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März 2017 - coolibri Düsseldorf und Wuppertal

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T H E M A F i n a l e i

T H E M A F i n a l e i m Während unseres Gesprächs sitzt Tzanakis, die von allen „NieKohle“ genannt wird, gerade vor dem Rechner. Auf dem Plan stehen Grafiken und Facebook-Events für verschiedene Off-Szene- Veranstaltungen. Aber Off-Szene, was ist das eigentlich? „Ein Mikrokosmos“, findet die Germanistin. „Nur Leute, die sich darin aufhalten, können überhaupt etwas mit dem Begriff anfangen. Wenn man erzählt, dass man in der Off-Szene tätig ist, erntet man oft ein ‚Hä?‘“ Vor ein paar Jahren war Tzanakis selbst noch ahnungslos. Sie bewegte sich in den gängigen und bekannteren Veranstaltungsorten wie dem zakk oder verschiedenen Museen. 2012 nahm eine Freundin sie mit zu einer Ausstellung ins damenundherren. Die Begeisterung war groß, fortan schaute die 39-Jährige regelmäßig vorbei – zunächst als Gast. Als es einen Vorstandwechsel gab, brachte sie sich schließlich aktiv ins Spiel des Kulturgeschehens: „Wie es immer so ist – keiner wollte. Da hab ich gesagt, ich würde es machen.“ Das bedeutete nicht nur Thekendienste, sondern auch die monatliche Mitgliederversammlung, Patenschaften für Veranstaltungen, Einkaufen, Werbung, Organisation und die regelmäßige Absprache mit den inzwischen rund 120 Mitgliedern. Alles ehrenamtlich, versteht sich. Und damit nicht genug: Vor drei Jahren übernahm Tzanakis außerdem zusammen mit Romano Granderath und Kai Müller den Vorstand des WP8. In der Brause, Kulturverein Nummer drei, ist sie „nur Mitglied“. „Gesplittet“ Rund 20 Stunden in der Woche kommen für die Vereinsarbeit zusammen – neben ihren Jobs im zakk und in der Oper. „Gesplittet“ nennt die Kulturaffine ihr Leben. Die Vorteile überwiegen aber, wie sie schildert: „Du lernst so viele kreative Leute kennen, das ist schön.“ Außerdem könne man auch mal ohne Begleitung vorbeikommen, wenn man gerade nichts zu tun habe. „In die Kneipe in der Altstadt geht man nicht alleine“, meint sie. Im Kulturverein dagegen trifft man auf viele Gleichgesinnte: „Ich habe in den letzten Jahren wirklich hunderte Leute kennengelernt. Es sind zum Teil gute Freundschaften entstanden.“ „Fiese Fritten Filmabend“ Neben dem sozialen Aspekt schätzt sie auch die Möglichkeit, eigene Veranstaltungen und Ideen platzieren zu können. So verlegte sie eine cineastische Tradition aus ihrer ehemaligen WG einfach ins WP8. Inzwischen ist der „Fiese Fritten Filmabend“ eine Institution: „Die Leute kommen jeden Mittwoch. Zu jedem Film. Das hat sich zu einem festen Termin etabliert“, erzählt Tzanakis. Klar ist für sie: „Wenn es einem nichts fürs Ego bringen würde, würde man es nicht machen. Du kriegst es ja nicht bezahlt. Aber wenn Leute zu den Veranstaltungen kommen und sagen, das ist toll, was ihr auf die Beine stellt, fühlt man sich einfach bestätigt.“ Während die Umsetzung und Organisation der Veranstaltungen im WP8 ob der Drei-Personen-De-

T H E M A Eine letzte Party wird es noch geben. Dann schließen die Räumlichkeiten des damenundherren e.V. in der Oberbilker Allee 35 ihre Pforten. Nadine Beneke sprach mit Vorstandsmitglied Nicole „NieKohle“ Tzanakis über den Reiz und die Schwierigkeiten der Off- Szene. Und über die Zukunft des damenundherren. M i k r o k o s m o s mokratie etwas schneller vonstattengeht, wird im damenundherren alles in der Gruppe ausdiskutiert. So auch die Frage, ob der Verein nach dem Auszug aus der Oberbilker Allee 35 weiter bestehen soll. Die Verhandlungen laufen Von den 120 Mitgliedern sind ca. 25 aktiv an den Planungen beteiligt, erklärt Tzanakis. Schwierig gestalte sich vor allem, neben den normalen Jobs noch Maklertermine und Gespräche mit potentiellen Vermietern wahrzunehmen. „Was ist mit dem Prozess gegen den Vermieter?“ oder „Hat sich wieder jemand beschwert?“ waren die Hauptfragen der vergangenen drei Jahre. Eine benachbarte Mieterin drohte bereits seit über zehn Jahren gegen den Verein. Bemängelt wurde: Lärmbelästigung. Des Weiteren fehlte eine richtige Dämmung in der Oberbilker Allee 35, die Kosten im vierstelligen Bereich nach sich gezogen hätte. Undenkbar für den Verein, dessen Monatsbeitrag gerade einmal bei fünf Euro liegt. Als Interimslösung ziehen die Lese-Formate nun ins FFT um. „Wir haben auf jeden Fall alle Zuschüsse beantragt“, sagt Tzanakis. Das Konto und der Verein bestehen weiter, „aber es wurde so abgestimmt, dass wir wirklich ein bisschen zurückfahren.“ Für den neuen Raum sei wünschenswert, dass dieser alle möglichen Veranstaltungsformate zuließe – inklusive Partys und Konzerte. Bis zu tausend Euro Miete seien realistisch. „Geld kommt nur rein über Veranstaltungen, bei denen die Leute auch viel trinken“, so NieKohle. Ein Wohnhaus komme aus nachvollziehbaren Gründen zunächst nicht mehr in Frage. Denkbar sei auch eine erneute Zwischennutzung im Haus Kolvenbach, wie bereits in den vergangenen beiden Jahren im Sommer. Die Verhandlungen mit der Stadt laufen. Alles ist im Umbruch. Bleibt zu hoffen, dass sich bald ein geeigneter und dauerhafter Raum für das damenundherren findet. Fest steht: „An Karneval geben wir nochmal richtig Gas. Das wird ne Riesenparty. Da ist uns auch egal, ob das Ordnungsamt kommt.“ das heimfinale: „jeck im friedrichstadtpalast“: 25.2., 20 Uhr, damenundherren e.v., Düsseldorf; damenundherren.de NieKohle Tzanakis mit Einhorn 7 Foto: Christof Wolff Foto: NieKohle Tzanakis

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