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Rund um das Bermuda3Eck und Ehrenfeld

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E H R E N F E L D Hype

E H R E N F E L D Hype und Leidenschaft im Ehrenfeld Herz des Viertels: Der Hans-Ehrenberg-Platz Als sich 2010 Ladeninhaber und aktive Anwohner des Bochumer Ehrenfelds zum Verein Viertel Vor Ehrenfeld zusammenschlossen, da war es gerade viertel vor Hype. Im Viertel rund um das Schauspielhaus gab es noch einige Leerstände, die attraktive Mischung aus inhabergeführten Einzelhandeln, alternativer Gastronomie, Galerien und Agenturen war noch nicht gefunden. 28 „Wir haben allerdings auch nie Ansiedelungs- Management betrieben, sondern eher Image- Bildung, haben etwas dafür getan, dass sich die Läden mit Leben füllen“, sagt Dirk Erlenkämper. Er ist einer der Vorstände des Vereins und betreibt den kleinen Fahrradladen meilenweit an der Alten Hattinger Straße, der alles für Reiseradler bietet. Wie das Image des Ehrenfelds, das offiziell zum Stadtteil Wiemelhausen gehört, aussehen sollte? „Ein nettes kleines Viertel, das sich in hohem Maße durch Individualität, Kreativität und einzigartige Produkte auszeichnet.“ Genauso ist es gekommen, quasi automatisch. Der Hans-Ehrenberg-Platz im Herzen des Viertels, über den früher Staub über einsame Pflastersteine wehte, ist heute ein lebendiges Zentrum, auf dem sich Pizza-, Eis- und Butterbrot- Esser am Bücherschrank treffen und danach in der Boutique shoppen gehen. Eine neue, hübsche Broschüre, die der Verein Viertel Vor Ehrenfeld jetzt aufgelegt hat, heißt „Herz Stücke“. Zwei Designerinnen, die im Stadtteil leben, haben sie als Abschlussarbeit realisiert und damit die Mosaiksteine des Quartiers zusammengefügt. Die letzten waren die Optikerin Frau Feller und die Event-Kochschule Kochmomente. „Sie fügen sich hier sehr gut ein“, sagt Ralf Bellmann von der Butterbrotbar, ebenfalls ein Vorstand des Vereins. Für einen der Leerstände, die an der Alten Hattinger Straße noch übrig sind, interessiert sich gerüchteweise ein Feinkostladen. Auch das würde gut passen, weil er nicht zu einer Kette gehört. Eine Blume für jeden Kunden Kurz nach der Vereinsgründung wurde das Viertel von einem Medienhype überrollt. Im Bochumer Ehrenfeld wurde – mal wieder – ein Stück Berlin im Ruhrgebiet vermutet, eine Art Mini- Prenzlauer Berg. „Da hatten wir natürlich kurz die Befürchtung, dass die Vermieter alle Mieten hoch setzen würden“, sagt Dirk Erlenkämper. Eine generelle Entwicklung, die man als Gentrifizierung bezeichnen könnte, sieht er aber nicht. „Zu den teuersten Wohngebieten in Bochum hat der Stadtteil schon vor dem Hype gehört.“ Und dass einige Ladenlokale bis heute leer stehen, habe mehr mit dem Gebäudezustand als mit überzogenen Mieten zu tun. Wofür der Hype auch nicht gesorgt hat: dass das Viertel überlaufen ist. Gemütliches Einkaufen ohne Trubel ist hier kurz vor der Innenstadt fast immer möglich. Eine Hauptaktivität des Vereins, die ordentlich Menschen ins Viertel gebracht hat, liegt leider seit längerer Zeit brach: Der Nachtflohmarkt unter Tage in der U-Bahn- Station Schauspielhaus. „Die Sicherheitsbestimmungen müssen neu gedacht werden“, sagt Ralf Bellmann, der sich dabei mehr Unterstützung von Seiten der städtischen Behörden wünschen würde. Die Stadt hat dem Ehrenfeld zwar das Label Kreativ-Viertel verpasst, in dem sie offiziell das kulturelle Leben fördern will. Alles, was konkret passiert, ist aber auf das leidenschaftliche Wirken aktiver Geschäftsleute, Vereine oder Anwohner zurückzuführen. So macht sich Viertel Vor Ehrenfeld momentan vor allem durch niedrigschwellige Aktionen bemerkbar: Es gibt Nacht-Shoppings, bei denen sich die Händler unbürokratisch dafür verabreden, bis 24 Uhr zu öffnen. Vor Weihnachten gab es wieder die Adventskalender-Aktion, bei der 24 Läden Ende November Präsente für ihre Kunden bereit hielte, aus denen sie sich einen Adventskalender basteln konnten. Und zum Frühlingsanfang bekam jeder Ladenbesucher eine Blume mit auf den Weg. Das ist eine kleine, individuelle und schöne Idee – perfekt auf das Image des Ortes zugeschnitten. Max Florian Kühlem

B L O N D I E S Das junge Blonde Im Blondies-Biergarten Fotos: M. Peterkord Seit das Blondies im August 2015 von der Innenstadt ins Ehrenfeld übersiedelte, ist es so etwas wie das Wohnzimmer des Viertels geworden. Man trifft sich, sitzt bequemt, schlägt sich den Bauch voll, leert die Biergläser und freut sich seines Daseins. Das Restaurant mit Burgerschwerpunkt machte sich anfangs einen Namen an der Kortumstraße, mitten in der Bochumer City. Aufsehen erregte es nicht nur dank dem Vorreiterstatus in Sachen Burgerkultur, sondern auch mit einem der ersten veganen Angebote der Stadt und einem im Imbissmilieu vorbildlichen Handling von qualitativen Zutaten. Alsbald wurde es dem Café-Bar-Diner in der kleinen Ecklocation zu eng, das Gästevolumen konnte nicht mehr aufgefangen werden und ein Umzug wurde unausweichlich. Gefunden wurden die ersehnten neuen Räumlichkeiten im ewig aufstrebenden Viertel mit hippem Ruf, dem Ehrenfeld. Genauer: An der Hattinger Straße 80, nur einen Steinwurf vom Schauspielhaus entfernt, wo das Blondies mit seinem jungen Esprit vortrefflich platziert ist. Dort wo einst das Bullerbüdchen und danach das Spielcafé Beutebucht hausten, zog nun das Blondies-Team mit Herd, Kochlust und Dalmatinerbildern ein – die hängen hier nämlich bevorzugt an der Wand. Zudem bietet die neue Location eine Zapfanlage, die zu späterer Stunde die lauschige Kneipenatmosphäre unterstreicht. Auch neu: Ein Biergarten. Der ist groß, grün und sonnenverwöhnt, ein urbanes Fleckchen, das man von der geschäftigen Hattinger Straße aus nicht erwarten würde. Neben dem Abendgeschäft lädt das Blondies zudem seit geraumer Zeit auch zum Mittagstisch. Denn mal ehrlich: Die vortreffliche vegane Currywurst ist ein Schmaus zu jeder Tageszeit. Und auch die handgemachten Burger, frischen Satale und diversen Kleinigkeiten wie Satéspieße passen perfekt zur Lunchtime. lv Blondies Hattinger Straße 80, Bochum-Ehrenfeld blondies-bochum.de 29

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