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Mai 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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T H E A T E R R U H R G

T H E A T E R R U H R G E B I E T R E C K L I N G H A U S E N Saigon – Wasserpuppentheater Von Moondog bis Bollywood Endlich wieder Fidena! Vom 4. bis 12. Mai bereichert das renommierte Figurentheater-Festival die Kulturszene im Ruhrgebiet mit einer Vielzahl an außergewöhnlichen Produktionen. Im Fokus der kommenden Ausgabe steht das Thema „Asien“. Mit akribischer Recherche haben Intendantin Annette Dabs und ihr Team ein einzigartiges Programm zusammengestellt. Insbesondere die Realisierung des Saigon-Wasserpuppen-Theaters ist eine logistische Herkulesaufgabe. Nicht nur die Anreise der vietnamesischen Puppenspieler muss organisiert werden, sondern auch die Überführung des kompanieeigenen Wasserbassins. Aufgeführt wird die Produktion am 7. und 8.5. in der Hattinger Henrichshütte. Damit gehört die Stadt neben den etablierten Orten Bochum, Herne und Essen erstmals zum Aufführungsgebiet der Fidena. Weitere Neuheiten sind in diesem Jahr die Uraufführung des performativen Konzerts „Moondog“ am 4.5. – in Kooperation mit dem Schauspielhaus Bochum – sowie ein eigenes Festivalzentrum in den Rottstr.-5- Kunsthallen samt Tafel und Fidena-Lounge. „Ein Raum wird zur Großen Tafel, an der sowohl die Künstler als auch das Festival-Team und die Zuschauer essen und trinken können. In der Lounge mit Bar nebenan gibt es täglich ab 22 Uhr ein kleines Programm. Ich persönlich freue mich besonders auf einen speziellen Bollywood-Abend“, skizziert Festival-Leiterin Annette Dabs das geplante Geschehen an der Rottstraße. Die Liste der weiteren hochkarätige Gastspiele reicht vom russischen Staatlichen Puppentheater, über Anurupa Roy aus Indien bis hin zum Belgier Maarten Seghers. Besonders: Die libanesische Produktion „Es soll Küken regnen“ tourt während des Festivals durch Flüchtlingsheime in der Region. mbl Fidena-Festival: 4.–12.5. verschiedene Orte, Ruhrgebiet; fidena.de Foto: Fidena Festival Klavierspielen verleiht Flügel Ausfransende Kunstformen Nein, wir sind hier nicht beim Klavierfestival in Essen, wo weltberühmte Pianisten gerade allabendlich in entsprechender Garderobe auf die Bühne und an den Flügel treten. Denn hier, scheint’s, tritt das Klavier zurück. Schon das Aufklappen des Instruments gerät zum Drama, das Notenblättern zur Slapstick-Nummer, und spätestens, wenn der Solist am Kronleuchter hängt, wird klar, dass die Musik hier bloß die zweite Geige spielt. „The Pianist“ ist also auch kein Film von Roman Polanski, sondern ein grandios orchestrierter Clowns-Abend des Neuseeländers Thomas Monckton. Undenkbar in einer „seriösen“ Festspielreihe und so lange das Klavierfestival in Essen keinen Spielort für solch spaßige Erscheinungen hat, eine Idealbesetzung für das Fringe-Festival in Recklinghausen. Dass das von Jahr zu Jahr beliebter wird, liegt wohl am konsequenten Ignorieren von roten Fäden unter gleichzeitiger Nichtbeachtung des Wohlbekannten. Tanz-, Figuren-, Kinder- und Körper-Theater, Clownerie und Jonglage, in „YŌKAI — Remedy for Despair“ haben Performer Vogelhäuschen auf dem Kopf und UNDUZO singen fünfstimmig a cappella. Dabei ist das weiße Fringe-Zelt auf dem Festpiel-Hügel nur einer der Spielorte, die Fransen dieses Festivals reichen bis in die Stadt: in den Ratskeller („Der letzte Drink – Bar Songs“), ins „Drübbelken“ zum betreuten Mundorgel- Singen und bei René Giglée gar in den Friseursalon Mille Grazie (Schulstr. 69). Hinter dem Künstlernamen verbirgt sich der gebürtige Recklinghäuser Marcos Schlüter. Der hat in der Stadt einst das Friseurhandwerk gelernt, dann seinen Beautycase gepackt und in der Kölner Szene für ein gewaltiges „Huch“ gesorgt. Wem das nicht genug Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt verspricht, der findet noch die traditionsreichen Ruhrfestspiele. Da gibt’s eine Odyssee, eine Orestie und Ingo Oschmann. AL Fringe Festival_ 17.5.–11.6., Einzeltermine auf ruhrfestspiele.de Foto: © Heli Sorjonen BOCHUM 4.5. Moondog (R: Annette Dabs), Kammerspiele 5.5. O or The Challenge Of This Particular Show Was To Have Words Ending in O von Maarten Seghers (R: Maarten Seghers), Kammerspiele 44 Premieren im Mai 12.5. Waisen von Dennis Kelly (R: Leonard Beck), Theater Unten 13.5. Mephisto von Klaus Mann (R: Daniela Löffner), Schauspielhaus 29.5. Wunschkinder von Lutz Hübner, Sarah Nemitz (R: Anselm Weber), Kammerspiele CASTROP-RAUXEL 8.5. Meisterdetektiv Kalle Blomquist von Eberhard Möbius nach Astrid Lindgren (R: Kristoffer Keudel), WLT Stadthalle DORTMUND 20.5. Tschick von Wolfgang Herrndorf (R: Andreas Gruhn), Kinder- und Jugendtheater

T H E A T E R M Ü L H E I M Dosenfleisch: Frida-Lovisa Hamann (Jayne), Katharina Ernst (Percussion) Krachend in den Abgrund Foto: Reinhard Maximilian Werner Ein brachiales Schlagzeugsolo rüttelt zu Beginn des Stücks „Dosenfleisch“ die Hirnwindungen der Zuschauer durcheinander (Regie: Carina Riedl). An einer Autobahnraststätte begegnen sich ein Fernfahrer, ein Versicherungsvertreter, eine Schauspielerin. An einem Ort, der Durchgangszone und Endstelle zugleich darstellt, steht die menschliche Verletzlichkeit zur Disposition. Inhaltlich dreht sich der für die „Stücke Theatertage 2016“ nominierte Text von Ferdinand Schmalz um Zufall und Unfall, sprachlich spielt er mit Metaphern rund um Deformationen, Dellen und Zerstückelungen. Die Inszenierung vom Burgtheater Wien im Kasino ist eine von sieben Produktionen, die in Konkurrenz um den Mülheimer Dramatikerpreis sowie den Publikumspreis antreten. Es gibt keine übergeordnete Thematik und stilistisch treffen die unterschiedlichsten Schreibstile aufeinander. Unter den Auserwählten ist die populäre Berufspessimistin Sibylle Berg („Und dann kam Mirna“), aber auch der experimentelle Wortverkürzer Wolfram Höll („Drei sind wir“). Fritz Kater und Felicia Zeller sind Stücke 2016: 41. Mülheimer Theatertage NRW, 7.–26.5., Stadthalle, Theater an der Ruhr, Ringlokschuppen, Mülheim; stuecke.de ebenfalls keine Unbekannten mehr, wie auch die israelische Regisseurin/Autorin Yael Ronen, die abermals mit einer packenden Work-in-Progress-Produktion eingeladen ist. Als einziger Wettbewerbs-Neuling muss sich Thomas Melle beweisen, der mit „Bilder von uns“ nominiert ist. Es lohnt die zeitige Anreise, denn vor den Aufführungen zeigen Studierende der Folkwang Universität der Künste Szenen aus Preisträgerstücken der vergangenen Jahre. Tierisch geht es bei den Kinderstücken zu, wenn Pavian und Bär den rätselhaften Tod eines Nashorns im Zoo aufklären. Klingt zunächst harmlos, aber Autor Jens Raschke bezieht sich in seiner Parabel auf das Tiergehege im KZ Buchenwald und verweist damit auf Mechanismen der Ausund Abgrenzung. Weitere vier Produktionen für ein heranwachsendes Publikum beschäftigen sich mit Themen wie Freundschaft und Abschied. Mit der finalen Jurydebatte am 26.5. enden die Mülheimer Theatertage, die der deutschsprachigen zeitgenössischen Dramatik jährlich eine würdige Plattform geben. Ariane Schön 22.5. Ronja Räubertochter von Jörn Arnecke nach Astrid Lindgren (R: Johannes Schmid), Opernhaus GELSENKIRCHEN 21.5. Carmina Burana von Carl Orff (L: Rasmus Baumann), Musiktheater im Revier HAGEN 8.5. Gegen die Mauern der Enge von Werner Hahn (R: Werner Hahn), Theater Hagen OBERHAUSEN 14.5. Rauch von Josep Maria Miró i Coromina (R: Bram Jansen), Theater Oberhausen 45

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