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Januar 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K I N O Legend | Start:

K I N O Legend | Start: 7.1. Foto: Studiocanal The Big Short | 14.1. Foto: Jaap Buitendijk, 2015 Paramount Pictures Gangster und Geschwister Von Tom Hardy kriegt die Welt momentan nicht genug, deswegen bekommt sie ihn jetzt gleich im Doppelpaket. In „Legend“ spielt er die Zwillinge Ronnie und Reggie Kray, zwei munter gestörte Gangstergeschwister, die das Londoner East End der 50er-Jahre mit organisiertem Verbrechen beglückten. Hardys Schauspielleistung ist dabei genau das, was der Titel verspricht: Legendär. Nicht nur die groben und feinen Nuancen der unterschiedlichen Charaktere gelingen, sondern auch die Dynamik zwischen den Brüdern. Ist der eine nämlich ein impulsiver Vulkan von einem Psychopathen, kommt der andere als gar liebevoller Fürsorger und Schlichter rüber. Trotz stylisher Kulissen fällt der Rest des Machwerks im Kontrast zu Hardys Mammutleistung leider etwas halb gar aus. USA 2015, R: Brian Helgeland D: Tom Hardy, Emily Browning, Christopher Ecclestone, Paul Bettany Kapitalismus und Kollaps Ein illustres Ensemble weltbekannter Schauspieler, eine hochaktuelle Thematik und Schläge auf die privilegierten 1 Prozent – das hat bei „The Wolf of Wall Street“ schon funktioniert und trifft auch bei „The Big Short“ ins Schwarze. Erzählt wird die Geschichte eines Hedgefonds-Managers, der den totalen Kollaps der Banken, man kennt ihn als Finanzkrise, vorhersagt – und kein Gehör findet. So schmiedet er mit einer Bande risikofreudiger Spekulanten, Trader, Makler und Investoren einen Plan, den Großen ihre egozentrische Gier vorzuführen und im Gegenzug fett abzukassieren. Heraus kommt dabei ein wichtiger Film, ein Statement über unsere Zeit, eine Einschätzung unserer selbstzerstörerischen Liebe zum Kapitalismus und nebenbei eine cineastisch verabreichte Ohrfeige für die Mächtigen. USA 2015, R: Adam McKay D: Christian Bale, Brad Pitt, Ryan Gosling, Steve Carell, Marisa Tomei The Danish Girl | Start: 7.1. Foto: Universal Pictures, Agatha A. Nitecka Die Peanuts - Der Film | Start: 23.12. Foto: 2015 Twentieth Century Fox Delikates Drama „The Danish Girl“ ist Einar Wegener ist Lili Elbe, einer der ersten Transsexuellen, der sich einer Geschlechtsumwandlung zur Frau unterzog. Seine weibliche Seite entdeckt der Maler, als er für seine Gattin Porträt steht – als Frau. Fortan erzählt der Film einfühlsam und bedächtig eine Geschichte von Identitätsfindung und Rollenkonfusion. Ein Thema, das längst mehr Aufmerksamkeit im Kino verdient hätte. Gespielt wird die anspruchsvolle Rolle von Eddie Redmayne, der schon als Stephen Hawking bewies, fremde Körper und Identitäten porträtieren zu können. Auch Regisseur Tom Hooper („The King‘s Speech“) steht für minutiös durchdachte Filmprojekte, die ihren Themen den nötigen Respekt zollen. Ein gezielter Schuss in Mainstream-Genderkonzepte, Zuschauerherzen und Awardkommittees. USA 2015, R: Tom Hooper D: Eddie Redmayne, Alicia Vikander, Amber Heard, Ben Whishaw 52 Unerwarteter Underdog Letztes Jahr schaffte es „The Lego Movie“ auf unerwartete Weise, erwachsene Themen in ein kindgerechtes Format zu gießen und dabei zu unterhalten, zu berühren und zum Nachdenken zu bringen. Ähnliche Ansprüche erfüllt der erste computeranimierte Peanuts-Film. Die ikonischen Charaktere Charlie Brown, Woodstock, Snoopy, Peppermint Patty und Co. begeistern seit 1947 die Generationen, ohne sich dabei großartig verbiegen zu müssen. So auch im Film, der das klassische Material respektiert und es nicht nötig hat, sich an moderne Zeiten anzubiedern, um relevant zu sein. Hier sieht man Kinder, die draußen spielen und nicht solche, die vor Bildschirmen vergammeln. Das mag ein nostalgisches Konzept von Kindheit sein, aber eines, das als gutes Vorbild dienen kann. USA 2015, R: Steve Martino D: Noah Schnapp, Bill Meléndez, Hadley Belle Miller

K I N O Die dunkle Seite des Mondes | Start: 14.1. Foto: Stefan Ciupek & Felix Cramer Pilzführer In dieser Literaturverfilmung eines Martin-Suter-Bestsellers mimt Moritz Bleibtreu den verstockten Urs Blank, einen Business-Hardliner auf der Suche nach Erlösung aus seinem strikten Alltag. Da helfen natürlich Drogen. Passend, dass er die esoterisch angehauchte Hippieschickse Lucille trifft, die nicht nur für Ehebruch, sondern auch für Pilztrips im Trommelzirkel zu haben ist. Nach dem Rausch ist für Urs aber vor dem Albtraum – seine Persönlichkeit verändert sich, Triebe und Instinkte übernehmen die Kontrolle, Skrupel wird zum Fremdwort, Urs zum Tier. Auch passend, dass sein Geschäftspartner Pius Ott ihn nicht nur loswerden will, sondern auch Jagd- Enthusiast ist. Die Buchvorlage strotzt vor Spannung, Gänsehaut und menschlichen Abgründen – dem dürfte der Film in nichts nachstehen. D/LUX 2015, R: Stephan Rick D: Moritz Bleibtreu, Jürgen Prochnow, Nora von Waldstätten Ich bin dann mal weg | Start: 24.12. Foto: 2015 Warner Bros. Ent. Pilgerpromo Da werden belesene Muttis, reiselustige Vatis und vielleicht auch der ein oder andere junge Backpacker aber die Kinosäle stürmen: Hape Kerkelings Wanderbericht vom Jakobsweg gibt es jetzt auch als kompaktes Filmerlebnis. Das ist natürlich keine leichte Vorgabe, schließlich schrieb Kerkeling sich mit authentischen Emotionen, ungeschönten Lebenserkenntnissen und unbestechlich charmantem Humor in die Herzen der Leserschaft. Hape porträtieren darf, mit verschmitztem Lächeln und Fischerhut, Devid Striesow, saarländischer Tatort-Kommissar und SS-Offizier im prämierten Film „Die Fälscher“. In Sachen Humor reiht der Streifen sich ein in die durch „Fack ju Göhte“ begründete Schule des herzlichen, süß-bekloppten Scherzes mit Charme inklusive verschrobenen Charakteren. D 2015, R: Julia von Heinz D: Devid Striesow, Martina Gedeck, Karoline Schuch, Anette Frier

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