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Januar 2020 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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KUNST Darf’s etwas

KUNST Darf’s etwas Kunst sein? StefanieRoenneckehat Ausstellungshighlights in der Region und darüber hinaus für dasJahr 2020 zusammengestellt. Aachen Fans vonAlbrechtDürer dürfen sich bereits den7.Oktober 2020 vormerken,denndannwerdenexakt 500Jahre nachder AnkunftAlbrecht Dürers in Aachen drei Ausstellungendas historische Treffenvon Künstlerund KönigKarl V.,der damals im Domzum Königgekröntwerdensollte.Des Weiteren wirdDürers letzte Reisegewürdigt,die ihnüberAachenindie Niederlande geführt hat. Bonn 2020 istBeethoven-Jahr, denn es jährtsich der250.Geburtstagdes in Bonn geborenen Komponisten. DieBundeskunsthalleleitetbereitsseitdem 17.Dezember2019indas Jubiläumsjahr „BTHVN2020“ ein–mitder Ausstellung „Beethoven.Welt.Bürger.Musik“,die Leben, Werk undWirken vermittelt. Biszum 26.April 2020 gibteszahlreiche Original-Exponatezu sehen–darunter herausragendeBeethoven- Autographen, ikonischePorträtsoderhistorische Musikinstrumente. Duisburg Das Lehmbruck Museum Duisburg präsentiertmit „LynnChadwick–Biesterder Zeit“ (29.2.-26.7.)eineumfassende Retrospektive deswichtigsten britischen Bildhauers derNachkriegszeit. Sein Markenzeichen: fantastischanmutendeSchöpfungenaus verschweißtenEisenteilen, dieder Künstleraus Abstraktionen menschlicher,tierischer undarchitektonischer Elemente entwickelt hat. DieSchau beleuchtet dasgesamtekünstlerischeSchaffendes Bildhauers vonden früher 1950er-Jahrenbis Ende der1990er-Jahre. Düsseldorf Im September2019verstarbPeter Lindbergh. Mit„UntoldStories“(5.2.-1.6.) zeigtder Kunstpalasteinebesondere Hinterlassenschaft,des 1944 geborenenund in Duisburg aufgewachsenen Fotografen.Die Ausstellungist dieerste vonPeter Lindberghselbstkuratierte Werkschau,ander er zwei Jahregearbeitethat. MitseinerZusammenstellung von140 Arbeiten aus denfrühen 1980er-Jahren bisheute wird eineingehenden Blick aufseinumfangreiches 34 PeterLindbergh:Naomi Campbell,Karen Elson, JayneWindsor,Shirley,Mallmann,Missy Rayder,Shalom Harlow,Marie-SophieWilson,Kirsten Owen,Esther Cañadas, Rachel Roberts, Stella Tennant&Natalia Semanova,Paris,1997. Œuvreermöglicht. DieSchau istzugleichein persönliches Statementzur Modefotografie. Ebenfalls im Februaröffnetdie Ausstellung „Pablo Picasso.Kriegsjahre 1939 bis1945“ (15.2.-14.6.)imK20.Mit Gemälden, Skulpturen, Zeichnungenund Zeitdokumentensollvon dem Menschen PabloPicasso während desZweiten Weltkriegsund denWidersprüchen desAlltags in diesen Zeiten erzähltwerden. Essen Das MuseumFolkwang widmet sich ab dem 29.Mai 2020 einerzentralen Künstlerpersönlichkeit der1980er-Jahre: Keith Haring(1958- 1990). In dergroßenRetrospektive werden frühe Zeichnungenund Experimente mitVideo und Performance, großformatigeGemälde aufPapier, Leinwand undVinyl versammelt, ergänzt durch noch niegezeigtesArchivmaterial. Im Fokussteht,wie er originär künstlerischeInteressenmit ästhetischen Phänomenender Globalisierungund Digitalisierung verbindet. Zudem soll derPerformance-Aspekt beleuchtetwerden. Köln Das MuseumLudwigplant zusammen mit derTateModerninLondon eine großeRetrospektivezuAndy Warhol (1928-1987). DieSchau wirdmit über 100Werkenabdem 10.Oktober 2020 in Köln zu sehensein; davorläuft siein London. Mitder Ausstellungsollauch dasBild desKünstlers aufGrundlage neuerForschungserkenntnisseerweitert werden. Oberhausen „Eswaren dieZeiten, alsJimi Hendrix aus heiterem Himmel in mein Apartmentgeschneit kamund ichmit JimMorrison in Chinatownzum Essenging“,erinnerte sich LindaMcCartney (1941-1998) an dieSechziger, als siezufotografierenanfing undsichunmittelbar in derMusik-Szenewiederfand. „Fotografin unterMusikern. LindaMcCartney –The Sixtiesand more“ (18.1.-3.5.) in derLudwiggalerie SchlossOberhausen beleuchtet ihre Karieremit Fotosaus den‚Sixties‘sowie darüber hinaus mitArbeiten ausihrerReihe „Roadworks“sowie denexperimentellen, mitSonnenlicht entwickelten „Sunprints“. Passendzum StraßenkarnevalimFebruar gibt es ab dem2.2.imKleinen SchlossArbeiten desDüsseldorferSatirikersJacques Tillyzusehen. Foto: ©Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)

KUNST O B E R H A U S E N Angela BugdahlDie Geschichtemit demFeuerzeug(Paulinchen)2004 Gegen biedere Langeweile Spätestens in den1970er-Jahren ist„DerStruwwelpeter“inVerrufgeratenund alsMusterbeispiel fürSchwarzePädagogik ausden Kinderzimmern verbanntworden. Seiner Berühmtheithat das keinen Abbruchgetan, seineIllustrationen haben sich tief inskollektiveGedächtnis eingeschrieben. DieLudwiggalerie Oberhausenwidmet ihmeineAusstellung. „Der Struwwelpeter. Zappel-Philipp,Paulinchen undHannsGuck-in-die- Luft.Zwischen Faszinationund Kinderschreck vonHoffmannbis Böhmermann“heißt dieSchau im vollen Namen, diemehrals 200Zeichnungen,Illustrationen,Gemälde,Bücherund Objekteversammelt. Dazu gehören auch Möbelaus demBiedermeier-Zeitalter.Dennaus demKontext seiner Zeit heraus istder Struwwelpeterrichtig zu verstehen. „Inder Forschung über den‚Struwwelpeter‘ spieltder Begriffder SchwarzenPädagogik nicht mehr diegrößte Rolle“,sagtKuratorin LindaSchmitz.„DieIntention des Autors Heinrich Hoffmann warnicht,Kinderzuverängstigen. Er hatsein Bilderbuch Mittedes 19.Jahrhundertsaus demUmfeld desBiedermeier heraus entwickelt. Bilderbücher aus dieser Zeit zeigen meiststinklangweilige Moralvorstellungen.Alsoschrieb undzeichnete er kurzerhand selbst underdachtedie Geschichtenvom Struwwelpeter, dersichnicht kämmen unddie Fingernägelschneiden lässt,von Paulinchen,die verbrennt, weil siemit Streichhölzernspielt, vonKindern,die einen„Mohren“verspotten undinein riesiges Tintenfass gestopft werden. Foto: Angela Bugdahl E S S E N Mensch trifft Maschine Deroptimistische Fortschrittsglaube voneinst istinAngst umgeschlagen: Werden die Maschinen denMenschen–obwohl vomihm selbst geschaffen –überflüssigmachen? DasMuseumFolkwang in Essen hatkeine Antwortauf Fragennachder Zukunft, gibt in deraußergewöhnlichen Schau„Dermontierte Mensch“aber eine Übersichtüber das Verhältnis Mensch-Maschine-Kunstinden vergangenen120 Jahren. Im Mittelpunkt derAusstellungmit über 200Werken diverser Medien von 124Künstlern stehtder menschlicheKörper–auch,wenneroft als technisierterHybrid dargestelltwird. FernandLégersGemälde „Der Mechaniker“ von1920etwascheint zusammengesetztaus einzelnenTeilen, die Haare sehenaus wieeineMetall-Haube, mitklarerLinievom Rest desKörpers getrennt.Den Hintergrundbildetein abstrahierterMaschinenaufbau. Besucher begegnenimerstenTeilder Ausstellungauch einemTeilder Geschichte desRuhrgebiets. Bilder aus demhistorischen Archiv Kruppzeigendie riesigeMaschinenhalleder GeschossdrehereiinEssen.Inden WeltkriegengehörtenOrtewie dieser zurkriegswichtigen Infrastruktur. Natürlich hatdiese Entwicklungauch schon vorüberhundert Jahrenkritische künstlerischePositionenauf denPlangerufen: Angesichts derSchrecken desErstenWeltkriegeslässt Otto Dixden Menschen aufdem Gemälde „Der Krieg“zwischen Waffen undKriegsgerät verschwinden.George Grosz undJohnHeartfield schaffen mitder dadaistischenAssemblage „Wildgewordener SpießerHeartfield“einegeschundene,menschenähnlicheKreatur ohne jegliche Individualitätund kritisieren so dieAuswirkungendes technischen Fortschrittsauf dieGesellschaft. Am Ende wagt die Schaudochnocheinen zögerlichen Blick in dieZukunftund präsentiertin Goshka Macugasund PatrickTressetsInstallationvon 2017 einenMalroboter. Zwar wirkt jederStrichwie überlegt,bzw.von einermächtigen KI berechnet. Das Krickelkrakel-Ergebnis istallerdingseherbelustigend und schürt kaum Angstvor derdigitalen Zukunft. mfk Dermontierte Mensch:bis 15.3.MuseumFolkwang,Essen Freche, unangepasste, dreckige Kinder Das alles war damals quasirevolutionär undschlägt Wellen bisheute. 2013 thematisiert etwa Illustratorin LuiseBofingerden dargestelltenRassismus in derGeschichteumden „Mohren“ mitunmissverständlicherBotschaft.Manga-ZeichnerDavid Füleki hingegen verhilft demStruwwelpeter und„derganzenBande“gleichzumehrerenAuftritten in zwei unterschiedlichen Comics. Mitpointiertem Humorsetzt AnkeKuhl in ihrem Buch „Lolarast“ Kinder in Szene, dieanalltäglichen Gefahren scheitern, aber auch daranwachsen –und überträgt denStruwwelpeterund seine Kumpanen so insHeute. „Ich selbst mochte dasBuch damals nichtund meineElternhättenesmir nievorgelesen“, sagt Schmitz.Umsomehrhat siedie Vielfaltdes Struwwelpeter-Erbes überrascht:„Das istder Wahnsinn,wie vieleBücheresgibt, dieals Nachfahrengeltenkönnen.Bücher über freche,unangepasste, dreckigeKinder. Es hatvielmit derEntwicklungder Kinderliteraturgemacht.Sokann mansogar Pipi Langstrumpfals Nachfahrin desStruwwelpeters betrachten.“ MaxFlorian Kühlem DerStruwwelpeter: bis12.1.,Ludwiggalerie Oberhausen; ludwiggalerie.de Le Mécanicien,1920; Öl aufLeinwand, 116×88,8 cm;NationalGallery of Canada, Ottawa 35 Foto:VG Bild-Kunst, Bonn 2019 /NGC

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