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Mai 2019 - coolibri Bochum

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INTERVIEW An

INTERVIEW An Befindlichkeiten kratzen Alle zwei Wochen schreibt MickyBeisenherz im Sternseine Alltagsbetrachtungen nieder,die nichtselten kontroverseDiskussionen auslösen.ImFebruar sind seineKolumneningebündelter Form unterdem Titel„... undzur Apokalypse gibt es Filterkaffee“erschienen,der gleich mal aufdie Spiegel-Bestsellerlistekletterte. Nun ist derComedy-Autor und Moderator aufLesetour in NRWunterwegs. Im Gespräch mitLina Niermann verrät er,woherseinMitteilungsdrang in densozialen Medien kommt, wiesoMenschen nichtinemotionale Schutzhaftgenommenwerdensolltenund warum er GraustufeninKolumnen schätzt. Waserwartetdas Publikum aufIhrer Lesetourmit Gästen wieDunja Hayali,Frank Goosen oder Carolin Kebekus? Es wirdauf jedenFall aus demBuch gelesen, aber dasBuch bildet mehr oder wenigernur dieGrundlage für Gespräche mitGästenauf derBühne. Es wirdums gesellschaftlicheund politische Tagesgeschehen gehen. Ob dasneue Rammstein-VideooderVorstößevon Christian Lindner zu „Fridays forFuture“,esist ja jedenTag etwaslos,was manaufgreifen kann. Und gleichzeitig nehmen wirdie Kolumnennochmal neuauf undschauen,wie sich Themen entwickelt haben.Vielleichtist es am Ende aber auch mehr Late-Night-als Talk-Show. Wir lassen unsein bisschen überraschen. Siesagenvon sich selbst,dassbei Ihnen ständigdie „Impulskontrolle klemmt“. Gibt’s Dinge, beidenen SieimNachhineinbereuen,sie gesagt oder geschriebenzuhaben? Och…nee, eigentlich nicht. Es sind eher dieSachen, wo manMenschenaus demPrivatleben etwasmehr exponiert, als sieesvielleichtverdienthätten. Diese Dinge tunmir im Nachhinein leid.AlsowennLeute aus demerweiterten Umfeld plötzlichdas Gefühlhaben, dass mansie gegenihrenWillen ausgestellt hat. Aber wasPersonenaus derÖffentlichkeit angeht … „EineguteKolumne muss einbisschen wehtun, der Schmerzsollteallerdings beimSchreibenden anfangen.“ Leser, weil siesich–wieman so schönsagt–abgeholt fühlen.Beispiel aktuelleKlimaproteste: Viele Eltern unterstützen ihre Kinderbei denProtesten,findendas richtigund gut,fahrensie dann aber mitdem SUVzur Demo.Diese Ambivalenzenimmer wieder aufzugreifen undanden Befindlichkeiten zu kratzen, darumgehtes. Unddann nehmeich gerneinKauf, dass manmir diverseSachenumdie Ohrenhaut, aber manchestut halt einfachauch weh, weil es stimmt.EineguteKolumne mussein bisschen wehtun,der SchmerzsollteallerdingsbeimSchreibendenanfangen. Sietwitternnahezutäglich. WoherkommtdieserMitteilungsdrang? Das isteinesehrguteFrage.Der Drangwurde natürlichdadurch befeuert, dass es relativvielResonanzgab undsichdann irgendwann dasGefühl einstellte,man seisowas wieder Bundespräsidentund müsstezujeder Situationetwas sagen. Da binich demselbenReizerlegenwie vieleder prominentenKollegen. Beigesellschaftlichen Auseinandersetzungenist es manchmal aber auch einfach ganz nett,eineprovokante Fragezustellen –wie so einenStein,den manins Wasser wirft,umdann zu schauen, welche Wellen er schlägt.Dassman ab und zu vonden Wellen nasse Füße bekommt oder dieganze Hose nass wird, gehörtdazu. …dasindSie gnadenlos… Ja,imZweifel auch mitmir selbst.Was ichmache ist, dass ichganzklar schreibe,dassetwas meineMeinung ist. Vielesspiegelt schlichtmeinpersönlichesEmpfinden widerohneden Anspruch aufObjektivitätund Richtigkeit. Undeskann passieren, dass ichmir Textevon 2015 oder 2016 ansehe,auch unterder Betrachtungdessen,wie sich dieDinge entwickelt haben,und sievielleichtheute so nichtmehrschreiben würde. Wasmacht fürSie eine gute Kolumneaus? AlsoesgibtKollegen, diesichsehrstark positionieren. Dievertreten den einenStandpunkt,der dann entwederWeißoderSchwarzist.Das kann ich beigesellschaftlichen Themen häufiggar nichtmehrmachen. Manche Kolumnen sind auch deshalb interessant, weil siesichden Graustufen unterwerfen,die beider Betrachtungvon vielen Themen einfachdasind. HabenSie einBeispiel? DerFokus derBetrachtungist ganz häufig, dass mansagt: „Ja, ichweiß, daswäreder richtige Weg, aber ichscheitere selbst regelmäßigdaran,ihn weiter zu beschreiten.“ Aufdiese Weiseerreicht manimZweifel auch mehr 4 Ihnen gefälltesalso, wenn sich Dingeinden sozialen Medienaufschaukeln und SieselbstEmpörungauslösen? Empörungmöchteich garnicht haben,die haben wir schon genug. Empörung kriegstdumittlerweilegratisfür alles.Dialogund echteAuseinandersetzungfinde ichdeutlich spannender undzwar eine Auseinandersetzung,die nichteinzigdaraufabzielt,schon im drittenKommentar denAndersempfindendenniederzumachen. Wenn ichmöchte, dass dasGegenüber zuhört, sollteich vielleicht nichtmit einerBeleidigunganfangen. In einerKolumne machen Siesichüber dieKreativität einiger Eltern bei derBenennung ihresNachwuchses lustig und bedauernzugleich, dasses in IhrerGeneration nurachtVornamengab.Wie kam es denn dazu, dass ausdem schnöden Michaelder hippeMicky wurde? Das kann ichtatsächlich garnicht sagen, weil derMicky schon immer da war,seitdem ichdenken kann.Alsoich habemir dennicht selbst ausgedacht. Auch im Falleder Ermahnungund desSchimpfenswurde er benutzt, so tief sitztdas,selbstdaspielte derMichael keineRolle.Ich weiß garnicht,warum sich meineElterndiesengrandiosenVornamenausgedachthaben,wennsie niewillenswaren, ihn zu benutzen.

Jetzt Tickets sichern! MickyBeisenherz Foto: Bernd Jaworek SO KLINGT NUR DORTMUND FR 03.05.19 MI 22.05.19 SiesindinCastrop-Rauxelaufgewachsen. Wiebeschäftigt mansichals Kindund Jugendlicher in Castrop? In meiner Jugend im ländlichenTeilvon Castrop-Rauxel,inHenrichenburg, habeich wahnsinnig viel Zeit aufwildenWiesen, in Bäumenund in Neubaugebieten verbracht. AlsJugendlichergab es dann dieüblichenPartys in Jugendzentrenund Kolpinghäusern,imAlter zwischen 15 und20haben wiruns dortsehrregelmäßigalkoholisiert. Im Format „Das Lachen derAnderen“besuchen Siemit Oliver Polakschräge Tierliebhaber,blindeMenschenoderKleinwüchsige.Ineinem Standup-AuftrittamEndejeder Folgewerdendann genauüber dieseMenschen Witzegemacht.Was reiztSie an einersolchen Comedy im Grenzbereich? Zu gucken,was geht undwas nichtgeht. Es isteineArt humoristischerZivildienst,den manleistet.DuschnupperstinBereiche, diedir vorher fremdwarenund ichempfinde großeDankbarkeit, dass wir dasdürfen. DieQuintessenzbisher: Menschenmit denunterschiedlichsten Herausforderungen lacheneigentlich allegerne über sich,auch über harteWitze. DasWichtigeist,das manverstandenhat,wie siesindund wiesie leben. Am Ende will jederMenschnur gehört undgesehen werden.Das eint den Rollstuhlfahrer mitdem nichtgehandicapten Menschen. Leuteinemotionale Schutzhaft zu nehmen,fördert nurdie Diskriminierung. Aber derHumormussaus einerZuneigungentstehen undnicht aus derDistanz. Laut IhresVorwortsdarfman IhrBuchgerne aufdem Klolesen.Welche Klolektüreliegt denn beiIhnen geraderum? EinFußballbuch vonBen Redelings, außerdem deraktuelleSpiegel, dasaktuelle Rolling-Stone-Magazinund derInterviewband „Draußenscheint die Sonne“ vonAlexander Gorkow aus demJahr2008. MickyBeisenherz–„Apokalypse&Filterkaffee“: 19.5., Ebertbad, Oberhausen;20.5, Gloria-Theater,Köln; 22.5.,ZecheCarl, Essen TOMATITO YGRUPO Flamenco vom Feinsten FR 10.05.19 BENJAMIN CLEMENTINE Akustikkonzert mit dem Parisian String Quintet DI 14.05.19 LIEDERABEND DIANA DAM- RAU &XAVIER DE MAISTRE Lieder von Mendelssohn, Rachmaninow u. a. in der seltenen Kombination mit Harfe MI 15.05.19 CITY OF BIRMINGHAM SYMPHONY ORCHESTRA &YUJA WANG Mirga Gražinytė-Tyla Prokofiew Klavierkonzert Nr. 5,Strawinsky »Der Feuervogel« KARTENVERKAUF UNTER konzerthaus-dortmund.de JUNGE WILDE – EMMANUEL TJEKNAVORIAN Maximilian Kromer Werke für Violine und Klavier von Mozart, Grieg, Fauré und Milhaud SA 25.05.19 STRAWINSKY »THE RAKE’S PROGRESS« –BARBARA HANNIGAN Solistenensemble, Capella Amsterdam, LUDWIG SA 01.06.19 MAHLER SINFONIE NR. 3 Rotterdam Philharmonic Orchestra, Lahav Shani, Violeta Urmana DI 11.06.19 ORCHESTRE PHILHARMO- NIQUE DU LUXEMBOURG &YUJA WANG Gustavo Gimeno Klavierkonzerte von Schostakowitsch und Ravel 5

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