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Juni 2017 - coolibri Dortmund

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DORTMUND I N N E N S T A

DORTMUND I N N E N S T A D T - W E S T Julian Steckertund FeramezDurmus verbindet die LeidenschaftfürUhren. Die beiden Studentenwolltendie Schmuckstückejedoch nichtnur am Handgelenk tragen, sondern selbst entwerfen. Beim Armband entschieden siesichfürExotik: Es bestehtaus Ananasfasern. Nachhaltig ticken Feramez Durmus undJulianSteckerthaben ihrerstesModellgemeinsam entworfen. Foto:Dominique Schroller Täglich schauenwir mehrfach aufdie Uhr, sehenwie unsere Zeit verrinnt undrennenihr hinterher.Das LebenohneStunden, Minutenund Sekundenist für vielenicht mehr vorstellbar.Für Julian Steckertund Feramez Durmus sind Zeiger undZiffernblattamHandgelenkallerdingsmehrals Messgerätefür denTagestakt.Die beiden Dortmunder tragen sieals Schmuckstück. „Uns faszinierteinerseitsdas ThemaZeitund andererseits diepersönlicheBindung.MeinGroßvatertrugimmer dieUhr seines Vaters, diefür ihneinen ganz besonderen Wert hatte“,berichtet FeramezDurmus. „Wir Männer haben beimodischen Accessoiresauch nichtsovielAuswahl“,ergänzt Julian Steckert. Ihmist es daherganzund garnicht gleichgültig, waserunter HemdsärmelnoderPullibund trägt.Ein Statussymbol mussesnicht sein,ein Blickfangschon.„Eingutes Design istwichtig“, sagt der27-Jährige.DaGeschmackaberAnsichtssache ist, haben diebeidenStudentennicht nureinen Zeitanzeiger für daseigeneHandgelenk entworfen,sondern daraus auch gleich einGeschäftsmodellentwickelt. Im Internet können sich dieKundenihr Schmuckstückindividuellkonfigurieren unddann bestellen. „Vor sechsWochensindwir als Kickstarteronlinegegangenund haben im ersten Monat schonmehrals 200Exemplare verkauft und30000 Euro verdient“, sagt Julian Steckertmit hörbarem Stolz. Im Juni soll dieerste 18

DORTMUND Lieferungumden Globus gehen, denn dieAbnehmer sitzen in Neuseeland,Kanada, Dubai undNew York. „Das istschon unglaublich, was wir da in unseremWG-Zimmer losgetreten haben“,sagtFeramez Durmus.Der 24-Jährige hat eigentlich mitseinemStudium derWirtschaftswissenschaftengenug zu tunund sein Freund istmit demAbschluss im Wirtschaftsingenieurwesenbeschäftigt. „Zeitlich istesschon sehr eng.Alsoschlafen wir weniger, aber es macht auch sehr viel Spaß“, sagt Julian Steckert. Das eigeneUnternehmen istihr Plan für dieZukunft. „Wir setzen da aufdas Alles-oder-Nichts-Prinzip“, sagt dereine, „esist unsere Idee,die wir wachsensehen wollen“, betont derandere. Zusammen haben sieinden vergangenen15Monaten viel in deneigenen Erfolg investiert.Denn vonder ersten spontanenSpinnerei biszum Prototypen vergingennicht nurMonate, es gab auch einige Grundsatzentscheidungenzutreffen. „Ein großes Themawar dasArmband. Diemeistensindaus Leder. Doch als wir unsintensiver damitbeschäftigthaben,wie dieses Material produziert wirdund welche Konsequenzen das für Mensch undTierhat,kam es für unsnicht mehr infrage“,betontJulian Steckert. DieSuche DerIdeeeinen Namenzugeben,fielJulianSteckertund FeramezDurmusalles andere als leicht. Nach tagelanger Sucheund unzähligen verworfenen Vorschlägen,bastelten siedie Firmenbezeichnung schließlich ausihren beiden Vornamen zusammen. „Als wir sieaufgeschriebenhaben,war Lian undMéz die logischeKonsequenz. Wir habenvorhervielzukompliziert gedacht.“ lian-mez.com nachAlternativen gestaltete sich jedoch schwierig. „Wir haben eine Variante aus Papier probiert,die erwies sich jedoch als wenighaltbar“,erinnertsichFeramez Durmus.Bei ihrer RechercheimNetz stießendie Gründerschließlich aufeinen Artikel über Ananas-Fasern. „Die Blätterunter derFruchthaben bisher keine Verwendunggefunden. Eine FirmainLondonhat jedoch einVerfahrenentwickelt, dieFasernzu trocknen undmit Milchsäurezueinem textilähnlichen Gewebe zu verarbeiten.“ Dieerste Anfrage derbeiden Dortmunder blieb unbeantwortet,dochdie Jungunternehmerhaktennach, bestellten einTeststückund ließen daraus einArmbandfertigen. Das festeMaterial mitder lederähnlichen Textur undder textilen Haptik ließ sich nichtnur färbenund nähen,es war auch tragbar. Beiden Uhrmachern,die Zifferblattund Gehäuse produzierensollten,erntetendie Nachhaltigkeitspioniere mitihrenAnanasbändernerheblicheSkepsis. „Die meisten warenalteingesessene Betriebe mitlangerTradition undwenig Sinn fürausgefalleneStart-up- Ideen.“Schließlich fand sich eine kleine Manufaktur miteinem jungen Team,das bereit war, dasWagnis einzugehen.Das Uhrwerklieferte einUnternehmen aus derSchweiz. „Der direkteKontakt zu unserenPartnernwar unssehrwichtig.DennNachhaltigkeitbedeutetfür unsneben denentsprechendenRohstoffen auch faire Arbeitsbedingungen, gerechte Bezahlung undein klimaneutraler Versand.IndiesenPunkten wolltenwir keine Kompromisse eingehen“, betont FeramezDurmus.Trotz sorgfältigerAuswahlund intensiver Absprachen,entsprach daserste Modell nicht denVorstellungender Dortmunder Designer. „Esist eben doch etwasanderes,obman ein Produkt aufdem Bildschirmsieht oder in der Hand hält. Wirhattensoetwas vorher auch noch niegemacht“, sagt Julian Steckert. Gemeinsammit seinem Partnerveränderteerdas Ziffernblattund verschlanktedas Gehäuse,bis eine zeitlose Basisvariante geborenwar,die sich nachBeliebenverwandeln lässt.InschlichtemSchwarzoderedlem Braunist sieein eleganter Begleiter, miteinem Band in Gold oder Silber garantiert sieeinen glänzenden Auftritt. „EslassensichganzverrückteModelle damit generieren –nicht nurfür Männer“, verspricht Julian Steckert. Sollte ihr Produkt einErfolgwerden, denken diebeiden Unternehmerbereits an eine ErweiterungihrerPalette. Siekönntensich gut vorstellen,aus denAnanasfasern künftig auch TaschenoderSchuhefertigenzulassen. Doch alles zu seiner Zeit. Dominique Schroller DieUhren mitDortmunderDesign. Foto:DominiqueSchroller programm 2017 halbjahr 02 Das neue Programmheft 2/2017 Die VHS Dortmund startet mit über 1.745 Veranstaltungen in das zweite Halbjahr 2017. Das Programmheft bietet neben den Klassikern aktuelle Trends u. a. in den Bereichen: • Körperschulung, Bewegung • Kochen und Ernährung • Sprachen • Politik, Gesellschaft, Ökologie •MSOffice, ... Vielfalt erleben www.vhs.dortmund.de 19

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