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Februar 2016 - coolibri Ruhrgebiet

T H E M A D U I S B U R

T H E M A D U I S B U R G Im Programm des Theatertreffens: „Haydi!“ von Familie Flöz Ruhr roc Eröffnet werden die diesjährigen Duisburger Akzente am 26. Februar mit dem Konzert „Hafenzeit“ des Klangkraft-Orchesters im Landschaftspark Duisburg-Nord. Der Star des spartenübergreifenden Festivals ist jedoch ein anderer: der Stadtteil Ruhrort. Im September 1716 wurde in Duisburg-Ruhrort das erste Hafenbecken gebaut. Heute liegt hier der größte Binnenhafen der Welt, trotzdem denkt man bei deutschen Hafenstädten nicht unbedingt gleich an die Stadt im westlichen Ruhrgebiet. Die diesjährigen Akzente könnten das ändern. „Nah und fern“ sind sie überschrieben und feiern das 300-jährige Jubiläum eines Markenzeichens, das immer noch dabei ist, eines zu werden. Frank Jebavy, seit 2002 Festivalleiter, sieht im Stadtteil Ruhrort ein besonderes Potenzial: „Duisburg ist immer auf der Suche nach Identität. Der Hafen ist da ein tolles Merkmal. In Ruhrort rückt die Stadt ganz nah an den Rhein, die Menschen wohnen direkt am Wasser, das hat 12 man heute nur selten. Ein wunderbarer Ort also, um auch mit dem Begriff Hafen als Metapher zu spielen.“ Im Kulturhaupstadtjahr 2010 hat das Festival sich bereits zwischen Containerhafen und Wohnquartieren ausgebreitet, seither, so Jebavy, liegt das Areal in einer Art Dornröschenschlaf und wartet noch auf seinen Status als It- Location. Anleger frei Anders als im künstlichen Innenhafen wird hier der Hafen noch traditionell genutzt: Es werden Güter umgeschlagen, viele ehemalige Schifffahrer wohnen noch in Ruhrort, es riecht nach Kiez. Hier, wo Duisburg zwischen Oppa-Kneipen und Strick-Guerilla ruppig und romantisch zugleich ist, schlägt in diesem Jahr das Herz des Festivals: Ehemalige Ladenlokale, Kneipen, Hafenbecken, Lagerflächen und Anleger bilden die Kulisse für Kunst, Theater, Musik, Lesung und spannende Aktionen. Das Projekt „Geparkte Kunst“ funktioniert täglich auf dem Neumarkt das Auto zum Ausstellungsraum um. Unübersehbar wird die Licht- Wort-Projektion „Tausendfensterhaus“ von Sigrid Sandmann fragmentarische Sätze und Wörter von Duisburgern bzw. Ruhrorten zu gelebten Lichtzeichen machen. Die Installation von Jörg Mazur, „Ein Hoch aufs H2O“, verbindet die beiden Haniel-Gebäude auf der Harmoniestraße mit einem gläsernen, mit diversen Meeresbewohnern bestückten Übergang. Und wer ganz old school mit einer Analog- oder Einwegkamera

T H E M A ort kt! vorbeikommt, der kann vor der schicken Duistopia-Fotowand ein stilechtes Bild für’s Familienalbum knipsen. Hauptschlagader inmitten des Kulturgewimmels wird die traditionsreiche Hafenkneipe „Heimathafen“ an der Landwehrstraße: Sie bietet täglich Programm und einen Treffpunkt für Publikum und Künstler. Und auch, wenn Duisburg Foto: Gianni Bettuci auf der Suche nach einer neuen Identität ist: Eine lange Schimanski-Nacht (vier Folgen inklusive Currywurst) darf natürlich nicht fehlen Seit 1977 gibt es die Duisburger Akzente. Laut Frank Jebavy, der das Festival seit 2002 gemeinsam mit vielen Akteuren aus Stadttheater, Bibliothek & Co. stemmt, ist die größte Veränderung die Auflösung des Gegensatzpaars „Hochkultur“ und „Laienkultur“. „Die einzelnen Bereiche haben sich stärker durchmischt“, resümiert er. „Wir sind kein reines Theaterfestival mehr, sondern mutig genug, genreübergreifend zu sein.“ Mit 30 Aufführungen bildet die Bühnenkunst jedoch einen deutlichen Schwerpunkt. Beim traditionellen Theatertreffen mit ausgewählten Gastspielen aus ganz Deutschland steht neben zehn Sprechtheater-Produktionen auch eine Oper („Ariadne auf Naxos“) und ein Konzert („Symphony of Jazz“) auf dem Programm. Das Theater Hannover bringt mit „Im Westen nichts Neues“ ein Stück nach dem wohl bekanntesten Antikriegsroman über den Ersten Weltkrieg auf die Bühne. Hochaktuell auch „Transit“ von Anna Seghers, mit dem das Deutsche Theater Berlin einen eindringlichen Theaterabend bietet: Es beschreibt die Qualen und Hoffnungen tausender Flüchtlinge, die 1940 in Marseille einen Weg heraus aus Europa suchen – am Beispiel eines jungen, aus dem Arbeitslager geflohenen Deutschen. Auch eine Eigenproduktion des Duisburger Theaters steht an: Michael Steindl inszeniert Ingrid Lausunds intensives Stück „Bin nebenan“ und zeigt darin acht skurrile und vereinsamte Zeitgenossen im zermürbenden Kampf mit sich selbst und ihrer Umwelt. Mit insgesamt rund 100 Programmpunkten sieht sich der Akzente-Besucher von der Vielfalt des Angebots fast erschlagen. „Sicher, wir könnten das Festival länger laufen lassen, damit man mehr Events besuchen kann“, so Frank Jebavy, der aber aus Erfahrung weiß: „Ohne diese Spieldichte hätten wir keine Festivalatmosphäre.“ Sabine Bode. PIL – PUBLIC IMAGE LTD feat. JOHN LYDON 11.05. Düsseldorf, Zakk ANGELIKA MILSTER 17.04. Neuenrade, St. Mariä Heimsuchung LEE RITENOUR 17.02. Bochum, Christuskirche GREGOR MEYLE 08.05. Dortmund, FZW © Simone Cecchetti LOUANE 15.02. Köln, Gloria © Martin Häusler DIRKSCHNEIDER & ANVIL 22.03. Köln, Essigfabrik 23.03. Bochum, Zeche © Tristan Barkowski © Paul Heartfield © Sebastian Sach TOMMY EMMANUEL 01.11. Essen, Lichtburg FARD 20.03. Essen, Zeche Carl 30.03. Köln, Underground Die Blechtrommel, Regie: Oliver Reese Foto: Birgit Hupfeld MAGNUM 08.05. Bochum, Zeche ...und 50.000 weitere Veranstaltungen Tickets auf www.AD

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