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Juli 2016 - coolibri Düsseldorf

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K U L T U R N E W S

K U L T U R N E W S Performativ: Daphne Stahl Foto: Galerie Kunstkomplex Debütroman „Mimicry“ von Roger Ballen Foto: Roger Ballen Foto: KBV Verlags- und Medien-GmbH „Mit der Galerie stelle ich mir die Aufgabe, klassische Druckverfahren wie Holzund Linolschnitt, Radierung, Lithographie oder Siebdruck mit modernen Ausdrucksformen und zeitgemäßen Inhalten einem interessierten Publikum vorzustellen.“ Als Ort für freie Grafik hat die Wuppertaler Künstlerin Ulrike Hagemeier Mitte Juni die Galerie DruckStock eröffnet. Die Räume in Unterbarmen (Friedrich - Engels - Allee 173) beherbergen neben der Galerie auch eine Radierwerkstatt. Das Ausstellungsprogramm konzentriert sich auf druckgrafische Kunst und startet mit Radierungen und Lithographien von Peter Paulus. „Alle Löwen feiern … Ein Fußballkrimi aus Wuppertal“ ist Titel eines Romans, den der Wuppertaler Germanist Dr. Bruno Arich-Gerz unter dem Pseudonym Bruno Laberthier veröffentlicht hat. In dem Buch geht es um einen Mordfall in der Fußballszene: „Der Wuppertaler SV steigt nach langen Jahren endlich wieder auf, Fans und Freunde sind euphorisch. Doch dann verlieren die Rotblauen ihr größtes Nachwuchstalent durch einen bizarren Mord: unter der Schwebebahn baumelnd, kracht er gegen die Haltestelle am Robert-Daum-Platz ...“ (Gardez! Verlag Remscheid 2016, 152 Seiten, 10,90 Euro) 52 Amanda Coogan, Anna Berndtson, Julie Jaffrennou: Drei international bekannte Performancekünstlerinnen treffen in der Ausstellung „Art of Performance Art“ auf die junge Künstlerin Daphne Stahl (Kunstakademie Düsseldorf) und zeigen, wie sie mit der Vergänglichkeit der Performancekunst umgehen und auf unterschiedliche Weise plastische Arbeiten daraus erschaffen. Während Julie Jaffrennou (Frankreich) aus ihren Performances primär Videoinstallationen kreiert, liegt der Schwerpunkt von Anna Berndtson (Schweden) auf performativer Fotografie. Amanda Coogan (Irland) präsentiert in der Ausstellung ihren vierstündigen Film „Yellow“, der aus der gleichnamigen Live- Performance entstanden ist. „Yellow“ wurde neben ihrer Performance „Medea“ bereits in „The Life and Death of Marina Abramovic“ zitiert, an dem sie mit Robert Wilson gearbeitet hat. Daphne Stahl, die derzeit noch an der Kunstakademie Düsseldorf bei Professor Thomas Grünfeld studiert, bedient sich Reliquien aus ihren Live-Performances, die sie in lebensgroßen Skulpturen verewigt und rundet damit das Konzept der Ausstellung ab. Zur Kunst- und Museumsnacht am 1. Juli wird Daphne Stahl in der Wuppertaler Galerie Kunstkomplex eine Live-Performance präsentieren. Den ganzen Monat Juli laufen parallel zwei bemerkenswerte Ausstellungen im Von der Heydt-Museum und in der Von der Heydt-Kunsthalle. Das Elberfelder Museum widmet sich noch bis zum 14.8. einer umfassenden Restrospektive mit Werken von Tony Cragg. Gesonderte Eintrittspreise gelten für Besucher, die auch Craggs Skulpturenpark aufsuchen wollen, wo neben seinen Arbeiten derzeit auch über 30 Gipsplastiken von Henry Moore ausgestellt sind. Die Barmer Kunsthalle zeigt noch bis zum 7.8. Fotos und Filme des New Yorker Fotografen Roger Ballen. Die Ausstellung bietet einen Einblick in das sich stets weiterentwickelnde Oeuvre. Drogen, Vergewaltigung und ein Sprengstoffanschlag – es geht heiß zu in der bergischen Metropole Wuppertal. Und in dem Buch „Bittere Rache“ von Autorin Petra Pallandt: Ein neuer Arbeitsplatz und neue Herausforderungen für die junge Ermittlerin Sandra Santori. Nachdem sie etliche Jahre in kleineren Dienststellen im Bergischen Land verbracht hat, führt ihr erster Fall in der Wuppertaler Mordkommission sie gleich an einen außergewöhnlichen Tatort. Bei der Explosion einer Autobombe sind drei Menschen ums Leben gekommen: der Musikagent Dieter Lamprecht, sein Fahrer und eine junge Frau. Alles deutet darauf hin, dass Lamprecht das Ziel dieses Anschlags war. Lamprechts Frau ist alles andere als traurig über seinen Tod, mehrere Musiker sind von ihm betrogen und ihrer Songs beraubt worden, und es stellt sich zudem heraus, dass er immer wieder junge Musikerinnen mit K.O.-Tropfen betäubt und sie vergewaltigt hat. Dann ergibt sich jedoch eine neue Ermittlungsrichtung: Der für die Explosion verwendete Sprengstoff zeigt eine außergewöhnliche Zusammensetzung und ist in dieser Form bisher nur einmal zum Einsatz gekommen. Eine erste heiße Spur führt Sandra Santori zu einem Drogenbaron, der die Stadt im Tal fest im Griff zu haben scheint ... Der Debütroman der Wahlwuppertalerin ist erschienen in der KBV Verlags- und Medien-GmbH (392 Seiten, Taschenbuch, 11,95 Euro). kanimi

K U N S T S K U L P T U R E N P A R K W A L D F R I E D E N Three Quarter Figure Foto: (c) Reproduced by Permission of The Henry Moore Foundation MOdeRaT PEaCheS ONeOHtriX POINT NEveR Geisterhafte Unwirklichkeit „Ich war sofort fasziniert von diesen energisch bearbeiteten Gipsmodellen mit ihren Bearbeitungsspuren.“ Dies sagt der Bildhauer Tony Cragg über die Gipsplastiken von Henry Moore, die er Anfang der 80er Jahre in der Art Gallery of Ontario erblickt hatte. Moore (1898–1986), einer der meistbeachteten und einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts, schuf einige Werke nur in Gips anstatt sie – wie seine weltweit bekannten monumentalen Arbeiten – in Bronze zu vollenden. Der Künstler, der sich, wie im Katalogtext von Sebastino Barassi beschrieben, der psychologischen und ästhetischen Veränderungen durchaus bewusst war, erklärte am Ende seiner Karriere im Jahr 1986: „Gips besitzt eine geisterhafte Unwirklichkeit im Gegensatz zur soliden Kraft der Bronze.“ Davon kann man sich derzeit ein Bild im Wuppertaler Skulpturenpark machen; Tony Cragg ist es gelungen, über 30 Gipsplastiken in seinem Park zeigen zu dürfen, wobei der allergrößte Teil nachvollziehbarerweise in den beiden Hallen ausgestellt ist. Und auch Skulpturenpark-Geschäftsführer Michael Mader formuliert während eines Rundgangs: „In Bronze geht auch was verloren. Es hat eine andere Anmutung.“ Schaut man auf die Skulpturen, wird einem das Archaische bewusst, der Stoff, den der Künstler anfasste, modellierte, bearbeitete, „mit Feilen und Meißel, aber auch mit zahnärztlichen Instrumenten und Alltagsgegenständen wie Käsereiben.“ Im Gegensatz zu massigen Bronzeskulpturen wirken die Gipsplastiken auf eine organische Art fragil, unterstützt durch die sichtbaren Schnittstellen, die Fragmente begrenzen, die als Modell für größere Maßstäbe dienten. Die Ausstellung liefert so en passant eine Vorstellung von bildhauerischem Arbeiten. Wie auch ein Modell für die berühmte „Sitzende“ aus dem Jahr 1956; hier erkennt man am Fuß einen Teil des Metallgerüsts, mit denen Henry Moore damals noch arbeitete. „Später wechselte er dann zu Styropor“, so Michael Mader. Der Faltenwurf eines Rocks wiederum wirkt täuschend echt textil – weil es sich hier um in Gips getränkten Stoff handelt. Und dann ist da bei vielen Plastiken noch so eine spürbare Ausstrahlung in der Luft. „Sie sind teils sehr sinnlich und anmutig“, sagt Michael Mader und berichtet, dass Henry Moore viele Motive bei Menschen fand, die nach dem Krieg aus Verstecken kamen, oder die noch in einer Verhüllung ausharrten. Und dann mischt sich eine Spannung unter die Sinnlichkeit, die diese Ausstellung zu einer ganz besonderen macht. JD Henry Moore –„Plasters“: bis 9.10.; skulpturenpark-waldfrieden.de 20 JaHre raStEr-NOTON ÂMe LiVe BeN UFO LENa WiLLiKeNS ahMet SiSmaN QUaRtiEr miDi Musik : Ritournelle Festivalnacht der elektronischen Musik 13. 08. 2016 : Jahrhunderthalle Bochum Festival der Künste

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