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Lust auf gesund No 1

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R E P A I R C A F É

R E P A I R C A F É Gegen die Wegwerf- Gesellschaft Im Repair Café in Recklinghausen schlägt man nicht nur zwei, sondern gleich vier Fliegen mit einer Klappe. Während die Besucher in gemütlicher Atmosphäre mit neuen Bekanntschaften Kaffee und Kuchen genießen, helfen sie sich gegenseitig beim Reparieren alter, kaputter Gegenstände und tuen dabei ganz nebenbei der Umwelt etwas Gutes. Und das Beste: es kostet nichts! In der Regel wird unser Nachbarland an der Nordsee mit Tulpen, Käse und einer liberalen Suchtmittelpolitik verbunden. Die Niederlande von heute brillieren jedoch vor allem mit neuen Ideen zu Umweltschutz und Nachhaltigkeit. 2009 eröffnete Martine Postma das erste Repair Café in Amsterdam und lud alle Interessierten und Hilfesuchenden zum Reparieren ihrer Kleingeräte ein. Nur ein Jahr danach gründete die Niederländerin ihre Non-Profit-Stiftung „Stichting Repair Café“ – mit riesigem Erfolg: 750 Cafés in 18 Ländern und monatlich gut 13 000 reparierte Produkte brachte das Konzept innerhalb von sechs Jahren hervor. Auch in Deutschland boomen die Kaffeestuben der etwas anderen Art und so werkeln in Recklinghausen die Hobby-Reparateure schon seit etwa drei Jahren an allen technischen und textilen „Wehwehchen“, an denen die Besitzer verzweifeln. Das hat nicht zuletzt auch eine gesellschaftskritische Komponente: Während man früher schwer auf einen neuen Fernseher oder ein modernes Küchenradio hinarbeiten musste, wird man heutzutage durch die niedrigen Preise und die gesellschaftliche Tendenz, immer das Neuste vom Neuen haben zu müssen, sofort zum Neukauf verleitet, wenn ein Produkt den Geist aufgibt. Die Repair Cafés beweisen eindrucksvoll, dass ein defektes Gerät seine letzte Ehre keineswegs auf der Müllkippe erwiesen bekommen muss – das käme weder der Umwelt noch dem eigenen Geldbeutel zu Gute. Durch das Reparieren und Aufarbeiten der Gegenstände können Grundstoff- und Energiemengen gespart und CO²- Emissionen verhindert werden. Mitmachen und lernen Wenn auch kostenlos, eine Konkurrenz für Profi-Mechaniker sollen die Repair Cafés nicht sein. Manchmal werden die Besucher sogar zu ihnen weiter verwiesen, wenn die ehrenamtlichen Helfer überfragt sind. „Wir möchten lediglich unser Wissen weitertragen und Ressourcen schonen und hoffen dabei, dem Wirtschaftssystem vielleicht auch ein Beinchen zu stellen“, 18 Szenen aus einem Amsterdamer Repair Café erklärt Norbert Pricken-Ulrich, der unter anderem an der Eröffnung des Cafés in der Recklinghäuser Altstadtschmiede beteiligt war. Spezialwerkzeuge könne man sich zum Beispiel nur leisten, wenn es genug Spenden gebe. Weil das Café in Recklinghausen oft völlig überrannt ist und die Besucher Schlange stehen müssen, wurde inzwischen ein neues System eingeführt. „Zuerst muss jeder Besucher an der Anmeldung eine Nummer ziehen und die Problematik seiner Reparatur erklären. Die Wartezeit hängt dann ganz vom Andrang ab.“ Währenddessen könne man bei einem Kaffee mit anderen Besuchern ins Gespräch kommen und vielleicht findet sich ja auch schon hier der erste Lösungsansatz. Überwiegend kommen übrigens Besucher mit Elektrogeräten vorbei, etwas seltener mit Spielzeug, Holzprodukten oder Nähsachen. Die gesuchte Hilfe bekommt man aber immer nur unter einer Bedingung: mitmachen und lernen. Marie Friedrich Repair-Cafés in der Region •Altstadtschmiede Recklinghausen: jeden zweiten Samstag im Monat von 14 bis 17 Uhr; altstadtschmiede.de •Villa Rü in Essen: jeden dritten Samstag im Monat von 15 bis 18 Uhr; bvr-ruettenscheid.de •Repair Café Bochum: monatlich wechselnd im Alsenwohnzimmer und im Labor e.V.; repaircafe-bochum.de •Jugendsozialzentrum Barbaraschule in Moers: jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat von 17 bis 19 Uhr; sci-moers.de •Mehr Infos und alle Adressen: repaircafe.de Foto:Ilvy Njiokiktjien / repaircafe.org

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