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September 2016 - coolibri Düsseldorf

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K I N O War Dogs |

K I N O War Dogs | Start: 1.9. Deppen mit Waffen Eigentlich möchte man gar nicht glauben, dass dieser Film von einer wahren Geschichte inspiriert wurde, schließlich geht es um zwei US-amerikanische Pappköppe, die dank Schlupfloch im System als kleine Firma große Rüstungsaufträge der Regierung abgreifen. Weil sie die Mitbewerber aus schierer Blödheit um 53 Millionen Dollar unterbieten. Fortan dödeln sich die zwei wandelnden Inkompetenzen durch den Waffenmarkt und stolpern von einem Goldtopf in den nächsten. Es folgen Luxus, Partys, Drogen, Selbstüberschätzung und Abstürze. Die Hauptdarsteller Jonah Hill und Miles Teller überzeugen als Schwachmaten mit Egokomplex, die man wahlweise auslachen, verprügeln oder in den Arm nehmen will. Der Film trieft dabei vor dunklem Humor und unterschwelligem Kommentar. USA 2016, R: Todd Phillips D: Jonah Hill, Miles Teller, Bradley Cooper, Ana de Armas Nerve | Start: 8.9. Hippe Teens mit fiesen Apps Eine App fordert User dazu auf, Mutproben für Geld zu absolvieren, während andere als Beobachter teilnehmen. Für die schüchterne, nach Selbstbestimmung suchende Vee läuft das aus dem Ruder, als sie gemeinsam mit Spieler Ian immer riskantere Aufgaben lösen soll. „Nerve“ ist zwar ein nicht kitsch- und klischeefreier, gerade zum Ende überzogener Teeniestreifen, schafft es aber, sich vor allem dank cleverer Bildsprache und Regie abzusetzen. Chats, Apps und Co. werden stylisch und sinnvoll als integraler Teil des Films dargestellt. Streckenweise wirkt der Streifen zwar wie ein hippes Musikvideo, im Kern steckt aber eine kluge Parabel über die Macht und Gefahr des allwissenden Internets. In Zeiten von Pokémon Go trifft dieser Mix aus Hunger Games, Big Brother und MTV-Top-20 zielsicher. USA 2016, R: Ariel Schulman, Henry Joost D: Emma Roberts, Dave Franco, Juliette Lewis, Emily Meade 40 Foto: © 2016 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC. Foto: Studiocanal GmbH Snowden | Start: 22.9. Heldenhafter Verräter So schnell, wie im Fall Edward Snowden, wurde selten das Leben und Wirken einer Schlüsselfigur der Weltgeschichte als Film aufgearbeitet. Verwunderlich ist es nicht, immerhin ist Herr Snowden eine kontroverse Figur, die einerseits als staatsgeheimnispreisgebender Verräter gilt, andrerseits als Held der Neuzeit gefeiert wird. Schließlich opferte er sein Berufsund Privatleben, um den Überwachungswahnsinn der NSA zu enthüllen. Der Film favorisiert recht unverblümt die zweite Einstufung und inszeniert Snowden als heroischen Aufklärer, als Gejagten der Regierung, als Brecher eines verlogenen Systems, das ruchlos Privatsphäre gegen fadenscheinige Sicherheit eintauscht. Fragen über die Notwendigkeit von Staatsgeheimnissen kann man sich im Anschluss ja selber stellen. USA, UK, DEU 2016, R: Oliver Stone D: Joseph Gordon-Levitt, Shailene Woodley, Zachary Quinto, Nicolas Cage Tschick | Start: 15.9. Jung, kaputt und glücklich Eines der meist geliebtesten Stücke deutscher Literatur des jungen 21. Jahrhunderts hört auf den Namen „Tschick“, fand seinen Weg schon auf etliche Theaterbühnen, in den Schullektürenkanon und nun endlich auch auf die große Leinwand. Zum Glück, dann können die Schulklassen ja endlich aufhören, Lektüreschlüssel zu wälzen und stattdessen ins nächste Filmtheater tingeln. Der Verfilmung angenommen hat sich Fatih Akin, der schon mit Wunderfilmen wie „Gegen die Wand“, „Soul Kitchen“ oder „Auf der anderen Seite“ die deutsche Kinolandschaft bereicherte. So kann auch „Tschick“, jene Geschichte rund um Roadtrips, Underdogs, die Schönheit der Jugend und das Gute im Menschen, nur ein feinfühlig erzählter Sommerfilm zum Verlieben in kaputte Realitäten sein. DEU 2016, R: Fatih Akin D: Anand Batbileg, Tristan Göbel, Nicole Mercedes Müller Foto: Reiner Bajo, Studiocanal GmbH Foto: Jürgen Olczyk, Universum Film

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