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Juni 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K U N S T O B E R H A U

K U N S T O B E R H A U S E N Autodidaktin der Eleganz Angefangen hat sie als Reisereportagefotografin zwischen 1932 und 39, doch berühmt geworden ist Regina Relang mit ihren Modefotografien. Heute gilt die 1906 geborene Fotografin, die die meiste Zeit ihres Lebens in Paris und Münschen verbrachte, als die bedeutendste Vertreterin ihres Faches in Deutschland. Bessie Becker um 1961 Fotos (2): REgina Rlang/Münchner Stadtmuseum Sammlung Fotografie Archiv Relang Schon vor dem Zweiten Weltkrieg begann sie sich auch mit Mode zu beschäft igen, doch erst in der Nachkriegszeit konnte sie sich ganz dem Thema widmen. Und das mit enormem Erfolg. Auch weil Relang, ausgehend von ihren Erfa h- rungen in der Reportage, Mode als das inszenierte, was es im zerstörten Deutschland und Sylvia Dakis an einer Baustelle, 1959 52 Europa war: ein Neuanfa ng, ein Aufbruch und ein neues Lebensgefühl. In den 50er und 60er-Jahren war Eleganz noch das bestimmende Kriterium der Mode, bevor sie in den 70ern durch einen grellen revolutionären Gestus aufgelöst wurde und dann mit den Provokationen der 80er, die die Frau als schulterpolsterbewährte Aliens inszenierte, endgültig verschwand. Regina Relang zeigte die Eleganz ihrer Zeit zunächst als Einbruch in eine Welt, der die Schönheit abhanden gekommen war. Oft - mals finden sich die Mannequins in ganz alltäglichen Situationen wieder, wo sie wie plötzlich aufgetauchte Lichtgestalten aus einer anderen Welt erscheinen. Es war die Verheißung einer neuen Zeit, in der die Frau wieder einfa ch schön und glamourös sein sollte, während in den Städten noch mühsam die Kriegszerstörungen beseitigt wurden. Erst später ging Relang zur reinen Studio-Fotografie über. Ihre Fotos erschienen weltweit in Magazinen. Sie arbeitete sowohl für die französische wie auch die britische und amerikanische Vogue, für Harper’s Bazaar und Bild der Frau. Im Jahr 1958 waren acht der zwölf Titelbilder der Zeitschrift „Madame“ von Relang. So ist die Fotografie von Regina Relang weit mehr als nur geschickte Modeinszenierung, sondern prägte auch das Frauenbild ihrer Zeit in Deutschland und darüber hinaus. Ihr Nachlass mit rund 10 000 Fotos befindet sich heute im Münchner Stadtmuseum. Die wissenschaft liche Sichtung dieses umfa ngreichen Werkes ist noch recht jung und war die Basis dafür, dass das Werk Relangs wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte. So kommt es, dass jetzt erst zum ersten Mal jenseits des süddeutschen Raumes eine um- fa ngreiche Ausstellung zu sehen ist. Und das unweit einer wichtigen Station in Relangs Biografie. Denn die in Stuttgart geborene studierte zunächst an der Werkkunstschule Krefeld Malerei, bevor sie sich als Autodidaktin die Fotografie zu eigen machte. Vermutlich auf Anregung ihrer Schwester Urs Lang-Kurz, die bereits vor ihr eine Ausbildung als Fotografin absolviert hatte. Honke Rambow Regina Relang,Insz enierte El eganz Reportage- und Modef fo tograf fi e vo n 193 0 bis 1980: bis 18.9. Ludwi ig Galerie Oberh ausen; ludwi ig galerie.de

K U N S T H A G E N Es wird wieder gemalt Gro oß e inte rn ationale Ku nste ve nts wi e die Documenta ve rm itte te ln seit vi elen Jahren den Ei n- druck, die Malerei sei tot. Überall Installation, Vi id eo und – vo r allem in den letz te n Jahren – soz iale Skulp tur, am liebste n partiz ip ativ, te m- porär und orts sp ez if fi is ch. Die Malerei, die im 20. Jahrh undert mit Ku bis mus, Abstraktion, konkrete r und konzeptueller Malerei bis hin zum Monochro men so nachhaltig die Wa hrn ehmung der We lt analy sierte und prägte , scheint ein alte r Hut zu sein. Kunstmarkt und Galerien zeigen da ein ganz anderes Bild. Hier ist die Malerei gerade in den letzten zehn Jahren so lebendig und begehrt wie schon lange nicht mehr. Was vielleicht noch überraschender ist: Besonders Gegenständliches steht wieder hoch im Kurs. Gerhard Richter ist gerade auch deshalb wohl der höchst dotierte lebende Künstler. Und Neo Rauch und die Leipziger Schule mit ihren explizit erzählerischen Bildern sind einer der größten Hypes des noch jungen 21. Jahrhunderts. Auf der einen Seite der neuen Gegenständlichkeit steht genau dieses Erzählen von oft traumartigen Geschichten, die durch die unbegrenzte Möglichkeit der Malerei Unerwartetes ganz Nadege #3 von Martin Schnur selbstverständlich zusammenführen. Auf der anderen Seite nutzen Künstler die Gegenständlichkeit, um über Wahrnehmung nachzudenken und kombinieren sie mit konkreter oder konzeptueller Malerei. Der Gegenstand koppelt dabei die reine Malerei mit der Alltagswahrnehmung und verursacht beim Betrachter einen unmittelbaren Erkenntnisprozess über seine eigenen Sehgewohnheiten und löst im besten Fall ein Bewusstsein darüber aus, wie sehr er selbst an der Konstruktion der Wahrnehmung beteiligt ist. Arbeiten von vier Künstlern Das Osthaus-Museum zeigt nun unter dem Titel „V on geheimnisvoller Schönheit“ Arbeiten von vier Künstlern, die figurativ malen und dabei beide Herangehensweisen repräsentieren. Der Tiroler Robert Freund gehört mit seinen oft neonbunten, surrealen Bildern zu den Erzählern. Der Österreicher Martin Schnur teilt seine Bilder in einzelne Flächen auf, in denen Landschaft , Teppiche und Architekturelemente kombiniert werden. Die Menschen in seinen Bildern dienen dabei als Bezugspunkt, die die Bildflächen zu surrealen Raumkonstruktionen werden lassen. Der in Berlin lebende Benedikt Richert, konstruiert aus wenigen figürlichen Bildelementen oft - mals fa st poetische Szenarien und kombiniert unterschiedliche Maltechniken, die von bewusst ungelenk bis zu hochartifiziell reichen. Die Linzerin Andrea Lehmann zeigt in ihren oft skizzenhaft en Bildern Kombinationen aus bekannten Motiven, zwischen denen sich beinahe philosophische Beziehungen ergeben. HR „Vo n geheimnisis vo ller Schönheit“: 28.5. (Er öf ff f- nung), 29.5.–24 24 .7. Osthaus Museum, Hagen; osthausmuseum.de Foto: Daniela Beranek Regionaler Partner der KlimaExpo.NRW klimametropole RUHR 2022 KLIMAWOCHEN RUHR 2016 10 Wochen 4. April–19. Juni >> Programm unter www.ruhr2022.de 53 Kommunen/Kreise 250 Events

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