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November 2018 - coolibri Düsseldorf

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MUSIK V ON HIER

MUSIK V ON HIER Antirevolutionäre: DieWichtigsten Achtung, wichtig! Antirevolution –das istes, wassichDie Wichtigstenauf ihre noch relativ unverbrauchte Fahnegeschrieben haben.Gegründet im Oktober letzten Jahres sinddie Drei seitdemunterwegs,umdas Establishmentzumindest musikalisch wieder in denMittelpunkt zu rücken.TossiaCormansprach mitGitarisst und Sänger KarstenWegner. Werseidihr überhaupt? Wir sind DieWichtigsten.Keine Punkband,keinTeileiner Subkultur. Wirlehnenuns nichtgegenunsereElternauf.Dennoch ignorieren wir dieGeneration Bausparvertrag,dennnochtoter als Punk sind „Lifegoals“, „Work&Travel‘‘und radiotaugliche deutschePopmusik. Wiehabtihr euch gefunden? Wir studierenzusammen. Im ersten Semester haben wir unsschon sehr viel Musikhin-und hergeschickt,deutscheSachengezeigtund so ziemlich jedesPolice-Album.Irgendwann,bei einerKneipentour,haben wir beschlossen: Wirgründen`ne Band!Wir haben unsabernochlängstnicht zu Ende gefunden,dennwennwir Musikmachen, lernen wir unsjedesMal aufs Neue kennen. DieWichtigsten –ein großer Name .Wie seid ihrdaraufgekommen? Es gibtdaein Lied vonden Sternen, „Wichtig“. Frank Spilker wiederholtimmerwiederdie Zeile„undich binwichtig“. Damitdachten wir,wäre dasEis schongebrochen. Und wasist füreuchamwichtigsten? Dassuns Leuteliebenund hassen.Eswäreschade, wenn unskeinerhassenwürde. Waswollt ihrmit eurerMusik sagen?Wenwollt ihrerreichen? DerAlltagbietetvielFläche,umihn aus verschiedenenPerspektivenzubeschreiben. AbstrakteTexte sind demdienlich, da sieinjedem individuelle Emotionenund Interpretationenhervorrufen können. Ihr seid im Finale vonCityBeats –ein großer Band-WettbewerbinDüsseldorf. Hättet ihrdamit gerechnet, so relativ kurz nach eurerGründung? Das kaminder Tatüberraschend! Wirfreuenuns sehr,mitmachenzudürfenund hoffen aufein tolles Publikum! Immerhin bietet dieFinalteilnahme an sich bereitseinekleinefinanzielle Spritzefür alleTeilnehmenden,mit derman aufnehmenund vielleicht auch einAlbum produzierenkann. facebook.com/lesimportants 44 Foto: Louis Maikowski molass „Green Sky“ Mitihrer im MärzerschienenenEP„Foramen Magnum“(wärmsteEmpfehlung, by the way...)schürte dievierköpfigeBandgroße Erwartungen, zeigte siedoch, dass urbaner Neo-Soul offenbarauch am Niederrheinzu Hauseist.Die dadurchselbsthochgelegte Messlatte überspringt molass mitLeichtigkeit–dasDebüt-Album „Green Sky“ istvom ersten biszum letztenTon voll mitMusik, vonder mannicht genugbekommt.Man merkt,dasshier alleihr Handwerk verstehen, sehr clever unddurchdachtsindKompositionen undLyrics –trotzdembleibtalles organisch,lebendig, dynamisch intensiv.Und beiallem Respektfür dieHerrenanden Instrumenten: Sängerin Marissa Möller prägt mitihrer im besten Sinnedes Wortes außergewöhnlichen Stimmeden Soundder Band undmacht ihndamitunverwechselbar. VÖ: 19.10. Foto:Bettina Engel-Albustin Banquo „Humaniac“ VierSongs stark istdie Debüt-EP dervierköpfigenBandaus demRheinland. Einbisschen düster, einbisschentheatralisch, einbisschen episch –dassder Bandname sich auf denbestenFreundvon ShakespearesMacbeth bezieht, denGeist Banquo,ist sicher keinZufall: DieseMusik verfolgt einen. Und dasist wasGutes!Eingängige Melodien,der Soundtatsächlich unverkennbarinspiriertvom 90‘s AlternativeRock, dazu Texte, diehängenbleiben undsogar einthematisches Konzept(welches,wirdnatürlichnicht verraten, da muss manschon selber hören...). EinsehrgelungenerSoundtrack für dieeherdüsterenHerbsttage. VÖ:28.9. /Quasilectric Foto:Banquo Honig„TheLastThingThe WorldNeeds“ Mitdem Titelseinesvierten Albumsstapelt derDüsseldorfer, dermittlerweileimselbstgewähltenExilinKöln lebt,tiefer als nötig – dasLetzte, wasdiese Welt braucht, sind ganz sicher andere Dinge als dieses wirklich gelungene Album(denGedanken desTitels in Gänzehierauszuführen, führte aufvielen Ebenen zu weit...). Denn diesePlattemacht dieWeltsogar einkleines bisschen schöner!InaltbewährterHonig-Manier musiziert sich derSinger/Songwriter durch elfLieder, immer on pointbegleitet vonseinervierköpfigenBand. Anderthalb Jahre hatsichHonig Zeit gelassen,und das Warten hatsichauf jedenFall gelohnt.Lieblingslied:„It’s NeverThe Wrong Time To Sleep“. Dassder Songtitelauch zeitgleich dasLebensmotto derAutorin ist, istpurerZufall. VÖ:24.8./Haldern PopRecordings Foto Haldern Pop Recordings NicKoray „Pearl Diver“ Manchmal findet manPerlen, ohne gleich nach ihnentauchen zu müssen –zum Beispiel,wennsie,wie in diesem Fall,ins Mail- Postfach derRedaktiongeschwemmt werden. NicKorays zweitesAlbum isteinesolche Perle. Eine schöne, klare Stimme, begleitetvon eleganter, fast feingliedrigerMusik. An Powerfehlt es trotzdem nicht. Orgel, Schlagzeug,Flöteund Gitarre beherrscht Singer/Songwriterin NicKoray, Letztere istihr Hauptinstrument. „Loveand Learn“ fordertschon dererste Song auf–eine eigentlich schöne Aufgabefür dienun nahende,kühlerund gemütlicher werdende Jahreszeit. VÖ:15.9. Foto: Matthias Gödde

ALBEN P A R C E L S E R O B I Q U E L A I B A C H Parcels Wo beianderen eine betongraue MauerimHerzenist,haben dieParcels ihrenBlutmuskelmit ganz viel Konfettikräftenausgestattet: Hier wird das Leben mit ganz vielFreude zelebriert.ZwischenYacht-Rock, Dream-Pop, Vintage-Disco undFrench-Househauen sieeinen Tanzreigen nach demanderen raus.Ihr Soundvereint die BeachBoysmit Funk undananderer Stelle Chic mitModernElectronica.Manchmal wirken sie sogarwie eine Indie-Nerd-Versionvon Daft Punk.Abersie sind keineHipster mitzugroßem Nervensägenfaktor,sondern hegen großartige kreative Ambitionen.Sauber gelöst! BecauseMusic/Universal Tatortreiniger Er kann PeterThomas undEnnioMorricone in einerPersonsein, denn mitvielVerve undWeitblickhat CarstenErobiqueMeyer alleFolgen vomTatortreinigermusikalisch begleitet.Der Song „Der Keiler“ klingtwie eine Hommagean denFilmkomponistenFrançoisdeRoubaix.DessenSoundtrackzudem im Jahr 1967 erschienenFilm„DieAbenteurer“ (mit LinoVentura und Alain Delon) istein Meisterwerk–undinSachen Filmmusik sicher einVorbild fürErobique. Auch ohne Hauptfigur Schottyfunktionieren dieseeleganten Soundreisen im Kopfkinoziemlich gut undtänzeln ganz leicht insOhr. Asexy/ Broken Silence The Sound Of Music Seit 1980 haben dieSlowenenüber30Studioalbenherausgebracht undwie immer verstehen sieesperfekt, politischeStatements, Humor, Kunst, Industrial undAvantgardezueinem giftgrünen Gemisch zu verrühren. Diesmalziehen siedas im Jahr 1965 erschieneneHollywood- Musical„TheSound of Music“ durchden Kakao, welchesauch schonvon Lady Gaga oder Lars vonTrier adaptiertwordenist.Die Storybasiert aufdem Kindermädchen Maria, diezuZeiten desNazi-RegimesinSalzburg vieleWidrigkeiten erlebt.LaibachmeisternihrecoolenInterpretationen zwischen Pop, Pomp undPolemik. Mute/PIAS A W K W A R D I VÉRONIQUE DE LA CHANSON U L T H A Kyd Hier treffensichFolkund Indierock, als würden sieSchachmiteinander spielen. Zwischen rhythmischabgehackten Wortspielen fälltder ersteweiße Bauer, dann lugt derSpringerum dieEckeund geht mitdreiSchritten nachvorn– undeinem nach links zumkraftvollen Refrain über.Plötzlich tauchtdie Dame vomGegnerauf unduntermalt dasSpielfeld mitihren Zauberkräften: blitzartig heißtesSchachmatt! Hinter demSpielbrettverbirgtsichder holländische Djurre de Haan,der hier eine Odenachder anderenaus demÄrmel schüttelt. Seineliebevollen Gedankenblitze sind echt zuckersüß. Excelsior/H’Art Music Wolken Zucker Himmel Vero hüpft aufihrem Debütalbum aufder dünnenTrennliniezwischenChanson,Beat-Popund Schlager hin undher,als wärendas straff gespannte Gummitwist-Linien.Die Songstänzeln charmantschief undsindden berühmten Tick danebenarrangiert, während dieGitarrensoli schonmal an dieNew York Dolls erinnern. Hier vermengtsichechte Leidenschaft mitgespielterNaivität undbissigerIronie. On topwerden Trash, Romantik undRetro aus derHüftegeschossen,die mitLeichtigkeitdas ganzeAlbum begleiten. Das klingt wieeineParty mitzuviel Eierlikör:humorig undunbekümmert. Sumo Rex/BrokenSilence The Inextricable Wandering Dieaus demKölner Raum stammendenUltha sind so etwaswie grenzenloseKlang-Piraten. Siesegeln mitschwarzerFlaggedurch so unterschiedlicheGenre-Ozeanewie Neofolk, Post- Punk, Blackmetal,Hardcoreund Drone–und sammelnsicheineganzeigeneVisionaus Akkorden,Esben AndThe Witch-Gitarrenwänden undDüsterklängenzusammen.Der Track„We Only SpeakInDarkness“ist mitseinemlässi- genVibeeinewunderschöneBirthdayParty- Hommage. Denn auch in denruhigerenParts lauerthierstets eine giftige Schlange im Sound-Dickichtund beißtgerne malunvermittelt zu. CenturyMedia/SonyMusic 45

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