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Mai 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K I N O Foto: Film Frame

K I N O Foto: Film Frame © Marvel 2016 CIVIL Foto: Film Frame © Marvel 2016 Die Filmlandschaft war schon immer ein Spiegel ihrer Zeit, sei es während des Kalten Krieges, der Hippie-Ära oder der DDR. Zu denken sollte es uns geben, dass im Jahr 2016 kaum ein Film ohne Krieg, Katastrophen und globale Krisen auskommt. Der neue Streifen rund um das Zerwürfnis von Captain America und Iron Man könnte diese Stimmung nicht treffender auffangen. WAR Start: 28.4. Stress im Superhelden-Hauptquartier: Nach den letzten Abenteuern der Avengers addiert sich die Zerstörung auf eine erschreckende Bilanz, für die nun Verantwortung übernommen werden soll. Die Regierung will eingreifen, die Helden unter Kontrolle bringen, der Captain fühlt sich allzu sehr an seine Vergangenheit in der Nazizeit erinnert, während Kollege Iron Man nach seinem Ultron-Ausrutscher die Zügel gerne in gewissenhaftere Hände geben will. Zwischen diesen Polen zerreibt sich das Team, der schon lange vorbereitete Konflikt zwischen Cap und Iron Man eskaliert. 40 Blind müsste man sein, würde man die entzweite Mannschaft nicht als Sinnbild einer zerrissenen Gesellschaft verstehen, die sich in der Uneinigkeit über globale Krisen entzweit. Die Angst vor dem Terror, der Staat, der diese ausnutzt um mehr Kontrolle zu erlangen, die sich wiederholende Geschichte und dann auch noch Halunken, die aus den Schatten lenken… Das klingt nicht nur nach den letzten zehn Jahren Weltgeschichte in Kompaktformat, das darf auch so verstanden werden. Hinter dem Film stehen die Russo-Brüder, die schon mit „Captain America: Winter Soldier“ bewiesen, dass Comic-Verfilmungen mehr als Action, Explosionen und Aliens sein können, dass sie politisch und relevant sein können, das darin echte menschliche und gesellschaftliche Probleme verpackt sein können, ohne auf gut gemachte Action und Stunts verzichten zu müssen. Über diese hoch gehängte Latte muss „Civil War“ nun springen. Anlauf nimmt das Projekt viel, immerhin ist die komplette Avengers-Riege versammelt und wird mit Auftritten von Black Panther, Ant Man und sogar Spider Man noch weiter ausgeschmückt. Letzterer wurde extra per Deal vom Konkurrenzunternehmen Sony eingekauft. So euphorisch dieser seitenlange Katalog an Charakteren auch sein mag, mit einem schmerzlichen Blick auf „Batman V Superman“, aber auch „Age of Ultron“ muss man befürchten, dass so viele Protagonisten schnell zu einem formlosen Brei zerfließen. Wie dieser wilde Cocktail letztlich schmeckt, ob die Mische passt und die Zutaten harmonisieren, wird sich zeigen. Das Rezept klingt mehr als gut. USA 2016, R: Joe & Anthony Russo D: Chris Evans, Robert Downey Jr., Scarlett Johannson, Daniel Brühl coolibri verlost drei Fanpakete mit Hoodie und mehr auf coolibri.de Lukas Vering

K I N O Chrieg Chrieg | Start: 28.4. Foto: © PICTURE TREE INTERNATIONAL Gewalt erzeugt Gegengewalt Das innereuropäische Indiedrama „Chrieg“ inszeniert die Lebensphase Jugend als reinsten Krieg. Keine leichte Zeit im Leben ist das, in der man mit allem in den Krieg zieht, mit dem eigenen Körper, den Eltern, der Gesellschaft, ihren Regeln und Rollen, in die man passen soll. Protagonist Matteo passt nicht hinein, der Vater versucht ihn mit Hammerschlägen konform zu machen, wundert sich dann, warum das Kind so kaputt ist und schickt den Delinquenten kurzerhand in ein Erziehungs- Bootcamp. Dort trifft Matteo auf Bergbewohner mit wenig pädagogischen Intentionen. Fortan stellt der Film recht kluge, wenn auch nicht zwingend neue Fragen über Jugend, das Erwachsenwerden und Devianz. Er malt ein Bild von Jugend, die von struktureller Gewalt zermalmt wurde und als einzige Antwort darauf mit wütender Gewalt zurückschreien kann. Auch wenn der Film diesen Themen nicht immer stringent nachgeht, ist „Chrieg“ interessant, erschreckend und eindringlich. CHE 2014, R: Simon Jaquemet, D: Benjamin Lutzke, Ella Rumpf, Sascha Gisler Eine Karte. Alle Filme. Nur 22,50 Euro im Monat. Alle Tage. Alle Zuschläge. Film, 3D, Loge, VIP, iSens. Apocalypse kino-ohne-limit.de Irrtümer, Druckfehler und Änderungen vorbehalten X-Men: Apocalypse | Start: 19.5. Auferstanden aus Ruinen Nach der erfolgreichen Frischzellenkur durch „First Class“, dem Reset der Kontinuität in „Days of Futre Past“ und dem explosiven Erfolg von „Deadpool“ geht es dem X–Men–Franchise derzeit richtig gut. Nicht gut steht es aber um das X–Universum, denn Übermutant Apocalypse droht mit der totalen Vernichtung der Welt. Dazu hat er sich vier Handlanger bestellt, darunter auch Magneto und Storm, die der gottähnliche Unheilbringer in den Kampf gegen den Rest der X–Men schickt. Thematisch finden sich also auch in diesem Film Motive einer zerrissenen Welt und entzweiter Kollegen. Die wenig demokratische Lösung von Apocalypse ist die Eindampfung alles Bestehenden. Ob nach einer Filmlänge voll bombastischer Bildgewalt aber wirklich alles den Bach runtergeht, ist fraglich – schließlich erleben die X–Men gerade eine wunderschöne Renaissance. Und bauen mit Game of Thrones–Rotschopf Sophie Turner und Star-Wars-Schnitte Oscar Isaac ihr Promikader weiter aus. Foto: © 2015 Twentieth Century Fox Zum Beispiel für: USA 2016, R: Bryan Singer, D: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Nicholas Holt 41

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