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Lust auf Familie - Tipps für Dortmund

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KINDERMUSEUM Der Stadt

KINDERMUSEUM Der Stadt auf der Spur Die verräterischeAgnes vonder Vierbecke,der Heilige Reinoldusund der Anführer Hermann Klepping –imKindermuseum Adlerturmspielensie dieHauptrollen. Gemeinsammit einem Namenlosen, dessenFund auch nach Jahrzehntendem Museumsleiter Heiner Deutmann immer noch Rätsel aufgibt. Derheutige Turm wurde1992 nachgebaut Fotos [5] Irmine Estermann Ausnahmsweisenicht zumAnfas „Wir wissennicht,wer er war,was er gemacht hatoderwer ihn hier begrabenhat“, sagt HeinerDeutmann. Das Skelett, dasimUntergeschoss des Adlerturmsineinem Glaskasten seineletzteRuhegefundenhat,ist ganz klar dasLieblingsexponat desArchäologen. Im 13.Jahrhundert wurde der Namenlose–oder derOstwall-Ötzi –imFundament desTurmsbeerdigt. Als manihn fand,hielt er zwei Gefäßeinden Armen.Sehrungewöhnlich, denn Beigaben warenzum Zeitpunkt seines Todesnicht mehr üblich.Auch eine Wachstafel fand manbei ihm –ein Zeichendafür,dasserlesen und schreiben konnte. Langehattenihn Wissenschaftler für einenalten Mann gehalten,dann stelltesichdank einerneuerenUntersuchungsmethode 8 Arthur lädt überallimMuseumzum Spielenein. „Essollteabernicht noch ein Museumwerden, wo man still sein muss“ heraus,dasserhöchstens 20 Jahre altgewesen war,als er starb. Eine spannende Geschichte,die immer noch Rätselaufgibtund für Kinder derperfekte Einstieg ist, um dieFantasieimMuseumschweifen zu lassen. „Dakann mangut pädagogisch rangehen“, sagt DanielaBrechensbauer. Kinderund Jugendlichestelltenviele Theorienauf,wer derFremdegewesenist.Sogar einenKrimi haben Jugendlicheüberihn geschrieben.Auch für dieMuseumspädagogin istdas Skelettdas spannendste Stückim Turm.Esist aber auch einesvon ganz wenigenDingendort, diedie jungen Besucher nichtberührendürfen.Ansonsten animiertMaskottchen Arthur immer wieder aufSchautafelnzum Ausprobieren.„Durch Anfassenund Ausprobieren können Kinderdas Ganzeerleben“, sagt Deutmann, „sie merken dann,esist nichtdie gefürchtete Stadtgeschichteaus demGeschichtsunterricht“.Im Eingangsbereichhaben Kinderdie Wahl,bleiben sieinPulli undJeans oder schlüpfen siedochinein mittelalterliches Gewand. Einmal dieEntscheidunggetroffen,gehtesrund. Im wahrstenSinne desWortes, derTurm mitseinenrundenWändengibtdas schließlich vor. Aufden einzelnenStockwerken wartendreiPersönlichkeiten, diethematisch durchdie Ausstellungleiten: Agnesvon derVierbeckehatte 1378 versucht in ihrem Heuwageneinen Truppfeindlicher Soldaten nachDortmund zu schmuggeln.Ein verschlossenes Torvereitelteden Plan.Deshalb sind Schlösserein Themaauf derEtage.Weitergehtesmit demHeiligen Reinoldus, dernicht nurNamensgeber derSt. Reinoldi-Kircheist,sondern auch Schutzpatron derStadt.Viele Legenden ranken sich um ihn, unteranderem soll er einWunderpferdgehabthaben.InVitrinen sind passend dazu Ritterrüstungen undWaffen ausgestellt. Die jungen Besucher können hier aber auch selbst Heldspielen,einen richtigenRitterhelmaufsetzen undSchwerter anfassen. Eine Etagehöher drehtsichalles um dieDortmunderFehde von 1388/89. Als derGrafvon derMark undseine VerbündetenDortmundden Krieg erklärten unddie StadtzweiJahre lang belagerten.Dortmunds Bürgermeister,Hermann Klepping,führtedie Stadterfolgreichdurch denKonflikt.Anlassfür dieAuseinandersetzungwar übrigens unteranderem die Hinrichtung derverräterischen Agnesvon derVierbeckezehnJahre zuvor. Aufeinem großen Plan können Kinderdie Fehdenachspielen. Eine Ausstellungzukonzipieren, dieGeschichtespielerisch vermittelt, war auch dieGrundidee vonHeinerDeutmann, als es vor25Jahrendarum ging, einneuesKonzept in denAdlerturm zu bringen. Zuvorwar hier eine Mittelalterausstellunggewesen, passendzur Ausgrabung desFundamentesimUntergeschoss.„Ichwollteetwas machenfür die, diehierein-und ausgehen“,soder Leiter.Und daswarenebenKinderund Jugendliche, die schonfrüher im Rahmen einesSchulausflugesodergemeinsam mitEltern undGroßeltern kamen. „Essollteabernicht noch einMuseumwerden, wo manstill sein unddie Händehinterdem Rücken verschränken muss.“Der Archäologe undseinTeamwollendie KinderimAlderturm dazu ermutigen, im wahrstenSinnedes Wortes,Geschichtezubegreifen.Umauf dieWünsche undInteressender jungen Klientenbessereingehenzukönnen,wurde 2012 einKinder- undJugendbeiratins Lebengerufen.Zunächst gingen dieKiJus durchdie bestehende Ausstellung. „Die haben unsdamals ganz

KINDERMUSEUM Zentrum für Psychomotorik und Interdisziplinäre Frühforderung Förderung und Beratung von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern sen: DasSkelett fasziniertDaniela Brechensbauerund HeinerDeutmannimmer noch. klar gesagt,was siegut undwas siedooffinden“,erinnertsichDaniela Brechensbauer. Viele Ideenhaben Dritt-bis Neuntklässlereingebracht und mittlerweile gehörensie zumfestenStamm derHelfer.Lebendigsollesim Turm sein,deshalb probierendas Team viel aus.Ganzneu dabeisindTaströhren, in denensichMaterialien aus demMittelalter verbergen. An einer anderenStellekönnen Besucher an Korken riechenund versuchenzuerraten, um welchenmittelalterlichen Geruch es sich handelt. Im Untergeschoss darf im Sandkastengebuddelt werden. Doch dieKuJus machen noch mehr:Mittlerweilebespielen siejeden zweitenSonntag im Monat denganzenTurm.AndiesenFamiliennachmittagen wirdauf denEtagengebastelt undgespielt. Zu verschiedenenThemenbietendie Kinderdann Führungenan. BeisolchenFührungen erfährt derBesucher auch,dassder heutigeAdlerturm einNachbau aus demJahr 1992 ist.Im14. Jahrhundert soll an derStelleein Wachturm gestandenhaben. DieFundamentesindheute noch im Museum zu sehen. Wieder Turm ursprünglich aussah, istnicht sicher.Ein alterPlanlässt nurdie Geschossaufteilung, dieAnordnung derFenster undden Dachbau erahnen.Der weiße Außenputz lässtsichdurch Ausgrabungen bestätigen.Erwar damals einervon vielen Wachtürmen,die nachträglich an derStadtmauer angebracht wurden, um daswohlhabende Dortmund vorseinenverfeindeten Nachbarn zu schützen.Und werweiß, vielleicht hatauch unsernamenlosesSkelettdorteinst Schutz vorFeinden gesucht. Irmine Estermann Termine und Angebote: adlerturm.dortmund.de Telefonische Anmeldung und Beratung: Mo., Di., Do. & Fr.: 13.00 - 14.00 Uhr Kronenstraße 6, 44139 Dortmund (über REWE) Tel.: 0231 / 14 36 15 | Fax: 0231 / 16 46 37 Email: info@zpi-do.de | Internet: www.zpi-do.de Kleider machen Mittelalterleute. Nicht ohne Schutzhelm Flughafenstraße 2* 44309 Do-Brackel ☎ (0231) 545 27 44 ☎ Kühlkamp 2-4 44319 Do-Husen ☎ 0231) 27 12 10 ☎ Körner Hellweg 63 44143 Do-Körne ☎ (0231) 864 08 02 * ausgezeichnete Filiale ☎ 9

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