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Mai 2017 - coolibri Essen

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ESSEN DÄMONEN NACH DEM

ESSEN DÄMONEN NACH DEM ROMAN VON FJODOR DOSTOJEWSKI BÜHNENFASSUNG UND INSZENIERUNG VON HERMANN SCHMIDT-RAHMER Vorstellungen 6., 7., 19. Mai; 10., 28. Juni; 14. Juli 2017 Grillo-Theater Tickets T 02 01 81 22-200 www.schauspiel-essen.de Fr 12.05.17, 20 Uhr So,21.05.17, 19 Uhr Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker DO 4. Mai 2017, 20 Uhr FEΛIX LΕΟΠΟLD -Ein deutscher Liederpoet aus Thessaloniki SA 6. Mai 2017, 20 Uhr Konzert: ÖZAY &BAND DO 11. Mai 2017, 20 Uhr clubdates: CD-Präsentation mit Joyce van de Pol SO 14. Mai 2017, 19 Uhr GÖLGESİNDE ÇINARIN F R O H N H A U S E N Anja Mahnken studierte Elektrotechnik und arbeitete als Entwicklerin. BisBilderaus Bangladesch und eine Reise nach Afrika ihren Lebensweg veränderten. Heute handelt sie mit fairen Waren. Gerecht gekleidet Anja MahnkenverkauftKleidung, diefairund modischist. Foto: Dominique Schroller 18 FR 19. Mai 2017, 20 Uhr Başak Merev Piyano Resitali SA 20. Mai 2017, 23 Uhr YÜKSEK TANSIYON DI 23. Mai 2017, 20 Uhr Trionale FR 26. Mai 2017, 20 Uhr LEVENT ÜZÜMCÜ SA 27. Mai 2017, 22 Uhr Sultan Tunc Album Promo Konzert&Party Jeden Mittwoch! 20 Uhr! Konzertreihe “Jazz forthe People” -------------------------------------------------- Jeden Freitag ab 23 Uhr! FIESTADESALSA -------------------------------------------------- Jeden 2.Samstag im Monat! ESTARABIM- DÜNDEN BUGÜNE EN IYI TÜRKCE POP/ROCK www.katakomben-theater.de DieBildervon denTrümmernder eingestürzten Fabrik undden verzweifeltenGesichternder Textilarbeiterinnen in Bagladesch haben denGlobus umrundet, sind bald wieder vomBildschirm verschwundenund haben aufden ersten Blickwenig bewirkt. Doch dasLeben vonAnjaMahnken haben siefür immer verändert.„Als ichdas gesehenhabe, war mir klar,dassich nichtsoweitermachenkann wie bisher“, betont dieEssenerin.Sie suchte ganz bewusstnachneuenKleidern. Nachhaltigsollten sie sein undunter menschenwürdigenBedingungen gefertigt.Die Auswahl im Netz warüberraschend groß.„Es hatmicherstaunt, wieviele schöne Sachen ichdortgefundenhabe. Das hatteich nichterwartet.“Längstzieht AnjaMahnken nichtnur sich selbst,sondern auch ihreKundengerecht an.Inihremkleinen LadeninFrohnhausen kommen nurHosen, Shirts undSchuheins Regalund aufdie Stange,die eine saubereHerkunft haben.„Beim Einkauf achteich aufdie entsprechenden Zertifikateund nehmenur Marken,denen ichauch wirklich vertraue.“Das sind nichtdie großen Namender Modebranche,vielmehrarbeitetdie 30-Jährige mitvielen kleinenDesignern zusammen.„Manche kommen sogarpersönlich undbringenihre Produktevorbei. Siehaben es wirklich verdient,entdecktzuwerden.“ Denn mitdem verfilzten Öko-Schick derersten Nachhaltigkeits-Generationoderdem Ethno-Look beseelterAshram-Reisenderhaben dieseKollektionennichtszutun.Den lässigenJeans istnicht an-

ESSEN zusehen, dass sievon Knopfbis Bund recycelbar sind,und beiden bunt bedrucktenShirts zähltdie Bio-Baumwolleauch eher zu deninneren Werten. „Wennich dieWare auspacke,riechtsie niemals nachChemie“,betont AnjaMahnken.Sie suchtdie Kleidungnachpersönlichen Vorlieben aus undtrifft damitauch denGeschmackihrerKunden. Das sind vorallem jungeLeute aus demViertel,Studenten, Veganer, Familien.„Diemeisten haben sich schonlängermit Nachhaltigkeitund fairem Handel beschäftigt.“GeradeindieserGenerationsei einUmdenken deutlich erkennbar,betontdie Geschäftsfrau.Vielen Älteren fehle dagegendas Verständnis fürihr Sortiment. „Sie sehendie Preise,schütteln denKopf undgehen weiter.Sie begreifen garnicht,was ichmit meinem Ladenbezwecken möchte.“Die Essenerin will mitihrenWarenein ganz kleinbisschen dieWeltverändern.Dafür zu sorgen,dassdie Menschen Schuhe und Shirts unterfairenArbeitsbedingungenund zu einemgerechten Lohn herstellen, istfür sieein Wert an sich.„JederTag,andem einKindinNyamirima zurSchulegehen kann,jedes fair gehandelte T-Shirt, daseinem Arbeiterermöglicht, seineKinderzuernähren, sind für mich kleine Träume, die in Erfüllunggehen.“ DiegesamteProduktionnachDeutschland zu verlagern,sei keine Lösung,denndie Menschen in Indien oder Bangladesch seienauf dieEinkünfteangewiesen. „Wir müssenunser Kaufverhalten überdenken.“ FaireAccessoires Schalen aus Schallplatten Neben denfairenTextilien gehörenauch Ohrringe aus Briefmarken,Schalenaus altenSchallplattenoderUhrenaus Altmetallzur Produktpalette. „Straßenkindersammelnden Schrottund bekommen dafür vonder Firma eine Ausbildungund später auch eine Anstellung“,sagtAnjaMahnken mit Blickauf diedekorativenZeitanzeiger in Eulen- oder Hühnerform. DiebuntenFlechtkörbe hatsie selbst gerade aus Uganda mitgebracht. Dort hat sieihr Patenkindbesucht undsichnachdem Schulbau erkundigt, densie mitihremVereinAbaanaunterstützt. „Bei meiner ersten Reise2015habe ichGeschenke vonMenschenbekommen,die selbst nichts haben und trotzdem mitmir teilen wollten. Familien haben mich in ihreärmlichen Hütteneingeladen undeinen Moment an ihremLeben teilhaben lassen.“ DieseBegegnungen haben denBlick derEssenerin aufdie Konsumgesellschaft nachhaltigverändert.Der ganz normaleÜberfluss war für sienach ihrer Rückkehrnicht mehr selbstverständlichund siebeschloss,auch ihremWeg eine neue Richtung zu geben. „Die Entscheidung, meinen Berufaufzugebenund denLaden zu eröffnen habeich ganz spontangefälltund umgesetzt.“ZweiMonatelangrenovierte siedie RäumeinFronhausen und bautegemeinsam mitihremPartner diegesamteEinrichtung nacheigenen Vorstellungen. AusObstkistenund Europaletten entstanden Regale,Kupferrohre verwandelten sich in Kleiderstangen. „Wir haben viel gesammeltund dann geschaut,was wir daraus machen können“, berichtetAnjaMahnken. Ihrwar wichtig, dass dieMenschensich wohlfühlen, wenn siezur Türhereinkommen.Sie sollen sich ohne Kaufhaus-Hektikumschauen.„Mitmanchen entwickelnsichinteressanteGespräche, dieauch mallängerdauern.“Den Kundenkontakt empfindetdie 30- Jährige als diegrößte Bereicherung in ihrem neuenBeruf.„Das kannte ich vorher garnicht,und es macht unglaublichvielSpaß.“ Obwohl sieneben Leidenschaft undEnergie auch sehr viel Zeit in ihr Geschäftinvestiert, hat sieden Schritt in dieSelbstständigkeitnochkeine Sekundebereut. Fürsie istder Traum, ihr eigener Chef zu sein,inErfüllunggegangen. Sieist in ihrem Fair-Hafen angekommen. Dominique Schroller Foto: Dominique Schroller Maria Lassnig Museum Folkwang 10. März – 21. Mai 2017 Museum Folkwang Museumsplatz 1 45128 Essen www.museum-folkwang.de Gefördert von Organisiert von 19 Maria Lassnig, Selbstporträt mit Stab, 1971 © Maria Lassnig Stiftung

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