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Februar 2016 - coolibri Düsseldorf /Wuppertal

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M U S I K V O N H I E R

M U S I K V O N H I E R City-Beats-Gewinner 2015: Line 418 Jugendlicher Musiksinn Das Publikum beim City-Beats-Finale 2015 staunte nicht schlecht, als plötzlich ein 20-köpfiger Schülerchor die Bühne im Haus der Jugend enterte und das als Außenseiter angetretene Trio Line 418 lautstark unterstützte. Wenig später sang die ganze Halle mit. Natürlich entschieden die drei Rocker den Wettbewerb für sich und trugen den glänzenden Pokal heim. Was nach dem Rock'n'Roll-Märchen bleibt? Eine der wohl talentiertesten Bands der Stadt, bereit, die Herzen der Musikfans zu erobern. „Damit hatten wir so nicht gerechnet“, lächelt Gitarrist Colin. „Umso größer ist die Freude, dass wir das Ding gewinnen konnten“, ergänzt Sänger und Bassist Jan. Er, Colin und Schlagzeuger Alex kennen sich seit dem Kindergarten, trafen sich als Schüler jeden Morgen an der Bushaltestelle, wo sie der 418er-Bus aufgabelte und aus dem Ortsteil Schwanenberg zur Schule nach Erkelenz fuhr. „Wir sind schon immer engste Freunde gewesen“, erinnert sich Jan. Aus den Augen haben sie sich nie verloren. Als soziales Jahr, Studium und Ausbildung sie mit Anfang zwanzig nach Düsseldorf verschlug, war klar, dass sie der neuen Heimat ihren musikalischen Stempel aufdrücken würden. Line 418 sind geprägt vom Punkrock und haben Gespür für Melodien. College-Punk von Blink 182, Helden wie AC/DC, Green „Wir wollen die Nähe zum Publikum“ Day oder die Foo Fighters klingen an. Prägend war für das Trio allerdings das Album „Opium fürs Volk“ der Toten Hosen. Als ein Bandname gesucht wurde, war der gemeinsame Nenner der Drei schnell gefunden: die Buslinie 418. Einen ihrer ersten Auftritte hatten Line 418 beim Düsseldorfer Musikfestival gegen Sexismus, Ihr Fest 2014. Trotz ihres Engagements sieht sich die Band grundsätzlich als unpolitische Band. Während programmatische Combos oft über ähnliche Themen singen, haben sich die drei Freunde auf das Wesentliche besonnen. „Unsere Songs entstehen ohne Absprache, aus dem Spielen heraus“, erklärt Alex. Textzeilen wie „Die Welt gehört uns ganz allein“, „Morgen, das ist noch viel zu weit weg“ oder „Das Herz schlägt nicht ewig“ sind keine altersweisen Sprüche, sondern der Ausdruck eines jugendlichen Lebensgefühls, das Line 418 funkensprühend zu vermitteln wissen. Ob „Freunde, keine Feinde“ oder „Schrei noch lauter“ – hier ist jeder Song ein Händereichen und eine Aufforderung zum Mitsingen. „Wir wollen halt immer die Nähe zum Publikum“, erklärt Jan. „Und wenn es selber mitmachen kann, ist das der geilste Abend." Nicht nur deshalb sollte man Düsseldorfs amtierende beste Newcomer unbedingt live erleben. facebook.com/line418music MW Foto: Line 418 Die EP „Obergärig“ ist das erste Lebenszeichen der Band Linsending: Was dem Gallier der Zaubertrank, ist dem Düsseldorfer „Ein Alt“ und bei „Düsseldorf an Deck“ ist dann Schunkeln angesagt. Bei aller Beschränktheit der Themen: Auf der Suche nach dem ultimativen Karnevalshit („Der Schlossturm“) findet das Trio mit „Männerabend“ eine gelungene Hymne auf homosoziale Vergnügungen. linsending.de Foto: Neurotox Foto: Linsending Freiheit und Freundschaft sind für- Neurotox die Eckpfeiler des Lebens – und die gehören lautstark abgefeiert! Entsprechend wird auf dem Album „Stein für Stein“ nach vorne geprügelt. Dafür, dass die Grevenbroicher nicht nach Powerpunk-Einheitsbrei klingen, sorgen grandiose Textzeilen wie „Sie konnte nicht sonderlich gut tanzen/doch ich war schwer verliebt“ („Dieser eine Tanz“). neurotox.de Entschleunigung ist das Ziel der Musik der Sängerin Meike „Mo“ Beseke und des Gitarristen Norman „Nojo“ Jonas. Unter dem Namen Mono präsentiert das Duo auf dem Album „Mit Dir durch die Welt“ 13 Songperlen zwischen Bossa („Ahnung“), Country („Eigensinn“) und Chanson („Hors a loi“). Dass es nicht allzu sehr dahinplätschert, ist dem starken Songwriting zu verdanken. mono-welt.de Foto: Mono Egal ob schwarz oder weiß, groß oder klein: Wir sind in erster Linie Menschen. Dafür steht der Verein Düssel-Buntu mit seinem Musik-Projekt B.U.N.T.U. Unterstützt von den Rappern Dorian und Marvin hat der 15- köpfige Kinderchor nun seinen ersten Tonträger veröffentlicht. Neben „Wir sind die Kinder“ zeigt „Schwarz oder weiß“, dass Musik keine Grenzen kennt. duessel-buntu.de Foto: Düssel-Buntu Die Beatlesøns schneidern den Ikonen der Popkultur ein Polka-Gewand. Der neue Tonträger „A Tribute“ nimmt sich des Lebenswerks des legendären The Clash-Sängers Joe Strummer an. Natürlich darf „London Calling“ da ebenso wenig fehlen wie „White Riot“. Auch nach 22 Jahren auf der Bühne bleibt diese Band eine Attraktion. MW beatlesons.de Foto: Beatlesøns

A L B E N T O R T O I S E B O S S E A X E L R U D I P E L L The Catastrophist Seit den späten 1980er Jahren sind Tortoise eine der ersten Adressen der besonderen Musik, weil sie wilde Sounds zu einem großen Ganzen zusammensetzen. Die Muliti-Instrumentalisten aus Chicago liefern eine bewegende Reise in eine düstere Gegenwart und sind dabei auf der Suche nach Wahrheit. Zwischen Indierock und verschiedenen Jazz-Stilen haben sie unendlich viele Einflüsse in ihre Musik eingeflochten. Der oft collagenartige Umgang mit nebeneinander laufenden Elementen funktioniert dabei wie musikalisches Catchen. Es poltert gewaltig – und ist dabei sehr faszinierend. Thrill Jockey/Rough Trade Engtanz Der Braunschweiger Sänger ist ein Frauenversteher. Er hat die Themenfelder Verrat, Vertrauensmissbrauch, den Verlust von Unschuld und verletzte Liebe zu einer lässigen Radio-Pop-Revue aufgereiht. Kitsch und Pathos spielen dabei angenehme Nebenrollen. Das ist hier kein Friedhof der Nuscheltiere, sondern wohlfeil akzentuiertes Songwriting. „Mordor“ ist ein Schlüsselsong des Albums, der vom Erwachsenwerden mit Hindernissen erzählt. „Es ist vorbei“ oder „Steine“ sind Alltagsweisheiten im griffigen Song-Format, die angenehm leicht arrangiert worden sind. Universal Game of Sins Seit 1989 veröffentlicht der blonde Gitarrenhexer in stetiger Kontinuität Tonträger zwischen Hard-, Heavy- und Classic-Rock. Keine Frage, der Blackmore-Fan aus der Bochumer Speckschweiz gehört zu den beliebtesten Musikern seiner Kaste. Denn Pell ist fleißig wie eine Honigbiene und sein Songwriting ist dabei so sportiv und solide wie die Bauweise von einem BMW Gran Turismo. Auch mit dem 16. Studioalbum ändert sich das nicht. „Game of Sins“ ist hier und da so vorhersehbar wie der Ausgang einer Derrick-Folge. Aber mit feiner Dramaturgie und vielen Akzenten ist hier mächtig viel Dampf unter dem Kessel. Steamhammer/SPV B L O C P A R T Y H E X V E S S E L M O N E Y Hymns Irgendwann wird das Gehirn des Weltnachwuchses manipuliert werden und am Ende werden alle Erdenbürger menschliche Konsumroboter sein, die in BWL-Manie das Leben takten. Diese neuen Menschen vertrauen auf ihr ästhetisches Empfinden. Bloc Party könnten für so ein Szenario der perfekte Soundtrack sein. Sie sind schöner als das Innenleben eines Roboters und eine Nuance begabter als der Durchschnittsmensch. Zwischen Indietronics, Pop, New Wave und Electronica haben sie ein stromlinienförmiges Allerwelts-Album geschaffen, das klingt wie lebendiges Plastik. Infectious/Rough Trade When we are death Im Staate Heavy Metal gibt es zu viele, die sich nicht rechtzeitig in Würde verabschiedet haben. Megadeth nerven, Ozzy sabbert und Judas Priest sind meilenweit von ihrer einstigen Form entfernt. Die Szene braucht eine Frischzellenkur. Da kommen Hexvessel gerade recht. Mit Neo-Hippie-Image und einer musikalischen Vision, die viel näher an Fleetwood Mac oder Nick Cave ist, als an Iced Earth oder Anthrax, wagen sie viel. Hier wird viel Mut mit Mystik verbrüdert und sehr individuell garniert. Verdächtige Psychotrips treffen auf ganz tolle Songs. Century Media/Sony Suicide Songs Was bleibt, ist die Erinnerung – doch oft genug ist sie falsch. Money richten den Rückspiegel: Hinter ihrer Karosserie sehen sie Songs, die ins Leere laufen. Details geraten zu oft unbemerkt durcheinander. Der Zuhörer glaubt, er habe sich manche Ereignisse nur eingebildet. Dazu gibt es Songwriting mit Indie-Kante und Hymen für depressive Schlafwandler. Die Musiker stellen mit Songs wie „Hopeless World“ die richtigen Fragen. Wird unser Leben besser, wenn wir Mutter Erde wieder wie eine Göttin und nicht mehr wie eine Crackhure behandeln? Diese Platte gibt die richtigen Antworten. Bella Union/Pias 31

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