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Februar 2017 - coolibri Bochum

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C O O L I B R I L O K A

C O O L I B R I L O K A L Schmiddi rockt und träumt Mehr Pott geht nicht! Mehr Herz auch nicht! Die Million hat er nicht geschafft, trotzdem rockte Christoph Schmidt bei „Wer wird Millionär“ mächtig ab. 125 000 Euro sackte „Schmiddi“ ein – und massig Sympathiepunkte. Außerdem erzählte er von einem ganz besonderen Traum. Christoph Schmidt und seine Hommage an Bochum. Fotos (2) : privat 22 Am 2. Januar strahlte RTL den Quiz-Klassiker mit Jauch aus. Da ging’s für Schmiddi los. „Die ersten Tage waren die Hölle, aber auch sehr schön“, sagt der Bochumer, in dessen Adern Kohlestaub und Fiege pulsieren, aber sicherlich kein popeliges Blut. Das Handy vibrierte pausenlos. Freunde und Familie wollten gratulieren – und einige andere. „Ich habe bestimmt 500 Mails von Leuten bekommen, die ich gar nicht kenne“, sagt er. „Zuerst dachte ich mir ,Arschlecken, ich leg das Handy einfach an die Seite‘.“ Dann wären aber die Mails von Freunden völlig versumpft. Also hat er einfach auf fast alle Nachrichten geantwortet. Schnorren wollte übrigens niemand, nur gratulieren. Könnte daran liegen, dass sich das tätowierte Pott-Original grundsympathisch auf dem Quizthron verkauft hat. Mit Verzückung schwärmte Schmiddi von seiner Heimat Bochum. Liebe, die unter die Haut geht. Auf dem Rücken prangt sie, die Bochumer Skyline – samt Kuhhirte, Fiege Pils und Currywurst. Die Fingerknöchel ziert ein Wort: Ruhrpott. Schmiddi liebt seine Heimat. Aufgewachsen in Bochum-Langendreer musste er mit neun Jahren nach Dorsten umziehen. „Andere Kinder sagten, sie wollten Feuerwehrmann oder Polizist werden, wenn sie groß sind. Ich wollte zurück nach Bochum!“ Watt Besonderes Den ersten Schritt zurück gen Heimat machte Schmiddi nach seiner Ausbildung. Er zog nach Essen. Hauptsache Pott! Seit vier Jahren wieder in Bochum. Aus Gründen. „Es ist ein Gefühl von Heimat. Der Schlag Leute im Ruhrpott, datt ist halt watt Besonderes. Du kannst ungekünstelt miteinander umgehen.“ Außerdem ist es schön! „Wenn ich aus dem Fenster schaue und einen Förderturm sehe, dann geht mein Herz auf!“ Schmiddi liebt nicht nur den Pott, sondern auch die Arbeit mit Kindern. Deswegen wollte er eigentlich Erzieher werden. Ein halbes Jahr vor Ende der Ausbildung der Abbruch. „Die Schicksale nahmen mich zu sehr mit“, sagt Schmiddi. „Es mussten gar nicht die ganz krassen Sachen sein. Auch, wenn ein Kind erzählt hat, dass sich die Eltern scheiden lassen, habe ich das mit nach Hause genommen.“ Deswegen wollte er was ganz anderes machen. Schmiddi ging zur Deutschen Bahn. Einen Konflikt mit seiner farbenreich verzierten Haut gab es dort für den bunten Hund nicht. Anfangs war die Haut ohnehin fast unbefleckt. Das Sammelfieber fing später an, als Schmiddi vom Service mit Kundenkontakt ins Backoffice wechselte. Schmiddi mag seinen Job bei der Bahn, doch einen Traum hat er noch. Ein Bauernhof mit Kita. „Das ist aber nur ein Schlagwort, damit man sich was vorstellen kann.“ Schmiddis Kopf ist voll mit Ideen. Er kann sich vorstellen, Schulkinder, Flüchtlinge, Rentner oder Langzeitarbeitslose in das Projekt „Bauernhof“ einzubinden. Ein genauer Plan fehlt. Dafür hat er Leute gefunden, die ähnliche Ideen haben und mit denen er seinen Traum verwirklichen möchte. „Wenn der ganze Trubel vorbei ist, werden wir gemeinsam brainstormen. Es ist auf jeden Fall was in der Mache und ich freu mich drauf!“ Was hat sich Schmiddi eigentlich als erstes vom Gewinn gegönnt? „Das erste, was ich mir gekauft habe, waren Unterhosen und Socken.“seri

C O O L I B R I L O K A L R O S A S T R I P P E Ein Anker für Lesben, Schwule, Trans*Menschen Wie sag ich es meinen Eltern? Wo sind die anderen? Wie lebe ich damit, von der vermeintlichen „Norm“ abzuweichen? Für Hilfe bei Fragen wie diesen steht in Bochum der Verein Rosa Strippe bereit, der seit 35 Jahren eine psychosoziale Beratungsstelle für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Trans*Menschen betreibt. Andrea Mielek und Markus Chmielorz mit der Festschrift Das volle Beratungsspektrum musste die Rosa Strippe in ihren 35 Jahren allerdings erst entfalten. „Angefangen hat sie als Selbsthilfeinitiative von Schwulen für Schwule“, erklärt der Diplom-Pädagoge und systemische Familienberater Markus Chmielorz, der seit 20 Jahren Leiter der Beratungsstelle ist. „Drei Menschen teilen sich hier 2,4 Stellen“, sagt er. „2014 hatten wir 600 Beratungssuchende mit etwa 1600 Beratungskontakten. Wer Hilfe sucht, kann so oft kommen wie nötig – und so wenig wie möglich.“ In 35 Jahren Selbsthilfe- und Beratungsarbeit hat sich zwar einiges verändert. Die Gesellschaft ist offener geworden, Vorurteile wurden abgebaut. Doch viele Probleme bestehen auch fort. „Das Coming-out ist heute nicht mehr der Hauptanlass unserer Beratung“, sagt Markus Chmielorz. „Er hat sich eher zu Fragen verschoben, die auch klassische Beratungsstellen bearbeiten. Immer mehr Menschen stellen sich mit psychischen Belastungen vor.“ Ein schwieriges Umfeld für den offenen Umgang mit Homo- Bi- oder Transsexualität ist nach wie vor die Schule. Das drückt sich nicht nur darin aus, dass 40 Prozent der Anrufer in der Rosa Strippe Jugendliche unter 27 Jahren sind. Viele haben erlebt, dass ihnen „Schwuchtel“ als Schimpfwort entgegenschlägt. „Auch Lehrerinnen und Lehrer überlegen es sich zweimal, ob sie sich outen“, kann Markus Chmielorz aus seiner Erfahrung sagen. Projekte wie „Schlau – Schwul Lesbisch Bi Trans* Aufklärung“ oder „Schule der Vielfalt“, die die Rosa Strippe heute mit über 60 Schulen durchführt, sind deshalb eminent wichtig – und das Interesse auf beiden Seiten ist groß. Neue Angebote sind eine Beratung für sogenannte Regenbogenfamilien – also zum Beispiel lesbische Paare mit Kindern – oder Senlima, das sich an Flüchtlinge richtet. Ein Dauerbrenner ist das Café Freiraum, ein geschützter Ort – „wie es ihn heute in jeder größeren Stadt gibt“, hebt Markus Chmielorz positiv hervor. Dass andere Formen der Sexualität heute trotz fortbestehender Probleme gesellschaftlich akzeptierter sind, macht er auch daran fest, dass es in zum Beispiel in Bochum seit Jahren keine Szenekneipe mehr für Schwule gibt. Max Florian Kühlem Foto: Rosa Strippe Neu IM Düsseldorfer Eine Produktion des ALICE Kindermuseums im FEZ-Berlin 17.1.2017 – 22.10.2017 >>> Sa., 25. März 2017 35 MuSEEn und GAlErIEn Von 19 uHr bIS 2 uHr* lIVE-bAndS, lESunGEn, PErforMAncES, dJs, SHuTTlE-buSSE, füHrunGEn … E i n e M i t m a c h - A u s s t e l l u n g F ü r K i n d e r vo n 4 b i s 1 2 j a h r e n nacht-der-museen.de / Info-Hotline: 0211 89 99 555 Ticket: 14 Euro** / d:ticket-Hotline: 0211 237 001 237 Infos und Tickets unter 0203-298 233 40 www.explorado-duisburg.de * je nach Museum versch. Schlusszeiten ** VVK & Abendkasse; VVK in Museen & an VVK-Stellen 23

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