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Januar 2020 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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THEATER Foto: Sandra

THEATER Foto: Sandra Then R E G I O N Wasbringt das Jahr2020 für dieBühnen der Region? Ariane Schön gibt einenAusblick aufkommendeHighlights. Das DüsseldorferSchauspielhaus feiert 50 Jahre, u. a. miteinem neuenLiederabend. Hinter Kulissen geschaut MitFeierlaunestartet dasDüsseldorferSchauspielhaus in dieerste Jahreshälfte: In einemelftägigenJubiläumsprogramm feiertessein50-jährigesBestehen. Beginnendmit derPremierevon „Leben desGalilei“am16. Januar(Regie: RogerVontobel), gibt es Sonderführungen,ein Bürger-Dinnerspezial undeinePublikationzufünfzigJahrenTheatergeschichte am Gustaf-Gründgens-Platz.IndiesemZusammenhang kreiertAndré Kaczmarczyk gemeinsammit demEnsembleseinendritten Liederabendnamens „I BuildmyTime“.EsfolgenWedekinds „Lulu“, Strindbergs „Ein Traumspiel“ undSchillers„MariaStuart“. Am Puls derZeitist eine Umdeutung vonHenrik Ibsens „Volksfeind“, wenn derRegie führende Volker Löschdie Storymit der„Fridays-for-Future-Bewegung“ verknüpftund echte Klimaaktivistenauftreten lässt. Das Stückstelltirrationale Tendenzen innerhalb derBevölkerung undscheinheilige politische Systemträger bloß. Tagelang Wagnerund nachtlang Theater Im Maikommt dann dasinternationalbedeutsameFestival„Theaterder Welt“indie Landeshauptstadt.Die Deutsche Oper am Rheinbietetim Zeitraum vom7.-13.4.die einmalige Gelegenheit, RichardWagners „Rheingold“, „Walküre“,„Siegfried“ unddie „Götterdämmerung“ an aufeinander folgendenTagen zu erleben. AlleWerke sind unterder Regievon Dietrich W. Hilsdorfentstanden. Wem dasnicht reicht,der kann sich noch 32 In Wuppertal:„Benefiz–Jederretteteinen Afrikaner“ mitHändels „Alcina“ oder Verdis „Macbeth“imnächstenJahrvergnügen. Ballettfanssollten dieletzten Tanzabende vomscheidendenChefchoreografen Martin SchläpferamDüsseldorfer Haus nichtverpassen.Erstmalig gibtesam20.6. eine „Nacht derTheater“inder Landeshauptstatt,inder dieBühnenihrePforten öffnen undzuspannendenSonderprogrammen einladen. VonGabelstaplernund Vorurteilen Abermals stehtder Zuschauerals Mitspieler im Zentrum, wenn an den WuppertalerBühnen dasMusiktheaterexperiment„Noperas!:Chaosmos“ startet. Das KünstlertrioTobiasRausch,MarcSinan,KonradKästner erschaffen eine interaktiveGabelstapler-Oper über Ordnungund Unordnung. Malwas anderes! Das Schauspiel nimmt sich eine Textperlevor,nämlich „Atlas“von Thomas Köck, einStück über vietnamesische VertragsarbeiterinderDDR,das 2019 denMülheimer Dramatikerpreisabgeräumt hat. Politicalcorrectness kommt in „Benefiz –Jeder retteteinen Afrikaner“ aufden Prüfstand,eineklugen Farceüberdas Gutmenschentum, dieinabsurderWeise sämtlicheKlischees undVorurteilezementiert. MitvielenRessentimentsseinerMitmenschenwirdauch „Elling“ in dem gleichnamigenStückamSchauspiel Krefeld/Mönchengladbach konfrontiert. Diepsychisch labile Hauptfigur aus demRoman desNorwegers Ing- Foto: Uwe Schinkel

THEATER var Ambjørnsenspieltsichjedochmit seinen wunderbar schrulligenNeurosenimmer in dieHerzendes Publikums. Schauspieler BrunoWinzen übernimmtden Part derTitelfigur in derhintersinnigenKomödie.Die Musiktheatersparte bearbeitetdas tschechischeOpernmärchenüberdie Wassernixe„Rusalka“ undserviertAndrewLloydWebbers„Sunset Boulevard“ im kommendenJahr.Hauschoreograf Robert Northbeschäftigtsich zunächst mitBeethoven undbringt ihn in dreifacher Ausführung aufdie BühneninKrefeld/Mönchengladbach: als Mensch,als Musikerund Genie. Ab Maiwidmetersichchoreografisch dem„Sturm/Sommernachtstraum“ nach Shakespeare. Existenzielle Fragen DieParodie „Shakespeare in Love“steht aufdem NeusserSpielplan –ein MixbekannterMotivemit Spaßfaktor.Ein Zeitgenossedes bekanntenElisabethanerswar derDramatiker JohnFord. Um ca.1630herum entstand „‘TisPityShe’s AWhore“, eine Inzest-und Rachekomödie miteinem spektakulärenShowdown. Das Versdramawirdals eine Vorformdes „Theaters derGrausamkeit“ angesehen. RegisseurinKathrin Mädler stellt sich am RheinischenLandestheater denFragenrundumdie verboteneGeschwisterliebe. Um ebenso existenzielleThemengehtesin„Vordem Entschwinden“ desfranzösischen Schriftstellers FlorianZeller. Dieliterarische Traumreisewidmetsichder Vergänglichkeitund isterstmaligauf einer deutschenBühnezusehen. Närrische Zeit in Bochum Eine andere Form menschlichen Wahnsinn gibt’samSchauspielhaus Bochum zu sehen. Mitder Dramatisierung des„Narrenschiffs“nachSebastian Brantbegibtsichdas Ensemble insspäte Mittelalter. Menschliches Fehlverhalten, wieHabsucht, Ehebruch sowie sämtlicheAuswüchsenärrischerUnvernunft werden dort übertriebenbeschrieben.Dieswar dieGeburt derFigur desNarren, Till Eulenspiegelund dieSchildbürgerwarendie berühmten Nachfahren.InKoproduktionmit demNTGentbegibtsichdas Künstlerkollektiv MonsterTruck aufdie satirischePilgerfahrt.Intendant Johan Simonswidmetsichneben „Iwanow“und „King Lear“ einemStück desisraelischenDramatikers Hanoch Levin.Erstmaligindeutscher Spracheerzählt „Requiem“die tragikomischeReise einesSargbauers, um die Vergeblichkeit menschlichen Strebens zu versinnbildlichen. Um Lebensüberdrussgehtesauch in Tschechows „DreiSchwestern“,inFormgebrachtdurch dasEssener Ballettensemble. Zu Klavierkompositionen von Sergej Rachmaninow bringt Choreograf Valery Panovseine Deutungdes FrauentriosOlga, Mascha undIrina aufdie Aalto-Bühne; Frauen,die in der russischen Provinzversauern undsichnachihremvorherigenMoskauer Lebenzurücksehnen. Jungfrauen in Oberhausen Einmusikalischer Brechtabend locktins Grillo-TheaternachEssen,wenn „Die Rundköpfe unddie Spitzköpfe“auf demProgramm stehen.Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer setztdas ParabelstücküberAufstieg, Herrschaft undMachtmechanismenvon DiktaturenimAllgemeinen unddes Hitlerregimes im Besonderen,inSzene. Thematisch passenddazu kommt Hans Falladas Roman„KleinerMann –was nun?“ über dieFolgender Weltwirtschaftskriseder 30er-Jahre, zu Gehör.Arbeitslosigkeit, Armutund politische OrientierungslosigkeitwerdenamBeispiel desAngestelltenJohannes Pinnebergund seiner Frau Emma geschildert.InOberhausen nimmt sich Babett Grubedenselben Stoffvor,sodassein direkter Vergleich möglich ist. „Mit denMitteln desTheatersWeiblichkeiterforschen“ will dieTheatergruppe „Frauenund Fiktion“. Dafür unterwandert sieim TheaterOberhausen in „(saveme) not“ dasnormale Zuschauer-Schauspieler-Verhältnis.Indem Hybrid aus Theaterstückund Computerspiel wählt dasPublikumdie Perspektiveeiner „JungfrauinNöten“und erlebt dieTäter- undOpferrolleiminteraktiven Spiel. Einähnliches Themenspektrum umkreisen diewortgewaltigen „Prinzessinnendramen“von Elfriede Jelinek –lohnt sich immer! Biermafia in Dortmund DieBiermafia treibt ihr UnweseninDortmund, wenn „DieKassierer unddie Dreivon derPunkstelle“die Bühnenbretter zum Bebenbringen. Fans der Punkband nehmen sicher gerneden gemeinsamenKampf um dasgoldene Hopfengetränk aufsich. Nebenan im Studio geht es ruhigerzu, da läuft dasZwei-Personen-Stück„Konstellationen“ vonNickPayne.Eserzählt vomEinfluss desZufalls aufdas exemplarisch vorgeführteLeben vonMarianneund Roland. NeuesStück vonBabettGrube: „Alles istwahr-DieneunLeben derMaritaLorenz“ Foto: Katrin Ribbe 33

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