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Mai 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K U L T U R N E W S

K U L T U R N E W S Dieter Roth: Lauf der Welt, 1970 zu sehen im Dortmunder U Foto: Johanna Berus / © Dieter Roth Estate, Courtesy Hauser & Wirth Das autonome Bild in Bochum: Christiane Feser, Partition 05, 2013 Foto: © Christiane Feser, Partition 05, 2013 Hafen in Farbe von Dmitrij Surkov in Duisburg Foto: Museum für Binnenschifffahrt Der Dadaismus wird 100 Jahre alt und erhält in Dortmund ein großes Fest. 100 Tage lang (bis 23.7.) feiert DADADO 100, ein Projekt, das vornehmlich aus Dortmunder Künstlern besteht, die 1916 beginnende künstlerisch-literarische Revolte gegen gutbürgerliche Kunstkonventionen mit Seminaren und Vorträgen, Musik oder Ausstellungen an verschiedenen Orten wie der Paulus Kirche, dem Depot oder dem Domicil. Im Museum am Ostwall gibt es ab dem 20. Mai (bis 28.8.) zum Beispiel rund 200 Werke von Dieter Roth zu sehen. Anlass ist nicht nur die Jahrhundertfeier sondern auch die Übergabe der Arbeiten aus der Sammlung Spankus als Dauerleihgaben an das Museum Ostwall. Die nähere Betrachtung des Dieter Roth’schen Oeuvres zeigt: Der Ausstellungstitel ist tatsächlich wörtlich zu verstehen. „Schöne Scheiße – Dilettantische Meisterwerke“ vereint Gegensätze von Schönheit und Abfall, von Dilettantismus und künstlerischer Meisterschaft. Die Stücke werden durch die monumentale Video-Installation „Solo Szenen“ (Leihgabe des Dieter Roth Estate / Galerie Hauser & Wirth) ergänzt. Eröffnet wurde das Programm im April übrigens mit der Herrichtung des Grabes von Richard Huelsenbeck. Der Mitbegründer des Dadaismus wuchs in Dortmund und Bochum auf und wurde auf dem Südwestfriedhof in Dortmund beerdigt. Das gesamte Programm und die Tickets gibt es auf dadado100.de Landschaften am Fluss, die Häfen von Duisburg und Hamburg, der Düsseldorfer Medienhafen mit seiner spektakulären Architektur, vom Wasser geprägte Industriekulissen und historische Stadtansichten – das sind zum einen Motive, die Dmitrij Surkov umsetzt. Zum anderen bearbeitet der Maler die klassischen Sujets des Stilllebens und des Porträts. Vom 29. Mai bis zum 23. Oktober zeigt das Museum für Binnenschifffahrt in Duisburg seine Werke in der Sonderausstellung Urbane maritime Landschaften . Die Ausstellung Das autonome Bild zeigt fünf Vertreter einer Fotoauffassung, die der Abbildhaftigkeit ihres Mediums mit Skepsis begegnet. Miriam Böhm, Jan Paul Evers, Christiane Feser, Stefan Heyne und Gottfried Jäger betreiben in ihren Arbeiten eine radikale Verunsicherung und bringen die Sehgewohnheiten ins Wanken. Mit Mitteln der abstrakten und der konkreten Kunst 46 enttarnen sie den vermeintlichen Realitätsbezug der Fotografie. Das Foto wird zum reinen Geflecht aus Licht und Schatten, aus Fluchten und Formen. Die Ausstellung ist vom 21.5. bis zum 17.7. im Kunstmuseum Bochum zu sehen. Die Stiftung Zollverein eröffnet am 8. Mai, 11 Uhr, die Saison mit der begehbaren Skulptur „LA PRIMAVERA“ von Maria Nordman. Das Werk ist bis zum 25. September begehbar. Zusätzlich findet ab 13 Uhr eine kostenlose Kunstführung über das Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein statt, bei der die Teilnehmer Details zu der außergewöhnlichen Arbeit der deutsch-kalifornischen Künstlerin Maria Nordman erfahren und weitere Werke namhafter Kunstschaffender auf Zollverein kennenlernen. Um eine vorherige Anmeldung zur Führung per E-Mail an vernissage@zollverein.de. Am 14. Mai wird der Kurt-Jooss-Preis zum sechsten Mal im Choreographischen Zentrum NRW/ PACT Zollverein verliehen. Die internationale Jury setzt sich unter anderem zusammen aus Andreas Bomheuer, Kulturdezernent der Stadt Essen, Martin Schläpfer, Ballettdirektor und Chefchoreograf, Ballett am Rhein Düsseldorf-Duisburg und Dr. Patricia Stöckemann, Tanzdramaturgin am Theater Osnabrück. Bis Ende Oktober 2015 konnten sich Nachwuchschoreografen für den international ausgeschriebenen Preis bewerben. Seit 2001 wird der mit 10 000 Euro dotierte Tanz-Förderpreis gemeinsam im Drei-Jahres- Rhythmus ausgeschrieben. Der Strom der legalen und illegalen Zuwanderer bewegt viele Cartoonisten. Zu allgegenwärtig sind die Probleme der Neuankömmlinge, die in Deutschland Asyl suchen. Mit Überspitzung lässt sich das Unvermögen der EU-Länderregierungen bloß legen und die Komik trägt dazu bei, die Hilflosigkeit der Politik aufzudecken. Das Lächeln im Gesicht des Betrachters erstarrt und zwingt zur Nachdenklichkeit. Das Zentrum für Stadtgeschichte zeigt die Karikaturen-Ausstellung „Krieg – Hunger – Flucht“ mit Zeichnungen von Waldemar Mandzel. Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten (Di–Fr 10–18, Sa/So und an Feiertagen 11–17Uhr) zu sehen. Isy

L I T E R A T U R V O N H I E R 152 Seiten, 12,90, klak-verlag.de Bombenfest ist der Versuch des Herner Autors Volker W. Degener, literarisch zu ergründen, was einen Jugendlichen auf die Straße treibt – wo die schiefe Bahn schon vorbereitet ist. Der 14- jährige Andy sucht einen Ausweg aus der Sinnlosigkeit von Schule, Elternhaus und Perspektivlosigkeit. Beim Herumstreunen findet er neue Freunde, die ihm einen einfachen, aber gefährlichen Job zum Überleben anbieten. Doch es gibt jemanden, der Andy aus der Klemme helfen kann. Degener hat über 25 Bücher geschrieben, darunter viel Kinder- und Jugendliteratur. Einige wurden in andere Sprachen übersetzt. 151 S., 13,90 lektora.de „Schreiben statt jammern“, das ist in schwierigen Lebenslagen wahrscheinlich immer eine gute Idee. Noch eine gute Portion Selbstironie oben drauf und schon dient das eigene Leiden auch noch dem geneigten Leser. „Die ultimative Liebeskummeranthologie des Poetry Slam“ versammelt Herzschmerz-Texte von szenebekannten Schreiberlingen wie Anke Fuchs, Andy Strauß, Felicitas Friedrich, Tobi Katze, Jan Philipp Zymni und Clara Nielsen – allesamt witzig und dabei irgendwie tröstlich. 280 S., 11,- grafit.de In Die Abdreher macht Thomas Schweres das ganz große Krimi-Fass auf und erzählt von IS- Terroristen, Neonazis und der Mafia. Was die miteinander zu tun haben? Sie alle brauchen Geld. Und das ist auch für professionelle Kriminelle ein knappes Gut. Während die drei Gruppen mitten im Ruhrgebiet um ihre Marktanteile streiten, versucht Kommissar Georg Schüppe, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Sein Köder, der Reporter Tom Balzack, gerät dabei zwischen die Fronten und damit dummerweise in die Schusslinie aller drei Organisationen – fragt sich nur, wer am schnellsten ist. FIDENA MAARTEN SEGHERS (NEEDCOMPANY) O OR THE CHALLENGE OF THIS PARTICULAR SHOW WAS TO HAVE WORDS ENDING IN O Deutsche Erstaufführung MI | 05. MAI | 20 UHR | KARTEN: 023447720 SCHAUSPIELHAUS BOCHUM, KAMMERSPIELE www.fidena.de 304 S., 14,99 piper.de Krallen rein! Über das wahre Leben mit Katzen ist die neueste Merkwürdigkeit aus dem Hause Uschmann und Witt. Das Paar schreibt gemeinsam Bücher, seit Oliver Uschmanns durchaus gelungene „Hartmut und Ich“-Reihe einfach nicht mehr weiter auszureizen war. Die Neuerscheinung behandelt das Besitzen des Haustiers Katze akribisch genau in 18 Kapiteln. Das Autorenduo bemüht sich dabei um Originalität und Witz, wobei wirklich gute Pointen allerdings selten gelingen. Stattdessen erscheint die Konstruktion der katzenspezifischen Probleme und deren Auflösung arg gewollt. Ein Jammer! 47

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