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Januar 2019 - coolibri Düsseldorf, Wuppertal

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INTERVIEW R U H G E B I

INTERVIEW R U H G E B I E T Carmen Radeck Seit 2015 bloggt Carmen Radeck auf RuhrGründer.deüber dieStart-upundGründerszene in der Region. Fabian Paffendorfsprach mitihr über ihren Startindie Selbstständigkeitund über kommende Projekte. Start-up-Aktivistin Foto: Fabian Paffendorf Wiesah dein Wegindie Selbstständigkeiteigentlich aus? Nach demAbiturhabeich eine Ausbildung zurMusikalienhändlerin absolviert. Das war nichtganzimSinnemeinerEltern, aber ichhatte da Lust drauf. Nach derAusbildunghabeich in demLaden gearbeitet undparallel Germanistikund Philosohiestudiert,das Studiummit einemMagisterabgeschlossen. Zu derZeithatte meineSchwester beieiner Tageszeitung voloniert.Eines Tageserzähltesie,dassman dort Mitarbeitersuchte. Ab 2009 habe ichneben demJob im Geschäft für dieZeitung geschrieben. Ichwar Quereinsteigerin,hatte keine journalistische Ausbildung.Nachdem ichbetriebsbedingt im Musikhandelgekündigt wurde,habeich 2011 aus derfreienMitarbeit eine Vollzeitbeschäftigunggemacht.Damals gabeseinen Gründerzuschuss. Wasdie Auftragslage anging, so wurde ichbei demVerlaggut eingespannt. Ichhabe erst halbtags in denRedaktionengearbeitet, später ganze Tage.Inder restlichen Zeit habeich Aufträge vonAgenturen angenommen.Dann aber kamein großer Knall: DieRedaktionenwurdengeschlossen,meinenHauptauftraggeber war ichlos.Darauf warich nichtvorbereitet.Ich musstemichganzneu erfinden. Plötzlich wardie Konkurrenzsituationeineganzandere, weil nunganzviele Freelancer aufden Markt gespültwurden. Rückblickendwar dasjedochdas beste, wasmir passierenkonnte. DenArschtrittbrauchte ich, um weiter vorwärts zu kommen. Dann bist du mitRuhrGründer.de unterdie Blogger gegangen? Ersteinmal habe ichals Texterin freieAufträgevon Agenturenangenommen, für UnternehmenPR- undOnline-Auftrittegemacht.Die Idee zu Bloggenhatte ichschon länger. Dieser nachrichtlicheJournalismus warnie so meins. Ichhabeimmer lieber über Menschen geschrieben, dieeinfachihr Dingdurchziehen.Esgingdarum,ein Themafür dasBlogzufinden–und da istdieserStart-up-HypeinmeinenBlick geraten. Daswar um 2013 etwas, dasesindieserFormnur in Berlingab.Ich fragte mich:Warum hat dasRuhrgebiet keineGründerszene?Und wenn es hier doch auch sowas 28 „Eineechte Szene istimRuhrgebiet gewachsen“ gibt,womussman da einhaken,umsichzuvernetzen?Anschlusspunkte warenschwerzufinden. DasBlogwar nichtals Geschäftsmodellgedacht. Ichwolltespannende GeschichtenüberinteressanteMenschenerzählen, eine Plattform zumNetzwerken schaffen. RuhrGründer.de istdann aber relativ schnellbekanntgeworden. Das hatzweiJahre gedauert,daist dasWirtschaftsbündnis Initiativkreis Ruhr an mich herangetretenund hattedie Idee,dassman dieStart-ups bei einerVeranstaltung zusammenführensollte. Daslief bombig.Seither kommenimmer mehr Leute, dieBockdaraufhaben,sichkennenzulernenund auszutauschen. Es hatsichinden vergangenenJahrenso viel getan, eine echte Szeneist gewachsen, diesichüber Stadtgrenzen hinaus vernetzthat.Das hatteauch Auswirkungen aufdie Veranstraltungsangebotefür Gründer. Neben demRuhrSummitgibtesmittlerweileviele weitereVeranstaltungsformatewie zumBeispieldie FuckUp Nights,bei denenGründer unterhaltsam vonihren gescheitertenProjekten berichten. Wo siehst du dich selbst innerhalbdieserGründer-und Start-up-Szene? Ichbin eher eine Aktivistin, sehe mich alsSprachrohr undbin zu einemGesichtder SzeneimRuhrgebiet geworden.RuhrGründer.de hatsicheinen Namengemacht.Viele Unternehmer nehmen dasBlogals Anlaufstelle wahr.Und werbei RuhrGründer.deeinen Presseberichtbekommt,der weiß auch,dassder gelesenwird. Es liegtmir am Herzen, dieSzene mitzugestalten. Zusammen mitdem Impact HubRuhr aus Essenhabeich dieFemale Founders Ruhr aus derTaufe gehoben.Das sind neue undregelmäßigstattfindende Talk-Abendemit erfolgreichenGründerinnen.Die nächste Ausgabeist im Februar. Zukünftig sind noch weitereSachengeplant. RuhrGründer.de werdeich noch ausbauen,denndie Gründer-Szenewächst ja auch.Angedacht ist, dasBlogals Geschäftsmodellweiterzuentwickeln. Ausgeweitet wirdzukünftigauch dasStorytellingund digitale Wissensprodukterundums Blog.Ich habenochviele Ideen.

INTERVIEW Gründerinnen im Porträt JungunternehmerinKatharinaKühn istMitbegründerin von Golden Orb, einemStart-upaus Witten,das Kinderbuch-Appsentwickelt. Waswar fürDichder Grund,indie Selbstständigkeitzustarten? Allem voranwar es derWunschdanachetwas zu tun, wasmeinenWerten undVorstellungen entsprach.Auch dieFreiheitzuhaben,meine Arbeit und mein Lebenselbstgestalten zu können, war mir sehr wichtig. AlsAngestelltemussteich oftmit denEntscheidungender höheren Etagen leben undInhalte umsetzen,mit denenmeinInnerstes nichtübereinkam.Zudembefandich mich ohnehinaus privatenGründen in einemberuflichen Umbruch,daher warenmeine Lebensumstände perfekt für dieses Wagnis. Foto: Lea-Maria Zimmermann WashastDuvorhergemacht? Ichhabeviele Jahrelangineinem Kölner Studio digitale Spiele entwickelt, war für Illustration undAnimationim 2D-Bereich zuständig. VorzweiJahrenbin ichins Ruhrgebiet gezogen undhabehierals Head of MediaDesignfür einenOnline- Shop gearbeitet. Dabeifielmir auf, dass ichmeine Leidenschaft für die Spieleentwicklungwiederleben möchteund hattedas Glückmit einerehemaligenArbeitskollegin unserUnternehmen gründenzukönnen. Lea-MariaZimmermann GründerinLea-Maria Zimmermann ausCastrop-Rauxelhat sich mitdem Verleihvon Lego- Bausätzenselbstständiggemacht. Waswar fürDichder Grund,in dieSelbstständigkeitzustarten? Ichwolltemein eigenes Dingmachenund wollte nichtvon anderenEntscheidernabhängigsein. Ichbenötigeviele abwechselnde Tätigkeiten, Routineliegt mir nicht. „Ich treffe lieber eigene Entscheidungen“s WashastDuvorhergemacht? Ichwar vorher als Controllerin in einemHotel angestellt. DieZeitwar lehrreich, aber ichhabeimmer mehr gemerkt,dassich lieber mein eigener Chef wäre.Ich magesnicht,von anderenanhängigzusein. Da treffe ich lieber meineeigenen Entscheidungenund wenn ichdas dann verbocke, „Uns istman offen und fair begegnet“ Aufwelcher Geschäftsidee basiertDeinUnternehmen? Golden Orbbefasst sich mitder kindgerechtenAdaptionvon Kulturgut für moderne, digitale Medien,umdie traditionellen Erzählungenfür die nächsten Generationen in einemzeitgemäßenFormat zu erhalten.Märchen,Sagen undLegendenwerdenals interaktiveKinderbücherneu aufbereitet undbehutsammodernisiert, indembeispielsweise veralteteAnsichtenvon stereotypenGeschlechterrollendurchbrochenwerden, dabei jedoch derursprüngliche Kernder Geschichtenerhaltenbleibt. Mitunsereneigenen Interpretationenhaben wir einenspielerischen Weggefunden, Kinderfür wichtige Themen wieToleranz, Selbstbewusstseinund Diversität zu sensibilisieren. Über unsergewähltes Medium Smartphone/Tabletschlagen wir eine Brücke zwischenTradition undGegenwartund bietenKindern eine sichereUmgebung,inder siesichmit digitalenMedienbeschäftigen können.Dies ermöglichen KatharinaKühn wirauch durch einenfestenVerkaufspreisunserer digitalenKinderbücher. Waresschwierig,erste Kontaktezuknüpfen ? Aller Anfang istnatürlichschwer. Vorallem aber dieÜberwindung nach Hilfezusuchen undauch anzunehmen. Sowohl meineKollegin alsauch ichwarenbeidenicht unbedingt dieextrovertiertesten Persönlichkeiten, doch wurdeesvon MalzuMal leichter undwir haben viele spannende undwohlwollendeMenschenkennengelernt.Esgibtsehrviele MöglichkeitenkostenloseBeratungund Unterstützungfür dieExitenzgründung zu erhalten undwir haben vieledavon genutzt. Dadurch haben wir es auch geschafftdie Bank en zu überzeugen undhaben einenExistenzgründerkrediterhalten. Unddas entgegenvielerBehauptungen, dass Softwareunternehmenund dann auch noch gründendeFrauen es schwererhaben.Diese Einstellungkann ichnicht bestätigen: Unswurde sehr offen undfairbegegnet. MitSicherheitkann ichsagen,dassich durch die Gründung eine unglaubliche Persönlichkeitsentwicklung erlebenkonnte, für dieich sonst Jahregebraucht hätte. DieVielzahl an Netzwerkveranstaltungen unddie Offenheit derMenschen, vorallem in derMedienbranche-machenesselbstintrovertiertenMenschenleichterFuß zu fassen. steheich für meineeigenen Arbeit gerade anstattfür Entscheidungenanderer. Aufwelcher Geschäftsideebasiert Dein Unternehmen? IchwolltemeinemKindermöglichen,sovielLego-Setszubauen,wie er möchte, jedoch ohne dieSetszukaufen. Grundsätzlich finde ich, dass manalles nutzen kann,jedochnicht alles besitzen muss. Das Leihen von Büchernmittels derBüchereigehtja, warum dann nichtauch Lego leihen. Waresschwierig,erste Kontaktezuknüpfen ? Mein Mann war bereitsmit eineranderen Firmaselbstständig undvon daherwar derWeg kurz.MeinMann undich arbeitenbei Bauduuzusammen. WiebeurteilstDudie Gründer-SzeneinNRW? Wirarbeitendran. Wo siehst Du dein Unternehmen2020? Das werden wirsehen,esgibtvielzutun undweiterzuentwickeln. Wir habennochviele MöglichkeitenimBereich Lego,dawirduns waseinfallen. Foto: Katharina Kühn 29

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