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Düsseldorf und Wuppertal - coolibri Dezember 2017

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KUNST N R W F O R U M

KUNST N R W F O R U M Fotos verboten: Einlasskontrolle zu Böhmermann-Ausstellung Foto: NRW-Forum Düsseldorf/ B.Babic Intellektuell Barrierefrei „Wir kommen vom Witz, und da gehen wir auch wieder hin“: Jan Böhmermann eröffnet im NRW-Forum seine Ausstellung „Deuscthland“. Zu betrachten ist, wie unser Chefsatiriker das Land sieht und dies verpackt. Ob eine virtuelle Fahrt durch die Gruselbahn des Zweiten Weltkrieges oder ein Twitterfeed deutscher Abgeordneter, der in Echtzeit gedruckt wird – seine Wurzeln vergisst er auch in der Kunst nicht. „Ist das noch Satire oder schon Revolution.“ Dieser Satz aus dem Gedicht „Deutschland. Tief durchatmen“, fällt beim Betreten des Ausstellungsraumes als erstes ins Auge. Zuvor wurde das Mobiltelefon eingesammelt. In einem Wärterhäuschen mit der Aufschrift „Passkontrolle“ sitzen zwei gelangweilt aussehende Mitarbeiter in Beamtenuniform und erledigen ebendiese Aufgabe. „Das Kamera- und Handyverbot gilt für alle“, erklärt Böhmermann. „Die Information, die sich im Raum befindet, soll auch dort bleiben. Und nicht, wie alles, was wir sonst machen, verfielfältigt werden.“ Das Besondere an den Exponaten, die Böhmermann in Zusammenarbeit mit der Bildundtonfabrik in seiner ersten musealen 56 Ausstellung präsentiert, ist, dass sie alle noch nie zuvor gezeigt wurden. „Alain Bieber, Leiter des NRW-Forums, ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob wir nicht eine Ausstellung erarbeiten wollen“, erzählt Philipp Käßbohrer. Käßbohrer ist Teil der Bildundtonfabrik, der Produktionsfirma, die sich auch für das Neo Magazin Royale verantwortlich zeichnet. Sofort sei das gesamte Team von der Idee angetan gewesen. „Wir bewegen uns sonst immer in der Meta-Ebene“, so Böhmermann. „Hier gibt es kein Zeitlimit zum Erfassen der Arbeiten, keine lineare Führung, die eine gewisse Haltung einfordert.“ Gegen das Vergessen Thematisch ist die Sache klar: Die Bundesrepublik macht schwere Zeiten durch, der Polizistensohn aus Bremen kommentiert. „Ich habe mich gefragt, ob dieser „beige“ Zustand, das Leben unter Merkel, etwas ist, was wir schätzen sollten. Oder eher wegwünschen.“ Die Wandergarderobe der Kanzlerin ist zum Anfassen ausgestellt, gepaart mit einer Bildreihe, die Angie beim Bergsteigen mit Ehemann zeigt. Als nächstes: Der Reichspark, ein Familien-Urlaubsparadies im Stil einer gewissen holländischen Kette von Feriendörfern, die Erholung und Spaß für alle verspricht. In diesem Fall: Im Streichelzoo „Wolfsschanze“, in der Eishalle „Stalingrad Experience“ oder in „Belsenwald- Stutthausen“, dem Erlebnis-KZ. „Gegen das Vergessen“, wie der Slogan im Werbefilm wiederholt, der in Endlosschleife über ei- Meta-Ebene:JanBöhmermann nen Monitor läuft. Zur Komplettierung des Erlebnisses gibt es einen Virtual-Reality-Ride durch den Führerbunker und zerbombte Städte, inklusive Hitler und Eva Braun, die einem während der Fahrt immer wieder begegnen. „Je mehr Tabuthemen es gibt, desto weniger gibt es“ erklärt Böhmermann. „Ein Thema wird dadurch entschärft, dass plötzlich überall Dinge auftauchen, die mindestens genauso schlimm sind.“ Daurch werde es immer schwerer, zu schocken und aufzurütteln. Am Ende ist dies gar nicht das Ziel des „Fernsehfuzzis“, wie er sich selbst bezeichnet. „Ich freue mich, wenn bestimme Dinge funktionieren. Wenn das hier drinnen ein bisschen Einfluss hat, auf das da draußen.“ Was das bedeutet, solle jeder selbst herausfinden. „Sie können sich komplett auf die Ausstellung verlassen.“ toc; „Deuscthland“: 24.11. - 4.2.18, NRW-Forum, Düsseldorf, nrw-forum.de Foto: btf / Philipp Käßbohrer

KUNST B E S T G R U P P E SCHENKEN SIE KULTUR! Peter Uka vor dem Selbstportrait „Consciously Bowing“ Freud und Leid Peter Ukas Werke sind Momentaufnahmen. Deren Entstehungsgeschichte hängt eng mit der Erinnerung des Künstlers an seine Heimat Nigeria zusammen. Wieso er ein überwiegend positives Bild des Landes zeichnet, hat Uka Nadine Beneke im Interview verraten. Ihre aktuelle Ausstellung trägt den Namen „Poetry of Joyful Pain“. Was bedeutet der Titel für Sie? Der Titel bezieht sich auf mein Aufwachsen in Nigeria, meiner Heimat. Er bezieht sich auf Themen, mit denen die Menschen dort eigentlich ständig konfrontiert werden. Zum Beispiel nie genug zu haben, wenn man nicht gerade in einer wohlhabenden Familie aufwächst - dieses Privileg haben in Nigeria bekanntlich nur die Wenigsten. Und dennoch: Trotz aller, teils widrigen Umstände haben die Menschen in Nigeria Freude am und im Leben. Diese Freude ist allgegenwärtig. Auch den „schlimmsten“ Situationen versuchen sie etwas Gutes abzugewinnen und den Blick nach vorne zu richten. Deshalb „Joyful Pain“ Wie wählen Sie die Augenblicke aus, die Sie malerisch festhalten? Die von mir in den Bildern festgehaltenen Situationen oder Augenblicke sind solche, die mir sehr viel bedeuten. Es sind Momente, die ich in meiner Erinnerung habe, weil ich sie selbst erlebt oder gelebt habe. Es sind Bilder, die von meiner Kultur und meinem Land erzählen und schließlich auch von den Menschen, die dieses Land ausmachen. Der Betrachter kann sich bestenfalls damit identifizieren – unabhängig davon, ob er selbst aus Nigeria kommt. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen nach Nigeria. Wie würden Sie Ihre künstlerische Sicht auf das Land beschreiben? Aus meiner künstlerischen Sicht ist Nigeria ein wundervolles Land. Es ist für mich pure Inspiration. Die Kultur, die Menschen, das Leben, die Formen und Farben – für einen Maler hält das Land viel Gutes vor. Es macht mich aber auch manchmal traurig zu sehen, dass meine Landsleute in einem Land mit so viel Potenzial vergeblich versuchen untereinander und miteinander Frieden zu finden. „ Poetry of Joyful Pain“: bis September 2018, Anmeldungen für Gruppen bis 20 Personen unter info@bestgruppe.de, auch für den 14.6.18. An diesem Termin führt Peter Uka durch die Ausstellung. BEST GRUPPE, Ernst-Gnoß-Str. 24, Düsseldorf; bestgruppe.de Foto: BEST GRUPPE Eine Auswahl der kommenden Veranstaltungen: 31.12.17 Silvester Special Geschwister Pfister 07.02.18 Ein brillanter Mord 20.03.18 6. Philharmonisches Konzert GESCHENKGUTSCHEINE 16.01.18 Die Netzwelt 20.02.18 5. Philharmonisches Konzert 16. + 17.03.18 Die Fledermaus EINTRITTSKARTEN IM VORVERKAUF THEATERCARD 25 SIX-PACK – DAS JUNGE ABO ★★★-STERNE-ABO 31.01.18 Margie Kinsky & Bill Mockridge 25.02.18 Hieronymus B. 05.05.18 So la la – Das Solinger A-cappella-Festival Tickets: Theater- und Konzertkasse, 0212 - 20 48 20, Konrad-Adenauer-Straße 71, 42651 Solingen und in den Bürgerbüros der Stadt Solingen Online-Kartenverkauf: www.theater-solingen.de www.theater-solingen.de /KulturmanagementSG TheaterCard25 2525 THEATER UND KONZERTHAUS SOLINGEN 25% Nachlass auf alle auf Abo-Veranstaltungen alle Foto © drubig-photo / fotolia.com Fotos © Edit Held, Anatol Kotte, Boris Breuer, Jean-Marc Turmes, Kalle Kuikkaniemi, Klaus Lefebvre

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