Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
Aufrufe
vor 3 Wochen

Oktober 2021 - coolibri

  • Text
  • Musik
  • Festivals
  • Restaurants
  • Kultur
  • Kunst
  • Spiele
  • Theater
  • Musical
  • Streaming
  • Film
  • Kino
  • Wuppertal
  • Duesseldorf
  • Duisburg
  • Essen
  • Konzerte
  • Kontaktanzeigen
  • Wwwcoolibride
  • Bochum
  • Schauspielhaus

C O O L I N A R I S C H

C O O L I N A R I S C H SvenNöthel(m),TimoBaaske (l)und JanLilienthal kochen im [mod]. Foto: Sascha Perrone Sternejagd inder Scheune Seit Sven Nöthel vorzweiJahrendas Mülheimer Restaurant„Am Kamin“ überraschendverließ,war es um den Sternekoch rechtstill geworden. Doch in diesem Jahr meldet er sichmit einemPaukenschlagzurück. Im schon ziemlich niederrheinischen Duisburg-Baerl eröffnet er sein eigenesRestaurant [mod], das sich der nordischen Küche widmet. 22 DiekulinarischenGenehat der33-Jährigequasi im Blut.SeinVater istder bekannte Düsseldorfer Sterne-KochPeter Nöthel(„Hummer-Stübchen“), seineMutterdie Gastronomin Heike Nöthel-Stöckmann,die in Mülheiman derRuhr dastraditionsreicheRestaurant„Am Kamin“ im ältesten Fachwerkhaus derStadt betreibt.DochSvenwolltezunächst Tennis-Profiwerden, erst als dasgesundheitlich scheiterte,übernahmerdie Küchenleitung.Bei aller Ungestümtheitfanderbaldseineneigenen Stil.Der widmete sich vorallem,von dernordischenKüche inspiriert, denregionalenProdukten undvor allem derwiederneu entdeckten Konservierungstechnik desFermentierens.Dabei half ihm eine Truppe junger Talente, dieerals Küchencrewumsichscharenkonnte. So stelltesichdann im Jahr 2015 einMichelin-Sternein. Dort endete seineZeit2019und über Zufälleund Umwege gelangte er nach Baerl, wo er Astrid undTobiasBähnertraf, diedortdas HochzeitsundBBQ-ParadiesRenzi‘sbetreiben.Sie verpachtetennachdem Kennenlernen denalten Kuhstall.Der SpitzenkocheröffneteEndeAugust2021 sein eigenes Restaurant mitdem typographischeigenwilliggestalteten Namen[mod].Mod bedeutetimskandinavischen sovielwie Mut. Derverhalf zu einemmodernenLandhaus,das 25 Prozentseinesgebrauchten Stroms selbst erzeugt. Im größerenGastraumsteht dieoffeneKüche,die vonallen Plätzen einsehbarist.„Dasganze Restaurant istquasi einChef’s Table“, meintNöthel. Über eine kleine Treppe gelangtman in denzweiten Gastraum,den Weinkeller.Hiersitzt manvor gut gefüllten Weinregalen aufhohen Bistro-Stühlen, um unterdem Motto„BetreutesTrinken“Kleinigkeitenzum Wein zu genießen.Kellerheißt jedoch nicht, dass es hier dunkel ist. GroßeFenster lassen auch im Souterrain Tageslicht in denRaum. In derKüchenausrichtung schließtSvenNöthelanseine Entwicklungin Mülheimanund widmet sich seiner Interpretationder nordischen Küche. Sieumfasst traditionelleKochtechniken undregionale Zutatenwie Fisch, Moose, Kräuter undAlgen,die zumTeilvor derTür geerntet werden undim Gegensatzzuden mediterranen Essgewohnheiten stehen,die bislangunsere Kulinarik bestimmen. DamitdiesesKonzept aufgeht, hatsichSven Noethelseine altenAm-Kamin-KollegenTimoBaaskeund JanLilienthal insTeamgeholt.Die Speisekarteist in archaischeKapitel wie„Beeteund Bauer“ oder „Acker undSaat“ eingeteilt. DieMenüs kosten zwischen 69 und104 Euro.Die Bezeichnungender Gerichte sind minimalistischauf die Bestandteile beschränkt:„Saibling,Gurke,Radieschen, Alg, Hafermilch oder Bööscher ZiegenkäseBeete Fenchel, Holunder“ undweisenauf die geerdeteBodenständigkeitder Küche hin.EineBodenständigkeit, die trotzdem denWeg zum erneuten Michelin-Stern nichtverbauensollte: Das Ruhrgebiet kann so einRestaurantgut gebrauchen,und derarg gebeutelte Gastronomie-Standort Duisburgsowieso. P.Krauskopf,tt [mod]bySvenNöthel, GrafschafterStr.197A, Duisburg-Baerl, mod-dining.com

C O O L I N A R I S C H Neuer Ort, altesKonzept: DasWinelivemacht sein Publikum weiterhinglücklich. Foto: Berit Kriegs Savoir-vivre im Souterrain Nach zehn JahrenimLindenhof ist dasWinelive innerhalb Meerbuschsumgezogen. Geplantwar das nicht, aber der neue Standort hateinige Vorteile.Mit seinem bewährtenTeam setzt InhaberJoachimFrickedas etablierte Konzeptfort: bodenständige,veredelte Kücheund hochwertige Weine zu fairen Preisen, ob Landwein oder GrandCru. Fürdas Winelive war es derdritteUmzug,und geht es nach Joachim Fricke, „auch definitivder letzte“. Innerhalb vonnur vier Wochen wurde der Wechselvollzogen,mehrals tausendFlaschenWeinmussten bewegt werden. Eine Dekade lang war dasRestaurantmit Weinhandelzuvor im denkmalgeschütztenLindenhof beheimatet gewesen. Nach einemEigentümerwechsel plantder neue Besitzer nungrößere Umbaumaßnahmen,die Jahredauernkönnen. Joachim Fricke musstesichdaher nach einerneuen Location umsehen. Fündig wurde er im zwei Kilometer entfernten Rheinhof, wo dieLinderHotelketteihr Boardinghouse RheinResidence betreibt. Gleich zwei Terrassenabseits derStraßeund hauseigeneParkplätzesind diePluspunktedes neuenStandorts. LangjährigerChefkochist Magnus Rixen, derseine „LiebezuLebensmitteln“ höchstkreativ umsetzt. Bodenständigsei seineKüche,sagter, was meint, dass kein Firlefanzzuerwartenist,sondern eine Kochkunst, die mitfranzösischen unddeutschen Einflüssenspielt, alles frisch zubereitet und„denoriginal Geschmackder Produkte in etwasBesonderemauf die Teller bringt“. So findensichauf derKarte Babycalamari in Limetten-Buttersauce,konfiertesStubenküken Labelrouge mitPommesund Zwetschgen-Chutney,Wolfsbarschfilet mitSeealgen-Gnocchiund SauceRouille, Spaghettini mitKalbsbologneseund Trüffel oder Surf‘n‘ Turf vomEifelrind –handgeschnittenes Tatar, Oktopus-Carpaccio, Saiblings-Kaviar, gebeiztesBio-Eigelb, Gurkeund EifelerHolzofenbrot. Großer Genusssetzt besteGrundproduktevoraus.Fisch istniemals TK- Ware,sondern möglichst geangelt;stets wirddas ganzeTierverarbeitet. VonregionalenLieferantenstammtdas Fleisch, heimischeZutaten werdengegenüber weitgereistenbevorzugt undteils eigenhändig geerntet– daskann zum Beispiel in einemBrennnesselrisotto münden.Saisonalität spieltebenfalls eine Rolle: Aktuellstehendie Zeichenauf Wild.Immer lohnt zudemein Blickauf dieEmpfehlungendes Küchenchefs,zudenen beiunseremBesuch einGericht gehörte,das in dergehobenen Gastronomie eher selten,dann aber einumsogrößeresFestessen ist: Königsberger Klopse mitKapern, Kartoffelpüree,Roter Bete undApfel.Aus gutemGrund denZusatz„Gourmet“ trägtdie Pizza,die sich seit ihrerEinführung2017 großer Beliebtheiterfreut undmit außergewöhnlichenVariationen aufwartet, darunter „Vamos alaPlaya“ (Chorizo, Venusmuscheln, Paprika), „4 Meats“ (Pfefferbeißer, Fenchelsalami,Südtiroler Speck)oder„HoneyHoney“ (Ziegenkäse,Honig,Salat mitVinaigrette). Zwar gibtesfür dieWeine im Rheinhof keinen separatenVerkaufsraummehr, aber natürlichwerden auch weiterhin Flaschen außerHausverkauft.Für dieVerkostungvor Ort sind rund 30 bis40Weine im Offenausschank, beginnendbei einemVin de Pays ausdem Languedocfür 4,50 proGlas(0,2l). „Jeder Wein,auch dereinfachste,sollgut trinkbar sein undmussschmecken“, sagt Joachim Fricke.VernünftigePreisesindein weiteres Kriterium,das giltauch für die großen Gewächse. Diegroße Weinkarte umfasstrund400 Positionen mit Raritäten, für derenRendite sich derWeinfachmannverbürgen kann. bk WineliveimRheinhof,Moerser Str.127,Meerbusch-Büderich, 02132-6586460, Mi–Sa17–23 Uhr, So 16–21Uhr,winelive.de 23

coolibri Magazine 2020/21

coolibri Magazine 2019

coolibri Magazine 2018

coolibri Magazine 2017