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Juni 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K I N O MADONNA Green

K I N O MADONNA Green Room | Start: 2.6. Foto: © Broad Green Pictures & SLAY ER Das Sommerkino steckt voller Überraschungen – wie zum Beispiel diesem harten Bonbon ohne soft en Kern, in dem eine Punkband mächtig Stunk mit einer Heerschar brutaler Neo-Nazis beko mmt. Deren Anführer spielt ausgerechnet Pazifi stenidol Patrick Stewart. Krasses Te il! Fasst man den Plot kurz zusammen (Punks spielen Konzert vor Nazischar und verschanzen sich nach böser Wendung ohne Ausweg im Green Room) klingt das gleich mal wie ein aberwitziges tarantinoeskes Szenario, in dem literweise Blut und schwarzer Humor fließen. Ganz so weit entfernt davon ist „Green Room“ nicht, dennoch schlägt der Film einen kompromisslosen Ton an, den man in dieser Art selten zu sehen bekommt. Ohne groß Metaphern zu schwingen oder mit moralischen Zeigefingern zu wedeln, geht der Film all seinen Protagonisten ans Eingemachte, kommt dabei zügig zum Punkt und hat nichts dafür übrig, irgendjemandes Nerven zu schonen. Der Plot ist dabei smart und simpel und braucht keine großen Kapriolen, um effektiv zu sein. So vermeiden sich auch die so oft in Filmen auft auchenden dummen Logiklücken, billigen Gimmicks oder klischeehaft en Wendungen. 44 Brillieren kann der Film aber nicht nur durch seine gnadenlose Geradlinigkeit, sondern auch durch eine Schauspielerriege, die sich in Höchstform spielt. Allen voran natürlich Patrick Stewart, eigentlich beheimatet in Diplomatenrollen wie der des Captain Jean-Luc Picard der Enterprise oder des X-Men-Anführers Dr. Charles Xavier. In „Green Room“ verkörpert er die gruseligste Form eines Nazis – die des intelligenten Strippenziehers, der Kneipen leitet und Workshops für Rassenbefürwortung organisiert. Insgesamt zeichnet der Film ein erschreckendes Bild von modernen Nazis, das ohne gängige Klischees und Verhohnepiepelungen auskommt und gerade deswegen weh tut. Den Menschen hinter dem Klischee hervorbringen kann auch Imogen Poots als schlechtfrisierte Skins-Braut. Ebenfa lls überzeugend: Anton Ye lchin, hier Mitglied der Punkband „Ain’t Rights“, sonst eher bekannt als Star-Trek-Crewmitglied Chekov. Regisseur Jeremy Saulnier lässt wie in seinem Vorgänger „Blue Ruin“ alles über stark gezeichnete, vielschichtige Charaktere laufen – auch wenn Genre und Plot des Films das Gegenteil erwarten ließen. Auch wie in seinen bisherigen Werken sind diese Charaktere nicht perfekt, weder geschickt noch kompetent, aber gerade deswegen echt und interessant. „Green Room“ macht keine Gefa ngenen, keine Kompromisse und keine halben Sachen und schafftft deswegen, woran etliche Filme dieser Ta ge scheitern – zu überraschen. Böse zu überraschen. US SA 2015, R: Jeremy Saulnier, D: Pa trick Ste wart, Anton Ye lchin, Imogen Po ots s, Alia Shawk at, Ca llum Tu rn er coolibri ve rlost 2x 2 Fr eikar- te n auf coolibri. i. de Lukas Ve ring

K I N O NOCH TICKETS VERFÜGBAR Sparkasse e Dortmund präsentiert: Hig h Rise | Start: 30.6. Einstürzender Neubau Basierend auf dem genauso eigenwilligen wie meisterlichen Roman „High Rise“ von J.G. Ballard von 1975 stürzt das gleichnamige Filmwerk nach etlichen Adaptionsversuchen nun auf die Kinoleinwände. Im Kern geht es um ein Hochhaus, in dem auf den höchsten Etagen die Oberschicht und auf den niedrigen die Unterschicht lebt. Ein Konzept für Gedanken über Gesellschaft sordnung ist es allemal. Unterstrichen wird vor allem, dass Klassensysteme genauso durchstrukturierte Konstrukte sind, wie es das Hochhaus mit seiner komplexen, erdrückenden Architektur ist. Der Film beginnt vielversprechend, entgleist aber und steigert sich von annehmbarer Konfusion in absolute Haltlosigkeit. Der wirre Zerfa ll spiegelt zwar vortrefflich die eskalierende Anarchie im Klassenbau wieder, macht das Zuschauen aber zur Herausforderung. „High Rise“ funktioniert als Konzept und Gesprächsthema nach der Kinovorstellung, als Film leider weniger. UK 2015, R: Ben Wh eatley, D: To m Hid dleston, Jeremy Iro ns, El is abeth Moss, s, Luke Ev va ns Foto: Aidan Monaghan, © DCM über filmpresskit.de Outside the Box | Start: 26.5. Yuppie Yuppie Ye ah Man stelle sich vor: Da fährt eine Gruppe völlig selbstabsorbierter Business-Y uppis zur Team-Building-Maßnahme in den Wald und wird zwischen solch beknackten Stationen wie dem Garten der Ambitionen oder dem Ufer der Niederlage plötzlich zum Opfer einer eigentlich gestellten, dann aber plötzlich sehr ernsten Entführung. Derweil versuchen die firmeneigene PR-Husche und der maßnahmenleitende Sozifuzzi die Probleme und die Presse in Schach zu halten. „Outside the Box“ malt ein wunderbar überzeichnetes Bild einer Gesellschaft im Optimierungswahn, verschwendet dabei aber etwas zu viel Zeit darauf, Erklärungen durchzuhämmern, statt die Überzogenheit als Stilelement zu nutzen. Trotz phasenweiser Holprigkeit und eher flachen Charakteren bietet der Film kurzweilige Unterhaltung mit schwarzem Humor, eine gute Handvoll Lacher und ein schönes Schmähgedicht auf die selbstgekrönte Businessriege. DE 2016, R: Ph ilipip Ko ch D: Vo lker Bruch, Ste ef fa n Ko nars ke, Lavi nia Wi lson, Vi cky Kr ieps, S. Fi nzi Foto: Arvid Uhlig, Wild Bunch Germany Frei eitag - Sonnn nnta tag 8. - 10. Juli 2016 Biergarte garten Tante Amanda Dortmund Eintritt: t: € 26,00 Ermässigt: € 16,00 alle preise inkl. vvk bei bedarf zuzüglich versandkosten Weitere Infos: Theate r Fletch Bizzel Werkta gs 1000 - 1800 Tel: 02 31 - 14 25 25 Online-Verkauf & Infos Vorverkauf: www.geierabend.de facebook.com / geierabend - Thea eate r Fletch Bizzel - Tante Amanda - LeserLäden der WAZ/WR

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