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WILLY SCHREIBT

WILLY SCHREIBT GESCHICHTE Design-Klassiker aus Karnap 68

eines Design-Autodidakten, hat wahre Biergeschichte geschrieben. goldenen Schnitt nicht sehr verbergend, geboren in Essen-Karnap unter der Regie Suhrkamp-Verlags prägte. Das Glas ohne Henkel, aber kein Weizenbierglas, den Kreationen verglichen, die ein anderer Willy zur gleichen Zeit schuf: Willy Fleckhaus, legendärer Grafiker, der mit seiner Bauhaus-Ästhetik etwa die Bücher des – und auch anderen - wurde die schlichte, klare und schöne Gestaltung mit jenen auf Stilgefühl im Volke schließen lässt, den Willybecher durchzusetzen.“ Von ihm in Gaststätten, die ich öfters besuche, mit Beharrlichkeit und gutem Beistand, der heit und die Schönheit, es stehe im funkelnden Gegensatz zu „Edeldesignertulpen und anderem röhrichten Firlefanz“. Er schreibt: „Bei Biergläsern versuche ich Kapielski bescheinigte dem Trinkgefäß einst in einer Kolumne über die Schlicht- Nach seinem Erfinder Willy Steinmeier benannt ist der doppelkonige, nach oben leicht bäuchig werdende Willybecher oder auch Willibecher. Ein absoluter Design-Klassiker. Erfunden von einem Nicht-Designer in Essen-Karnap. Er ist seither das deutsche Standardglas für den üblichen Restaurant- und Kneipenausschank und den Hausgebrauch. Laut Schätzung wurde das Glas über Jahrzehnte hinweg stets 10 Millionen Mal pro Jahr verkauft. Speziell im Restaurantbetrieb haben die Gläser den Vorteil, dass sie bei geeigneter Stand- und Formfestigkeit nach dem warmen Spülbad schnell auskühlen, um das frische Bier aufzunehmen. Es war 1954. Elvis Presley und Bill Haley brachten den Rock’n’Roll nach Deutschland, dorthin wo die „Caprifischer“ noch die Schlagerwelt beherrschten, Picasso malte „Sylvette“, Federico Fellini „La Strada“ in die Kinos und J.R.R: Tolkien den „Herrn der Ringe“ in die Buchläden. Am 4. Juli wird Deutschland in Bern Fußballweltmeister. Der Siegestorschütze Helmut Rahn spielt damals bei Verein Rot-Weiss- Essen und genau dort in Essen, bei der Glasmanufaktur Ruhrglas AG in Karnap, wird in diesem Jahr durch Willy Steinmeier, den Vertriebsdirektor und nicht etwa Chef-Designer, der Willybecher kreiert. Er wird in den Größen 0,2 , 0,25 , 0,3 , 0,4 und 0,5 Liter hergestellt. Der Biertrinker und Schriftsteller Thomas Kapielski bescheinigte dem Trinkgefäß einst in einer Kolumne über die Schlichtheit und die Schönheit, es stehe im funkelnden Gegensatz zu „Edeldesignertulpen und anderem röhrichten Firlefanz“. Er schreibt: „Bei Biergläsern versuche ich in Gaststätten, die ich öfters besuche, mit Beharrlichkeit und gutem Beistand, der auf Stilgefühl im Volke schließen lässt, den Willybecher durchzusetzen.“ Von ihm – und auch anderen - wurde die schlichte, klare und schöne Gestaltung mit jenen Kreationen verglichen, die ein anderer Willy zur gleichen Zeit schuf: Willy Fleckhaus, legendärer Grafiker, der mit seiner Bauhaus-Ästhetik etwa die Bücher des Suhrkamp-Verlags prägte. Das Glas ohne Henkel, aber kein Weizenbierglas, den goldenen Schnitt nicht sehr verbergend, geboren in Essen-Karnap unter der Regie eines Design-Autodidakten, hat wahre Biergeschichte geschrieben. 69

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