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November 2021 - coolibri

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THEATER Die Rache der

THEATER Die Rache der Frauen AndreasGrothger, LeaRuckpaul,FlorianLange Fotos (2): Thomas Rabsch Die Nibelungen-Sage istfester Bestandteil in den Theaterspielplänen, in Düsseldorf überraschtRegisseur Stephan Kimmig mit einerauf fünfFiguren reduziertenFassung frei nach FriedrichHebbel. Anfangs serviert Bühnenbildner Oliver Helfeinesterile Containerwohnung, in derKriemhild (Lea Ruckpaul) wiederholt ausunruhigemSchlaferwacht undwie in TranceihremorgendlicheRoutine abspult–am Tischsitzt derblutbeschmierte Geistihres (toten)Mannes Siegfried(FlorianLange). Ausden Möbelstücken dringenseltsameGeräusche,Kriemhild scheintdem Wahnsinn nahe. Derstilleund etwaszulanggerateneEinstiegindas folgende Intrigenspiel wird jäh unterbrochen: Brunhild(MinnaWündrich), dieUnbesiegbareimschwarzen Overall mitLederleibchen,tritt in kämpferischer Stimmungauf.Blutrote Projektionen starten, dieBühnewirdzur Arena fürden Schnelldurchlauf derHandlung. KönigGunther (Andreas Grothgar) überredetSiegfried mitseinenSuperkräften Brunhilde zu besiegen,damitersie ehelichenkann. ZumLohnbekommt Siegfriedseine TochterKriemhildzur Frau.Sokommt’s, aber Brunhilds Widerstand istnochnicht gebrochen. Angestachelt durch Hagen (JoschaBalthaals dämonischerSpielmacher) hilft Siegfrieddem Königbei der widerspenstigenZähmung: In Schmerzenkrümmt sich Brunhilds Körper unterder Vergewaltigungdurch denunsichtbarenSiegfried.Gunther genießtsabberndseine neugewonnene MachtüberseinWeibchen, Brunhildträgt nunein sexy rotesKleidchen für ihn. Siegfriedund Kriemhild kopulieren derweilinTierkostümen,dochdie Einigkeit istvon kurzer Dauer:Sie erfährtvon Siegfrieds GewalttatanBrunhild, Siegfried wird verraten undermordet, am Ende schießtdas Frauenduodie grausame Männerschareinfachnieder. Nach gut 100Minuten wagt dieInszenierungeinen Zeitsprung:Flankiertvon lauten Bässentanzendie Hauptakteurinnen miteinander: „Ich binsowütend“ ruft LeaRuckpaul undgemeinsam mitMinnaWündrich entwickelt sieeinerasanteAbrechnung mitStereotypen,Rollenzuschreibungenund patriarchalischenStrukturen.Dassdas Nachspiel nichtins Belehrende abrutscht, istder Selbstironie derbeiden großartigenDarstellerinnen zu verdanken.AmEnde bleibt derBlick nach vorn,denn„zurückgibtesnicht“. Großer Beifall. as DieNibelungen. Kriemhilds Rache, Schauspielhaus Düsseldorf, 7.11., dhaus.de 38 Andreas Grothger,MinnaWündrich

THEATER IN 2021 UM 19 UHR IM UND AM DORTMUNDER U FÜHRUNGEN FILME KONZERTE LESUNGEN Virtuos ElisaFraschetti, IgeCornelis in „Mutual Comfort“ Foto: Foto: Hans Gerritsen Mit „Keep Moving!“ und„Passions“ sind zweiKurzprogrammeentstanden, in denenmoderne Tanzklassiker auf junge Choreograf:innen undromantischePas de deux aufspektakuläre Ensemble-Stücketreffen. In dieser Spielzeit finden sie am Aalto TheaterEssen in einemsehenswertenDoppelabend zueinander. Unterdem Titel„Passions“vereint dererste Teil desTanzabendsvierunterschiedlicheBallettchoreografien. Beginnendmit „A million kisses to my skin“zeigt David Dawsonzur Musik von Johann SebastianBacheinefiligrane,fast schwebende Choreografie,die sich kunstvoll undperfekt präsentiert. Fließend formiertsich dasEssener Ballettensembleinimmer neue Anordnungen. Ganz in schwarzgehalten, folgtdas beeindruckende Solo „DoubleYou“: Zwei Kugeln pendeln im Hintergrund, langsamöffnetsich derVorhang.ImLichtstrahl windetsichDenis Untila mitjeder FaserseinesKörpers in kleinen undgrößerenEruptionen durch dieChoreografie(JiříKylián), Schmerzund Leidenschaft bahnensichvom innerendes Körpers nach außen. Sachlich kühlwirkt dagegendie Formsprache vonEwardClugin„MutualComfort“. Brachial folgt„Percussion“: Einwie einRitual wirkender, in Männer undFrauenaufgeteilter kraftvollerTanzzueinem pulsierenden Soundtrackdes japanischen KomponistenJojiHirota mitden TaikoDrummers. Getriebenvom Rhythmus derenergetischen Trommeln schaffen Ben VanCauwenbergh undArmen Hakobyan faszinierende Gruppenbilderzwischen Himmel und Erde,virtuos-dynamisch vomBallettensemble umgesetzt. DerzweiteTeildes Abends mitdem Titel„Keep Moving!“ istamEnde derpandemiebedingten Theaterschließungenentstanden. In derPerformance„Aporie“von Iris Bouche bewegensich bunt gekleideteTänzer:innen mitoffenen Haarenund nackten Füßenschrittweisenachvorne,ohnewirklich voranzukommen. Immer wiederbrechen einzelne Solist:innen aus derGruppe in freier Bewegung hervor.Ein Hauch vonMusicalwehtdurch denZuschauer:innenraum. Kunstvoll, aber etwaspathetischwirkt dagegen diePerformanceaus derProduktion„Othello“, während im Tanzstück„Many amoon“ einPaar (mitDavit Jeyranyan undder Solotänzerin AdelinePastor, dieamselbenAbend denAalto-Bühnenpreis erhielt) sich im fahlen Lichtdem Vergehender Zeit hingibt undamEndeineinem Staubnebelverschwindet. Schön! Dieletzten beiden Stücke handelnvon Beziehungskrisen,wobei VanCauwenberghshumorvolleVersion „Heimspiel“überzeugendergelingt.Überhaupt folgen dieGeschlechtereinem sehr klassischenMann-Frau-Rollenverständnis. Trotzdem bleibenviele Eindrückezurück. Das technische Können derTänzer:innen: famos. as Passions–Keep Moving!:12. &20.11., AaltoTheater Essen 04.11. DJ Ballin‘BDOG – „Ask aDJ“ 11.11. Bootcamp durchs Dortmunder U 18.11. Kunst&Tanz mit Dwayne Holliday 25.11. Artonthe MOve: MATERNAL FANTASIES – „Suspended Time, on Caring“ Anmeldungen über: kleinerfreitag@stadtdo.de Mehr Infosunter: dortmunder-u.de fb.com/dortmunderu 39

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