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Februar 2016 - coolibri Düsseldorf /Wuppertal

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Knallhartes Workout

Knallhartes Workout Pilates, Zumba, Yoga, alles schön und gut. Aber kaum ein Training ist so effektiv wie Poledance, sagen Jennifer Orth und Jasmine Klimmek. Ihr Studio PoletastiX ist eines von derzeit dreien in Düsseldorf, die sich ausschließlich auf das Tanzen an der Stange spezialisiert haben. Ein Ortsbesuch von Berit Kriegs. Weitere Poledancestudios in Düsseldorf: Poledance NRW, Rethelstr. 28, poledancenrw.de; Pole Land, Kölner Landstr. 336a, poledancekurs@hotmail.de Wie viele erfolgreiche Unternehmen wurde PoletastiX in einer Garage gegründet. 2012 war das, und Poledance zu dem Zeitpunkt noch längst kein Fitnesstrend, zumindest nicht in Deutschland. Das ändert sich gerade, aber schon damals konnten sich Jen und Jasmine vor Anfragen kaum retten. Aus zwei wurden vier Stangen, später erweiterten sie auf neun in einer Turnhalle an der Heyestraße, waren damit jedoch nicht glücklich – zu viele Frauen, um sie vernünftig zu betreuen. Ende 2014 erfolgte der Umzug in das jetzige Studio, wo jeder Kurs maximal fünf Teilnehmerinnen hat. „Unsere Mädels“ nennen Jen und Jasmine ihre Schülerinnen, bei denen es sich keineswegs nur um junge Hüpfer handelt; zwischen 30 und 50 Jahren liegt der Altersdurchschnitt. Im Prinzip könne jeder Poledance machen, sagt Jen, egal ob dick oder dünn, alt oder jung, Frau oder Mann. Bei PoletastiX werden jedoch nur Frauen trainiert. „Man muss einen gewissen Ehrgeiz haben und Spaß am Tanzen, das ist das Wichtigste.“ Geschenkt kriegt man allerdings nichts. Poledance ist so anstrengend wie anspruchsvoll, ein Training, das Flexibilität, Ausdauer, Kraft, Grazie und Koordination verbindet. „Einen besseren Sport gibt es eigentlich gar nicht“, meint Jasmine, „das ist ein knallhartes Workout für den gesamten Körper.“ Überdies sei Poledance „unheimlich gut fürs Selbstbewusstsein“. Denn Eleganz und Anmut erweckt nicht, wer wie ein nasser Sack an der Stange hängt. Wichtigstes Kontrollinstrument ist der Spiegel. „Die Mädels sind gezwungen, sich bei dem zu betrachten, was sie tun. Da lernt man sehr schnell, wie sich die eigene Ausstrahlung durch eine gerade Körperhaltung verbessert.“ Entgegen einem beliebten Klischee entstammt Poledance nicht dem Rotlichtmilieu, sondern dem chinesischen Staatszirkus. „Poledance ist Artistik an einer vertikalen Stange“, erklärt Jasmine. „Natürlich kann man das sexy präsentieren, etwa indem man High Heels trägt, aber eben auch sehr sportlich.“ Die knappe Bekleidung dient dabei weniger erotischen als praktischen Zwecken: „Wir halten uns ja mit der nackten Haut an der Stange.“ Von daher verbietet sich das Eincremen mit Bodylotion am Tag des Trainings: „Sonst schmiert man ab.“ Erfolgserlebnisse lassen nicht lange auf sich warten, einen einfachen Spin, also eine Drehung an der Stange ohne Bodenkontakt, lernt man schon in der ersten Stunde. Zuvor wird, um Verletzungen zu vermeiden, ein schweißtreibendes Aufwärmund Dehnprogramm absolviert. „Wer beim Warm-up nicht schwitzt, muss ein zweites machen.“ Neben der richtigen Technik und viel Kraft erfordern die Moves an der Stange vor allem Körperspannung, speziell, wenn es in die Waagerechte geht. Jen: „Man stemmt die ganze Zeit sein eigenes Körpergewicht, spannt dadurch die Tiefenmuskulatur an und ist die ganze Zeit in Bewegung.“ Schöner Nebeneffekt – inklusive Warm-up und Cool Down verbrennt man in einer Poledance-Stunde bis zu 700 kcal und kriegt zugleich noch ein Bodyforming. Kein Do-it-yourself-Sport Bei all dem steht Sicherheit an oberster Stelle, weswegen Poledance unter professioneller Anleitung erlernt werden sollte und nicht im Do-ityourself-Verfahren anhand von YouTube-Videos. Jen und Jasmine haben ihre Ausbildung zum Instructor bei Vertical Dance in London gemacht, eine Lizenz, mit der sie weltweit als Trainerinnen arbeiten können. Was sie aber gar nicht wollen. Beide haben Familie und sind sehr zufrieden mit ihrem kleinen Studio; zehn, elf Kurse geben sie pro Woche. Fünf Frauen seien die optimale Gruppenstärke, finden sie, so könne man individuell auf jede einzelne eingehen. „Das zeichnet uns auch aus“, sagt Jen, „es ist sehr familiär und persönlich, das schätzen die Mädels.“ Dass diese teils aus Erkelenz, Oberhausen, Ratingen und Viersen angereist kommen, um hier eine Stunde zu trainieren, „macht uns unheimlich stolz“. Wer Poledance einmal ausprobieren möchte, kann nach Anmeldung an einem kostenlosen Schnuppertraining teilnehmen. Die regulären Kurse laufen als sechswöchiger Block, der 130 Euro (inkl. MwSt.) kostet und eine Stunde Training pro Woche beinhaltet. Kein Monatsbeitrag, keine Mitgliedschaft? Jasmine schüttelt den Kopf. „Nein. Wir möchten unsere Mädels alle sechs Wochen aufs Neue überzeugen.“ PoletastiX, Glashüttenstr. 33, Düsseldorf, poletastix.de Foto: Markus Hartwig / Primepix

S P O R T M Ö N C H E N G L A D B A C H „Es war wie ein Positiv-Strudel“ 2016 ist Julian Korbs zehntes Jahr bei Borussia Mönchengladbach. Er hat den Sprung vom Jugendspieler zum Champions-League-Torschützen geschafft. Nach dem Achterbahn-Jahr 2015 hofft der Verteidiger, dass die Borussia es mit Ruhe wieder in die Erfolgsspur schafft und träumt ein kleines bisschen von der Nationalmannschaft. Piet Keusen hat den 23-Jährigen zum Interview getroffen. Es gibt sie noch, die kleinen Momente. Momente, in denen Fußballprofis einfach nur Fußballer sind und sich über den einen gelungenen Pass freuen. Julian Korb hatte so einen Moment kurz vor Ende der Rückrunde. Mit Borussia Mönchengladbach spielte Korb im ausverkauften Borussia-Park gegen den FC Bayern München. In der 68. Minute bekommt der Rechtsverteidiger den Ball, sieht die Lücke und spielt einen tadellosen Pass nach vorn. Fabian Johnson nimmt die Einladung an, trifft zum 3:0 gegen den bis dahin ungeschlagenen Meister. Der Jubel ist grenzenlos. „Das macht einfach mehr Spaß“, freut sich Korb, „wenn man nicht nur hinten verteidigt, sondern vorne auch Akzente setzen kann.“ Da ticken sie gleich, die Fußballer. Egal ob in der Bundesliga oder in der Kreisliga D. Jetzt, zwei Monate später, ist es wieder an der Zeit, Akzente zu setzen. Nach der kurzen Winterpause ist Korb schon wieder im Bundesliga- Alltag angekommen. Zum Rückrunden-Auftakt erst das Spiel gegen Borussia Dortmund, jetzt die Partien in Mainz (29.1.), zu Hause gegen Werder Bremen (5.2.), eine Woche später das Match beim Hamburger SV (14.2.) und dann das Derby im ausverkauften Borussia-Park gegen den 1. FC Köln (20.2.). Foto: Moritz Müller Spätestens danach dürfte feststehen, wohin der Weg der Borussia 2016 geht und ob Korbs Ziel erreicht werden kann. „Wir wollen uns schon wieder für den Europapokal qualifizieren“, sagt der gebürtige Essener. „Wir haben in der Champions League in Stadien gespielt, die ich nur aus dem Fernsehen kannte. Juve und ManCity, da will ich wieder hin.“ Die Chancen dafür stehen gut. Die Hinrunde beendete Borussia auf Platz vier. Und das nach einem turbulenten Jahr „Es gab Höhen und Tiefen“, beschreibt Korb und untertreibt maßlos. Achterbahn, das trifft es wohl eher. „Das Jahr hat super angefangen. Wir haben fast alles gewonnen in der Rückrunde und die Bundesliga auf einem guten dritten Platz beendet.“ Was dann aber passierte, dafür hat in ganz Mönchengladbach niemand eine Erklärung. Borussia startete mit fünf Niederlagen in Folge in die neue Saison. „Wir haben uns alle Gedanken gemacht“, erinnert sich Korb, „es konnte ja nicht sein, dass wir nach der starken Saison alles verlernt hatten. Wir waren in einem Negativ-Strudel.“ Erst der überraschende Rücktritt von Trainer Lucien Favre löste die Handbremse im Kopf. Mit Nachfolger André Schubert startete Borussia eine Siegesserie. „Auf einmal lief es dann, es war wie ein Positiv-Strudel.“ Dem ging aber kurz vor Jahresende die Luft aus. Innerhalb von einer Woche im Dezember kassierte Mönchengladbach drei Niederlagen, schied erst bei Manchester City aus der Champions League aus, holte sich anschließend eine 0:5-Klatsche gegen Bayer Leverkusen ab und scheiterte dann an Werder Bremen im DFB-Pokal. Bleibt 2016 nur noch die Bundesliga für die Borussia. „Es macht mehr Spaß, wenn man Akzente setzen kann“ Julian Korb geht in sein zehntes Jahr bei Borussia. 2006 wechselte er vom MSV Duisburg zu den Fohlen und legte seitdem einen steilen Aufstieg hin. 2010 debütierte er in der 2. Mannschaft in der Regionalliga, 2011 machte er gegen Mainz 05 sein erstes Bundesligaspiel, 2012 folgte bei Fenerbahce Istanbul sein erster Einsatz in der Euroleague. 2015 das erste Tor in der Bundesliga gegen Schalke und in der Champions League gegen Manchester City. „Es läuft ganz gut“, findet Korb – und bleibt bescheiden. Dabei könnte 2016 sein Jahr werden. Mit EM und Olympia stehen zwei große Turniere im Sommer an, so viele deutsche Rechtsverteidiger mit internationaler Erfahrung gibt es beim DFB nicht. Warum also nicht Korb? Er hat alle Jugendmannschaften des DFB durchlaufen, spielte letztes Jahr noch U21 und hatte großen Anteil an der Qualifikation für Olympia. Auch da könnte Julian Korb noch mitspielen. Allerdings hat es seit Sommer keinen Kontakt mehr zu U21-Trainer Horst Hrubesch gegeben. „Über die Nationalmannschaft habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, wiegelt der 23-Jährige ab. Aber träumen wird man ja noch dürfen? Manchmal ist alles, was man braucht, ein kleiner, perfekter Moment. 11

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