Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
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Februar 2021

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MUSIK V ON HIER

MUSIK V ON HIER ScarletDorn– Blood RedBouquet Within Temptation gelten als absolute Größendes Symphonic-Metal.Was istessomit für eine Ehre,wenneine deutscheBandmit ähnlicher Musik als Vorbandbei ihnen auftreten darf?Scarlet Dorn hatten genaudiese Möglichkeit undhaben sieoptimal genutzt, um ihre Anhängerschaftzu vergrößern.Mit ihrem2.Album,unterstützt vonresultpromotion aus Köln,präsentiertdie Band mitder aus Sibirien stammendenFrontfrau Scarlet, dass sieinihrem Genre Potenzial haben.Songs wiedie Single „Proud &Strong“, diedurch deninder Szene bekanntenSvenFriedrich gefeaturtwird, halten gekonntdie Waage zwischenhärterenGitarrenriffs undmelodischer Hook,die im Ohrbleibt. Auch „Scorched By AFlame So Dark“ besitztEingängigkeit, kleine Popelemente, undist dennocheindeutigMusik für dieAnhänger, deretwas düsteren Szene. Kann auch demmainstreamigenPublikumgefallen. VÖ:29.1. Moop–Ostara Wieoft hört manMusik, diebeimerstenDurchlauf aneckt undnicht spurlosaneinem vorbeischmiert? Entschieden zu selten.Das scheinen auch dieFranzosen vonMoopzuwissenund gehenmit ihrem2.Album, dasüberTonzonenRecords ausKrefeld erscheint, stolzdagegenan. Bereitsindem voraberschienenenTeaserwirdklar, dass mandie Musikdes Triosnicht einfachnebenbeihört. Es benötigt mehrere Durchläufe, um durchzusteigen unddas zunächst wieChaos wirkende Arrangementzu sortieren. Das istaberals Komplimentaufzunehmen! Moop macheninstrumentalen Jazz, derauf Rock trifft.Baritonsaxophon meetsDrumset meetsdeepe Basslines. Warumnicht?Wer sich selbst etwasherausfordern magund durchdie Beschreibungnicht abgeschrecktist,wirdmit handgemachter Musikbelohnt,die permanentbrichtund sich beieinem Whisky on theRocks in einerHipster-Bar sicherlich gut macht. VÖ:26.2. StormSeeker–GunsDon't Cry Whyare piratescalledpirates?Becausethey arrrr! Trotzihres Düsseldorfer UrsprungsklingenStorm Seekerwie eine rockig angehauchte Variante derauf SeeschipperndenRäuber. Textlich erzählt dieBand, die auch heutzutageuntypisch gewordene Instrumentewie dieDrehleier benutzt, ebenfalls vonfantastischen Abenteuern undSagen.Die Melodien mitSchunkelfaktor klingenwie Volksweisen,nur eben mitordentlich E-Gitarre unddem rauchig-aggressivem Gesang vonFrontmann Timothy. „GunsDon’t Cry“ istder neue Longplayer unddürftedank seines speziellenSoundsbesonders Fans des„Wacken“-Festivals begeistern,auf demdie Band auch schon auftretendurfte. Aufder aktuellen Single „DeathwatchBeetleParty“haben Mr.Hurley &Die Pulveraffeneinen Gastauftritt,die schon dieTop 5der deutschenAlbumcharts entern durften. Santianomit höherem Testosterongehaltund Coolnessfaktor. VÖ:29.1. Ramblin' René & The StetsonFive –II Countryaus demRuhrgebiet verursachtzunächstwahrscheinlich eher unfreiwilligeGänsehaut.Tatsächlich sorgen dieGladbeckerRamblin‘René &The StetsonFivezwarbeimBandnamenfür holprige Momente, inhaltlich klingt daszweiteAlbum „II“ besonders in derInstrumentierung nach klassischemAmericano und Route-66-Sound.Das teilweiseautobiografische„German GuyInDixie“ berichtet, wieFrontmann René in denStaaten probiert,das Feelingaufzusaugen undinunsereRegionzutransportieren. AufSongs wie„Please Mr. Sandman“ greiftViolinistenKatrin zum Mikro. Selbstironisch undmit teilweisezynischen Texten lockertdie groovigeLPden noch andauernden Winterbluesauf.Das 13-Tracksumfassende Albumist nach vier Jahren die Fortsetzungzum Erstlingswerk undzeigt, dass old-schooliger Westernklangauch in NRWfunktionieren kann. VÖ:18.12. The Düsseldorf Düsterboys – Im Winter Auch wenn dieVeröffentlichungder aktuellen EP desDuosein paar Monate zurückliegt,passt „Im Winter” musikalisch jetzt erst rechtindie momentaneAlltagsatmosphäre.Die Straßensindfastverlassen,grauund neblig,der Atem sichtbar,abund an fallen Schneeflocken. DievierSongs desMinialbumsliefernmit ihrendepressiven, lethargischen Klangweltenden passendenSoundtrack, um sich in seiner Einsamkeits-Corona-Endzeitstimmungzusuhlen,behalten aber dennochein wohligesGefühlbei,umnicht zu ertrinken.FolkigerSinger/Songwriter deralten Schule mitvielMollund poetischer Lyrik, dierichtige Geschichtenerzähltund keine Plattitüden aneinanderreiht. „Willstdu nichtmehrbei mirsein” hatden Wegauf einige einschlägige Listen der besten deutschsprachigen Songsdes vergangenenJahresgeschafft.Der neue Longplayerist fürs kommende Frühjahr angekündigt. VÖ: 25.10. 18 MajorVoice–Morgenrot WerMajorVoice nichtkennt,abermit denStimmen vonJohnnyCashoder VilleValo(HIM)etwas anfangen kann,solltesichwohlfühlen. So der Künstlerübersichselbst. Und tatsächlich kommen gerade beider 1. Single„Sunbed in theRain” Erinnerungen an dieguten,alten Zeiten der finnischenRockgrößen hoch. Major- Voice durfte bereitsmit Subway to Sallyauftreten undliefertmit „Morgenrot”zwar schon seine3.LP, aber die 1. miteinem deutschen Albumtitel.Inhaltlichgibtesgleich4Lieder auf seiner Muttersprache. DerausgebildeteOpernsänger,der zwischenzeitlich als Koch arbeitete, findet mitseinerBasslageeineNischeinder Dark-Metal-Abteilung undklingt eher nordisch als deutsch.NachkurzemEingewöhnenkann mandem oftballadesken Soundeinigesabgewinnen. Die mitStreichernvollgepackten Refrainsbleiben im Kopf.Die Veröffentlichungwirderstmaligam1.4. groß in Oberhausen gefeiert. VÖ:29.1. cf

KULTUR ClaraSorzano machte als Balletttänzerinin Dortmund Karriere: Seit demerstenLockdown istdas Leben. derjungen Mutter aberauf denKopfgestellt.Sie erzählt,wie sietrotzdempositiv bleibt. •Trotz derschwierigen Zeiten bleibt Balletttänzerin ClaraSorzano optimistisch. „Corona lässt alle meine Träume platzen!“ ClaraCarolinaSorzano Hernandez liebtdas Publikum,liebt dieBühne undtanzt aus Leidenschaft Ballett. BisMärz2020war die35-Jährige im Dortmunder Theaterzusehen undzubewundern-dann setzteder ersteCorona-Lockdown derKarriereabruptein Ende.„Es war eine absoluteKatastrophe!“,sagtsie.Seitdem hat diegebürtige Südamerikanerin nichtmehrvor Live-Publikum getanzt. Seit 2014 war ClaraTeildes Dortmunder Ballett- Ensembles. Im August 2020 endete derVertrag. Im Maiund Juni vergangenenJahreshätte Clara ersteGastauftritteinKöln haben sollen,das warinDortmundsoabgesprochen, undsie hätte dann dortfestübernommenwerdensollen. WegenCoronakam aber alles anders.Die Veranstaltungen fielen aus,der neue Vertragkam nichtzustandeund eins war in diesem Moment klar:„Corona lässtallemeine Träumeplatzen!“, dachte sie. Vonjetzt aufgleichänderte sich alles. DasLeben derTänzerin wurdekomplettauf denKopfgestellt. Ob siefür einenneuenVertrag schon zu altseinwürde?Darüberhabesie sich denKopfzerbrochen. Undihre Ballettschule„Dance&Art“, diesie mit ihremMann Carlos erst im Oktober2019gegründet hatte, mussteauch schließen.Einen kurzen Lichtblick gabeszur Wiedereröffnung im Mai, dieSchließungimOktober setztedem wiederum einjähes Ende.Zusätzlich zu denberuflichen Sorgen wegenCoronamachten ihr die Nachrichtenvon ihrerFamilieaus Venezuela schwer zu schaffen: Ihre Geschwisterund ihre Eltern haben sich alle mitdem Coronavirus infiziert. Jetzt gehe es zwar allen wieder gut, der Schock habeabertiefgesessen. Sieallenicht sehenzukönnen, mache sietraurigund dieAngst vorder Krankheit seigroß. Mit ihremMann undihrerdreijährigenTochter Luna seisie deshalb sehr viel zuhause, erzählt die 35-Jährige. Kinderprogramm statt Tanzen AnstattachtStundentrainiertClara jetzt nur noch zwei Stunden täglich.Immer dann,wenn ihre TochterLunaschläft.Ansonsten gebe es jetztzuHause einKinderprogrammaus Tanzen, Yoga undSingengegendie Langeweile. Doch auch daskann ihre kleine Tochternicht immer aufmuntern:„Es gibtTage, da weintLuna denganzenTag.Ich habeHochachtung vorallen Vollzeit-Mamas.Das isthärterals jedesBalletttraining!“,sagtsie undlacht. Sieund ihr Ehemann Carlos versuchensich trotzder ungewissenZeitenzumotivierenund positivzubleiben.Finanziellkönntensie sich bisher noch über Wasser halten,erzähltClara. Er gebe Tanz-und Yogastundenund siemodele zwischendurch.Schwieriger als diefinanzielle Lage seiaberfür sienicht tanzen zu könnenundfür ihr Publikum nichtpräsent zu sein.Die Dortmunder hättenimmer viel Respektfür die Ballettwelt gezeigt, sagt Clara. Wenn sieschon nichtauf derBühne fürsie tanzen könne, wolle siesie immerhin virtuellerreichenund ihnen etwasinden schwierigenZeitenzurückgeben. In densozialenMedien, aufInstagram etwa, wollesie deswegenihreKunst darbieten, um dieMenschenwiederein bisschen fröhlicher zu machen-undsichselbstauch.Die Motivation zu behalten,sei eine großeHerausforderung. DieHoffnung, ganz bald wieder aufder Bühne tanzen zu können,sei ihrAnsporn.Wennalles gut laufe,werde sieimkommenden Aprilindem Stück„My generation“des US-Choreografen RichardSiegalzusehen sein undabAugustseine KompanienamensBallet of Difference alsfesterBestandteil am SchauspielKöln vervollständigen-wenn Corona ihrnicht wieder einen Strich durch dieRechnungmacht. IrinaHöfken 19

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