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Januar 2019 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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THEATER R H E I N & R U

THEATER R H E I N & R U H R Szeneaus „Hamlet“ am Schauspielhaus Düsseldorf Neues Jahr, neuer Wandel Foto: Matthias Horn Zwischen Gesamtkunstwerk und digitalem Wandel:Ein Ausblickauf das Bühnengeschehen der Region in 2019. Shakespeare,Miller,Brecht: Das Düsseldorfer Schauspielhaus setzt2019auf diegroßenNamender dramatischen Literatur. Nach „Momentum“ gibt’seineweitere Regiearbeitvon Roger Vontobel,diesmal istes„Hamlet“. Dieser in Dresden schon gefeierteHamlet stehtmit Band aufder Bühne, singtüberLug undTrugineiner Welt,die aus denFugen gerät.ImMai stürzt sich Vontobel dann in den„FightClub“ als Uraufführung im Central. Zerstörungswutund Allmachtsfantasien findenihren Wegauf dieTheaterbühne. Ebenfalls zur Kampfzonewirddas Hafenviertel RedHookin„EinBlick vonder Brücke“. Gemeint istdie NewYorkerBrooklyn Bridge, vonder aus sich dietäglichenMühen illegalerEinwandererund einfacherArbeitergut beobachten lassen. Armin Petras inszeniert Arthur MillersGesellschaftsstudie.Der einfache Arbeiterkommt auch in „Mann istMann“zu Wort,eineetwas skurrileGeschichtevon Bertolt Brecht über einenradikalen Identitätswechsel. Eingängigerist da „Der guteMenschvon Sezuan“, BrechtsParabel über dasGutmenschentun unddie Unmöglichkeit im Wertschöpfungssystemgerecht zu handeln. 50 Irrsinn im Tal Killerdrohnensindinder modernen Kriegsführung längstRealität.DochwelcheVerantwortung trägt derEinzelnebei vollautomatisierten Kampfeinsätzen?Autor Christoph Nußbaumeder wirft in seinem Stück„Im Schatten kalter Sterne“auf derBühnedes Schauspiel Wuppertal wichtige Fragen über diemöglichen Folgen des Fortschritts auf. Noch mehr AbgründigesimTal: In „Der Drang“ mutiertder Menschzum egomanenMonster.Das fieseFigurenquartettvon FranzXaver Kroetzwirdallerdingsvon derblutigenMordlustinShakespearesKönigsdrama„RichardIII“(Regie: Henri Hüster)nochübertrumpft. Auch dieWuppertaler Oper kommt um denIrrsinn nichtrum,dennHauptfigur Paul gleitetin„DietoteStadt“ allmählich in eine Parallelwelt ab.Erich WolfgangKorngoldkomponierte in den20ern sein surreales Psychogramm als Albtraumszenerieeines Verlustes.Die SpielzeitendetimJuli mitdem Großprojekt„Das Labyrinth“ vonJonathanDove. DieCommunity-Opermit Profis undAmateurenentwickeltstarkeBilder rund um Fluchtgefahrenund Überlebenskampf. EchokammerninMoers In Zeiten vonEchokammernund Filterblasen gedeihen Verschwörungstheorien rasant.Dawundert es nicht, wenn dasSchlosstheaterMoers diesem Phänomeneinen ganzen Theaterabend widmet.In„Illuminatics“ beziehtsichRegisseur Matthias Heße aufden gleichnamigenRoman vonRobertSheaund Robert AntonWilsonund bereichtet ausder Welt derSpekulationen. Um Verfolgung undVerleumdung geht es auch in „Kabaleund Liebe“ ab Februar, wirddochdie Romanzezwischen Ferdinandund Luisedurch diverseIntrigentorpediert. Wagner im Dreieck DerGroßmeister bombastischerOpernklänge, RichardWagner, steht2019hochimKurs.Mit „Tristanund Isolde“trumpft dasTheater Hagen auf, während sich Kultregisseur Dietrich W. HilsdorfinDuisburgan„Walküre“,„Rheingold“ und „Götterdämmerung“ austobt–ab MaiimDuisburger Musentempel. Zumdirekten Vergleich lädtdas GelsenkirchenerMusiktheaterein, denn auch dortwirddas „Rheingold“unter IntendantMichael Schulz realisiert.Aufgepasst heißtes, wenn im Aalto-TheaterEssen „Der Ring an einemAbend“angekündigt wird:Keinandererals Loriot hatdiesesWerkzusammengestellt.Darin erzählt er,was im Beziehungsgefüge zwischen Wotan, Fricka,Siegfried undCo. tatsächlich passiert ist. DieNibelungensageauf drei Stunden gekürzt, eignet sich fürAnfänger undKennerinSachenWagner. Ariane Schön

THEATER S O L I N G E N Sa, 16.2.2019, 21 Uhr ROBERT-SCHUMANN- SAAL Bühnenfassungdes Films„Kriegerin“ Kampfansage AfD und Pegida warennochnicht gegründet, die‚Flüchtlingskrise‘ noch in weiter Ferne, alsmit „Kriegerin“ einFilm über eine rechtsradikaleClique in derostdeutschenProvinzerschien. DasTheater undKonzerthausSolingenzeigt die Bühnenfassungdes beklemmendaktuellen Stoffes. „Wir sind rechts,das stimmt.Wir mögen Deutschland, dasstimmt auch. Wirmögen keine Flüchtlingsheime.Abernennt unsdeswegendochbitte nichtgleichNazis.“ Manwirddochwohlnochsagen dürfen,wer Schuld ist an derMisereimLandund demeigenen Leben: DieAusländer, diePolitik, diePolizei,weißdie 18-jährige Marisa, dieineinem Kaff in Ostdeutschland lebt undimSupermarkt an derKasse arbeitet. Halt in diesem tristenDaseinfindetsie beiihrerrechten Clique; ihre Brust ziertstolz einTattoovon Reichsadlerund Hakenkreuz,und wersie dumm anmacht,kriegteinsauf dieFresse. Manchmal auch einfachnur so.Zwei jungeFlüchtlinge,Jamil undRasul,nietetsie kurzerhand mitdem Auto um.Als Jamil verschwunden bleibt,bekommt ihr Weltbild ersteRisse. Doch ihr eher unfreiwilligerAusstiegaus derSzene wird erschwertdurch Svenja,die sich plötzlichinden Freundeskreis drängt undMarisaihreRolle als Nazi-Brautstreitigmacht. Replik desZeitgeistes „Kriegerin“,zusehen am 11.JanuarimTheater undKonzerthaus Solingen in einerInszenierungdes Westfälischen Landestheaters,wirktwie eine Replik desaktuellen Zeitgeistes: rechte Parolen, Hass aufalles Fremde, Gewalt gegenAndersdenkende undMigranten.Tatsächlich basiertdas Stückauf demgleichnamigenFilmvon RegisseurDavid Wnendt,den dieser2011veröffentlichte,wohlkaumahnend, dass seinedüstere Vorhersehung wenige Jahre später traurige Gewissheit sein würde. Ähnlich ergingesder Autorin Tina Müller,welchedie Bühnenversion verfasste: „Für mich istessehrschmerzlich,dassuns dieRealitätgeradezuüberholthat. DasssichNeonazi-Szenen,die ichmir ausdachte,plötzlichvielerortsabspielen“, sagtesie in einemInterview mitdem Berliner GRIPSTheater,wo dasStück2015uraufgeführt wurde. Tina MüllersAdaption bewegt sich engamOriginal,gewährtaberder Flüchtlingsthematik mehr Raum undbindetauch Menschenaußerhalb desrechtenSpektrums ein: Ob manden Muthat,sichdem pöbelndenMob undseinemfaschistoiden Menschenbildentgegenzustellen,ist letztlich eine Frage, diejeder fürsichselbstbeantworten muss. BeritKriegs Kriegerin:11.1.,Theater undKonzerthaus,Solingen; theater-solingen.de Foto: Volker Beushausen ©Repercussion 440Hz PERCUSSION & LIVE VISUALS Repercussion feat. Warped Type Im Anschluss: Party imFoyer Tickets: 0211-274000 | WWW.KUNSTPALAST.DE Ehrenhof 4-5 ·40479 Düsseldorf Wirhaben dieSchnauzevoll. Hilf unseren Meeren mit deiner Spende: wwf.de/plastikflut Der WWF arbeitet weltweit mit Menschen, Unternehmen und Politik zusammen,umdie Vermüllung der Meere zu stoppen.Hilfmit deinerSpende! WWF-Spendenkonto: IBAN DE06 55020500 0222 2222 22 51

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