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Januar 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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K I N O The Hateful 8 |

K I N O The Hateful 8 | Start: 28.1. Foto: Andrew Cooper, SMPSP, 2015 The Weinstein Company Alte Tricks? Er gilt als Kinorevoluzzer, als Brecher der Konventionen, als Filmemacher, der seinesgleichen vergeblich sucht. Sein Stil ist eigenwillig, selbstreferenziell und unverwechselbar, seine Dialoge denkwürdig, seine Bildsprache ikonisch – und jeder kennt sie. Kann Quentin Tarantinos achter Film da noch überraschen? Tarantino begeistert seit seinem 92er Debüt „Reservoir Dogs“ Filmkritiker, Kinonerds und seit neustem auch das ganz große Mainstreampublikum. Seine Art, mit Bildern zu erzählen, seine einzigartigen Geschichten, seine Art Charaktere zu zeichnen, das ist, als würde man den Karton nehmen, in dem all‘ die bekannten Mal- Utensilien verstaut sind, und aus der Pappe einen Origamischwan falten, dem man ein Federkleid aus Pinselborsten und Farbtuben als Schnabel anklebt. Nun kommt sein achter und Gerüchten zufolge letzter Film in die Kinos: „The Hateful 8“. Ein verschneiter Mix aus Western, Murder-Mystery und typischem Tarantino-Wahnsinn. Acht Fremde suchen hier während eines Schneesturms im Wyoming des späten 19. Jahrhunderts Zuflucht in einer Hütte. Nach ein paar verbalen Schlagabtauschen wird sich alsbald per Schusswechsel unterhalten. Doch schaut man sich die ersten 50 Bilder genauer an, fällt auf, dass abseits von der üblichen Selbstbezogenheit und Querverweise, einiges bekannt vorkommt. Wir können Tarantinos Handschrift inzwischen deutlich lesen. Da sind (Italo-)Western-Elemente, B-Movie-Inspirationen, pittoreske Gewalt, zitierbarer Dialog, ein immer überraschender Soundtrack und Charaktere wie Instant-Ikonen der Popkultur. Natürlich findet Tarantino immer wieder neue Facetten in seinem Stil, spielt mit neuen Seitenhieben in seine Lieblingsgenres und hantiert mit anderem Werkzeug. Doch gerade seine letzten Schöpfungen Django Unchained und Inglourious Basterds erschienen nicht mehr ganz so unkalkulierbar. Ist es, weil der Quentin jetzt Kino für die Massen macht? Weil ihn inzwischen jeder kennt, der öfter als dreimal im Jahr ins Kino geht? Oder ist es, weil Tarantino gerne in die gleichen Trickkisten greift? Schauen wir etwa auf die acht Protagonisten seines neusten Streifen. Vom schnippischen Kopfgeldjäger bis zum großkotzigen Hangman sind die allesamt einzigartig, aber beim inzwischen achten Film durchaus berechenbar in ihrer Außergewöhnlichkeit. Natürlich wollen wir die abgebrühten, wunderlichen und unnachahmbaren Tarantino-Charaktere sehen, aber können sie uns auch noch überraschen? „The Hateful 8“ bietet immerhin gleich acht Möglichkeiten, mit dieser inzwischen zur Konvention gewordenen Handschrift, neue Wörter zu erfinden. Acht Möglichkeiten mit dem besagten Karton nicht den erwarteten Schwan zu falten, sondern etwas vorher nicht Denkbares zu erschaffen. USA 2015, R: Q. Tarantino D: Samuel L. Jackson, Kurt Russell, Jennifer Jason Leigh Lukas Vering

K I N O The Revenant – Der Rückkehrer | Start: 6.1. Foto: 2015 Twentieth Century Fox Kalt serviert Vom Grizzly zerpflückt, für tot befunden, der Ausrüstung beraubt und von den Kollegen als Altlast im Schnee zurückgelassen – Leo hat es in „The Revenant“, genau wie bei der Vergabe von Oscar-Preisen, nicht leicht. Hier jedoch zeigt er sich als abenteuervernarrter Forscher Hugh Glass von seiner wütenden und unzerstörbaren Seite. Denn nachdem er die hintertückische Bärenattacke am Grand River der 1820er überlebt, macht er sich voll der Rachsucht auf die Suche nach seinen feigen Freunden. Das gestaltet er, mal wieder, in einer schauspielerischen Meisterleistung. Jetzt gebt dem Mann halt endlich seinen Oscar! Nach Wallstreet-Eskapaden, Diamantenschmuggel und einem Leben als Großer Gatsby wühlt er sich nun auch noch herzhaft durch Dreck, Blut und Schnee. Mehr geht nicht! USA 2015, R: Alejandro González Iñárritu D: Leonardo DiCaprio, Tom Hardy, Will Poulter, Domhnall Gleeson Joy – Alles andere als gewöhnlich | Start: 31.12. Selbst gemacht Kaum hat man Jennifer Lawrence einen Oscar überreicht, spielt sie in jedem zweiten Film alles und jeden an die Wand. Von der gestaltwandelnden Mutantin über die emotional labile Witwe bis hin zu einer der erfolgreichsten amerikanischen Geschäftsfrauen des 20. Jahrhunderts, wie eben hier in Joy. Da spielt Frau Lawrence nämlich Joy Mangano, die Erfinderin des Miracle Mop. Während dieser zum Verkaufsschlager wird und sich in ganz Amerika Wischmopps selber auswringen, gerät auch Joys Leben in die Mangel. Der Film erzählt ihre Geschichte über vier Generationen hinweg, zeigt sie als furiose Erfinderin, kämpferische Mutter und eiskalte Geschäftsfrau mit dem Motto „Dir bleibt nur, was du selber machst“. Die goldene Oscar-Statue winkt schon. USA 2015, R: David O. Russell D: Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Robert De Niro Foto: 2015 Twentieth Century Fox DER BESTE SOUND DER WELT AUF FM 103,3 Jetzt hören im Radio und auf funkhauseuropa.de 51

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