdwahrscheinlich die Freude überwiegen: IntendantWilfriedSchulz undseinEnsembleziehennachdreiJahrenSanierungsarbeitwiederzurück in dasHaus am Gustaf-Gründgens-Platz.Die Interimsspielzeit an Ortenwie demCentral nahe desHauptbahnhofs hatallerdingsüberraschendsogut funktioniert,dassman sich freuenwürde,wenndie Auslastungszahlen (zuletzt gut82Prozent)in deralten Heimat so hoch blieben. Um denErfolg beizubehalten setzt mantrotz derimmer stärkerwerdendenForderung nach mehr Weiblichkeit undDiversität am Theaterbei denersten großen Arbeiten aufbekannte,weiße Regie- Männer undklassischeStoffe. GeorgBüchners „Dantons Tod“ (Premiere: 20.9.) bringt Armin Petras aufdie Bühne, derinDüsseldorfschon Orwells„1984“inszenierthat.Eserzählt von derZeitfünf Jahrenachder französischenRevolution,einer hitzigen undunberechenbaren Zeit,die derheutigeninBezug aufdie Unübersichtlichkeit derpolitischen Positionen undAggressivitätder Debatten möglicherweisenicht so unähnlich ist. Robert WilsonzurückinDüsseldorf Am 19.10. bringt Regie-Legende Robert Wilson „Das Dschungelbuch“zur Premiere,das zuletzt 2016 als Realverfilmungfür Diskussionensorgte. Der77-Jährigeist zwar alsTheatermagier bekannt, seineBühnensprache istjedochoft sehr „Ich haltemichan Baudelaire, der sagte: ‚Genieist diewillentlich zurückeroberte Kindheit.‘“ karg undreduziert,intellektuellfordernd. Mandarfgespanntsein, wieerden bekanntenKinderbuchstofffür Theaterbesucher ab acht Jahrenumsetzenwird. Hilfebekommt er vomIndiepop-Duo Coco Rosie, dasfantasievoll-surrealeKlangweltenschaffen will.Wilson freutsichüberdie Gelegenheit, dieWeltnocheinmal mitden Augen einesKindeszusehen: „Ich haltemichanBaudelaire,der sagte: ‚Genie istdie willentlich zurückeroberteKindheit.‘“ Das DüsseldorferPublikumwirdihm eine MengeVorschusslorbeeren gestatten–seine„Sandmann“-Inszenierungist dauerndauskauft.Und noch einklassischer Kinderstoff:Vergangenes Jahr hatsichder Düsseldorfer KinderbuchautorMartinBaltscheitan eine Weitererzählung von„DerkleinePrinz“ gewagt.Ein Sakrileg,könnteman meinen,doch „Der kleine PrinzfeiertWeihnachten“, in derAntoinedeSaint-Exupérys berühmteFigur in die Welt des21. Jahrhundertsfällt, wurde überraschend positivaufgenommen.Das Junge Schauspiel erzählt sieabdem 15.9.saisonunabhängiger als „Der kleine Prinzund dieKrähe“. An HarryMulischsMega-Roman„DieEntdeckungdes Himmels“,wagt sich im November Regie-MegalomaneMatthiasHartmann.Immerhin istdas Werk, in demesimwahrsten Sinnedes Wortes um Gott unddie Welt geht,eines der Bücher,von denenbehauptetwird, mankönne sievielleichtmit Mühe lesen, aber sicher nicht inszenieren. Nach demRiesenerfolgvon „Terror“ gibt es im nächstenFrühjahrauch einneues Stückvon Ferdinandvon Schirach: „Gott“ beschäftigtsichmit demThema Sterbehilfe. Am Ende istwiederdas Publikum gefragtund darf urteilen.Inder Bürgerbühnemacht dasTheater ebenfalls kommendesFrühjahr gemeinsame Sachemit FortunaDüsseldorf. RegisseurFelix 32

THEATER Krakau verwandelt dasTheater in einStadion undversammeltFansund Ultras,Ex- undJugendspieler,Stadionsprecher,Anwohner, Platzwarte. Das FFTstartet miteiner Neuinszenierung vonSenecas „Thyestes“von ClaudiaBosse/theatercombinat(14.9.)indie neue Spielzeit, nachdemdie große20-Jahres-Feierbereits am 9.9. steigt. Diegefeierte TanzregisseurinHelena Waldmann erlaubtmit „Der Eindringling–Eine Autopsie“einen Blick insInneredes Körpers – unddes politischenSystems.ImJanuarwidmensichdann diePerformerinnen vonHenrike Iglesias dem„Fressen“(17.+18.1.) undsagen demweiblichenEssverhalteninbekanntkluger Weiseden Kampfan. MitKörpern,ihrerVielfalt unddie Geschlechterrollen kritischbetrachtend bewegt sich auch dasTanzhaus NRWauf die kommende Spielzeitzu–undzwar spektakulär: an Seilen hängend bespielenGabrieleKochund IrinaHortinmit „90Grad/RechterWinkel“die Außenfassade desHauses(7.9.). Außerdem steht einNachbarschaftsfest aufdem Plan. Beziehungen im Bergischen Dieschönen unddie dunklenSeitenzwischenmenschlicher Beziehungen sieht man vermehrt aufWuppertals Bühnen.ImOpernhaus etwa stürzensichShakespeares„Romeound Julia“ malwiedergemeinsam in denTod (Premiere 28.3.), während im TheateramEngelsgarten WolfgangHerrndorfsIsa in „Bilderdeinergroßen Liebe“ eine schwierige Beziehungmit demLebenselbsteingeht (Premiere7.12.). Komplizierte Familienbeziehungendeckt indesAlbertCamusin„Das Missverständnis“ auf, wenn ein verloren geglaubterSohnheimkehrt,ohneseine Identität preiszugeben (Premiere5.10.). Wen es nachleichtererKostdürstet, derkönnte am 7.11.imRemscheider Teo-Otto-Theaterdas Charlie-Chaplin-Musical besuchen,welches 2012 am „Hunger“ im TheaterSolingen Foto: Jan Marco Schmitz Broadway uraufgeführt wurde undseitdem für stetes Staunensorgt.Auch nichtohneseine dunklen Passagen,abervollvon kindlichem Vergnügen. Werdavon dievolle Dosisbraucht, musseinige Tage vorher (3.11.) ebenda zu „PeterPan“ pilgern. Zeitlose Story, fantasiereichinszeniert undfür jedesAlter geeignet.Kinderliteraturauf eine ganz neue Arterlebthingegen, werimTeo-Otto-Theater am 5.12.zur Junk- Oper-Version vomStruwwelpeter geht:„Shockheaded Peter“ amplifiziert dasDunkel derGeschichte underzählt sieauf durchgeknalltpoetische,eigenwillig witzige undskurril schöne Art. Undwitzigwirdesauch in Solingen: Aus demneuenProgramm sticht in Sachen Humor dieKomödie „Taxi,Taxi“heraus. Thema: EinTaxifahrer mitDoppelleben undendlosemGefahrenpotenzialauf humorige Verstrickungen.Ernster wirdesdabeimStück „Hunger“ desJungenTheatersSolingen, welches am 29.2. aufder Studiobühne aufgeführt wird. DieSchlagwörter: Lebensmittelverschwendung, Körperwahn und Fertigessen. Klassikerstehenwie immerinden Programmen derneuenSpielzeit.Abernicht Wenigeswirdmit modernem Griffauf dieBühnen gehievt. WelcheÜberraschungenMonat für Monat aufTheaterfans warten,steht immer auf diesen Seiten. mfk; lv;dini * SOMMER SPARDA- PERFORMANCE- TAG 15.09.|11–18 Uhr Freier Eintritt, Führungen, Live-Performances, interaktives Programm für die ganze Familie Adresse KIT –Kunst imTunnel Mannesmannufer 1b 40213 Düsseldorf kunst-im-tunnel.de GesamtesProgramm: stiftung-sparda-west.de sonntag 15.09.2019 KIT düsseldorf freier eintritt Bildmotiv: ©Signe Raunkjær Holm, Wie esEuch gefällt, 2019 Foto: Katja Illner | facebook.com/stiftung.sparda.west instagram.com/spardastiftung |stiftung-sparda-west.de

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