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Juni 2015 - coolibri Düsseldorf

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D Ü S S E L D O R F Im

D Ü S S E L D O R F Im Umbruch 2016 lautet der Titel der Düsseldorfer Literaturtage passenderweise „Weltkuddelmuddel“. Vom 6. bis 19. Juni bespielen die Organisatoren – das Heinrich-Heine-Institut, das Literaturbüro NRW, und das zakk – den Stadtraum. Hobbyschreiber kommen ebenso zu Wort wie Branchengrößen. Der Bücherbummel lädt ab dem 9. Juni außerdem zum Flanieren ein. Soviel vorab: Neben weltpolitischen, ernsten Themen geht es auch fröhlich zu – schließlich gilt es, das 30. Jubiläum des Bücherbummels gebührend zu feiern. Ein wenig kleiner als sonst fällt der Bummel dennoch aus – in den Jahren zuvor belegte der Stern Verlag stets 25 Meter. Vom 9. bis 12. Juni darf trotzdem ausgiebig gestöbert und eingekauft werden, wenn sich entlang des Kö-Grabens Buchhandlungen, Antiquariate, Verlage und Kulturinstitute präsentieren. Auch das Lesezelt, diesmal baustellenbedingt an der Bahnstraße / Ecke Kö zu finden, hält unter dem Motto „words & music“ spannende Programmpunkte bereit. In der „Speaker’s Corner“ vor dem Zelt können erstmalig Besucher Selbstgeschriebenes zum Besten geben. An prominenten Gästen mangelt es ebenfa lls nicht. So 12 dürft e bereits am 9.6. die Entscheidung schwer fa llen: Dann nämlich liest György Dalos im Gerhart-Hauptmann-Haus aus seinem Buch „Gorbatschow. Mensch und Macht. Eine Biografie“. Kurzweilig, mit Sinn für Humor und feiner Ironie beschreibt der Budapester Autor nicht nur das Leben des Staatsmannes, sondern auch jene Zeit der Umbrüche, die das Ende des Kalten Krieges und die Auflösung der Sowj etunion zur Folge hatte. Fragen im Anschluss sind ausdrücklich erlaubt – der Wahl-Berliner steht für ein Publikumsgespräch, moderiert von Michael Serrer, zur Verfügung. Zeitgleich heißt es im Heinrich-Heine-Institut „Dada ist da“. Zum hundertjährigen Jubiläum der Anti-Kunst-Bewegung erwartet die Zuschauer ein Dada-Poetry- Slam sowie ein Konzert der Studierenden der Foto: Heike Steinweg Katj a Petrowskaj a Robert-Schumann-Hochschule. Weniger experimentell geht es bei Katja Petrowskaja zu: Die ukrainische Autorin beschäft igt sich am 11. Juni im Gerhart-Hauptmann-Haus mit ihrer Familiengeschichte und liest aus der Erzählung „V ielleicht Esther“, für die sie 2013 den Ingeborg- Bachmann-Preis erhielt. Fragen bleiben dabei viele offen: Zum Beispiel, ob die Großmutter des Vaters, die 1941 allein im besetzten Kiew blieb, wirklich Esther hieß. Für ihre Vergangenheitsforschung reiste die Kolumnistin zu den Schauplätzen ihrer Familiengeschichte und zeichnet die Zeit um 1930 berührend nach. Berichte von der „Balkanroute“ Brandaktuell gestaltet sich der Abend am 18.6. im zakk. Dann berichtet der Kölner Journalist und Schrift steller Navid Kermani von seiner Reise auf der „Balkanroute“ – von der griechischen Insel Lesbos in Richtung Deutschland. Für eine Spiegel-Reportage beobachtete er die Ankunft von Flüchtlingen, sprach mit Menschen aus Syrien und Afghanistan, mit Helfern und Politikern. Außerdem machte er sich selbst ein Bild von den überfüllten Lagern. Mit den Schilderungen kleiner Erlebnisse schafftft Kermani ein Verständnis dafür, was weltpolitisch vor sich geht. Abbas Khider, zu sehen am 13.6. im Literaturbüro NRW, ist selbst aus dem Irak geflüchtet. Statt jedoch in Larmoyanz zu verfa llen, greift er das Thema in seinem aktuellen Roman „Ohrfeige“ mit Humor und Absurdität auf. Viel weniger absurd als spannend wird es am 12.6.: Dann bietet sich wieder die Gelegenheit, in die Krimi- Bahn am Düsseldorfer Hauptbahnhof einzusteigen. Zu Gast ist Schauspielerin und Autorin Isabella Archan. Selbige ist nicht nur schreiberisch, sondern auch darstellerisch dem Krimi verfa l- len. So war sie bereits im „Ta tort“ zu sehen. Nun liest sie im nostalgischen Sechziger-Jahre-Speisewagen. Apropos ungewöhnliche Orte: Am 13.6. dienen die heiligen Hallen des Düsseldorfer Rathauses als Veranstaltungsort für den Polit-Slam im Rahmen der Literaturtage. Dabei geht es ausnahmsweise nicht ausschließlich um die wortgewitzte Texte. Die Beiträge stellen vor allem die Partei des jeweiligen Slammers vor. Den unpolitischen Schlussakkord des Lesefestivals bildet Steffen Kopetzky im Theatermuseum im Hofgarten. Er liest aus seinem Monumentalwerk „Risiko“ und katapultiert die Zuhörer an den Beginn des 20. Jahrhunderts. Sechzig Mann machten sich damals auf Geheiß des Orientalisten Freiherr Max von Oppenheim auf den abenteuerlichen Weg zum Emir von Afghanistan. In jedem Fall: Aufregendes Weltkuddelmuddel. NaB Düsseldorf fe r Lite raturtage: 6.–19.6. ve rs chiedene Orte , Düsseldorf f; Bücherb ummel: 9.–12.6. an der Kö , Düsseldorf buecherb ummel-aufuf f- der- koe.de

S Z E N E C A S T E L L O Gronkh und Christian Ulmen Wir sind Helden Sie sind die neuen Idole der Jugend – Yo uTu be-Stars s, die mit ih ren Vi id eoclip s ein Millionenpublikum err eichen. We lchen Ste llenwe rt diese dig itale Ku ltur mittlerwe ile hat, zeig t der We bvi id eopreis Deuts chland, mit dem die beste n Künstler des Genres ausg ez eichnet we rden. Wenn am 4. Juni im Düsseldorfer Castello zum sechsten Mal der Webvideopreis Deutschland über die Bühne geht, heißt der Moderator dieser fulminanten Gala wie schon im Vorjahr Christian Ulmen. Der übertreibt nicht, wenn er den Award als „Bambi für Leute mit Internetanschluss“ bezeichnet. Schließlich handelt es sich um den größten Medienpreis für Webvideos aus dem deutschsprachigen Raum, verliehen von der European Web Video Academy (EWVA ). Rund 2 000 Gäste werden vor Ort erwartet, außerdem hunderttausende von Zuschauern vor ihren Computern und Smartphones, denn die Live-Übertragung ist exklusiv auf Yo uTube und erstmals auch auf Facebook zu verfolgen. Foto: Christof Wolff TheHomeStory. Der Hotspot für schöne Möbel & Interieur in Düsseldorf-Flingern. Ackerstraße 209 Mo-Mi 11-18 / Do-Fr 11-19 / Sa 11-16 www.thehomestory.de Prämiert werden innovative und überragende Online-Videos aus allen Social-Media-Kanälen in 14 Kategorien, darunter Gaming, Music, Arthouse, Lifestyle und Commercial. Für letztere Rubrik ist zum Beispiel der Edeka- Weihnachtsclip „Heimkommen“ nominiert, der seinerzeit Klickrekorde brach, des Weiteren gehen Künstler wie Manniac mit „Selbstmorde in Fukushima“ (Journalism), SceneTa keTV mit der Serie „Oberucken“ (Comedy) oder der Ski-Freestyler Nicolas Vuignier mit seinem gleichnamigen Sports-Kanal ins Rennen. Neben der Academy-Jury, die sich aus den Gewinnern und Nominierten der Vorjahre rekrutiert, waren auch die User zum Voting aufgerufen, ihr Stimmanteil beträgt 50 Prozent. Spannend dürft e sich die Wahl zur Person of the Ye ar gestalten – hier darf noch bis ins Live-Event hinein gevotet werden. „Revolution: für mehr Videokratie im Netz“ lautet das Motto der Show in diesem Jahr, was EWVA -Geschäft sführer Markus Hündgen derart kommentiert, dass der Webvideopreis „so live wie nie sein wird“. Will heißen? Bestes Entertainment mit Künstlerauft ritten in natura, weltweiten Live-Schalten und „einem gesunden Übermaß an Bling-Bling und reichlich digitalem Lametta“. bk We bvi id eopreis Deuts chland 2016: 4.6. Ca ste llo, Düsseldorf f; we bvi id eopreis .de 13

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