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Juni 2015 - coolibri Düsseldorf

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K U N S T N R W – F O

K U N S T N R W – F O R U M Utopien möglich machen Wie werden wir leben? Wo werden wir wohnen? Um was werden wir kämpfen? Was werden wir essen? Das sind die großen sozialen, gesellschaftlichen Fragen unseres Jahrzehnts. Sie werden derzeit in einer Ausstellung im Düsseldorfer NRW-Forum verhandelt. Deren Titel: „Planet B – 100 Ideen für eine neue Welt“. Polizei-Unifif fo rm von Eric Wi nkler Foto: Eric Kathryn Fl eming: Endless Fo rm / Endless Species, Beaked Porcupine Man wolle diese Fragen allerdings nicht nur verhandeln, sagt Alain Bieber, künstlerischer Direktor des Museums, „sondern auch Antworten finden und die Projekte realisieren.“ Neue Impulse für eine neue Welt. Durch eine Ausstellung? Wie soll das gehen? Im Rahmen der Schau präsentieren Künstler, Designer, Architekten, Wissenschaft ler und Unternehmer ihre Utopien für das 22. Jahrhundert. Dabei kann es um alternative Ökonomien ebenso gehen wie um nachhaltigen Konsum oder digitale Mode. Die Kreativen zeigen in ihren Projekten Alternativen auf und zielen auf soziale, politische und ökonomische Missstände. Foto:Kathryn Fleming Wie zum Beispiel Eric Winkler. Er entwirft neue Uniformen für die Polizei. Ein kunterbuntes Patchwork, das weder in Farbe noch Schnitt an das erinnert, was Ordnungshüter – wo auch immer auf der Welt – am Leib haben und vermutlich auch nicht unbedingt dazu beitragen würde, dass sie für voll genommen werden. Oder das Schweizer Konzeptkünstler-Duo mit dem schönen Namen At eli er für Sonderaufgaben, das soziale und politische Interventionen im öffentlichen Raum realisiert. Deren Ziel ist es, „unabhängige und kompromisslose Kunst zu produzieren und Sonderaufgaben wahrzunehmen“. Sowie die Designerin Kathryn Fleming, die aus Tierpräparaten neue Tierformen entwickelt, die optimal an das Leben in der Zukunft angepasst sind. Den Kern der Ausstellung bildet eine begehbare Rauminstallation, eine Forschungsstation des Kollektivs Labor Fou, in der über die Dauer der gesamten Ausstellung eingeladene Künstler leben und gemeinsam mit lokalen Künstlern und Institutionen an konkreten Utopien arbeiten. Und damit noch nicht genug: Parallel zur Ausstellung findet im Obergeschoss des NRW-Forums vom 2. bis zum 5.6. die Sustainica statt, die internationale Verbrauchermesse für nachhaltigen Lebensstil und Innovation. So könnte es vielleicht klappen mit der Zukunft , von der wir alle träumen. Alex xa ndra We hrm ann „Pl anet B – 100 Ideen fü r eine neue We lt“: 2.6.–21 21 .8. NRW- Fo rum, Eh renhof 2, Düsseldorf rf, Mo–Do und So, 11–18, Fr +Sa 11–20 Uhr 56

K U N S T B U N D E S K U N S T H A L L E Asiatische Bayern-Fa ns „Ich wittere die Aura eines Menschen“ 1991 bekam der Fo tograf Jürg en Te ller eine Anf fr age, die sein beruf fl iches Leben ve rändernrn sollte . Der Auf ft rag: eine US -amerikanisis che Band fü nf Ta ge lang auf Deuts chland-To ur begleite n. Te ller wo hnte damals in London. Er nahm den Job an, obwo hl er die Band nicht kannte . Foto: Jürgen Te ller 2 2 .i Morns DIANGO HERNÁNDEZ 2 2 orns THEORETIcAl bEAcH 22 .i mkmk 22. MAI – 28. AuGusT 2016 22.ik mk MusEuM MORsbROIcH, lEvERkusEN 22. imk mk Das Trio reiste in einem Kleinbus durchs Land. Und der, der sie ablichten sollte, war noch so schüchtern, dass er sich erst an Ta g drei traute, ein Foto zu machen. Viele weitere folgten und nicht zuletzt war das Timing perfekt. Als Tellers Aufnahmen im US-Magazin „Details“ gedruckt wurden, erschien gerade „Smells Like Teen Spirit“. Die Band hieß Nirvana und ihre Konzerte, sagt Teller, „waren fa ntastisch“. Bis heute ist der Lichtbildner dem Portrait treu geblieben. Egal ob im Bereich Musik, Fashion, VIPs, Alltag oder Landschaft – dem gebürtigen Erlanger gelingt es stets, auf den ersten Blick einfa che Bildkompositionen zu kreieren. Die Idee einer nicht perfekten Schönheit rückt er dabei in den Vordergrund. Beim Fotografieren, erklärt Teller, kämen ihm die überwiegend negativen Erfa hrungen, die er in seinem Elternhaus gemacht hat, zugute. Tellers Vater, ein depressiver Alkoholiker, verprügelte regelmäßig die Mutter, manchmal auch den Sohn. „Zuhause lief ich immer geduckt rum“, erinnert sich der Fotograf, „denn jeden Moment konnten die Dinge explodieren“. Dennoch ließ sich den Erlebnissen auch etwas Positives abgewinnen, habe ihn doch all das nicht zuletzt zu einem ziemlich guten Beobachter gemacht. Das kommt ihm heute bei seinem Job zugute. „Ich wittere die Aura eines Menschen, deshalb mache ich ziemlich gute Portraitfotos.“ Dass er mit dieser Selbsteinschätzung verdammt richtig liegt, kann man ab dem 10. Juni in der Bundeskunsthalle in Bonn überprüfen. Unter dem Titel „Enjoy your life“ sind dort Aufnahmen aus den vergangenen 30 Jahren zu sehen. Egal, in welcher Phase seines Schaffens die Fotos auch entstanden sind, sie alle eint des Fotografen ehrlicher, manchmal unschuldiger, aber immer neugieriger, offener, toleranter und unverstellter Blick auf das Motiv. AW Jürg en Te ller: „En nj oy your lif fe “: 10.6.-25.9. Bundeskunsthalle, Fr iedrich- Eb ert- -A llee 4, Bonn; Di+Mi, i, 10–21 , Do–So, 10–19 Uhr DAS BAUHAUS Alles ist Design bis 14. August 2016 in Bonn #allesistdesign Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland www.bundeskunsthalle.de Eine Ausstellung der Bundeskunsthalle und des Jerszy Seymour, Workshop Chair (Ausschnitt), 2009, Sammlung Vitra Design Museum © Jerszy Seymour Design Workshop 57

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