Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
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Januar 2020 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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BLICKPUNKT: V ERKEHR

BLICKPUNKT: V ERKEHR Verkehr imFokus Alle müssen immer irgendwohin. Mobilitätist eines dergrößten Themen in NRW,aber welchen Einfluss haben Auto,Bahn, Rad und(ganz neu) E-Scooter eigentlich aufdie Region? Undwie gutfunktioniertdie Fortbewegung?Wie dieverschiedenen Verkehrsmitteldas Leben zwischen Rheinund Ruhr prägen,zeigt LukasVering. 124 118,3km (LängeallerStraßen in NRW) 9950 324 (Anzahl registrierter PKWinNRW) 2,5% (FlächeinNRW,die vonStraßenbedeckt wird) 218 000 (Anzahl an Staus auf denStraßenvon NRWin2018) 76 579 (ErfassteUnfälle im Straßenverkehr NRWs in 2017) Würdeman alleStraßen NRWs um denÄquator wickeln, könnteman aufihnen dreimalumdie Welt fahren. Würdeman siehingegenauf der Grundfläche vonNRW nebeneinanderlegen, bestündenetwa2,5 Prozentdavon aus Straße (in Düsseldorfsogar 4,1Prozent). AufdieserFlächekönntengrobgeschätzt auch 30 Millionen Bäumestehenund ordentlich CO2binden, das derStraßenverkehrzuvor in dieLuftgepumpt hat. Laut Umweltbundesamt stammt schließlich einFünftelaller CO2-Emissionen Deutschlands aus demVerkehr. In NRWdürftediese Zahl noch höher sein,belegtdas Bundesland doch national dieSpitzenposition in Sachen Stau.Der mieftund lärmt undkostetwegender ständigsteigendenZahl vonPendlernimmer mehr Nerven undZeit. Inzwischen pendelt jeder zweite dergut neun MillionenBerufstätigen NRWler täglich. DieBevölkerungszahl vonDüsseldorfsteigtaneinem Werktag etwa um 207146 Berufstätige –esreist alsofastdie ganzeGroßstadt Krefeld an. Positivgesehen: Straßenwie dieB1oderA40 werden als Lebensadernder Region betrachtet, dieStädteund Menschen verbinden. Und nicht selten halten sieals romantisches Fotomotiv oder literarischer Schauplatz herund formen so dieIdentität derRegion. Und dieZukunft? Diewirdmit E-Autosanfangen undsichhin zum automatisiertenVerkehrentwickeln. Biswir statt mitdem eigenen Auto von einerFlotteselbstfahrenderFahrzeugedurch NRW flitzenwirdabervielZeitvergehen. Denn auch wenn dieTUDortmundbereits dazu forscht, zeigtdie deutsche Autoindustrieeher zaghaftesInteresse an dieser Entwicklung. Über dieBahn schimpfen istinNRW fast schon eine Tugend.Hier, wo sich etliche Bahnlinien kreuzen undZügesichständigdurchs nächste Nadelöhr vonBahnhof pressenmüssen, kommt es zwangsläufig vermehrt zu Verspätungen.Dabeiist derRE1 miteinem Jahresdurchschnitt von4,33Minuten derverspätungsanfälligste Zug. Am zuverlässigstenist übrigens dieS4von Unna nach Lütgendortmund. Im Vergleichzur Straße vereinnahmt derBahnverkehrnur 0,45 ProzentFlächevon NRW.Mit diesen 153,8km² kriegtman fast ganz Wuppertalunter Gleisenbegraben. Undauch in Sachen Sicherheit glänzt derÖPNV:Mit 2106 Unfällen mitStadt-und Straßenbahnen(in 2017)liegt manweitentferntvom ständigenKrachen auf denStraßen derRegion. Aktuell tutsichzudemeinigesbei Fahrplänen undStreckennetzen.Am15.12.wurde im VRR diegrößte Fahrplananpassungseitder Jahrtausendwende eingeläutet,die mehr Verbindungen undHaltestellenbei kürzerenTaktungenbringt. Eine echte RevolutionimNahverkehrNRWsist aber nichtinSicht.Das Ruhrgebietillustriertexemplarisch einesder größtenProbleme:Statt eineinheitliches System für diegesamteMetropolregion zu bieten, herrschtFragmentierung. Ticketswerdenderweil stetig teurer, zuletzt stiegenimVRR vorallem dieAbo-Preise. Eine demokratisierende Lösung,die dieMassenvon derStraßeauf dieGleisebringt,ist aktuell schwer vorstellbar. Spürbarervorwärtsgeht’s beim ThemaNachhaltigkeit: DieBahn fährtmit 70 ProzentÖkostrom, will bis2030die CO2- Emissionen halbierenund bis2050ein klimaneutralerKonzern sein. 6307 km (LängeallerGleisein NRWimJahr 2015) 3000 000 (TäglicheFahrgäste im VRR-Gebiet) 0,45% (Fläche in NRW, die fürBahnverkehr genutztwird) 1,8Minuten (Durchschnittliche Verspätung aller VRR-Linien in 2018) 2106 (Unfälle mitStadtund Straßenbahnen in NRWin2017) 6

BLICKPUNKT 13.800 km (Länge des Radverkehrsnetzes NRW) 2350 (Leihräder in Düsseldorfim Jahr2018) 16.402 (Verunfallte Radfahrer in NRW2018) Foto: Lukas Vering In Kopenhagen radelt gut einDrittel allerMenschenauf vortrefflich ausgebauten Wegen, im Pott endenRadwege gerneauch malinGroßkreuzungen. Laut einerStudie desADFCvon 2019 steigtdie Unzufriedenheitder Radfahrer, dieInvestitionen müssten verzehnfacht, Verkehrskonzepte radikalneugedacht undander Vormachtstellungdes Autosgerüttelt werden. Doch eine Trendwende istzusehen: Jüngst entschiedder NRW-Verkehrsausschuss, einerVolksinitiativezufolgenund eineigenes Fahrradgesetz festzuschreiben.GefordertePunktesindneben mehr Ausbau und Förderung auch kostenlose RadmitnahmeimÖPNV undRadparkplätze. Bis2025sollen25Prozent desVerkehrs aufs Radentfallen.Könnteklappen, immerhinbesaßen 2018 gute76,2Prozent aller HaushalteinNRW einFahrrad.Zum Vergleich: BeiPKWswarenes76,6Prozent. Investiert wurdenimBundeslandfür denAusbauder Radwege seit 1978 fast 2MilliardenEuro, um dasNetzummehrals 10 000 Kilometer Strecke aufzustocken.Würde mandie vomBochumerBermudadreieck aus als Luftlinie genWestenabstrampeln,könnteman über dasechte Bermudadreieckbis zu denGalapagos-Inselnradeln. 101 Kilometer lang istdas Prestigeprojektder Region:Der RadschnellwegRuhr RS1, dervon Duisburg bisHamm reichensoll–wenn er dann 2027 komplett fertig wird. Aktuell sind gutezwölf Kilometer zwischen Mülheim und Essen befahrbar. UnantastbarerSiegerist dasFahrrad in derDisziplin „Umweltschutz“. Beider NutzungwirdkeinStrom verbraucht, kein Lärmgemacht,keinCO2 ausgestoßen,aberdie Gesundheit derRadlergefördert.Das Radist halt smart. 1,85 km (Durchschnittl. 4229 (E-Scooter von 22 (Unfälle in www.lensingdruck.de Längeeiner Lime,Tier, Voi Dortmund Rollerfahrt) in Düsseldorf) 20.8.-26.9.) Erst kamder Hype,dann dieDebattenund am Ende –war es nureine Sommeraffäre? Mancheiner sagt,E-Scooter sind dasPokémon Go von 2019,anderebeschwörennochdie Mobilitäts-Innovation. Eine Datenauswertungdes Beratungsinstituts Civity (Stand 30.9.19)bringtdie nüchternenDaten: E-Scooterwerdenhauptsächlich vonTouristenund fürFreizeitzwecke genutztund zwar aufStrecken unterzweiKilometern, dieman früher perpedesoderRad zurücklegte. DasAutolässt dafür niemandstehen. Eine Verschandelungdes Stadtbildesdurch Scooterwirdvom Institut nichterwartet. Würdeman alleLeih-ScooterEssensvom Anbieter Lime nebeneinanderreihen,könnteman damitimmerhin dengroßenAlfried- Krupp-Saal derEssener Philharmonie vollstellen. Ebenfalls gernekritisiertwirddie Sicherheit.Ja, Unfällemit E-Scootern passieren, ihre Signifikanzwirdaktuell aber durch denmedialenFokus übersteigert. Es istaberauch hart,nicht zu berichten, wenn Betrunkene aufScooterngegenPolizeiautosbrettern (sotatsächlich in Dortmund geschehen).Und dieUmweltfreundlichkeit?Schwierig:Zwar entstehenbeim Betriebkeine Abgase, dafür zolltdie Herstellung ihrenTributund diedurch eine Studie vomUS-WirtschaftsportalQuartzerwiesene Haltbarkeitvon gerade mal29Tagen lässtgravierende Fragen aufkommen. Einfinales Urteil,wie sich E-Scooterins größere Bild desVerkehrs eingliedern(oder nicht), wäre aktuellverfrüht. Dasssichdas Geschäft lohnt,ist fraglich: Laut Daten werden dieRollerzwei- bisdreimal am Tagbenutzt. Um Profit zu bringen, müssten sielauteiner Studie derBostonConsultingGroup rund fünf Malausgeliehen werden. DIE BLAUE IDEE Wir sind von hier und für Sie da! Wir denken mit – über den gesamten Prozess und stellen uns auf Sie ein. Beraten inHigh Definition. Vonhier gehen Ihre Projekte in die ganze Welt, gedruckt, konfektioniert und perfekt kalkuliert. Und Sie? Können sich auf alles verlassen und entspannen. Das nennen wir: die blaue Idee. 7

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