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Februar 2017 - coolibri Düsseldorf

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S Z E N E M Ö N C H E N

S Z E N E M Ö N C H E N G L A D B A C H D Ü S S E L D O R F Neuer Club für Gladbach: Die Box Im Kasten Quadratisch, praktisch, gut: Ende Oktober vergangenen Jahres haben Andreas Wiener und Babak Ahmadi den neuen Club „Die Box MG“ auf der Waldhausener Straße in Mönchengladbach eröffnet. Was es mit dem Tanzkasten auf sich hat und wie er entstand, hat uns Wiener erzählt. Foto: Die BOX MG 3D-Minigolf: Glowing Rooms Psychedelisch Ganz ohne Siebzigerjahre-Flair und Eis am Stiel hat im vergangenen Herbst die 3D-Schwarzlicht-Minigolfanlage „Glowing Rooms“ in Düsseldorf Flingern eröffnet. Noch besser: Da es sich um eine Indoor-Anlage handelt, konnten wir sie auch bei Regen für euch testen. Foto: Glowing Rooms Angefangen hat alles „völlig unverhofft“. Nun ist der 35-Jährige bereits seit sieben Jahren in der vitusstädtischen Club-Szene aktiv. Ursprünglich arbeitete Wiener während des Studiums in der Nachtschicht bei UPS. Dann wurde seine Frau schwanger. „Ein Freund von mir war damals im Rossi tätig. Da habe ich angerufen, ob ich nicht dort arbeiten kann. Nach zwei, drei Wochen bin ich zum Schichtleiter aufgestiegen. Dann wurde ich Betriebsleiter.“ Unverhofft blieb Wiener kleben. Bis das Rossi im vergangenen Jahr seine Pforten schloss – aus mehreren Gründen, wie er erzählt: „Wir konnten uns mit dem Vermieter nicht mehr einigen. Dann sind wir mit den ganzen Mitarbeitern umgezogen in einen etwas kleineren Laden, der leichter zu bespielen ist.“ Einen Ansporn gab auch der Preiskrieg, der seit einiger Zeit auf der Waldhausener Straße herrscht. Wiener sagt: „Wir steuern da ein bisschen gegen.“ Wichtig sei, dass die Läden auf der eigentlich urigen Altstadtstraße wieder miteinander arbeiten. Eine regelmäßige Gladbacher Clubnacht, unter anderem mit dem Projekt 42, ist deshalb erstmalig für die wärmeren Monate geplant. Im Idealfall soll die Veranstaltung zwei Mal jährlich stattfinden. Freitags haben die Betreiber zunächst die „Musik Box“ eingeführt, bei der wechselnde DJs „neuen Stuff mit Classics“ kombinieren. Samstags warten verschiedene Veranstaltungen auf die Gladbacher: „Das heißt, an einem Abend läuft mehr HipHop, an einem anderen Abend mehr Rock oder Elektro.“ Langfristig wollen Wiener und Ahmadi außerdem die regionale Musikszene einbinden und mittwochs Konzerte veranstalten. Die Stadt kann Auftrieb in der Clubszene gebrauchen, findet der 35-Jährige: „Prinzipiell steigt die Zahl der Studenten in Gladbach. Es ist aber einfach eine Pendleruni. Alle fahren wieder dahin, wo sie herkommen. Jetzt wollen wir die Leute auch mal in der Stadt halten.“ Und die beiden Leiter denken ebenfalls nicht im Geringsten ans Weggehen: „Prinzipiell wollen wir das die nächsten zehn, zwanzig, dreißig Jahre weitermachen.“ NB Semester Closing Party: 4.2. 23 Uhr, Die BOX MG, MG die-box-mg.de 20 Ein bisschen erinnert das Holzhäuschen im Eingangsbereich der Glowing Rooms an eine Skihütte. Ein paar Schritte weiter wird klar: Hier geht es zeitgemäß und stylish zu. Schwarz-Weiß-Fotos hängen an den Wänden, ein dunkler Gang weist den Weg zur Minigolfanlage. Ein freundlicher Mann begrüßt meine Begleiterin und mich und reicht uns einen Schläger. Vorab haben wir uns auf der Homepage angemeldet. Schnell bekommen wir einen iPod, jeweils eine 3D-Brille sowie zwei Knicklichter in Orange und Lila in die Hand gedrückt. Diese hängen wir uns umgehend um. Wir erfahren: „Desert-Race“, „Space Harbour“ und „Dark Empire“ heißen die drei Spielräume, die es mit Schläger und Golfball zu erobern gilt. Rund 500 Quadratmeter misst die Spielfläche. Durch einen dunklen Gang erreichen wir den ersten Raum des 18-löchrigen Platzes. Schon ohne 3D-Brille pompös – und vor allem bunt ist es hier – trotz Wüstenlandschaft. Raumschiffe und Steinbehausungen zieren die Wände. Ein bisschen sieht es aus, als würde einem gleich Luke Skywalker auf die Schulter klopfen. Mit Brille kommen die Raumschiffe näher, und die erste Minigolfbahn erscheint in psychedelischen Farben. Besonders knifflig: Erst durch Ertasten mit dem Fuß wird klar, ob es sich um eine optische Täuschung, oder tatsächlich um einen Stein auf der Minigolfbahn handelt. Wir haben Glück und sind die Ersten im Raum, so dass kein Stau entsteht, während wir den Ball an der ersten Bahn mit dem Schläger in Richtung Loch bugsieren. Drei Pyramiden hindern meine Begleiterin am sofortigen Einlochen. Nach drei Schlägen ist es aber geschafft. Ein wenig torkelig gestaltet sich der Sport hier. Zur Beruhigung läuft chillige Musik im Hintergrund. Nach der ersten Runde steht es drei zu drei, statt der sonstigen Minigolf-Zettel dient hier der um den Hals gehangene iPod als Notizblock. Aber hier geht es sowieso nicht ums bloße Spiel. Spätestens im hintersten, abgedunkelten Raum schwelgen wir vollends in Raumschiffatmosphäre und lassen den Ball in die Unendlichkeit fliegen.NaB; Fazit: Trotz wackliger Optik ein großer Spaß. Prädikat: empfehlenswert. Kostenfaktor: 10 Euro; ermäßigt: 7,50 Euro: Kinder bis 5 Jahren: frei. Glowing Rooms: Kettwiger Str. 6, Düsseldorf; glowingrooms.com/duesseldorf.

S Z E N E „Es sind Nuancen, auf die ich achte“ Der Düsseldorfer Heiko Tiemann zeigt sich in Mülheim als dokumentarischer Fotograf mit dem Schwerpunkt Porträt. Entstanden sind die Fotografien unter anderem in einem Hospiz in Waltrop oder in Förderschulen in Duisburg. „Glass“ aus der Serie „Zufügung“, 2014 Foto: Heiko Tiemann Warum konzentrieren Sie sich in Ihrer Arbeit auf Menschen in besonderen Lebenssituationen? Die Gründe dafür liegen in meiner Neugier und darin, die Möglichkeit zu haben, unterschiedliche Menschen und Lebensbereiche kennenzulernen und das in Bildern umzusetzen. Ich sehe mich als Chronist, um das zu zeigen, was oft übersehen wird. Ich habe in der Psychiatrie oder im Hospiz gearbeitet, um die Würde darin zu zeigen. Was löst die Auseinandersetzung mit einem Thema aus? Ich recherchiere viel, lese viel, aber ich gehe einfach mit offenen Augen durch die Welt. Ich beobachte und fotografiere kontinuierlich im Kopf, assoziiere, und setze die Bilder für mich um. Anschließend verfolge ich den Ansatz, in die Situation zu gehen und mittels der Fotografie wieder etwas Unvorhergesehenes zu schaffen. Wie planen Sie Ihre Projekte? In der Praxis ist es wichtig, in die Communities zu gehen, Interesse und Aufnahmebereitschaft zu erzeugen und ganz profan: Genehmigungen einzuholen, Schulen, Institutionen und Fördereinrichtungen zu kontaktieren, da zu sein, Kontakt mit den Eltern und zu den Kindern aufzubauen. Ich habe Vorläufe von einem halben Jahr. Zunächst gehe ich wochenlang hin, ohne zu fotografieren: Ich bin in der Schule, nehme am Kunstunterricht teil, mache Projekte mit den Kindern und lege meine Motivation gegenüber den Kindern, der Wohngruppe oder der Klasse dar. Den Zugang und die Vertrauensbasis muss ich mir erarbeiten. Ist das bei der Umsetzung die größte Herausforderung? Das ist die größte Herausforderung, aber auch das größte Geschenk. Und ohne meine Protagonisten und meine Porträtierten wäre meine Arbeit unmöglich. Ich gehe immer ein paar Schritte zurück, dränge mich nicht auf und versuche, dass die Menschen, die ich porträtiere, von sich aus sprechen und sich öffnen. Das sind immer sehr fragile Situationen, in die ich viel Achtsamkeit bringen muss und nichts forcieren kann. Natürlich ist die Grundvoraussetzung der Respekt und die Neugierde. Wie erlebt ihr Gegenüber die Situation? Das ist spannend. Natürlich frage ich mich das. Da ich mit einer Groß- oder Mittelformatkamera arbeite, entsteht durch die Langsamkeit des Arbeitens eine besondere Kommunikation. Und diese zeigt mir dann die Reaktion auf. Manchmal ist es ganz ruhig. Es sind Nuancen, auf die ich achte. Die Ruhe erzeugt einen Schwebezustand zwischen Zögern und Offenheit. Und dann kommt wieder die Achtsamkeit ins Spiel. Denn wenn ich diese Momente nicht entdecke oder sorgsam damit umgehe, dann ist der Moment weg. Hier ist die Fotografie ideal, da es eine Momentaufnahme ist, die über den Moment weiter strahlt. Welche Rolle spielt die Inszenierung und Komposition? Ich schaue mir Wochen vorher die Räumlichkeiten an und lasse diese auf mich wirken und beobachte, wie sich die Kinder in den Räumen bewegen, welches Verhältnis sie dazu haben. Das ist mir sehr wichtig, da sie sich in der Umgebung vertraut und geborgen fühlen. Die Inszenierung und Komposition ergibt sich eigentlich in der Situation, wenn für mich ein starkes Bild und eine starke Situation entsteht, die vielleicht auch gar nichts mit der ursprünglichen Situation zu tun hat. Ich habe zwar das starke innerliche Konzept, aber das Intuitive ist mir sehr wichtig. Teilweise ist es wie eine Black Box, denn wenn es diese nicht gäbe, dann wäre es ja auch unspannend – sowohl für mich als auch für den Betrachter. Stefanie Roenneke Heiko Tiemann. „Die im Dunkeln“, eine Ausstellung in Kooperation mit Pixelprojekt_Ruhrgebiet: 7.2.–7.5., Kunstmuseum, Mülheim 21

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