Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
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Januar 2020 - coolibri Dortmund

KUNST Darf’s etwas

KUNST Darf’s etwas Kunst sein? StefanieRoennekehat einigeAusstellungshighlightsinder Region unddarüber hinaus für dasJahr 2020 zusammengestellt. Dortmund DerHMKV(Hartware MedienKunstVerein) zeigtabApril/Mai 2020 dieAusstellung „Fatada/Fassade“basierendauf einemkollaborativenNachbarschaftsprojekt in der Dortmunder Nordstadt. Es werden Fragen zu kultureller,politischer undbaulicher Repräsentationdiskutiert undHausmodelleentwickelt–inspiriertvon Roma-Bauformen.NebenModellenund einembereits umgesetztenEntwurf in derNordstadtwirdeineneue Wandgestaltung derVertikalenimDortmunderUentstehen. Das Museum Ostwallpräsentiert, nach einer längerenUmbauphase,abAnfangFebruar seine Sammlungunter demTitel „Body&Soul. Denken,Fühlen,Zähneputzen“neu. Duisburg Das Lehmbruck Museum Duisburg präsentiertmit „LynnChadwick–Biesterder Zeit“ (29.2.-26.7.)eineumfassende Retrospektive deswichtigsten britischen Bildhauers derNachkriegszeit. Sein Markenzeichen: fantastischanmutendeSchöpfungenaus verschweißtenEisenteilen, dieder Künstleraus Abstraktionen menschlicher,tierischer undarchitektonischer Elemente entwickelt hat. DieSchau beleuchtet dasgesamtekünstlerischeSchaffendes Bildhauers vonden frühen 1950er-Jahrenbis Ende der1990er-Jahre. 34 KeithHaring: Ignorance=Fear,1989. Düsseldorf Im September2019verstarbPeter Lindbergh. Mit„Untold Stories“ (5.2.-1.6.) zeigtder Kunstpalasteinebesondere Hinterlassenschaft,des 1944 geborenenund in Duisburg aufgewachsenen Fotografen.Die Ausstellungist dieerste vonPeter Lindberghselbstkuratierte Werkschau.Mit seiner Zusammenstellungvon 140Arbeitenaus denfrühen1980ern bisheute wird eineingehenden Blick aufseinumfangreiches Œuvre ermöglicht. DieSchau istzugleich einpersönliches Statementzur Modefotografie. Ebenfalls im Februaröffnetdie Ausstellung „Pablo Picasso.Kriegsjahre 1939 bis1945“ (15.2.-14.6.)imK20.Mit Gemälden, Skulpturen, Zeichnungenund Zeitdokumentensollvon dem Menschen PabloPicasso während desZweiten Weltkriegsund denWidersprüchen desAlltags in diesen Zeiten erzähltwerden. Essen Das MuseumFolkwang widmet sich ab dem 29.Mai einerzentralen Künstlerpersönlichkeit der80er: Keith Haring(1958-1990).Inder großenRetrospektive werden früheZeichnungen undExperimente mitVideo undPerformance, großformatigeGemälde aufPapier, Leinwand undVinyl versammelt, ergänzt durch noch nie gezeigtesArchivmaterial. Im Fokussteht,wie er originär künstlerischeInteressenmit ästhetischenPhänomenender Globalisierungund Digitalisierung verbindet. Zudemwirdder Performance-Aspekt vonHarings Arbeit beleuchtet. Foto: ©Keith Haring Foundation Gronau Das rock’n’pop museuminGronau widmet sich Ludwigvan Beethoven. DieAusstellung „Ludwiglebt!“ (17.5.-25.10.) beleuchtet offensichtlicheund überraschendeSpurenvon BeethovenimPop –von Musik, Film undComic über Literaturbis hin zu Pop-Art. Präsentiertwerden soll einBeethoven-Referenzraum, dersoumfassend noch nieaufgearbeitet wurde. Hagen DieAusstellung„ReshapedReality.50Jahre Hyperrealistische Skulptur“ (14.5.-18.10.) im Osthaus Museum Hagen zeigtanhandvon 30 Skulpturenvon 26 internationalen richtungsweisenden KünstlernverschiedeneTendenzen in derDarstellungsweise vonhyperrealistischen Skulpturender letzten50 Jahre. Hyperrealistische Kunstnutztreale Vorbilder, um im künstlerischenProzess zu losgelösten, neuenRealitäten zu gelangen Köln Das Museum Ludwigplant zusammen mit derTateModerninLondoneinegroße RetrospektivezuAndy Warhol (1928-1987). DieSchau wirdmit über 100Werkenabdem 10.Oktober 2020 in Köln zu sehensein; davorläuft siein London. Mitder Ausstellungsollauch dasBild desKünstlers aufGrundlage neuerForschungserkenntnisseerweitert werden. Oberhausen „Eswaren dieZeiten, alsJimi Hendrix aus heiterem Himmel in mein Apartmentgeschneit kamund ichmit JimMorrison in Chinatownzum Essenging“,erinnerte sich LindaMcCartney (1941-1998) an dieSechziger, als siezufotografierenanfing undsichunmittelbar in derMusik-Szenewiederfand. „Fotografin unterMusikern. LindaMcCartney –The Sixtiesand more“ (18.1.-3.5.) in derLudwiggalerie SchlossOberhausen beleuchtet ihre Karieremit Fotosaus den‚Sixties‘sowie darüber hinaus mitArbeiten ausihrerReihe „Roadworks“sowie denexperimentellen, mitSonnenlicht entwickelten „Sunprints“. Passendzum Straßenkarnevalgibtesab dem2.2.imKleinen SchlossArbeitendes Düsseldorfer SatirikersJacques Tilly zu sehen.

KUNST E S S E N Mensch trifft Maschine Deroptimistische Fortschrittsglaube voneinst istinAngst umgeschlagen: Werden die Maschinen denMenschen–obwohl vomihm selbst geschaffen –überflüssigmachen? DasMuseumFolkwang in Essen hatkeine Antwortauf Fragennachder Zukunft, gibt in deraußergewöhnlichen Schau„Dermontierte Mensch“aber eine Übersichtüber das Verhältnis Mensch-Maschine-Kunstinden vergangenen120 Jahren. Im Mittelpunktder Ausstellungmit über 200Werken diverser Medien von 124Künstlern stehtder menschlicheKörper–auch,wenneroft als technisierter Hybrid dargestelltwird. FernandLégersGemälde „Der Mechaniker“von 1920 etwa scheintzusammengesetztaus einzelnenTeilen, die Haare sehenaus wieeineMetall-Haube, mitklarerLinievom Rest desKörpers getrennt.Den Hintergrundbildetein abstrahierterMaschinenaufbau. Ähnlich wieFortunato DeperosBild„Motorradfahrer“(1927)scheint der Malerdie Verbindung vonMenschund Maschinezufeiern. BeiDeperowirken Motorrad undFahrerwie auseiner Baureihezusammengestelltund sausen schnittigdurch eine Landschaft geometrischer Formen. Besucher aus demRuhrgebiet begegnenimerstenTeilder Ausstellung auch einemTeilder Geschichte ihrerRegion. Bilder aus demhistorischen Archiv Kruppzeigenetwadie riesigeMaschinenhalleder GeschossdrehereiinEssen.Inden WeltkriegengehörtenOrtewie dieser zurkriegswichtigenInfrastruktur.Sie zeigen damitdie Kehrseite derIndustriellen Revolution,die zu niedagewesenenMaterialschlachtenführte. Werhat Angst vorm Malroboter? Natürlich hatdiese Entwicklungauch schon vorüberhundert Jahren kritische künstlerischePositionenauf denPlangerufen: Angesichts derSchrecken desErstenWeltkriegeslässt Otto Dixden Menschen aufdem Gemälde „Der Krieg“zwischen Waffen undKriegsgerät verschwinden. George Grosz undJohnHeartfield schaffen mitder dadaistischenAssemblage „Wildgewordener SpießerHeartfield“einegeschundene,menschenähnlicheKreatur ohne jegliche Individualität undkritisieren so dieAuswirkungendes technischenFortschrittsauf dieGesellschaft. Am Ende wagt die Schaudochnocheinen zögerlichen Blickindie Zukunftund präsentiertin Goshka Macugasund PatrickTressetsInstallationvon 2017 einenMalroboter. Zwar wirkt jederStrichwie überlegt,bzw.von einermächtigen KI berechnet. Das Krickelkrakel-Ergebnisist allerdings eher belustigendund schürtkaumAngst vorder digitalenZukunft. MaxFlorian Kühlem Dermontierte Mensch:bis 15.3.MuseumFolkwang,Essen Le Mécanicien,1920; Öl aufLeinwand, 116× 88,8cm; NationalGallery of Canada, Ottawa Foto:VG Bild-Kunst, Bonn 2019 /NGC K Ö L N Rembrandt(Harmensz.van Rijn),Selbstbildnis als Zeuxis, um 1662,Ölauf Leinwand Rembrandt infünf Akten Mystisch,detailversessen und voneinzigartiger Lichtführunggetragen– so wird seineKunst wahrgenommen.Anlässlich des350.Todestags von Rembrandtstelltsichdie Frage: Wasbegeistertdie Betrachter so sehr an ihm? AlsAntwort ruft das Wallraf-Richartz-MuseumKölndas Rembrandtjahr ausund präsentiertunter demTitel „InsideRembrandt“eineReise insZentrumseinesSchaffens. VonseinenWurzeln in derUniversitätsstadt Leiden aus bricht derBetrachterauf,umsichbis zumberuflichen undprivatenHöhepunktRembrandts zu begeben. Markiertwirddieserdurch dasBildnis „Der Gelehrte im Studierzimmer“, daszum ersten Malseit70Jahrenaußerhalb vonPragausgestellt wird. Über 60 weitereWerke wurden aus demAmsterdamer Rijksmuseum, derGetty Collection in LosAngeles,dem NewYorkerMuseumof Modern Art, derMünchner Pinakothek,dem NationalmuseumStockholm undder StaatsgalerieStuttgart beschafft. HinzukommenArbeitenvon Zeitgenossen undSchülernRembrandts. DieAusstellungist in fünf Aktegegliedertund tauchtimmer tiefer in sein Schaffen ein. Dererste Aktbefasst sich mitdem Umfeld,indem Rembrandtaufwuchsund seineerstenWerke schuf. Dernächste Bereichbehandelt Rembrandts Experimente.Auch Rembrandtvan RijnsDurchbruch undder Höhepunkt seines SchaffensstehenimFokus.Das berühmte Bildnisdes PragerGelehrten offenbartsich, ergänztdurch weiterePorträts sowieeineorientalischeKostümhistorie.Danachtauchtder Betrachterindas Motivdes Künstlerdaseins einund findet sich dabeivor Bildnissenvon Rembrandts Werkstubewieder. Aktfünfschließtmit demikonischen„Selbstbildnis alsZeuxis“, dasund bisheute als Rembrandts rätselhaftestesPorträt gilt. Maximilian AlexanderKoch Inside Rembrandt: bis1.3., Wallraf-Richartz-Museum, Köln; wallraf.museum 35 Foto: Wallraf-Richartz-Museum &Fondation Corboud, Foto RBA Köln

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