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Lust auf Familie im Tal - Nr. 2

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B E S U C H S D I E N S

B E S U C H S D I E N S T Im Einsatz gegen die Einsamkeit Wenn Senioren alleine leben, ist manchmal der Fernseher ihre einzige Möglichkeit zu kommunizieren. Deshalb sind die Freude und vor allem der Gesprächsbedarf groß, wenn die Ehrenamtlichen vom Besuchsdienst des Nachbarschaftsheims Wuppertal vorbeikommen. Foto:Irmine Estermann „Das ist kein Dienst, wir besuchen einfach Leute“, sagt Udo Gunkler. Mit dem Wort „Dienst“ habe er schon immer ein Problem gehabt, es sei eine Herzensangelegenheit. Momentan besucht er einen älteren Herren regelmäßig im Pflegeheim. Vor über zehn Jahren hat er ihn kennengelernt. Damals hatte er noch die Erstbesuche Für Udo Gunkler sind die Besuche eine Herzensangelegenheit. für den Besuchsdienst gemacht, um beurteilen zu können, ob ein Ehrenamtlicher mit dem Senior und der Gesamtsituation klarkommt. „Um den kümmerst du dich selbst“, habe er nach diesem bestimmten Besuch gewusst. Der Senior hatte innerhalb eines Jahres seine Ehefrau und seinen schwerbehinderten Sohn verloren. „In so einer Situation fällt man in ein schwarzes Loch“, sagt Gunkler. Mittlerweile ist der Mann 94 Jahre alt und freut sich immer noch, wenn sein alter Bekannter vorbeischaut. Gunkler kennt viele Beispiele, die zeigen, wie wichtig dieses Projekt des Nachbarschaftsheims ist. Ein Satz ist ihm allerdings besonders in Erinnerung geblieben: „Ich habe seit zwei Tagen kein Wort gesprochen.“ Das hatte mal eine ältere Dame bei seinem Erstbesuch gesagt. Und das passiere oft bei Erstbesuchen, sagt Julianne Dinn, die Freiwilligen-Koordinatorin des Nachbarschaftsheims Wuppertal. „Es gibt einen riesigen Bedarf, endlich jemandem etwas erzählen zu dürfen.“ Pflegedienst oft als einziger Kontakt Als die Idee zum Besuchsdienst 2000 entstand, war die Häusliche Pflege noch nicht gut ausgebaut. Es war eines der ersten großen Ehrenamts-Projekte des Nachbarschaftsheims. „Alte Menschen leben oft zurückgezogen. Sie können mit niemandem reden und kommunizieren nur mit dem Fernseher“, sagt Johanna Niedermüller, Leiterin des Seniorenforums im Nachbarschaftsheim. Der Bezirkssozialdienst liefert oft die ersten Hinweise, dass ein Senior Hilfe braucht. Manchmal ist zu dem Zeitpunkt bereits der Pflegedienst der einzige menschliche Kontakt. Der Besuchsdienst arbeitet präventiv, denn Menschen mit regelmäßigem Kontakt blei- Kinderreitvorschule Die Reitschule in Wuppertal für die ganze Familie am Dönberg. FN Betrieb RSG Dönberg e.V. T. Reitz - mobil 0172 5615376 www.kinderreitvorschule.de Der Waldkindergarten Elfentor hat für das Kiga Jahr 2018 noch Plätze frei – insbesondere für 4- und 5-jährige Kinder! Kontakt : elfentor-vorstand@gmx.de Tel.: 0202 – 272 672 66 28

B E S U C H S D I E N S T ben länger geistig fit. Gleichzeitig haben die Ehrenamtlichen ein Auge darauf, wo noch Hilfe benötigt wird. So auch, als eine blinde Dame, die von der Grundsicherung lebt, kurz vor Weihnachten erfuhr, dass sie in eine kleinere Wohnung ziehen müsse, weil ihre jetzige die zulässige Quadratmeterzahl übersteigt. „Sie lebte da schon seit 20 Jahren und kennt die Wohnung in- und auswendig“, so Niedermüller. Die Seniorin hatte Glück: Ihre ehrenamtliche Besucherin wandte sich an das Nachbarschaftsheim um Hilfe. Schnell war klar, dass die Dame einen Härtefall darstellte. Sie durfte in ihrer Wohnung bleiben. „Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn die Ehrenamtliche nicht da gewesen wäre“, so Niedermüller. Momentan auf Sparflamme Die ersten drei Jahre wurde der Besuchsdienst noch von der Stiftung Wohlfahrtspflege finanziert, dann erkannte auch die Stadt Wuppertal seinen Wert und übernahm die Finanzierung. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage in Wuppertal wird das Projekt momentan allerdings auf Sparflamme geführt. „Wir pflegen unsere Ehrenamtlichen“ so Niedermüller. Momentan sind es acht, früher waren es bis zu dreißig. Ein Problem ist, dass den hauptamtlichen Mitarbeitern die Zeit und finanzielle Unterstützung fehlen, um mehr Freiwillige Besucher zu koordinieren. Und die Koordination, ebenso wie regelmäßige Schulungen und der Austausch mit anderen Ehrenamtlern ist wichtig. „Jeder hat mal ein Problem mit jemandem“, sagt Gunkler. Außerdem müssen sich die Ehrenamtler auch mit dem Thema Trauerbegleitung auseinandersetzen, ebenso mit der Frage, wie man sich Einfach mal auf einen Kaffee reinschauen: Damit macht der Besuchsdienst einer älteren Dame eine große Freude. selbst abgrenzt. „Den Ehrenamtlichen muss zum Beispiel bewusst sein, dass ihre Maßstäbe nicht allgemeingültig sind – dass eine Wohnung zum Beispiel auch mal nicht so auf geräumt ist, wie man es gewohnt ist“, so Niedermüller. Gunkler kam durch Zufall zum Besuchsdienst. Nach dem Tod seiner Mutter hatte er seine betagte Tante oft besucht. „Sie hatte eigentlich mit meiner Mutter alt werden wollen. Auf meine Besuche hat sie sich immer sehr gefreut. Es gab immer ein Stückchen Kuchen und das gute Porzellan“, erinnert er sich. Mit 62 Jahren ging er in Rente und hörte durch Zufall im Radio von dem Konzept des Besuchsdienstes. „Ich dachte: ‚Das kannst du ja‘. So rutscht man dann da rein.“ Mittlerweile beteiligt er sich ehrenamtlich auch an anderen Projekten des Nachbarschaftsheims. Irmine Estermann nachbarschaftsheim-wuppertal.de Foto: De Visu /Fotolia RECHTSANWÄLTIN SANDRA CAPRA Fachanwältin für Familienrecht Friedrich-Engels-Allee 135 | 42285 Wuppertal Telefon 0202 9742950 | Telefax 0202 9742951 www.kanzlei-capra.de | capra@kanzlei-capra.de Immer für Sie da in den Bereichen: • Familienrecht • Scheidung • Unterhalt • Gewaltschutz und Opferschutz Kölner Str. 11 in Wuppertal-Elberfeld und in der Schönebecker Str. 6 in Wuppertal-Barmen. Fon: 0202 • 25 17 961 Internet: www.cafelumini.de Willkommen im Familiencafé Wuppertal 29

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