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Rund um das Bermuda3Eck und Ehrenfeld

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B E R M U D A Keiner ist

B E R M U D A Keiner ist so dicht Ende März 2017 schaffte das Gutachten „Wirtschafts- und Standortfaktor Bermuda3Eck“ klare Fakten: Dank der Ausgehmeile darf sich Bochum mit der größten pro Kopf Kneipendichte in ganz Deutschland rühmen. Zudem sorgt das Bermuda3Eck mit rund 50 Millionen Euro für etwa ein Viertel des gesamten Jahresumsatzes der Gastronomie in Bochum. Wir fassen wichtige Erkenntnisse aus der Studie zusammen und garnieren sie mit Stimmen aus dem Eck. 1,0 0,9 0,8 0,7 0,6 0,5 0,4 0,3 0,2 0,1 BOCHUM DORTMUND ESSEN DÜSSELDORF KÖLN MÜNCHEN Steuerpflichtige Schankwirtschaften, Diskotheken und Tanzlokale, Bars, Vergnügungslokale und sonstige getränkegeprägte Gastrobetriebe (2012) / 1000 Einwohner* Kurz: Wie viele Kneipen & Co kommen auf tausend Leute? HAMBURG BERLIN 500 Tsd. Einwohner 1 Mio. Einwohner 1,5 Mio. Einwohner 2 Mio. Einwohner >3,5 Mio. Einwohner Tigges Freimuth von der Pinte „Die Zahlen sind schon erstaunlich, aber nicht wirklich neu für mich. Mir war immer klar, dass das Bermuda3eck in seiner Form ein Alleinstellungsmerkmal für Bochum und das Ruhrgebiet darstellt. Ich ziehe aus der Studie weder positive noch negative Schlüsse, da ich schon immer mein eigenes Ding gemacht habe.“ Manusch Schwalm & Falk Hoffmann vom Kult „Keine Ahnung, wo diese Zahlen herkommen. Wir halten den in der Studie angegebenen Jahresumsatz für zu hoch. Klar, die Betriebe laufen gut, aber längst nicht so gut wie noch vor zehn, zwanzig Jahren. Damals hätten die Zahlen noch stimmen können. Aber guck dich doch unter der Woche hier mal um, da ist kaum noch was los.“ 12

B E R M U D A Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie ist wohl die wirtschaftliche Zugkraft des Bermuda3Ecks. Das Quartier, wie man es im Raumplaner-Jargon nennt, erzielt laut Studie einen wirtschaftlichen Effekt von rund 86,4 Millionen Euro pro Jahr. Diese Zahl ergebe sich aus den Umsätzen der Gastronomiebetriebe (brutto 60,5 Mio.) plus der Umwegrendite, also den erzielten Kaufkrafteffekten aus anderen Bereichen und Branchen (brutto 25,9 Mio.). Diese Summen würden auf den kuscheligen zwei Quadratkilometern Bermudafläche von 22 Schankwirtschaften und 44 Speisewirtschaften erwirtschaftet. Die tummeln sich laut Gutachten hier (und im Rest von Bochum) im Verhältnis Einwohner zu Kneipe so dicht wie sonst nirgendwo anders in Deutschland. Berlin und Hamburg hinken bei diesem Verhältnis (Kneipe pro 1000 Einwohner) hinterher, aus der Nachbarschaft machen nur Dortmund und Köln Konkurrenz (siehe Abbildung). Zudem sollen Bochums Diskotheken und Tanzlokale mehr erwirtschaften als die Discos von Dortmund und Essen zusammen. Zudem jobbe jeder neunte Bochumer Geringverdiener in der Gastronomie, etliche davon natürlich im Bermuda3Eck. Das spreche vor allem Studenten an, die sich dank der attraktiven Nebenjoblage für Bochum als Studienstandort entscheiden würden. So poliert, laut Studie, die berühmt-berüchtigte Ausgehmeile das Image der Stadt Bochum auf und verstärkt ihre Magnetkraft. Um das zu verifizieren, braucht man nicht mal die beeindruckende Zahl von rund drei Millionen Bermuda-Gästen pro Jahr – es reicht auch ein Blick an einem sommerlichen Abend in die Kortumstraße. Feststellen lässt sich über Zahlen und Eurobeträge hinaus, dass die im Bermuda3Eck stattfindende Verknüpfung von Gastronomie, Nachtleben, Dienstleistung, Kultur und urbanem Stadtleben, sowie die Dynamik von lokalen Akteuren, wenig Reglementierungen und einer Kultur des Zulassens und Duldens auch von politischer Seite ein zukunftsweisendes Modell der Innenstadtentwicklung darstellt und als Blaupause für andere Quartiersgründungen fungieren könnte. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der ISG Bermuda3Eck gemeinsam mit der Stadt Bochum, der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Bochum, der IHK und Bochum Marketing. Schon im Jahr 2015 mit der Untersuchung beauftragt wurde das Hamburger Stadtentwicklungsbüro Jakob Franz Schmid. lv Schöne Bücher, gute Beratung & freundlicher Service Pieperstraße 12 44789 Bochum Montag - Freitag 09:30–18:30 Samstag 09:30–14:00 Telefon 0234–978 31 70 www.mirhoff-fischer.de Dirk Steinbrecher vom Mandragora „Ich finde die Studie super. Die Bedeutung des Bermudas wird mit Zahlen untermauert und es wird belegt, wie wertvoll das Viertel für die Urbanität der Stadt ist und dass sich Gewerbe hier gegenseitig befruchten.“ *Abbildung basiert auf Ergebnissen des Gutachtens „Wirtschafts- und Standortfaktor Bermuda3Eck“, siehe Seite 36-37. www.coolibri.de 13

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