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Mai 2016 - coolibri Düsseldorf

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T H E M A Die Geschichte

T H E M A Die Geschichte des Golzheim beginnt vor anderthalb Jahren. Damals machte ein Gerücht die Runde. In der Theodor-Heuss- Brücke solle ein Club eröffnen. Das klang sehr nach Berlin. Und gar nicht nach Düsseldorf. Dann sickerte durch, dass Daniel Fritschi hinter dem Projekt steckt. Vorfreude machte sich breit. Golzheim bei Nacht Fotos (2): Daniel Fritschi G O L Z H E I M „Das Gute wird sich durchsetzen“ Dennoch mussten sich die Freunde der Nacht noch eine ganze Weile gedulden. Der Umbau nahm wie häufig in solchen Fällen wesentlich mehr Zeit in Anspruch als gedacht. Ursprünglich sollte die Eröffnung im April stattfinden, 2015 wohlgemerkt. Ein Jahr später startet mit dem Maientanz nun wirklich der offizielle Clubbetrieb an der Uerdinger Straße. 12 An einem Montagmittag, knapp vier Wochen vor der Eröffnung, ist das Golzheim von draußen kaum als Club auszumachen. Die Räumlichkeit, die im Nachhinein an die Brücke angebaut wurde, sollte einst den Stadtwerken als Umspannwerk dienen. Durch eine geöffnete, innen mit Schaumstoff verkleidete Metalltür gelangt man zunächst in ein Foyer, dann in den eigentlichen Club. 160 Quadratmeter. Rougher Steinboden. Betonsäulen. Über der 5,50 Meter hohen Decke rauscht leise der Autoverkehr vorbei. Unten steht Daniel Fritschi. Hinter dem 43-Jährigen liegen anderthalb extrem arbeitsreiche Jahre. Bis zu 16 Stunden hat er, unterstützt von mehreren freiwilligen Helfern, in seinem Club gearbeitet. Jeden Tag. Er hat eine Lüftung eingebaut, neue Toiletten, Wände gedämmt, Leitungen verlegt, eine provisorische Bar und ein Kassenhäuschen gezimmert. Woher kann er

T H E M A das eigentlich alles? „Das Meiste habe ich mir selber beigebracht“, erklärt er. Zuletzt habe er sogar Mauern gelernt. Dabei sieht Fritschi so gar nicht nach körperlicher Arbeit aus. Mit seiner schmalen Statur und der dunkelrandigen Brille mutet er eher an wie der Prototyp eines Schreibtischtäters. Ist er aber nicht. Von Hause aus ist Fritschi Industriedesigner. Mittlerweile arbeitet er als Systemadministrator. Mit dem Geld, das er in der IT verdient, hat er in den vergangenen Jahren seine Leidenschaften finanziert. Sein Label Level Records. Seine Veranstaltungen. Seine Clubs. Der Sohn des Architekten Niklaus Fritschi hat 1998 das Ego in der alten Paketpost mitgegründet, später Partys im Malkasten veranstaltet. Zuletzt betrieb er zwischen 2010 und 2013 das Foyer am Worringer Platz. „Verdient habe ich mit all dem bis heute nie etwas“, sagt Fritschi. Das soll sich mit dem Golzheim ändern, auch wenn er es nicht in erster Linie drauf anlegt, das große Geld zu machen. Auf jeden Fall soll der neue Club sein Meisterstück werden, „in dem die Erfahrung der vergangenen 20 Jahre zusammenkommt“. Drei Jahre läuft der Mietvertrag mit den Stadtwerken zunächst. Wenn sich das Ganze rechnen soll, muss es danach natürlich weitergehen mit dem Golzheim. Aber davon geht Fritschi aus. „Ich bin trotz allem Idealist geblieben, wenn auch ein zwischenzeitlich frustrierter Idealist“, sagt er. Er erzählt von dem Zerwürfnis mit seinen ehemaligen Partnern im Malkasten. Von dem schwierigen Vermieter am Worringer Platz. Aber aufgeben? Kam nie infrage. Er sei ein Sturkopf. Und: „Ich glaube daran, dass sich das Gute „Ich bin trotz allem Idealist geblieben, wenn auch ein zwischenzeitlich frustrierter Idealist.“ irgendwann durchsetzen wird.“ Warum eigentlich nicht im Golzheim? Der Brückenclub wird zunächst freitags und samstags geöffnet sein. Jeweils ab 23.30 Uhr. Samstags steht unter dem Motto „Rohbau“ elektronische Musik auf dem Programm, von Underground House bis Underground Techno. Zwei Freitage sind an externe Veranstalter vergeben: die Indie-Party „Disco Bohème“ und „Yard Vibes“. Mit beiden hat Fritschi bereits im Foyer zusammengearbeitet. An einigen weiteren Freitagen läuft unter der Überschrift „Rohbar“ entspannter Barbetrieb. Das musikalische Spektrum soll dann breiter sein, neben Elektronik kommen auch mal Dub und Reggae auf die Plattenteller, Hip-Hop oder gar Progressive Rock. Vinyl only, das ist dem Clubbetreiber wichtig. Und auch für die Zukunft gibt es unzählige Pläne und Ideen. Fritschi will eine neue Bar bauen. Einen Kühlraum. Im Keller unter dem Club wartet Kopfholzparkett aus dem ehemaligen Thyssen Trade Center auf sein zweites Leben. Live Acts sollen im Golzheim genauso zum Zuge kommen wie bildende Künstler. Ab dem kommenden Jahr wird es – wie schon im Foyer – Ausstellungen geben, kuratiert von Tiff Izsa, einer bildenden Künstlerin aus Toronto. Und auch die Level Records Partys wird Fritschi wiederbeleben. Schaut alles in allem so aus, als würde ihm die Arbeit so schnell nicht ausgehen. Alexandra Wehrmann Golzheim, Uerdinger Str. 45, Düsseldorf, Fr und Sa ab 23.30 Uhr 09.07.2016 sparKassenparK Mg 16.07.2016 sparKassenparK Mg 23.07.2016 sparKassenparK Mg 30.07.2016 sparKassenparK Mg 12.08.2016 sparKassenparK Mg Live on Stage: Beginner uvm. 2./3.12.2016 sparKassenparK Mg RYAN SHERIDAN 08.06.2016 Königpalast Krefeld 23.07.2016 Königpalast Krefeld 14.08.2016 MarKtplatz eschweiler 02.11.2016 Mitsubishi halle d‘dorf 04.10.2016 club iM capitol düsseldorf 28.10.2016 Königpalast Krefeld 21.11.2016 Münsterlandhalle Münster 19.11.2016 lanxess arena Köln 24.11.2016 arena oberhausen TickeTs unTer: sparkassenpark.de & WesTTickeT.de DIETER THOMAS KUHN & Band 10.12.2016 KulturfabriK Krefeld 13

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