Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
Aufrufe
vor 3 Jahren

Juni 2017 - coolibri Düsseldorf und Wuppertal

  • Text
  • Wuppertal
  • Jazz
  • Dortmund
  • Sucht
  • Festival
  • Musik
  • Urlaub
  • Krefeld
  • Neuss
  • Charts

INTERVIEW M e d i a l e

INTERVIEW M e d i a l e Z e i t g e n o s s e n Die JuliaStoschek Collection feiert im Juni ihr zehnjähriges Bestehen.ImInterviewmit Nadine Benekespricht JuliaStoschek darüber, wiesie der Kunstamliebsten begegnet. Außerdem verrätsie,wie ihreFreundesie beschreiben würden undwas dieBesucher bei der Jubiläumsausstellung „Generation Loss“ erwartet. Blick in dieAusstellung GENERATION LOSS -10YEARS JULIASTOSCHEKCOLLECTION Frau Stoschek,wir gratulierensehrherzlichzum zehntenGeburtstagIhrer Sammlung!Was wünschen Siesichfür die Zukunftder JuliaStoschekCollection? VielenDank!Ich binsehrstolz aufdas,was ichzusammen mitmeinen Mitarbeitern hier in Düsseldorfund später in Berlin aufgebauthabe. Die Zukunft istaberimmer nurdenkbar mitdem Blickauf dieVergangenheit! Ichwar damals dieErste,die ihreSammlungder Öffentlichkeitzugänglich gemacht hat. Rückblickendist meineVision, einHaus für diezeitbasierte Medienkunstzuetablierenmehrals aufgegangen. Aber wir stehen erst am Anfang! Zehn Jahre sind historisch geseheneinekurze Zeit undich wünsche mir,dasssichdie Sammlungweiterhin so gut entwickeltund ich noch vieleAusstellungsprojekte sowohl hier,als auch mitinternationalen Kooperationspartnernrealisierenkann! Siehaben einmal gesagt,IhreCollection fungiere als„Zeitkapsel“, die das Gedächtnis Ihrer Generation reflektiere. WiewürdenSie die Entwicklung Ihrer Generation in den vergangenen zehn Jahren beschreiben? Das isteinesehrpolitischeFrage.Ich 6 kann dieseFrage nuraus derSicht 6 einerSammlerin beantworten: Unsere Gesellschaftist durchdie Digitalisierunginden letztenzehnJahrendeutlich dynamischer geworden.Veränderungen werden schnellervollzogen,sindaberauch genausoschnell wieder vonder Bildflächeverschwunden. Ichdenke dasist einwesentliches Merkmal unsererZeit, dieseSchnelllebigkeitoderFlüchtigkeit. WiewürdenSie denWandelinder Rezeption vonMedienkunst beschreiben? Kunstist mehr denn je in unsererWahrnehmungverankertund hatsich zurkulturellen Leitindustrieentwickelt, dasist auch in anderenBereichen festzustellen. Wasdie Medienkunstangeht, gibtesenormeVeränderungen, vorallem in derPräsentation!Videoswerdennicht mehr,wie früher üblich als Anhängsel vonInstallationeninAusstellungenpräsentiertund auch dieZeitder BlackBox isteigentlich vorbei.Eswirddem Besucher allesinallem leichter gemacht diesespezielle Kunstgattungzuerfahren. Wie sortieren Sie, ganz generell, Ihre Kunst innerhalb der Sammlung? Es gibtkeine spezifischen Themenschwerpunkteinnerhalb derSamm-

INTERVIEW lung, wenn es dasist,was Siemeinen. Aber ichverstehedie Sammlungnicht als Ansammlung.Es gibtein stringentes Konzept, dasich schonvon Anfanganverfolge: MeineSammlunghat sich der Zeitgenossenschaft verschrieben,sämtliche WerkereflektierenihrenjeweiligenZeitbezug,aberimmermit demBlick aufdie historischen Positionen.Ich möchteauch dieHistorieder Videokunst in denAusstellungenabbilden.Gleichzeitigist mir wichtigdas Werk einesKünstlers zu durchdringen, alsoganze Werkgruppeneines Künstlers in dieSammlungaufzunehmen,und nichtnur eineinzelnesWerk. Mirist dasganzheitliches Verständnis derKünstlerwichtig. Wie suchen Sie Kunst aus, die Sie in Ihre Collection aufnehmen? Ichschauemir generell sehr viel an,die Kunstbegegnetmir überall –imMuseum, in derGalerie, aber am liebsten besucheich denKünstlerpersönlich im Atelier. Ihre Sammlung isteineder bedeutendsten zeitgenössischer Kunst. Dennochfallenbeispielsweise in nahezu allenArtikelndie Attribute„reich“ und„schön“ in Bezugauf Ihre Person. WiewürdenSie sich selbst beschreiben? Und wie Ihre Sammlung? Allereden über sich,aberkeinerhörtmehrrichtig zu.Ich bin, zumindestsagen dasmeine Freunde, eine guteZuhörerin.Die Sammlungversteheich als einArchiv vonZeitlichkeit. Ist es richtig, dass Sie keines Ihrer gesammelten Werke weggeben? Falls ja, aus welchem Grund? Bisher habeich nichts verkauft.Was ichinZukunft mache,davon lasse ichmichselbstüberraschen. Wenn irgendwann einSammlerkollege eine Arbeitmit mir tauschen wollen würde-würde ichesvielleicht tun. Und ist Ihre zweite Dependance in Berlin eventuell auch eine Möglichkeit, Platz zu schaffen? Ichseheeseherals eine Erweiterung, dievor allem programmatischer Naturist,denndie Räume bieten andere Möglichkeitender Präsentation. Foto: Simon Vogel WiewürdenSie die Kunststandorte Berlin undRheinlandbewerten? WorinähnelnSie sich?Welchen Unterschied nehmen Sie wahr? Das Rheinlandhat eine langeTradition,vor allem in Bezugauf dieRezeption vonKunst.Durch die Akademie undinsbesonderedie Dichte derInstitutionen hatDüsseldorfeineVielfalt, die, finde ich, einzigartigist in Deutschland. Berlin isteinesehrdynamischeStadt,inder sich momentan sehr viel verändert.Sowohl städtebaulich,als auch wasdie Kunstangeht. Viele Künstlerder Sammlungleben undarbeitenhier, dasfinde ichpersönlich sehr wichtig. DerAustausch mitihnen istinBerlin dadurch intensiver. Was bedeutet der Ausstellungstitel zur Jubiläumsschau „Generation Loss“ für Sie? DieAusstellungist sowohl einRückblick als auch eine Vorschau in dieZukunft desMediums. Wir wollen einHaus für dieKünstlersein, deshalb findeich es ganz besondersschön,dassauch ein Künstlerzum ersten MaleineAusstellungkuratiert.EdAtkinshat sich beider Konzeption derAusstellungnicht nurauf dieSammlung, sondernauch aufden Wandel unddie Entwicklungsgeschichte desMediumskonzentriert- dentechnischen,inhaltlichen undgesellschaftspolitischenWandel. Der Titelnimmt darauf Bezug, Generation Loss,der Generationsverlust istein Begriff, derbeideAspekte, alsodas Alte,das Vergangene undauch dasNeue für mich in idealerWeise wiederspiegelt. Auf welche Werke in der Ausstellung freuen Sie sich am meisten? Und warum? Natürlichauf alle!Auch weil wir diesmaleinePräsentation gewählt haben,die es so weltweit noch niegab.Esist eine Premiere in mehrfacher Hinsicht.Der Betrachter wirdauf eine bislangihm unbekannte Weise mit der Kunst in Verbindung gebracht. JuliaStoschek Foto: Peter Rigaud Noch einmal zu IhrerPerson: Es poppenimmer wieder Kommentare auf, die besagen, mankönnemitgenügendKapital im Hintergrund-ja leicht eine Sammlung aufziehen. WelcheRolle spieltder Neid in der„Generation Loss“? Neidist einBegriff, denich in diesem Zusammenhang nichtverwenden würde.JedeGeneration musssichkonfrontieren mitder Vergänglichkeitder jeweiligenIdealeoderVorstellungeneiner vorherigenGeneration. Auch ichhinterfrage mich immer wieder undbin jedenTag dankbar undglücklich, dass mir die Möglichkeit, eine solche Sammlung aufzubauen, eröffnet wurde. Generation Loss 10 JahreJulia Stoschek Collection Düsseldorf: Eröffnungam10.6.,11-17 Uhr 10.6.17-10.6.18Julia Stoschek Collection,Düsseldorf julia-stoschek-collection.net

coolibri Magazine 2020

coolibri Magazine 2019

coolibri Magazine 2018

coolibri Magazine 2017

edition coolibri

Ruhrgebeef No. 8 - Leseprobe
Ruhrgebeef No7 - Leseprobe
Ruhrgebeef No6 - Leseprobe
Backmagazin
Ruhrgebeef No5 - Leseprobe
Ruhrgebeef No4 - Leseprobe
Leseprobe: Ruhrgebeef - Vol 2
Landtagswahl NRW 2017
coolibri Campus NO 02