Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
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Mai 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K U N S T Rolling Stones

K U N S T Rolling Stones in der Westfalenhalle Foto: Ruhr Museum E S S E N Eine Zeit außer Rand und Band 60 Jahre „Rock und Pop im Pott“ feiert die gleichnamige Ausstellung im Ruhr Museum in der Zeche Zollverein. Warum genau 60 Jahre? Weil die Ausstellungsmacher glauben, dass sich der Startschuss für die Rock’n’Roll-Bewegung im Ruhrgebiet genau beziffern lässt: Auf den 30. Dezember 1956. Da ging es in Dortmund ordentlich rund. An diesem Tag randalierten 4000 Jugendliche vor dem Capitol der Ruhrgebietsstadt. Sie veranstalteten die bis dato heftigsten Jugendkrawalle im Deutschland der Nachkriegszeit. Anlass und Vorbild war ihnen Bill Haley im Film „Rock around the Clock“, der auf Deutsch passenderweise „Außer Rand und Band“ hieß. Als Bill Haley zwei Jahre später in der gerade eröffneten Essener Grugahalle gastierte, pfiffen die Fans die swingende Vorband des aus Herne stammenden Kurt Edelhagen aus und rissen Stuhlreihen um. Die Folge: Ordnereinsatz und Polizei. Ereignisse wie diese dokumentiert die Schau. Sie zeigt Fotos und Filmausschnitte, Plakate und Eintrittskarten, Schallplatten und Fanartikel, Instrumente und Bühnenoutfits aus 60 Jahren. Sie präsentiert historische Abspielgeräte und eine Auswahl an Musikequipment wie Gitarren von Ruhrpott-Rockern, Bass, Schlagzeug, 48 Mikrofon und Synthesizer, genauso wie Modeutensilien und Accessoires der Rock- und Popmusik und Fotos von den Schauplätzen der Rockmusik, den legendären Szenetreffs und Konzerthallen der Region. Dazu gehört natürlich auch die Zeche Bochum, in der sich seit den 80er-Jahren die großen Rockstars, die Protagonisten der Punk-Bewegung, aber auch Heavy-Metal-Gruppen oder Künstler der Neuen Deutschen Welle die Klinke in die Hand gaben: Grönemeyer, Nena, R.E.M., Depeche Mode... Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Rock und Pop anhand der unterschiedlichen Stilrichtungen und Bewegungen, die diese hervorgebracht haben, zunächst die „Halbstarkenmusik“ Rock’n’Roll, dann den Beat, den politisierten Untergrund, die Festivals, den Hardrock, den Punk, Heavy Metal, Neue Deutsche Welle, Techno und schließlich die Musik der Menschen mit Migrationshintergrund, die auch Hip-Hop im Ruhrgebiet stark machten. Und sie ist als wachsende Ausstellung angelegt: In ihrem Zentrum steht der Soundraum mit dem Hit-Mix der Stars aus dem Ruhrgebiet von Nena bis Grönemeyer, von Extrabreit bis Geier Sturzflug, von Tic Tac Toe bis Frida Gold. Bands und Interpreten, die nicht vertreten sind, dürfen ihre Tonträger mitbringen. Sie werden dann als Leihgabe in der Ausstellung zu sehen sein. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Filmen, Exkursionen und Konzerten begleitet die Ausstellung. Max Florian Kühlem Rock und Pop im Pott: 5.5.–28.2.2017 Ruhrmuseum, Essen; ruhrmuseum.de

K U N S T Ein Klever in Paris Die Geschichte eines der begehrtesten Modefotografen im Paris der Nachkriegszeit beginnt auf einer rauschenden Ballnacht in Kleve. Eine solche feierte man nämlich im Jahr 1907 im Luxushotel Maywald, dem auch 60 Jahre nach seiner Zerstörung berühmtesten Hotel der niederrheinischen Stadt. Damals wurde Willy Maywald als zweiter Sohn der Hoteliers geboren. Das Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) widmet ihm jetzt eine Retrospektive. „Willy Maywald. Fotograf und Kosmopolit – Porträts, Mode, Reportagen“ heißt die vorher in Berlin gezeigte Schau, die 300 seiner kunstvollen schwarz-weißen Fotografien im großen Raum für Sonderausstellungen zusammenbringt. „In Berlin lag ein starker Fokus auf Mode-Fotografie“, sagt MKK-Kuratorin Isolde Parussel, „wir verschieben ihn etwas in Richtung von Arbeiten aus seiner Jugend, auf Künstlerportraits oder Aufnahmen ihrer Ateliers – und auf Bilder aus seiner Heimat in Kleve.“ Letztere sind besonders selten, denn in Kleve hat es Willy Maywald nicht lange ausgehalten. Nach Aufenthalten in Krefeld und Köln ging der 21-Jährige 1928 zum Studium von Kunst, Architektur, Literatur und Musik nach Berlin. Seine Rückkehr in die niederrheinische Stadt fiel nur kurz aus, weil sie ihm zu provinziell war, er seinen Lebensstil und seine Homosexualität, zu der er sich in seiner Autobiografie freimütig bekennt, dort nicht ausleben konnte. In Paris tauchte die schillernde Gestalt, Willy Maywald Weltausstellung in Paris, Eiffelturm und Sowjetischer Pavillon, 1937 die im elterlichen Luxushotel den Umgang mit der hohen Gesellschaft erprobt hatte, schnell ein in die Kreise der Künstler und Intellektuellen. Berühmt wurde sein Portrait von Pablo Picasso, aber auch Simone de Beauvoir, Hans Arp oder der junge Joseph Beuys ließen sich von ihm ablichten. Doch es waren nicht nur Mitglieder der künstlerischen High Society, Tänzerinnen und Models, die Willy Maywald vor das Objektiv kamen. Bei der Pariser Weltausstellung 1937 übte er sich in Architekturfotografie, er reiste als Fotoreporter unter anderem nach Algerien, bildete bei Besuchen in der Heimat aber auch häuslich-ländliche Szenen am Niederrhein ab. „Allen Arbeiten gemeinsam ist der freundliche Blick, eine warme Atmosphäre“, sagt Isolde Parussel. „Seine Bilder sind nie rein dokumentarisch, sondern immer auch persönlich. Sie erzählen Geschichten.“ Max Florian Kühlem „Willy Maywald. Fotograf und Kosmopolit – Porträts, Mode, Reportagen“: 30.4.–18.9. Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Dortmund; mkk.dortmund.de Foto: Association Willy Maywald / VG Bild-Kunst, Bonn 2016 ABENTEUERLUSTIG, REISEGEIL, FOTOSÜCHTIG SUCHT M/W ZUM RUDELKNIPSEN, WELTENBUMMELN, NERVENKITZELN! • Duisburg • MESSE-FESTIVAL für Fotografie, Reise und Outdoor 11. + 12. Juni 2016 Landschaftspark Duisburg-Nord www.photoadventure.eu • Duisburg •

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