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Oktober 2018 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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Oktober 2018 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

MUSIK VON H IER E S S E

MUSIK VON H IER E S S E N Jazz mitPunk-Attitüde:Botticelli Baby Oh, Baby! Swing, Blues, Balkan-Sounds und eine PrisePunk: Boticelli Baby ausEssenvermischenseit2013inihrer Musik alles, wasihnen geradeinden Sinnkommt. Aufdem Debütalbum „Junk“ zeigtdie siebenköpfige Band wassie kann.TossiaCormansprachmit GitarristJörgButtler. Zuallererst: WievielPottstecktinBotticelliBaby? DerPottist schon derUrsprungfür alles, wir haben unshiergetroffen und haben sogarunseren ersten Song nach demStadtteil in Essenbenannt, in demwir damals geprobthaben: Kray.DieserSongwar damals so einbisschen dieBlaupausefür unserenSound.Außerdemhaben wir im Pott unsere ersten Konzerte gespielt, sind hier als Band gewachsenund haben mittlerweile eigentlich in fast allen Clubsdes RuhrgebietsGigsgespielt. Wirhaben demPottalsoauch viel zu verdanken. Euer Soundist sehr speziell. Wassindeuremusikalischen Backgrounds? Beisiebenunterschiedlichen Charakteren gibtesganzverschiedene Backgrounds.Klar, wir haben alleschon immer gerneJazzgehörtund gespielt, aber auch da gibt es zwangsläufigmehrals eine Sichtder Dinge. Washeißt schon Jazz?!Unterwegs hörenwir querbeetMusik vonDjango Reinhardt zu TheSonicsüberRicardo Villalobos bisSSIO. Wirhaben alle auch nebenBotticelli Baby viel mitMusik zu tun. Durch Theaterproduktionen, dasStudium oder andere Projekte. Einervon unsstudiert allerdings MalereiinDüsseldorf. Ihr müsst raten, wer... Ziehtsichein roterFaden durch„Junk“? DieLiedersindüberzweiJahre entstanden undhaben ganz unterschiedlicheFarben undInterpretationen. VonLovesongs bisdunklerNew-Orleans- Predigt. Jazz undPunk eben.Der rote Fadenhierbei istvielmehr, dass wir einfachtotal Lust haben,unsereMusik zu machen undzuspielen. Ohne sich dabeinur einerThematik zu verschreiben.Abervielleichtkommt ja irgendwann malein Konzeptalbum? Wieentstehen eure Songs? DieSongs entstehenmeistensumeineIdeeherum.Das kann einMelodie sein,ein Riff oder einText. An demProzess,diese auszuarbeiten,ist jeder beteiligt.Danachwirddas rohe Gerüst so langeeingespielt,bis einSong daraus wird. Mittlerweile fahrenwir zweimalimJahr für eine Wocheweg. Dann schließen wir unsein undverarbeitendie angesammeltenIdeen. Das Haus für Januarist schon gebucht. Releasekonzert: 28.9.,ZecheCarl, Essen;botticellibaby.de 48 Foto: Nicole Kempa Schlakks „Indirekte Beleuchtung“ Schlakks, Opek,Razzmatazz –tauchen diese drei NameninZusammenhang miteinanderauf,kann dasResultateigentlich nur grandios werden.Auch derneusteStreich desHip-Hop-Power-Triosenttäuscht nicht: handgemachte, solide Beats, liveeingespielte Instrumentals undnatürlich clevere,humorvolle,onpoint formulierte Lyrics. 18 Tracks stark istdie dritte Platte desRappers,und wieschon aufden Vorgängern widmet sich derDortmunder Themen,die ihn offensichtlich ernsthaftinteressieren undbeschäftigen: gesellschaftlicheund politische Zu-und Misstände, seine Liebezur Subkulturund sehr persönlicheSichtweisen aufdie Dinge,die ihn umgeben. Einkleines,großesMeisterwerk! VÖ:7.9. /Tanzauf Ruinen Foto: Marco Saaber TV Smith„Land Of TheOverdose“ Punk straight outtaLondon. Originaler geht’s ja wohl nicht! DassJPK,das Tote-Hosen-Labelaus Düsseldorf, dieneue Platte rausbringt,macht Sinn.Der mittlerweil62-Jährige,der eigentlich aufden NamenTim Smith hört undstilechtaus derenglischen Arbeiterklasse stammt,hat schonvor 17 Jahren mit denDüsseldorferUr-Punkernein Album aufgenommen. Hosen-Drummer VomRitchie sitztzudemauch bei„TV Smith“hinterm Set. Thematisch wie musikalisch istdas AlbumPunk as Punk canbe–politische Texte, harte Gitarrenriffs,rotzigerGesang. Undimmer authentisch. Lieblingssong: „File It UnderNot My Problem“. VÖ: 14.9., JPK/WarnerMusic Foto: JPK /Warner Music Kopfecho„Sehen -Hören -Fühlen“ Punkrockmit weiblicher Frontfrausollteineineridealen Welt nichts Besonderes sein,ist es aber,und deshalb seidieshierexpliziterwähnt. Ansonstengibt’skeine großen Überraschungen.Nicht nur, weil daskürzlicherschieneneAlbum eine neuaufgelegteund mitdreizusätzlichenTitelnangereicherte Versiondes schonerschienenDebütsist,sondern auch,weildie Fünf alles so machen, wieesimPunkrock-Lehrbuchsteht: verzerrteGitarren, ballernde Drumsund dickeBässe bilden denvordergründig harten Rahmen, in demebenerwähnte Frontfrausichmit Texten zu zeitgenössischenThemenund einerunverkennbaren SehnsuchtnachGefühlaustobt. VÖ: 10.08.,MDRecords /Rough Trade Foto: MDRecords /Rough Trade Chogori „HeatHaze“ Das Trio hatsichder Erschaffungvon retrofuturistischen Klangweltenverschrieben. Synthesizer,Kontrabass, Drum Machines undFenderRhodessinddafolgerichtigdie naheliegendstgewähltenInstrumente. Klare Strukturen, immer offenfür denMomentder Improvisation, machen dieKompositionen zu kleinenEdelsteinen,die zusammengenommeneinewunderschön glitzernde Halsketteergeben.Die Metapherist gewählt, da daszweiteAlbum derDüsseldorfer eine rundeSache ergibt,Endeund Anfanggehen ineninanderüber. Dass diePlatteamGeburtstagder dies hier Schreibendenreleastwird, trägt sicherlich zurBegeisterung bei! VÖ:21.09., Modularfield Foto: Modularfield

ALBEN F A R F L U N G E L E M E N T O F C R I M E P R I M A L S C R E A M This Capsule WieeineGeisterbahnfahrtinder Waschküche mutetdiese Psychedelic-Band ausLos Angeles an.Ihr Space-Rock wirdäußerst raffiniert, frei drehendund unverbraucht aufdas Tableaugezaubert. Flankiert mitStoner-,Kraut-und Hard- Rock-Einflüssen wirdjedes Fragment gleichzeitigauf einenheiligenSockelgestelltund individuell durchleuchtet, es istein echter Genuss. Zwischen Tempound Ausbremsungversteckt sich hier dienackteAngst.Diese Band entwickeltfreischwebende Kammerstücke,die irgendwo zwischen Liebeund Glückseligkeitam Horizont flirren. Großartige Platte! Noisolution/Soulfood Schafe, Monster und Mäuse Mitdiesem10. Albumindeutscher Spracheist Sven Regenerimmer noch aufder Suchenach demunsterblichen Popsong. Kultivierte Stücke wie„Am Ersten SonntagNachDem Weltuntergang“wackelnimmer noch wunderbar schief undschroff.Als Sven in Bremengroßwurde, hörteseinVater vorallem JamesLastund Louis Armstrong.Das brachteihn darauf selber Trompete zu spielen.Zwischendem Noise-Popvon Velvet Underground, denSongs vonBob Dylan undden in derWeimarerRepublik geprägten Musical-Weisen vonKurtWeill haben Regener& Co.ihre eigeneund charmante Stimmegefunden. Vertigo/UniversalMusic Give Out But Don’t Give Up: The Original Memphis Sessions Primal Scream sind einfantastisches Chamäleon. WirklicheTotalausfällesindbei dieser Band um Bandkopf BobbieGillespie so gutwie nicht bekannt. DieInstrumentalstimmen fürdiese „LostTapes“wurdenneu aufgenommen, dieOriginalbänderlagen 25 JahrelangimSchrank. Herausgekommen isteinestilistische Konfusion,die natürlichzudieserBandgehört. Denn ihr Genre-Hopping istatemberaubend: Country- Rock,MadchesterRave, Blues-Parts, Elektro- Dub-Gewitter oder Krautrock-Referenzen–sie können fast alles und mit einemselbstsicheren Instinktklingt daswie immerziemlich rund. Sony Music L I V I N G E N D K I N G D U D E D I S S Y Wunderbar Punkrockist,wennIggy Popmit nacktemOberkörperimWerbetrailer vonder DeutschenBahn sitzt: alles istein Move derVerwertbarkeit, da darf malruhigdas Rebellischedurchblitzen. Denn am Ende entscheidet eh dasGeld.Nicht viel anders läuft es beiden australischen Punks vonLiving End. DieGrundausrichtung scheppert nett,dazu kämpferische„Hey“-Chöreund etwasMelancholieimRefrain.Sie stolpern ganz nett durch den4/4-Takt unddie wichtigste Message ist, dass es mitdem nächstenGirl am Schönsten wird. Das soll allessein? Punkrock warechtschon malsubversiver. Music ToMake War To Früher war dieser KING DUDE einDeath-Metal- Kid. Doch seit sich dieser intelligente Entertainerimmer mehr für Blues, Neo-Folkund düstere Songwriter (wie etwa LeonardCohen oder Nick Cave)interessiert, werden seinePlattenimmer interessanter. Gernespielterden VermittlerzwischenLeben undTod –und daszentraleThema dieser zehn Tracks istdas sakraleBalladentum. Dieser Düsterfürstfindetdas Gute im Bösen, dasGrausameimMenschlichenund dasFurchtlose im Alltäglichen. Das kommt bitterböse und gemein rüber, aber so müssen dieseschwermütigenSeelenerkundungen auch sein. Playlist 01 Dieser Erfurter rapptimStroboskop-TempoRhymeswie „Die Welt istböse, Baby,besserdu bleibsthier“ undder Sounddazu istsynthetisch undelektrisch.Dissy findetseineneigenen PlatzimGame. Dabeihat so manchenKopfnicker im Gepäck:seine Attitudeist nichtsoderbe wiedie vonK.I.Z.–aber auch nichtsosoftigwie dievon OK Kid. DieTexte dieses Rap-Skills-Entrepeneurs drehensichumein Sammelsurium kleinerFrechheiten: Drogen nehmen,Frauen verehrenund Maserati aufParty reimen.Denn Abfeiern istimmer noch dasbeste Anti-Dogma in derLeistungsgesellschaft. Richtigcoole Platte! BMGRights/Warner VánRecords/Soulfood Corn Dawg Records/Universal 49

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