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Juni 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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M U S I K V O N H I E R

M U S I K V O N H I E R Der Bandname, der an jazzige oder bluesige Töne der eher ruhigen Art denken lässt, lockt auf die fa lsche Fährte: Das Er ik Lengows ki Tr io ist mehr Rock als Blues. Inspiriert vom großen Jimi Hendrix bedienen sich die Oberhausener auch bei jüngeren Phänomenen der Musikgeschichte und legen nach ihrem Sieg beim Bandcontest „Ausgezeichnet“ jetzt ihr Debüt-Album „No Way Back“ vor. Das setzt die Spielfreude der Band in energetische Songs um, während Rock, Blues und Funk mühelos zueinanderfinden. fa cebook.com/e riklengows kitrio Vi suell anspruchsvoll: Seven Arc Das Auge rockt mit VI I ARC (sp rich: Seve n Arc) sind Fa ns der gro oß en Geste . Die Ruhrg ebiets - band arb eite t auf ih rem Debütalbum „DΩXA “ mit harte n, ex xp erimente llen Gi tarr ensounds in japanis cher Rock-Tr adition, hüllt sich auf der Bühne in mystis che Ko stüme und lässt im Musikvi id eo zur Single „Laughing Masochis t“ nicht we nig Ku nstblut fl ieß en. Inga Pöting sp rach mit Sänger Ka y über die Hinte rg ründe. Wo her die Motiva tion, die Band in japanis cher Rock-Tr adition auf fz uz iehen? Ich bin mir nicht sicher, ob es dazu Motivation braucht, sich für einen musikalischen Stil zu entscheiden. Alle Mitglieder sind stark von japanischer Rockmusik beeinflusst, da diese einen Großteil der Musik ausmacht, die wir seit unserer Jugendzeit hören. Dementsprechend haben wir nicht den Stil ausgesucht, sondern der Stil hat sich uns quasi aufgedrängt. „Wir sind stark von japanischer Rockmusik beeinflusst.“ Ihr nennt euer Genre „Vi is ual/ /A lte rn a- tive Metal“. Wa s ste ckt dahinte r? Wir machen Metal, aber abseits aller hier anerkannten Metalsubgenres. Deswegen das Alternative vor dem Metal. Das Visual haben wir hinzugefügt, da das Visuelle bei uns eine tragende Rolle spielt. Ich finde es aber immer schwer, Musikstile zu erklären. Wenn die Leute das nicht unbedingt bräuchten, würden wir unserem Stil auch eventuell gar keinen Namen geben. Mir wäre es viel lieber, wenn es einfa ch der Stil von VII ARC wäre und nicht irgendein Metal, Rock, Core oder Ähnliches. Wa s gehört zu eurem Bandkonzept? Wie betrachten das alles nicht als alleine für sich stehende Komponenten, sondern eher als ein großes Gesamtkunstwerk, welches sich aus verschiedenen Mosaiksteinen zusammensetzt und nur komplett ein wirklich sinnvolles Bild ergibt. Für uns klingt die Musik einfa ch so, wie sie klingt. Kostüme müssen einfa ch gut aussehen und zu jedem Einzelnen von uns passen. Dies ist einfa ch eine weitere Ebene unseres künstlerischen Ausdrucks. Die Bühnenshow muss zur Musik und den Outfits passen und das Ganze dann visuell anspruchsvoll auf die Bühne bringen. Live : 28.5. Alte s Ki no, Bottro p; vi iarc.net Foto: /Patrick Bode /Seven Arc Im Ph ony Cl ub ist der moderne Mensch grundsätzlich richtig – das versprechen die Bandmitglieder. Ihr Album „And Gently I Kill“ ist geprägt von Fatalismus und Hoffnung, kühlen Sounds und warmer Stimme, eigener Note und Verwandtschaft mit großen Post- Rock-Bands. Oder, um es mit den Worten von Phony Club zu sagen: Es „überlässt der Banalität die Bühne, spielt Erwerbsleben als Welttheater, tanzt den Acht- Stunden-Ta g im Viervierteltakt“. Unbedingt hörenswert! phonyclub.com Schnörkellose Punkrocksongs wechseln sich auf der EP „Beast“ der Lüner Band Shock Out mit ruhigeren Nummern ab. Insgesamt gehen die fünf Stücke temporeich nach vorne und erhalten sich dabei einen sympathischen Live-Sound, der klar erkennen lässt, dass die vier Tw enty-Somethings die Bühne dem Proberaum vorziehen. Welche Gestalt das Biest von Tonträger letztendlich annimmt, sei derweil dem Hörer überlassen – Inspiration liefert das Auge auf dem Cover, gezeichnet von einer befreundeten Künstlerin. shock-out.de Während so manche Punkband mit der Bedienung der Instrumente kämpft , will Marius Ti llyly sich bewusst „nicht als Instrumentalist in Szene setzen“. Der Bochumer kommt eigentlich aus dem Bluesrock und einer festen Bandformation, tut sich mit dem Album „Nebula Rising“ jetzt aber vor allem als Songwriter hervor. So ganz sagt er sich dabei nicht von seinen Wurzeln los: Einzelne Nummern erinnern an minimalistische Bluesrocker wie die Black Keys oder Jack White, während es dynamisch basst und scheppert. mariustilly ly .com „Wer in Duisburg lebt, dem fa llen die Worte vor die Füße“, findet Kennel, Sänger der Band Tr esenro cker. Die setzt auf deutsche Texte und rohe Rocksounds verschiedener Jahrzehnte.Die Mitglieder stehen zum Teil schon seit 30 Jahren auf der Bühne, sind aber nach wie vor „Hoch Motiviert“, wie das Album verrät. Trotzdem können sie sich von einer gewissen Nostalgie nicht freimachen. Das zeigt neben der Kassette auf dem Cover auch so manche Textzeile. fa cebook.com/Tr esentocherb and ip

A L B E N D J S H A D O W V O L B E A T T H R I C E The Mountain Will Fall Mitte der 1990er-Jahre besaß DJ Shadow einen gottartigen Status. Niemand konnte echte Beats, intelligente Samples und einen jazzartigen Flow zu so einer tanzbaren Hip-Hip-Expertise zusammenkleben wie dieser Musikmagier aus Kalifornien. Auch seine Live-Sets sind magisch: Shadow sitzt in einer Kanzel und swingt sich durch die Big-Beat-Geschichte. Sein neues Album ist eine lässige Soundscape-Revue, die Abstract-Hip- Hop sehr intelligent mit epischen Klangwelten und modernem Straßenrap verknüpft. Formidable! Mass Appeal/Groove Attack Seal The Deal & Let’s Boogie Wenn Volbeat-Frontmann Michael Poulsen und Lead Gitarrist Rob Caggiano in Interviews über die musikalische Klasse von Rainbow oder Johnny Cash schwärmen, liest sich das auf dem Papier immer super. Coole Typen mit richtig schwärmerischen Ansichten machen einfach Spaß. Doch auf ihren Alben ist dann alles zu dick aufgetragen. Ihre Erfolgsformel lautet Life Of Agony plus Nickelback im glatt polierten Soundgewand von Produzent Jacob Hansen. Aber „echter“ Rock braucht gar nicht so viel falsches Pathos-Geprotze und bei Volbeat wird zu sehr auf „dicke Hose“ geschaut. Vertigo/Universal To Be Everywhere Is To Be Nowhere Im Film „Casino“ wurde das Wort „fuck“ (inklusive Abwandlungen wie „fucking“ oder „fucked“) insgesamt 398 Mal verwendet. Das ist fucking viel. Das bestimmende Attribut in der Welt von Thrice ist das Wörtchen „straight“, denn so tickt ihre Rockmusik heute: geschliffen, geradeaus und großmännisch. Thrice haben eine völlig unerwartete Entwicklung eingeschlagen und agieren nicht mehr mit der grobmotorischen Riffwalze, sondern mit geradeaus denkender Instrumentierung. Die Grundstimmung der Platte ist nachdenklich bis verzweifelt – aber total mitreißend. BMG Rights Management/Warner T H E K I L L S P H O R I A T O N Y J O E W H I T E Ash & Ice Jedes neue Album von The Kills ist delikat. Denn dieses britisch-amerikanische Duo kann Allianzen schaffen, die an anderer Stelle als undenkbar gelten. Sie bringen den Garagenpunk in Kleinkunstform zum Stadionrock oder karikieren die 1970er-Jahre so leicht, das kein bitterer Nachgeschmack bleibt. Vielleicht ist es gut, dass schon bei ihren frühen Alben die karge Mischung aus Blues, Punk und Independent stets schwer zu deuten war – das hat Alison Mosshart und Jamie Hince knallhart geholfen, weiterhin kleine, aber feine Überraschungsmomente aus dem Hut zu zaubern wie zum Beispiel auf „Ash & Ice“. Domino/Goodtogo Volition Normal ist hier das neue Crazy. Das trifft auch für das neue Album von Phoria zu: Eine klare und überschaubare Ästhetik ohne viele Schnörkel bestimmen hier die Sound-Architektur. Dazu addiert sich ihre Vorliebe für Filmmusik mit eindrucksvollen Klanglandschaften und orchestralen Gesten. Auch herausragend ist Sänger Trewin Howard. Er singt so unaufgeregt wie zur besten New-Romantic-Wave-Phase: ein bisschen Visage, ein bisschen Heaven 17, aber alles doch sehr eigenwillig zu einer eigenen Textur verwoben und verschweißt. Klare Linien und scharfe Kanten sind in dieser musikalischen Selbstfindung eindeutig die Pluspunkte. Humming Records/Rough Trade Rain Crow Sein Song „Polk Salad Annie“ verhalf Elvis zu einem Welthit und Tina Turner coverte im Jahr 1990 gleich vier Songs von dieser US-Ikone. Diese Songwriter-Geschichten wirken wie im Schaukelstuhl vorgetragen: kauzig, anschaulich und mit sonorer Stimme. Zwischen Southern Rock und Rhythm’n’Blues wird hier der musikalische Acker bestellt. Es wirkt im ersten Augenblick relativ ereignisarm, aber die Songs entfalten sich wie ein Roman. Taucht man einmal in diese epischen Geschichten ein, werden vor dem inneren Auge die Geschichten dann sichtbar wie Roadmovies in kargen Western-Landschaften. Yep Rock/H’art Music Peter Hesse 41

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