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Juni 2019 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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MUSIK

MUSIK coolibripräsentiert You Wanted the Best? Anfang Juni rocken Kisszum letztenMal in NRW. You Got the Best! Foto:Universal Music E S S E N Natürlich fahren Kiss dieganz, ganz große Showauf,wennsie mit ihrer Abschiedstourein letztes Malumdie Welt ziehen. Die größtenHallen Nordamerikas habensie schon gefüllt, im Sommer kommtdas Spektakel nun fürsechsKonzertenachDeutschland. Im Ruhrgebiet gastieren Gene Simmons &Co. im Stadion Essen, wo auch schon Black Sabbatheinesehrgefeierte Open-Air-Showgespielt haben. „Wir treten natürlich nichtinShirtsund Turnschuhenauf“, stellt Gene Simmonsgleichmal klar.„Ichtrage 20 Zentimeter hohePlateaustiefel. Mein Outfitwiegt 18 Kilo, wir speien Feuer undfliegendurch dieLuft. Keine Band im Business arbeitethärter. DieseShowkönnenwir nichtewigmachen, deshalb kommt jetztder richtige Moment für denAbschied.“Das sind klareWorte vonGeneSimmons,der eigentlich Chaim Witz heißt. Unter diesem Namenist er am 25.August1949inIsrael geboren. SeineElternwarenungarische Juden, seineMutterwar während deszweiten Weltkriegesineinem Konzentrationslagerinterniert. Sieüberlebte als eine derwenigen Familienangehörigenden Holocaust. „Meine Mutter sah, wieihre Mutter für denGangzur Gaskammer abgeholtwordenist“, so diebitterenWorte vondem Musiker, derim Showbusiness sein Glückfand. AlsNeunjähriger kamGenemit seiner Mutter nach NewYork. „Als ichgroßgeworden bin, habeich vonmeiner Mutter nieein Wort über Nazi-Deutschlandgehört.Ich habesie oftdanachgefragt,aberwahrscheinlich wollte siemir nichtkomplettden 26 „MeinOutfit wiegt18Kilo, wirspeien Feuer und fliegendurch dieLuft.“ Glauben an dieMenschheitzerstören.“ Seit Ende der1960erJahre nenntsichder Musiker nach demverstorbenenRockabilly-SängerJumpin’ Gene Simmons. In verschiedenenStatementshat derKiss-Vordenker immer wieder betont,seine Familiesei in seinen Anfangstagen extrem armgewesen. Vielleichtist dasauch dieSchubkraft für sein zu oftübertrieben ausstaffiertesSelbstwertgefühl. „Keine Band hatsoviele Goldplatteninden USAerhaltenwie wir“, so dieWorte vondem Mann mitder längstenund vielsprachigen ZungeimShowbiz. Denn nebenEnglisch undDeutsch sprichtGeneSimmonsunter anderemauch Hebräisch undUngarisch.„Als Band liegenwir weltweit nurhinterden Beatlesund denRolling Stones.Ich mussaberauch zugeben, dass die viel besser sind,als ichesjemals sein werde.“ Aufdie Frage, ob er sich alsAmerikaner oder als Israelifühle, sagt Simmons: „Ich fühle mich als Weltbürger. Es darf keineRolle spielen, ob jemand in Israel,Deutschland oder Amerikazur Welt kommt.Man istdeshalb keinbessereroder schlechterer Mensch.“Natürlichwerdenauf dieserTourauch alleHitsgespielt: „Detroit Rock City“, „Deuce“ oder „God of Thunder“.Und natürlich auch derunverwüstlicheDisco-Hit „I Was Made ForLovingYou Baby“, über dender Comedian Atze Schröder malspottete, dass diese Nummer (mit einemdeutschen Text versehen) auch vonden Flippers stammen könnte,weil dieRhythmikaus einersimplen Schlager-Textur bestehe. Simmons, derinden 1970er Jahren unteranderem mitCheroderDiana Ross liiert war, geht standesgemäß lässigmit Kritik um: „Ich habesoviele LeuteimShowbusinesskommenund gehengesehen“, sagt derAltrocker, „undmeinenJob habeich in denganzenJahren wirklich geliebt. Diesen Sommer werdeich das 70.Lebensjahrerreichen.Aus meiner ganz persönlichenSicht istdas einguter Zeitpunkt,um einenSchlussstrichzuziehen.Dennesist besserdann zu gehen, wenn dieLeute noch Respekt vordir haben.Und nichterstdann,wenn siehinterdeinemRückentuscheln, dass du ein alterSackbist, dernicht mehr viel aufdie Kette bekommt.“ PeterHesse Kiss: 2.6.,Stadion Essen,Essen coolibri verlost3x2 Ticketsauf coolibri.de

MUSIK VON H IER Philippvan Endert„Cartouche“ Obschon an dieser Stelle schoneinmal betont wurde, dass Klavierdas schönsteInstrument derWeltsei,steht beidieserPlatte die(nichtminderwunderbare)Gitarre im Vordergrund–undwie!AchtSongs,knapp 60 Minuten: Mehrbraucht derDüsseldorfer GitarristPhilippvan Endert nicht, um seine Hörer in eine andere Welt zu katapultieren.Einesehrschöne, wohlgemerkt.ImRückenseine beiden Mitmusiker,die an Bass undTrompete/ Flügelhornimmer genauden richtigenSound-Rahmenbilden, in dem vanEndertsichmit seinem Instrument perfektbewegenkann,injede Richtung.Mal filigran,mal fordernd,streckenweise garein wenigwild– aber immer organisch,immer rund.Lieblingslied:„K&The Waves“.Ein großartigesStückMusik! VÖ:26.4. /JazzSick Records JulesAhoi„Echoes“ Diesechsköpfige Band aus Köln wecktmit ihrerMusik dasFernweh.Sie klingt nach langenRoadtrips,Sonnuntergang undder leisen Melancholie desErwachsenwerdens. Indie- Folk,solässt sich derSound sicher am bestenbeschreiben.„Love LetItFlow“ lautetder Titeldes ersten Stückes, undimFlowtreibt mandie folgendenknapp 20 Minutenauf einerWelle Wohlfühlmusik,hin undwiederund sehr wohldosiert, immermal unterbrochen vonder stellenweise rauen, aufbegehrendenStimmedes Frontmanns–perfekter Soundtrack zum verträumt insWasserstarrenund über diegutealteZeit sinnieren! VÖ:24.5. /MOONBLVD. records Danny Latendorf„Color Your Life“ „ColorYourLife“ heißtdas Debütalbum des Singer-Songwritersaus Köln.Und bunt istdie musikalischeMischungauf derelf Songs starken Platte aufjeden Fall! DieMusik ist poppig, einwenig Blues hier,einePriseIndie- Rock da –einealtbewährte Mischung,die auch hier ihr Soll erfüllt.„Blindzuvertrauen“ so derTitel deserstenSongs,scheint Latendorfauch seinem gewählten stilistischen Pfad.Daran istauch nichts auszusetzen.Warum versuchen, sich vomaktuellen Einheits -Sound abzuheben, wenn mansichauch so gut einfügen undsolideseinDingmachenkann unddabei etwassoschön buntes undbeschwinglichesherauskommt! One EyeOpen „All TheLetters ICan Write“ Unglaubliche zehn Albenhat dieFolk-Rock- Band aus Düsseldorfschon aufdem Buckel. Auch derneuesteStreich bleibtdem altbewährtenSound treu. ImmerimMittelpunkt: Dietiefgründigen,manchmal melancholischenund streckenweise sehr berührenden Texteaus derFeder vonFrontmann Majo. Nichtseltenerinnertdas ganzeSetting an Altmeister wieTom Waitsoder LeonardCohen derenGröße natürlichkaumzuerreichenist.Trotzdem wähntman sich beim Hörender Platte durchaus so dann undwannauf einemverlassenenHighway,imCabriodurch denAbendwindfahrend,auf derewigenSuchenachdem Sinn deseigenen Seins. VÖ:17.5. „Stimmtso“:Elmäxund CONNY Plot-Twist DerPlotisback! DreieinhalbJahrenachihrem letztenRelease „Interrobang“meldensichdie Düsseldorferzurück. Am 10.5.erschien„Stimmt so“, einKollabo-Projekt mitder KölnerRap-CrewProjekt Gummizelle.Wir sprachenmit CONNYund ElmäxüberihreSchaffenspause und die „Stimmtso“-Attitüde. Ihr seid zurück!NachdreieinhalbJahren habt ihrein neue EP rausgebracht –wowart ihrdie ganzeZeit? C: Nach unseremletzten Albummussten wir unserstmal dieFrage stellen, wo wireigentlich hinwollen.WennSongs nichtmehr„vonallein“ aufs Blattfließen,ist es wichtigzuwissen, werman istund welche grundsätzlichen Aussagen manmit seiner Musikmachenwill.Für unswar es einfach an derZeit, dasmal herauszufinden. CONNY undElmäx warenalso garnicht wirklichweg –aberdas ProjektDer Plot hatuns Fragen gestellt, diewir nichtdirekt beantworten konnten. Warumhabtihr euchentschieden,erstmal eine „Pause“einzulegen? E: Das war eigentlich nieeineEntscheidung, sonderneinenatürliche Entwicklung. Wirhaben nach der‚Interrobang‘-LPzunächst direkt weiter Musikgemacht,wollten aber unbedingt etwasandersmachenals zuvor: uns neuerfinden, neue Wege gehen, Routinen ablegen.Man sollte im Kopf behalten: Wir haben in wenigenJahrenein Labelund einenMerchstoregegründet, zwei Albenherausgebracht,Tourengespielt; alsoeigentlich alles mitgenommenwas ging -und nebenbei noch gearbeitet. Wenn ichdaran zurückdenke,kommt es mir vorwie eine Plot-Blase. Ichfür meinen Teil fühltemichnicht mehr inspiriertund sehnte mich nach neuenEindrücken undAusdrucksformen. „Stimmtso“ –was steckthinterdem Titel? C: DieIdee war vonAnfangan, kein Mammut-Projekt daraus zu machen, sondern Songsentstehen zu lassen, dienicht notwendigerweiseeinen doppelten Bodenund mehrereMeta-Ebenen haben müssen. Vorallem weil es einKollabo-Projekt ist, bestandnatürlichdie Gefahr,dassaufgrundvon Kompromissenzwischen vier Leuten am Ende etwashalbgaresentsteht –das wolltenwir vermeiden,indem wir mitdieser„Stimmt so“-Attitüdean dieSongs gegangen sind. Was passiert alsnächstes? C: 2019 holenwir alles nach, waswir in denletzten Jahrennicht getanhaben. Nach „Stimmt so“gehteszurück insStudio, um an weiteren Releases für dasEndedes Jahreszuarbeiten. toc instagram.com/derplot 27 Foto: Der Plot

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