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Mai 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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M U S I K V O N H I E R

M U S I K V O N H I E R Für sein Projekt „Versuch 5“ arbeitet der Essener Noise-Mogul Carsten Vollmer diesmal mit Philip Nussbaum zusammen. Zwischen Avantgarde, Hörspiel, Montage und experimentellem Krach haben sie eine epische Geschichte verfasst, die im Paket einer blutverschmierten Polizei-Akte vorliegt. Dazu finden sich zahlreiche holzschnittartige Bilder, die Katja M. Möltgen expressiv gezeichnet hat. Eine verschreckende Rundum-Bedienung liegt hier vor, ausgestattet mit einer tollen Verpackung. carsten-vollmer.de ph Funktionieren noch: Astairre aus Bottrop Das System hinterfragen Astairre kommen ursprünglich aus Bottrop, sind inzwischen aber in Köln auf Abwege geraten. Dort halten die drei Indie-Punker nicht nur ihre eigene, sondern auch die Musik anderer Bands mit der Kamera fest. Worum geht’s auf eurer neuen EP „Solange wir noch funktionieren“? Max: Der Titel stammt aus einer Textidee, die ich für einen anderen Song hatte. Wir mochten die Ambivalenz des Satzes, weil man das ja auf ganz viele Ebenen beziehen und unterschiedlich deuten kann. Zu funktionieren bedeutet immer, dass man – ob man will oder nicht – Teil eines Systems ist. Und manchmal muss man hinterfragen, ob man das sein möchte oder kann. Das kann man auf die Gesellschaft, Beziehungen oder die Band beziehen. Grundsätzlich geht’s bei der EP um positive wie kritische Beobachtungen auf genau diesen Ebenen. „Wir haben unsere gesamte Kraft in die Songs gesteckt.“ Ihr sagt, ihr seid eine „reflektierte Band“ – was heißt das? Philipp: Wir haben nie Sachen veröffentlicht, mit denen wir nicht zufrieden waren. Wir haben eine Odyssee aus zwei Recording-Sessions hinter uns, mit denen wir einfach nicht glücklich waren. Bestimmt waren einige Aufnahmen für viele total okay, aber uns hat es einfach nicht hundertprozentig gekickt. Da haben wir beschlossen, dass wir nicht irgendwas Halbgares herausbringen, sondern unsere gesamte Kraft in die Songs stecken. Jetzt ist die Platte endlich fertig – was plant ihr als Nächstes? Robin: Im Mai spielen wir in Hamburg und Darmstadt. Im Sommer stehen weitere Festivals an – zum Beispiel das Olgas Rock in Oberhausen. Im Herbst gibt’s vielleicht eine kleine Tour. Ansonsten arbeiten wir derzeit an unserem Album, das im nächsten Jahr erscheinen soll. Was hat es mit eurem Projekt „Ehrenfeld Sessions“ auf sich? Philipp: Das ist ein Dokumentarfilm-Projekt über die Kölner Musikszene. Es wird, wenn’s um Musik geht, viel über Berlin geredet, doch gerade Köln hat aktuell echt viel zu bieten. Dadurch, dass es etwas kleiner ist, gibt’s eine echte Community und einen Zusammenhalt. Wir sind mit vielen Bands und Künstlern dort befreundet, so kam uns die Idee, das Ganze dokumentarisch einfangen. Viel Arbeit, aber wir denken, dass es sich lohnt. astairre.de ehrenfeldsessions.de Inga Pöting Foto: Nils vom Lande / Astairre Foto: Band Mit „Medienapplaus“ startet der Wahl-Herner Edy Edwards seine Diskografie. Der 24-Jährige schreibt und arrangiert selbst und holte sich für sein Debüt eine ganze Reihe Gastmusiker ins Studio. Dieser Akustik-Rock mit viel Sprachwitz und Groove erinnert unweigerlich an Stoppok, will aber noch darüber hinausgehen. Über Marius und Rio übrigens auch. Das klingt ein bisschen großspurig, besteht in diesem Fall aber auch ganz ohne vollmundige Selbstbeschreibung. edy-edwards.de Ryberski aus dem Ruhrgebiet legen mit „Slander! Libel!“ eine neue EP vor, die noch ein bisschen erwachsener klingt als ihr Vorgänger-Album „Take A Ride“. Die siebenköpfige Band mixt nach wie vor Groove, Funk, Soul und Pop, präsentiert das Ergebnis aber selbstbewusst entschleunigt und lässt viel Platz zum Durchatmen. Mit Energie und Themen der Generation Y kann die schicke Mini- Platte trotzdem dienen: Es geht um Aufbruch, Einzelkampf und Sinnsuche. Live: 6.5., testbetrieb Volkshaus Rotthausen,Gelsenkirchen; ryberski.de „Maiden ist euch zu old school? Trivium zu hip? Blind Guradian zu verkopft?“ – so moderieren die Pott-Powermetaller von Ignition ihre Platte „We Are The Force“ an. Denn die ist selbstverständlich genau das, was der Szene noch gefehlt hat: Hundert Prozent Metal und dabei von allem genau die richtige Portion. Und auch, wenn der kritische Hörer das neu erfundene Rad vielleicht nicht ganz heraushören kann: Die Songs haben Power, sind sauber arrangiert und machen Spaß. Na also. facebook.com/Ignitionmetalmusic Vorjahressieger: Erich Lengowski Trio Junge Bands und Solokünstler aus dem Ruhrgebiet können sich noch bis zum 31. Mai beim Ausgezeichnet-Bandcontest bewerben. Auf den Sieger warten Studioaufnahmen und Gigs bei der Oberhausener Musik-Sommer- Nacht im August und beim evo-Musikfest im Ebertbad im September – hier zusammen mit einem großen, noch geheimen Headliner. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, der Stil sollte im Spektrum der Unterhaltungsmusik angesiedelt sein. Mehr auf evo-energie.de ip

A L B E N U D O L I N D E N B E R G D I G I T A L I S M K V E L E R T A K R I C H A R D A S H C R O F T Stärker als die Zeit Udo Lindenberg ist der Stern am Deutschrockhimmel. Niemand singt sowohl so schön schief über den Kummer und die Liebe als auch über den Suff und die Unerträglichkeit des Seins. Zwischen Kiel und Kempten kann ihm kaum ein zweiter Sänger das Wasser reichen. Immer lässig seit über 40 Jahren. „Stärker als die Zeit“ ist die Ummünzung dessen, was Rick Rubin mit dem späten Johnny Cash angestellt hat: Es ist ein starkes Alterswerk! So reif wie ein guter Rotwein und so vital eine Packung Traubenzucker. Warner Mirage Es treibt der Beat und die Klanggewitter glänzen wie ein Regenbogen. Auf „Mirage“ sieht Datenrealität mal erschütternd, mal poppig aus. Digitalism sind ein Duo ohne fiebrige Cheesyness von Scooter- Weisheiten und ohne verklärte Detroit-Techno-Romantik. Hier ist eine trabende Rhythmik der King. Dazu eine Dramaturgie, die über alle 15 Tracks gehalten wird. Funktioniert wie ein Abend in der Disco: von langsamem Verglühen bis zur absoluten Ekstase sind alle Zwischenstationen zum Greifen nah. PIAS/Rough Trade Nattesferd Wo andere Bands killen, lautete die Formel hier anders: Kvelertak quälen (denn immerhin bedeutet der Bandname übersetzt Würgegriff). Und das jede Sekunde. Eigentlich handelt es sich nicht um Aufklärung, sondern um eine fatale Mischung aus Wahnwitz, Vintage- Rock und zerhacktem Hardcore, was dieses Sextett aus Norwegen auf ihrem dritten Album „Nattesferd“ serviert. Es gibt eine Instanz, die weit über allen steht, das ist natürlich der heilige Gott des Rocks. Roadrunner These People Aufbauen oder Abbauen. Richard Ashcroft weiß nicht wohin die Karrieretreppe ihn führt. Die erste Single „This Is How It Feels“ aus dem Album „These People“ liefert ein zahnloses Britpop-Liedchen. Der Rest schwimmt formlos zwiespältig umher. Zu wenige Ideen, zu wenig Glanzpapier. Das Album ist der abgeerntete Nährboden von Kreativität und Hitpotenzial. Dazu hat sich der ehemalige The-Verve-Sänger die Haare auf fünf Millimeter rasieren lassen. Auch da war mal mehr Lametta. Cooking Vinyl/Indigo Peter Hesse DIE FANTASTISCHEN VIER THE BOSSHOSS ⁄ WIRTZ & MEHR! ⁄ MODERATION: PHILIPP KÖSTER & JENS KIRSCHNECK (11FREUNDE) Open Air SchücoArena Bielefeld TICKETS UND INFOS UNTER WWW.ARMINIA-BIELEFELD.DE⁄111 35

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