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Juni 2015 - coolibri Düsseldorf

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T H E A T E R F O R U M

T H E A T E R F O R U M F R E I E S T H E A T E R Ob in „The Walking Dead“ oder „Twilight“: Die Untoten sind in der Popkultur angekommen. Von Juni bis November beschäftigt sich die FFT-Koproduktionsreihe „Living Dead – Spukgestalten im Theater der Gegenwart“ mit dem Auftauchen von Vampiren, Zombies und Spukfiguren. Los geht es mit dem Stück „Sorry“ von Monster Truck. Lange Zähne Foto: Monster Truck Vampire Diaries 50 2012 gründete die Kulturstift ung des Bundes den Turn-Fonds. Damit rief sie zur Zusammenarbeit zwischen deutschen und afrikanischen Künstlern auf. Im Fall von Monster Truck hat das funktioniert: Zum 50-jährigen Bestehen des Goethe-Instituts in Nigeria steuerten sie eine Märchenwald- und Geister-Installation bei. 2014 folgte der Film „Farewell“, inspiriert von der mythologischen Figur der Mami Wata, einer Nixe und Wassergöttin, die entlang der Küste Westafrikas verehrt und gefürchtet wird. Zu diesem Zeitpunkt lernen Sahar Rahimi, Manuel Gerst und Ina Vera die Kindertheatergruppe The Footprints aus Lagos kennen. Das aktuelle Stück „Sorry“, das Anfa ng Juni im FFT Juta zu sehen ist, funktioniert nun als deutschnigerianische Zusammenarbeit in englischer Sprache: „Auf der Bühne stehen fünf Jungs, das sind die Footprints. Und der Performer Andreas Klinger“, so Rahimi. Die Kinder verkörpern das Unheimliche, tragen Vampirkostüme. „Andreas fungiert als Repräsentant Europas“, so die Monster Truckerin. Im Stück sind die Kinder und der Mann Kontrahenten. „Das Verhältnis zwischen Europa und Afrika ist ein gewalttätiges“, erklärt Rahimi, „deshalb haben wir uns stellvertretend für den Vampir- Kosmos entschieden.“ Inspiriert wurde die Gruppe dabei von den nigerianischen Nollywood-Filmen. „Nollywood ist die drittgrößte Filmindustrie. Oft wird sehr billig und trashig produziert. Das sind Mittel, die dem Theater nicht unähnlich sind. Das Theater kann auch nur begrenzt Illusionen transportieren“, so die 35-Jährige. So changiert die Ästhetik des Stücks „zwischen unheimlich und einer Galeriewelt“. Fünf Vampirkinder und ein großer, dicker Mann – die Machtverhältnisse scheinen klar verteilt. Die Frage, wer nun wen aussaugt, bleibt aber ungeklärt. Und auch der Titel ist bewusst gewählt, so Rahimi: „‚Sorry’ ist unterschiedlich zu interpretieren. Die Frage ist: Wer muss wem Entschuldigung sagen?“ Nadine Beneke „Sorr ry “: 3.+4.6. FF T Juta, Düsseldorf

T H E A T E R T H E A T E R M Ö N C H E N G L A D B A C H T H E A T E R A M E N G E L S G A R T E N Adrian Linke als Rio Reiser Sound and Vision Sex x, Drugs, Rock’n ’Roll und jede Menge Schulden – das Leben vo n Rio Reis er war wi ld und gef fä hrlich. 20 Jahre nach seinem vi el zu fr ühen To d erinnert im Th eate r Mönchengladbach die musikalisis che Hommage „Rio Reis er – Kö nig vo n Deuts chland“ an den Ausnahmekünstler. Regie fü hrt der Autor und Musiker Heiner Ko nds chak. Songs wie „Alles Lüge“, „Junimond“, „Für immer und dich“ und vor allem „König von Deutschland“ machten den spindeldürren Musiker berühmt. Bereits in den 70er-Jahren machte er – damals noch zusammen mit seiner Band Ton Scheibe Scherben – Platten, die bis heute zu den einflussreichsten Alben seiner Zeit zählen. In der West-Berliner Hausbesetzerszene und der Linken wurde er zur Ikone. Seine Lieder „Keine Macht für niemand“ und „Wenn die Nacht am tiefsten ist“ wurden gar zu Slogans. Er sang mit rauer Stimme von Liebe oder Umsturz und sprang dabei barfuß über die Bühne. In den 80ern schließlich startete er mit dem Album „Rio I.“ seine kommerziell wesentlich erfolgreichere Solokarriere, wurde zur prägenden Figur der deutschsprachigen Popmusik und zum Star der Neuen Deutschen Welle. Im Jahre 1996 starb Rio Reiser mit nur 46 Jahren an Herz-Kreislauf-Versagen. Die musikalische Biografie „Rio Reiser – König von Deutschland“ aus dem Jahr 2004 lässt die wesentlichen Stationen im Leben des Ausnahmekünstlers noch einmal ebenso eindringlich wie berührend aufleben. Das Besondere: Die Musik kommt nicht aus der Konserve, sondern wird live gespielt. Autor Heiner Kondschak inszeniert das Stück selbst, übernimmt die musikalische Leitung des Abends, hat eigene musikalische Arrangements geschrieben und spielt sogar mit. „Ich inszeniere das Stück immer so, dass ich ab und zu mit auf der Bühne stehen kann“, verrät der leidenschaft liche Musiker. „Das Tolle an Rio Reiser ist, dass er Utopien hatte. Rio Reiser war ein Visionär. Deshalb passt das Stück so gut in unsere Welt.“ Und: „Rio Reiser spricht vom Paradies, bei ihm geht es immer um die ganz großen Dinge, um die ganz großen Gefühle. Das ist tröstend und macht Mut. Seine Botschaft auch für uns heute lautet: ‚Man muss Träume und Visionen haben’. Das ist zeitlos. Es ist zeitlos gute Musik.“ Susanne Rup recht Rio Reiser: 12.6.(16 Uhr) 16., 21.+28.6. (jeweils 19.30 Uhr) Theater, Mönchen Foto:MatthiasStutte Lilay Huser Persönliche Premiere Wu up pertal, Is tanbul, Madrid – die Th eate r- und Fi lmschausp sp ielerin Lilay Huser hat derz eit gut zu tun. Mit dem Wu up per Th eate r, das im Herb st 25- jährig es Beste hen fe iert, war sie gerade in Is tanbul zu Gast. Das Goethe Institut hatte te geladen. „Wir haben drei Mal gespielt“, erzählt sie. „Zwei Mal das Kinder-Mitmachstück ‚Der Wolf, die Lämmer und die Geißlein‘, und ein Mal ‚Die Trockenblumen‘.“ Letzteres ist das Erfolgskabarettstückchen, das sie gemeinsam mit Marcia Golgowsky hierzulande seit Jahren auf die Bühne bringt. Nebenbei war Lilay Huser im vergangenen Jahr noch in der TV-Komödie „Familie verpflichtet“ zu sehen: „Hier habe ich zum ersten Mal eine Araberin verkörpert“, schmunzelt die gebürtige Türkin. Gerade im Mai lief mal wieder eine Folge „Alarm für Cobra 11“ mit ihr; davor durft e sie in Madrid einen Werbeclip für die türkische Telekom drehen – mit keinem Geringeren als Cristiano Ronaldo. Und ab Anfa ng Juni steht sie nun zum ersten Mal auf der Bühne des Theaters am Engelsgarten. Ki ndermädchen in Gorkij-Stück Nach einem Zeitungsbericht hatten sich die Wuppertaler Bühnen bei der umtriebigen Schauspielerin gemeldet; mit dem Ergebnis, dass Lilay Huser nun eine tragende Rolle in der Inszenierung „Kinder der Sonne“ hat. Das Stück von Maxim Gorkij spielt im Jahr 1892: Es sind privilegierte Menschen, Künstler, Wissenschaft ler, Intellektuelle, die im Haus des Biochemikers Protassow am Bild einer heiteren, strahlenden Zukunft basteln. Draußen wütet derweil die Cholera… Maxim Gorkij schrieb „Kinder der Sonne“ als er in der Peter-und-Paul-Festung in St. Petersburg nach dem Aufstand 1905 inhaft iert war. Er beschreibt das Versagen der russischen Intelligenzija: Die Arbeiter und Bauern müssen sich ihren Zugang zu Kunst, Kultur und Wissenschaft selbst erkämpfen. „Gorkij zeichnet hier das düster-komische Bild einer Gesellschaft , die bemüht ist, eine bessere Welt zu schaffen und auf die sich abzeichnende soziale Katastrophe zu reagieren“, informieren die Wuppertaler Bühnen, die das Stück mit einem zehnköpfigen Ensemble unter der Regie von Helene Vogel erzählen. Premiere für Lilay Huser, die als Kindermädchen Antonowna mittendrin ist. Anfa ng Mai zeigte sie sich von den Proben und dem Bühnen-Team begeistert, so dass man sich wohl auf eine spannende Inszenierung freuen kann. JD „Ki nder der Sonne“: 3.6. (Pr emiere) 4./8 ./9 ./17. 7/2 24 ./3 0.6. (19.30 Uhr); 19.6. (18 Uhr) Th eate r am En gelsg arte n, Wu up pertal 51 Foto: privat

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