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Juni 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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T H E A T E R D O R T M

T H E A T E R D O R T M U N D Das eine. Die Borderline Prozession: Entlang des Prozessionswegs. Und das andere. Foto: Marcel Schaar Ein Kiosk, eine Bushaltestelle, ein geparktes Auto, ein vergitterter Eingang, rotes Puff - licht. Andererseits eine Handvoll Wohnungen, von einer die Küche, von einer das Bad, ein Pool, eine Dachterrasse. Darin, darauf, dazwischen Menschen, die sich wortlos ihren Ritualen hingeben. Theater ist das unbedingt, aber … Würde jemand wie David Lynch die „Lindenstraße“ inszenieren, und zwar ohne Textbuch, könnte so etwas wie der erste Teil der „Borderline Prozession“ herauskommen. Auf Krawall gebürstet, vielleicht auch der zweite. Den dritten eher wohl nach quälendem Schlafentzug. Ein Beispiel: Wo anfa ngs im Bad etwa liebevoll gereinigt wird, herrscht nach der Pause obsessives Scheuern und schlussendlich: Leere. Alle Plätze haben eingeschränkte Sicht, der Zuschauer verpasst das meiste, erhascht aber immer wieder kurze Augenblicke der gleich gewichteten Nebenschauplätze auf den Videoleinwänden. Kay Voges hat den Ausweichspielort „Megastore“ in Hörde nicht als eine Guckkastenbühne eingerichtet, sondern als derer sehr viele. In der Pause setzt man sich um oder nicht – überraschend lebensnah ist das Gefühl, man würde anderswo vielleicht mehr erleben … Gleichwertig fa st mit dem Bühnengeschehen die über die Lautsprecher geplärrten und auf den Leinwänden nachlesbaren Texte. Wenn hier so etwas Banales steht wie „Wie zusammen leben?“, dann ist auch das mindestens vom Philosophen Roland Barthes. Copy & Paste als Stilmittel, immer ein bisschen angeberisch, nie weniger als unterhaltsam. Desgleichen die Musik: Philip Glass, Tuxedomoon, Radiohead, David Bowie, Gustav Mahler. Und, was soll das Ganze? Keine Ahnung! Aber der Inszenierung, dem Dortmunder Ensemble und den beteiligten Schauspielstudenten gelingt es, dem Zuschauer für jeden nachfolgenden Theaterbesuch eine Idee von dem zu geben, was möglich gewesen wäre. Über die Frage, ob das nun ein Gesamtkunstwerk ist oder bloß eine spitzbübische Collage, mag jeder selbst entscheiden. Andreas Lammers Borderline Pr ro oz ession: 11.6., 1.7. 7, Megastore, Dortmund PREMIEREN IM BOCHUM 8.6. Der mechanische Prinz nach Andreas Steinhöfel (R: M. van Boxen), Kammerspiele 15.6. Regiewerkstatt 2016: Warm:Sicher (R: Luca Hennig), Theater unten CASTROP-RAUXEL 10.6. Buddy – The Buddy Holly Story von Alan Janes (R: Ralf Ebeling), Parkbad-Süd, WLT 48 DORTMUND 26.6. Zugekifft ft von Sabrina Ullrich nach Wolfram Hänel (R: Ellen Schulz), Studio WLT 3.6. Say it loud – Stories from the brave new world (R: A. Wrosch), Kinder- und Jugend-theater 9.6. Movie Stars* (R: S. Jasinszczak), Schauspielhaus 11.6. *L*echts & *R*inks – kann man(n) nicht ve*l*wechse*r*n von Mark Hoskins (Ch: M- Hoskins), Ballettzentrum im West-fa - lenpark; 24.6. Hinter dem Dazwischen / Ta g 8 (R: Felix Bürkle, Inga Waizenegger), Kinder- und Jugendtheater DUISBURG 4.6. What Next? von Elliot Carters, Trouble in Ta hiti von Leonard Bernstein (R: T. Torell, Philipp Westerbarkei), Theater Duisburg 17. 76. Eigengrau von Penelope Skinner (R: E. Zitta), Foyer III, Theater Duisburg 18.6. Yo ung Moves (Ch: L. Rachedi, Michael Foster, Wun Sze Chan, A. Pinet, B. Randzio, So-Y Ye on Kim), Theater Duisburg ESSEN 4.6. Il barbiere di Siviglia von Giacchino Rossini (R: J. P. Gloger), Aalto-Musiktheater; 25.6. Maria Stuart von Friedrich Schiller (R: A. Bergmann), Grillo-Theater

T H E A T E R Die Glasmenagerie: Gabriella We ber als Laura und Simone Th oma als Amanda, Verreiste Hoffnungen Ei n Bahnhof fs abschnitt mit Absp err rg itte te rn , Pl astikp lanen, Ko of ff fe rn und Bänken. Dann eine Laut- sp recherdurchsage, geräuschvo ll rast ein Zu g vo rb ei, Zu stieg ausg eschlossen. Die Sz enerie vo n Adriana Ko cij an is t Sinnbild fü r die Auswe g- losig keit der Fa milie Wi ngf fi eld. Mutter Amanda vegetiert mit ihren in die Jahre gekommenen Sprösslingen Tom und Laura an diesem verlassenen Ort. Der Vater ist schon vor einiger Zeit abgehauen, seitdem lebt jeder in seiner Vorstellungswelt. Simone Thoma inszeniert „Die Glasmenagerie“ von Tennessee Williams und verkörpert selbst die Figur der Amanda. Mit verhärmter Gestik und überschminkten Grimassen ausstaffiert, ist ihre Lebensenttäuschung in Sarkasmus umgeschlagen. Sie, die einst so begehrte Grande Dame verkauft nun Abos des Magazins „Der Hausfreund“ am Telefon und muss dabei gegen lärmende Züge anschreien. Wie die Schauspielerin sich für diese Anrufe in Schale schmeißt, reizt zum Lachen. Ja, nobel geht die Welt zugrunde. Die Schauspielerin schwingt gekonnt zwischen Frust und Selbstironie hin und her, das Emotionskarussell dreht sich unaufhaltsam. Toll, wie sie die Realitätsebene mit grotesk choreografierten Szenen durchbricht, dann wieder krampfhaft ft versucht, die Fassade aufrechtzuerhalten. Denn eine Amanda Wingfield lässt sich nicht unterkriegen. Ihren Sohn Tom (Albrecht Hirche) nervt sie entweder mit zu viel Fürsorge oder mit Vorwürfen, der wiederum seine Sinne mit Alkohol betäubt. Und dann wäre da noch das gehbehinderte Nesthäkchen Laura (Gabriella Weber), das auf einem gammeligen Bretterwagen über die Bühne rollt. Statt Glastierchen hantiert das Mädchen mit Eiswürfeln, vereiste Hoffnungen in einer kalten Umgebung. Ins hübsche Kleid gequetscht, versucht Amanda ihre Tochter mit Toms Arbeitskollegen Jim (Klaus Herzog) zu verkuppeln – ein Lichtblick? Lauras Ta nz mit den Krücken ist magischer Höhepunkt der Inszenierung, doch der Auserwählte ist bereits vergeben. Und der nächste Zug fährt donnernd vorbei. Ariane Schön Die Gl asmenagerie: 11.6., Th eate r an der Ruhr, Mülheim Foto: Joachim schmitz GELSENKIRCHEN 10.6. Die Fledermaus von Johann Strauss (R: C. Kirchmeier), Musiktheater im Revier 28.6. Move! 2016 (Ch: Junior Demitre, Xiang Li, R: S. Schwab), Musiktheater im Revier HAGEN 4.6. Der Rosenkavalier von Richard Strauss (R: G. Horres), Theater Hagen; 11.6. Gold! von Leonard Evers (R: J. F. Eggers), Lutz, Theater Hagen MÜLHEIM 3.6. Als gestern jedes heute noch das morgen war und jedes heute morgen schon zum gestern wird (R: D. Brnic), Theater a. d. Ruhr 5.6. Farm nach George Orwell (R: Julia Meschede), Junges Theater an der Ruhr 12.06, Animal nach George Orwell (R: Julia Meschede), Junges Theater an der Ruhr OBERHAUSEN 3.6. Imitation of Life von Kornél Mundruczó, Proton Theater (R: K. Mundruzcó), Theater Oberhausen 16.6. Lone Tw in: Big Town (R: L. Tw in), Außenprojekt, Theater Oberhausen

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