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Juni 2017 - coolibri Essen

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ESSEN LEBEN DES GALILEI

ESSEN LEBEN DES GALILEI SCHAUSPIEL VON BERTOLT BRECHT Premiere 24. Juni 2017 Vorstellungen 30. Juni; 6., 9. Juli 2017 Grillo-Theater A L T E N D O R F Gutes Gespann Doris Coßmannist gernemit Christian Fahnenstichunterwegs. Foto: Dominique Schroller Tickets T 02 01 81 22-200 www.theater-essen.de Engagierte Fahrer auf JobsuchestrampelnsichfürSeniorenab. Dieser besondereFahrdienst in Essen hat den Deutschen Fahrradpreis gewonnen. Ein abgefahrenes Projekt. Doris Coßmann lächelt zufrieden, als siewiedervor der Haustür ankommt.Sie hatden Ausflugdurch Altendorf sichtlich genossen.„Das war richtigschön,mal so durch dieUmgebunggefahrenzuwerden. Sonstkomme ich nichtsovielraus“, sagt dieBewohnerin deskatholischenSeniorenstiftsSt. Anna. Sieist zumerstenMal in eine Rikschagestiegen undbegeistert.„Das istein tollesProjekt.“ IhrFahrerChristianFahnenstichvon Radeln ohne Altertritt gernefür seinePassagiereindie Pedale. „Die Begegnung mitden älterenMenschenempfinde ich als Bereicherung.Sie sind so dankbar.Das istfür mich eine ganz neue Erfahrung“, berichtetder 52-Jährige.Er istderzeit aufder Suchenacheiner neuenArbeitsstelle unddankbarfür dieabwechslungsreiche Aufgabe. „Das macht mir richtigvielSpaß, da ichauch privatvielmit demRad unterwegsbin.“ Das bewegteBeschäftigungsmodell istbishereinmalig. DieIdeedes RadelnsohneAlter stammt aus Kopenhagenund hatinzwischen internationalNachahmer gefunden, doch andernorts steigen Ehrenamtlerfür ihre Fahrgäste in denSattel. „Essen istdie ersteKommune,die dasPrinzip als Arbeitsgelegenheitmit Mehraufwandsentschädigunganbietetund damitden Umweltgedanken miteinem sozialen Aspekt verknüpft“, sagt Projektleiter KarstenSchwanekamp(Neue Arbeitder Diakonie). Er bekommt inzwischen Anfragenaus ganz Deutschland zu denRikscha-Rundfahrten. „Allewollenwissen, wiewir dasmachenund derPreis hatfür zusätzliche 18

ESSEN Aufmerksamkeitgesorgt.“ Als Verantwortlicher gibtergerne Auskunft, denn er istvom Potenzialdes Projektesüberzeugt undmöchte, dass es mitmöglichst vielen NachahmernnochmehrFahrtaufnimmt.„Es lohnt sich,denndas Konzeptmacht nichtnur dieElektro-Mobilität im Stadtbild sichtbar,sondern erweitertsie um dasEngagementfür Senioren undeine Beschäftigungsmöglichkeitfür Langzeitarbeitslose.“ Täglich parken diederzeit neun Fahrerihre Elektro-Rikschas voreinem anderenSeniorenzentrum undladen dieBewohner zu einerzweistündigenSpritztourein.Die Routen sind vorher genau geplant. „Wir versuchen, denVerkehrzumeiden undsuchenbewusst nachbeschaulichen Strecken.Dabei haben wir immer einZiel. Das kann einWochenmarkt mitseinenGerüchenund Farben sein,das SchlossBorbeck oder dieRuhr. Dort legenwir eine Pauseein,reichen einGetränk undetwas zu knabbern,bevor es weiter geht“, berichtetStefanMüller.Der gelernte Schreiner istseitacht Monaten Teil desTeams. Fürihn hatsichseitdem vieles verändert.„Als Arbeitssuchender,der oftauch nachdem Sinn sucht, erlebe ichdurch dieZufriedenheitder Passagiere eine hohe Anerkennung.Das istfür mich ein großer Anreiz. Da ichdeutlich mehr aufdem Radunterwegs bin, als früher, binich körperlich fitter underfahre meineStadt auch noch einmal ganz anders.“ DenKontakt zu denGästengenießt der52-Jährige besonders. „Deshalb freue ichmichimmer schonauf dienächste Fahrt.“ Große Verantwortung Markus Koch geht es ähnlich.Als dieAnfrage vomJobcenter kam, sagte der50-Jährige sofort zu.„Denn ichfahre sehr gerneRad undfinde es schön, mitden älterenLeutenunterwegs zu sein.“ Anfangs war ihmallerdingsauch etwasmulmig.„Es isteinegroße Verantwortungund gerade im dichtenVerkehrmüssenwir immer hochkonzentriert sein.Dochmit derZeitbin ichlockerer geworden.“ DieResonanzder Fahrgäste istein zusätzlicher Antrieb. „Das war eine sehr schöne Abwechslung, draußenan derfrischen Luft zu sein.Daich aus Altendorfkomme,habeich vieles noch wiedererkannt“,sagtUrsulaMolzer. Fürdie 79-Jährige war es der ersteAusflugineiner Rikschaund siekann sich gut vorstellen,beim nächstenMal wieder dabeizusein. „Auf jedenFall möchteich dasgerne wieder machen.“AnnaSchwarzist ebenfalls begeistert.„An demSee,an demwir vorbeigefahrensind, war es sehr schön. Wirwareningemächlichem Tempounterwegs unddas hatgut getan“,berichtet die93-Jährige. In denEinrichtungen istdas neue Angebotsehrbeliebt undviele Bewohnerkönnen es kaum erwarten, bisdie Rikschas wieder vorihrerHaustür parken,umsie abzuholen. „Das istebenmal etwasganzanderes“, sagt Doris Coßmann und lächelt zufrieden. Dominique Schroller TOM ODELL. MILKY CHANCE. SHOUT OUT LOUDS AMANDA PALMER & EDWARD KA-SPEL VON WEGEN LISBETH. RY X. BUKAHARA. THE SLOW SHOW GIANT ROOKS. HELGI JONSSON & TINA DICO. FIL BO RIVA. JESPER MUNK. KILIANS HONIG (SOLO) & FREUNDE. WHY?. LUBOMYR MELNYK. FEDERICO ALBANESE. GURR MARIO BATKOVIC. MAMMAL HANDS. THE LYTICS. LEIF VOLLEBEKK. HOLLOW COVES. U.V.A. WWW.TRAUMZEIT-FESTIVAL.DE DasProjekt istam1.Juli2016mit acht Fahrernins Rollen gekommen. Künftigsollenes15sein. DieFlottevon vier Rikschas soll um weiteredrei Fahrzeuge erweitertwerden. Dieverschiedenen Modellegeben auch Menschenmit BehinderungeneineMitfahrgelegenheit. Damit die Fahrer auch bergaufnicht die Kräfte verlassen, bekommen sieUnterstützung ausder Steckdose. „Künftigwollenwir die Akkuleistung noch aufstocken“, sagt Fachanleiter PeterWefing. Er betreutdie Fahrer undmöchte langfristig denRadius noch ausweiten. „Damit wir noch mehr Seniorenheimeerreichen können.“ Derzeitfährt das Team zehn Einrichtungenan. Für sieist derService kostenlos. „Wir bekommen auch vieleprivate Anfragen, doch die können wir leider nichtberücksichtigen“, erklärtKarsten Schwanekamp.Ergehtdavon aus, dassdas Projektauchüber denbisherbewilligtenZeitrahmen(21.März2018) hinaus weitergeht. „Denn es istsinnvoll, in solche Ideen zu investieren.“ DIE STARS S AUS ABBAMANIA & ABBA B A GOLD LIVE ON STAGE! 19

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